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Brigitte Merk-Erbe: Wem es nicht passt, dass Amazon hier baut, soll nichts im Internet bestellen

Amazon will in Bayreuth ein Verteilerzentrum bauen. Das sorgte auch für kritische Stimmen. Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe antwortete diesen Kritikern im Rahmen des Jahrespressegesprächs, am Mittwoch, den 15. Januar 2020 im Rathaus. Daneben sprach Merk-Erbe auch über den Medizincampus, den Haushalt und mehr.

Medizincampus soll nicht gefährdet werden

Bereits zum Wintersemester 2019/2020 haben sich 55 Studenten an der Universität Erlangen für ein Medizinstudium eingeschrieben. Diese werden ihr Studium zum Teil auch auf dem Medizincampus in Bayreuth absolvieren. Brigitte Merk-Erbe sieht dieses Projekt aber als gefährdet, aufgrund der Diskussion um die Sanierung des Klinikums.

Dabei hatte, so Merk-Erbe, ein „CSU-Kandidat“ einen kompletten Neubau des Klinikums ins Gespräch gebracht. Die Oberbürgermeisterin hebt jedoch hervor: „Das Klinikum soll saniert werden und diese Sanierung ist das Ergebnis der Beschlüsse der Gremien. Das war vorher so abgesprochen.“ Merk-Erbe fordert nun, dass diese, für sie, „unsinnige Diskussion“ um die Sanierung des Klinikums „sofort beendet“ werde, weil diese den Medizincampus gefährde. Mit diesem Projekt werden 400 Studienplätze und 51 neue Arbeitsplätze geschaffen.

So viel Einwohner wie noch nie 

Am 29.Januar 2020 wird Merk-Erbe dem Stadtrat den Haushaltsentwurf vorlegen. Dieser soll dann am 19. Februar verabschiedet werden. Die Oberbürgermeisterin beziffert den Schuldenberg der Stadt auf 75 Millionen Euro Ende 2019. Zum Vergleich: 2012 hatte die Stadt noch 122,9 Millionen Euro Schulden. Bis Ende 2020 sollen es dann nur noch 65,3 Millionen Euro sein.

Denn zu den dauerhaften Zahlungsverpflichtungen werden in den nächsten Jahren sowohl ein Gründerzentrum, als auch ein Barockfestival kommen. „Bayreuth darf verhalten optimistisch sein“, sagt Merk-Erbe. Denn die Arbeitslosenquote sei gesunken und die Einwohnerzahlen steigen. Ende 2019 hatte Bayreuth 76.561 Einwohner – so viel wie noch nie.

Attraktiver Wirtschaftsstandort

Auch als Wirtschaftsstandort werde Bayreuth immer attraktiver. Das würden Investitionen großer Firmen wie Medi, Stäubli und Tennet zeigen, wie Merk-Erbe erklärt. Allein dadurch schaffen die Unternehmen weit über 600 neue Arbeitsplätze. In der Nähe der Lohengrin Therme will die Rentenversicherung eine neue Rehaklinik errichten. Dazu gibt es momentan bereits Planungen. Die Klinik soll über 300 Betten haben, 60 Millionen kosten und bis 2025 fertig sein.

Der Onlineversandriese Amazon will ein Verteilerzentrum in Bayreuth bauen. Hierfür sollen etwa 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Kritische Stimmen hierzu bügelt das Oberhaupt der Stadt folgendermaßen ab: „Wem es nicht passt, dass Amazon baut, soll den stationären Einzelhandel unterstützen und nichts im Internet bestellen.“ Merk-Erbe appelliert in ihrer Kundgebung, dass der Wirtschaftsstandort Bayreuth trotz Wahlkampf nicht gefährdet werden darf.