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Bei Rot stehen, bei Grün gehen: Uni diskutiert Ampel für Lebensmittel

Immer mehr Deutsche erkranken jährlich an Adipositas. Fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung ist davon betroffen. Seit Jahren wird im Zusammenhang damit das Thema Lebensmittelampel heiß diskutiert. Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft äußern sich durchaus kritisch.

Ziel dieser Ampel ist es eine Form der Lebensmittelkennzeichnung zu schaffen, die den Gehalt an gesundheitsrelevanten Nährstoffen mit einem Farbsystem kennzeichnet und einordnet. Dabei werden auf der Vorderseite eines Produkts die Anteile an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz pro 100 Gramm bzw. Milliliter farblich abgebildet.

Bei einem Wissenschaftsseminar des Kompetenzzentrum für Ernährung an der Universität Bayreuth wurden die Vor- und Nachteile einer solchen Lebensmittelampel jetzt diskutiert. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.



Pro Ampel

So argumentieren die Ernährungswissenschaftler:

  • einfache Kennzeichnung soll helfen sich gesund zu ernähren
  • Bilder sind deutlicher zu erkennen als Zahlen
  • durch die Beeinflussung des Kaufverhaltens werden die Hersteller indirekt dazu angehalten ihre Rezepturen zu verändern
  • Die Verantwortung für gesunde Ernährung soll langfristig von den Verbrauchern auf die Hersteller übergehen.

Contra Ampel

Das hält die Zuckerindustrie dagegen

  • Ampel bevormundet die Verbraucher
  • irreführend, da gesunde Lebensmittel wie Milch oder Vollkornbrot in die Kategorie rot fallen
  • differenziert zu wenig: kein Unterschied zwischen Halbfettmargarine oder normaler Margarine
  • setzt falsche Anreize: Cola Light bekommt grün und ist damit vermeintlich gesünder als Fruchtsaft