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Freizeit

Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn: Eine Frau schlägt sich durch Gangster-Horden

Letzte Woche hat bt-Filmkritiker Alex Bauer im Film “Little Women” große Emotionen und kitschige Liebesszenen gesehen. Am Mittwoch (5.2.2020) war der bt-Filmkritiker nun mit zwei Lesern des Bayreuther Tagblatts im Film “Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn”. Hier gibt’s die Review von den Dreien.

Vor kurzem ging Kinoexperte Alex Bauer hart mit “Die Hochzeit” ins Gericht. Die letzte Höchstwertung gab es für den Film “1917“.

Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn (Trailer)

Sarah und Jörg aus Bayreuth geben dem Film 4,5 Sterne

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Vier Jahre hat es gedauert, bis Harley Quinn nach dem doch sehr bescheidenen ‘Suicide Squad’ wieder von DC auf die Leinwand geschickt wird. ‘Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn’ heißt das neue Werk im DC-Superhelden-Universum.

Und naja, er ist nicht schlecht, aber nunmal leider auch nicht gut. Das fängt schon bei der Story an: Irgendwann nach ‘Suicide Squad’ angesiedelt, Harley hat sich vom Joker getrennt und haust gemeinsam mit einer Hyäne namens Bruce und einem ausgestopften Biber in einer kleinen Bude über einem Asia-Imbiss.

So weit, so schräg. Und was macht sie nach der herzzerreissenden Trennung vom Joker? Naja, das, was die am besten kann: Chaos stiften. Wäre da nicht das Problem, dass plötzlich Gothams halbe Gangsterwelt hinter ihr her wäre und ihr an den Kragen will. Da kommt das Angebot von Obergangster Roman Sionis genau richtig: Immunität gegen ein junges Mädchen, das ihm einen wertvollen Edelstein geklaut hat. Klingt jetzt nicht nach einer großartigen Geschichte. Ist es auch nicht. Aber irgendeinen Rahmen braucht ja das zweistündige Spektakel, in dem Harley zeigen darf, dass sie es auch ohne den schrillen Joker drauf hat.

Schön: Dadurch dass der aus dem Film rausgelassen wird, bleibt dem Zuschauer auch Jared Leto erspart, der in ‘Suicide Squad’ einfach nur nervtötend war. Harley darf sich durch Gangster-Horden schlagen, immer schön brutal natürlich und erfrischend kreativ, nutzt sie doch keine Pistole, sondern alles, was sich so anbietet – und wenn es eine Bowlingkugel ist. Macht Spaß, schaut man gerne an, ist tolle Action und es wäre wirklich schön gewesen, wenn das einfach zwei Stunden lang so laufen würde.

Blöderweise sollen ja auch die Birds of Prey ihren Auftritt haben – ein Trio aus der dritten Reihe des DC-Universums. Und so müssen eben auch noch Huntress, Black Canary und Renee Montoya irgendwie in die Story eingebaut werden. Dass das schwierig wird, wenn der Fokus eigentlich komplett auf Harley Quinn liegt, kann sich jeder denken. Und so bleiben die drei Damen doch sehr flache Sidekicks von Quinn, die aber trotzdem für den einen oder anderen flotten Spruch da sind.

Zum Glück. Sonst wären sie wirklich unnötig gewesen. Und ganz ehrlich: das dürfte auch der einzige Kinoauftritt des Trios gewesen sein – vielleicht sieht man sie ja in Zukunft irgendwo in einer Serie wieder. ‘Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn’ ist ein schriller, bunter und brutaler Action-Film, der viel richtig macht, aber daran kränkelt, dass DC wieder zu viel reingepackt hat. Aber hey, anschauen kann man ihn sich trotzdem, schon allein weil Margot Robbie einfach eine tolle Harley Quinn abgibt.

3 von 5 Sterne