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Bocksrück: Vom kleinen Kellerfest zur Riesen-Kult-Party

Seit über 40 Jahren begeistert das Kellerfest Bocksrück mehrere tausend Besucher aus dem ganzen Landkreis. Was als kleines Fest in einem Felsenkeller begann, hat inzwischen Kultstatus erreicht. Vier Tage lang wird mitten in dem kleinen Ort Bocksrück bei Unternschreez gefeiert.

„Regen ist bei uns Tradition“

Regen gehört beim Kellerfest schon fast dazu. Doch das macht der Landjugend Schreez wenig aus. Auch als es vor zwei Jahren so stark regnete, dass das Wasser mehrere Zentimeter hoch auf dem Festgelände stand, wussten sich die Jungs und Mädels zu helfen. Schnell wurden zwei Lastwagen-Ladungen Hackschnitzel verteilt und die Gäste hatten wieder trockene Füße.

Wir sind bestens gerüstet. Weil es zum Kellerfest eigentlich immer regnet, gibt es bei uns auch Regen-Ponchos zu kaufen.

(Ann Katrin Stützinger)

„Alles entstand aus einem Landjugendaustausch“

Die Idee des Kellerfestes wurde 1973 geboren als die Landjugend Schreez an einem Landjugendaustausch mit einer russischen Gruppe teilnahm. Denen wollte man etwas bieten und hatte deshalb das Kellerfest in der Felsenbar veranstaltet. Inzwischen ist das Fest gewachsen und es gibt neben der traditionellen, namensgebenden Kellerbar auch noch eine Klopferbar, eine Beachbar, eine Zeltbar und eine Kuckucksbar, die unter einen Felsvorsprung gebaut wurde.

Die Felsenbar ist Namensgeber des Kellerfestes in Bocksrück. Foto: Susanne Jagodzik

Die Bars bauen wir alle selbst. Am traditionsreichsten ist aber die Kellerbar. Hier wird auch immer bis früh um 5 Uhr gefeiert.

(Benjamin Lutz)

„Hier findet man echte Freunde“

Feiern und Spaßhaben stehen beim Kellerfest im Vordergrund. Darum denke die Landjugend bei der Organisation auch nicht gewinnorientiert, sondern stellt das Miteinander an erste Stelle. Trotzdem bedeutet so ein Fest auch jede Menge Arbeit. Rund 50 Aktive der Landjugend Schreez sind an diesem Wochenende im Einsatz. Und alle arbeiten ehrenamtlich.

Ich habe hier echte Freunde gefunden. Es ist schön zu sehen, welcher Zusammenhalt durch die Organisation des Kellerfestes entsteht. Und man ist natürlich auch stolz, wenn das Kellerfest immer mehr Bekanntheit – auch bis in die Stadt – erlangt.

(Ann Katrin Stützinger)

Spaß und das Miteinander steht für die Landjugend Schreez beim Kellerfest Bocksrück an erster Stelle. Foto: Susanne Jagodzik

„Beim Aufräumen findet man schon manchmal kuriose Sachen“

Während alle feiern, haben die Helfer des Festes alle Hände voll zu tun. Tag und Nacht sind die Jungs und Mädels vor Ort und kümmern sich um alles. Aufräumarbeiten am Tag danach gehören da natürlich auch dazu.

Beim Aufräumen am Tag danach haben wir schon so manches kurioses gefunden. Egal ob Einkaufswagen oder geklaute Leitpfosten. Einmal lag aber ein herrenloser Roller im Graben. Wir haben ihn dann an den Straßengraben gestellt. In den ganzen vier Tagen wurde er allerdings nicht abgeholt. Eines Tages war er dann plötzlich verschwunden. Wir wissen bis heute nicht, wem der gehört hat.

(Florian Knauer)

Das Kellerfest lockt jährlich mehrere tausende Besucher aus dem ganzen Landkreis nach Bocksrück. Foto: Susanne Jagodzik

In einem Jahr war ein Besucher mit seinem E-Bike da. Weil er aber nicht mehr fahren konnte, hat er das Rad einem Freund ausgeliehen. Der Mann war auch nicht mehr wirklich fahrtüchtig und hat das E-Bike nach Hause geschoben. Am Tag darauf hat uns der Mann angerufen und gefragt, wo das Fahrrad sei. Er hat sogar einen Facebook-Suchaufruf gestartet. Wir konnten ihm dann aber auf die Sprünge helfen. Das E-Bike stand am Ende in seiner Scheune.

(Benjamin Lutz)

„Wir versuchen uns immer wieder etwas neues einfallen zu lassen“

Dorffeste geraten immer mehr in Vergessenheit und sterben aus. Anders ist das beim Kellerfest Bocksrück. Die Landjugend Schreez versucht, mit verschiedenen Aktionen den Besuchern immer wieder etwas neues zu bieten. Egal ob Gewinnspiele für Freikarten oder spezielles Essen.

Wir haben an einem Wochenende bis zu 5.000 Gäste. Das war aber auch einmal anders. Deshalb versuchen wir uns immer wieder etwas neues einfallen zu lassen.

(Martin Hacker)


Los geht es am Donnerstag mit der Schaumparty. Das ganze Programm finden Sie hier.