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Bokashi-Eimer: So funktioniert der Mini-Kompost für die Stadt

Morgens frische Beeren ins Müsli, mittags Gemüse-Pasta und abends ein deftiger Bauernsalat als Beilage. Was gibt es besseres, als reichlich frische Vitamine in seinen Alltag zu integrieren? Doch die Kehrseite: Bio-Abfälle türmen sich im Sommer in der Küche, es riecht schnell unangenehm und der ständige Gang nach unten zur Mülltonne nervt. Die Lösung: Ein Bokashi-Eimer. Was das genau ist, erfahren Sie im Folgenden.

Kompost ohne Garten

Der Bokashi-Eimer hilft dabei, die Küchenabfälle wieder zu verwerten und daheim in der Küche seinen eigenen Kompost herzustellen. Und das Gute: Dafür braucht man weder viel Platz noch einen Garten. Das Prinzip kommt ursprünglich aus Japan.

Wie der Bokashi-Eimer funktioniert

bokashi-eimer
Foto: Organico Bokashi Eimer

Alles was man benötigt, sind der Bokashi-Eimer, sogenannte effektive Mikroorganismen und eine Sprühflasche. Der Eimer ist luftdicht verschlossen. Er beinhaltet ein Sieb sowie einen Ablasshahn, aus dem man die Flüssigkeit, die sich im unteren Bereich angesammelt hat, etwa alle drei Tage entweichen lassen kann.

Man gibt die Küchenabfälle in den Eimer, besprüht sie mit den effektiven Mikroorganismen und kann bei Belieben noch etwas Gesteinsmehl oder etwas fertige Bokashi-Erde darüber streuen – so bleibt die Masse trockener. Auf die Abfälle sollte man Steine legen um das ganze zu beschweren und zu verdichten.

Flüssigdünger und Trockenkompost in einem

In der Flüssigkeit am Boden sammeln sich Mineralstoffe: Es ist also eine Art Flüssigdünger, der mithilfe des Hahnes abgelassen werden kann. Allerdings sollte er wegen der stark sauren Konzentration immer mit Wasser vermischt werden.

Oben im Eimer entsteht nach drei bis acht Wochen eine Art Trockenkompost. Auch er darf nicht pur verwendet werden, sondern muss mit etwas normaler Erde vermischt werden. Man kann ihn ebenso als Dünger für Zimmer- und Außenpflanzen nutzen.

Tomatenpflanze
Bokashi-Dünger stärkt die Balkonpflanzen. Foto: Pixabay

Im Innern des Bokashi-Eimers bauen die Mikroorganismen, die ohne Sauerstoff auskommen, die Essensreste ab. Der Inhalt wird also fermentiert: Der ph-Wert sinkt und es entsteht ein saures Milieu, in dem keine Keime gedeihen können. Das Prinzip wird normalerweise dazu genutzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen: Angewendet wird es unter anderem auch bei der Herstellung von Sauerkraut oder Kefir.

Kein fauliger Geruch

Ein minimal säuerlicher Geruch ist zwar noch wahrzunehmen, aber von einer stinkenden fauligen Masse keine Spur. So kann er auch direkt in der Küche oder an einem schattigen Platz auf dem Balkon stehen. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Kompost, sind hier weder Insekten noch Sauerstoff nötig, damit die Abfälle arbeiten. Deswegen sollte man den Bokashi-Eimer nicht ständig wieder öffnen, damit nicht zu viel Sauerstoff über die Luft hineingelangt.


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Warum sich ein Bokashi-Eimer lohnt

Übersetzt bedeutet Bokashi „Allerlei“. Das bedeutet alles kann gemischt hinein – auch Essensreste wie Fisch oder Fleisch dürfen mit in den Bokashi-Eimer. Es gilt: eine Schicht Küchenabfälle im Eimer verteilen und darüber das Pulver mit Mikroorganismen streuen. Die Küchenabfälle werden so umweltfreundlich entsorgt und sinnvoll wiederverwertet. Gleichzeitig bekommt man preiswerten Dünger für seine Pflanzen, auch wenn man wenig Platz und keinen Garten hat.

Do it yourself – Anleitung

Wer nicht so viel Geld für einen originalen Bokashi-Eimer ausgeben möchte, kann sich auch selbst einen basteln. So funktioniert es: