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BSV: Wohin geht die Reise?

Irgendwie gehen sie beinahe im Gleichschritt durch die Volleyball-Saison: Herren-Regionalligist SV Schwaig II und sein Rivale BSV 98 Bayreuth. Sie können gegen die drei Topteams nicht viel ausrichten, sie punkten allerdings verlässlich gegen die schwächsten vier Klubs der Liga. An diesem Samstag (19.30 Uhr) stehen sich beide Mannschaften vor den Toren Nürnbergs direkt gegenüber, und die Wagnerstädter wissen, dass ihr vierter Platz in der Tabelle erst einmal flöten ist, wenn dort, quasi am Ufer der Pegnitz, die drei Punkte ins Wasser gesetzt werden.

Ausgangssituation

Denn bisher hat der 2017 in die 4. Liga gekommene BSV insgesamt 22 Zähler erobert, der bereits 2016 aus der Bayernliga aufgestiegene SVS zwei weniger. Wie im Sandwich zwischen diesen beiden ist noch die VGF Marktredwitz (21) platziert, die am Wochenende gegen den Punktelieferanten ASV Dachau II jedoch ihren Appetit auf Erfolge stillen sollte und ihr Konto auf 24 steigern.

Die Lage beim BSV

Zum BSV Bayreuth: Es gibt einiges, das den Oberfranken in Mittelfranken Mut macht. Der Gegner scheint zum einen nicht in bester Verfassung, verlor zuletzt in eigener Halle gegen die Marktredwitzer mit 0:3, was ihm seit Oktober 2016 nicht mehr passiert war.  Zudem müssen die Schwaiger am Samstag wohl wieder ohne ihren Trainer auskommen: Christian Schwabe (30) spielt nämlich selbst für die erste Mannschaft des Vereins in der 2. Bundesliga Süd und ist in dieser Mission zeitgleich im Einsatz, wenn der Tabellenfünfte versucht, bei Spitzenreiter TGM Mainz-Gonsenheim zu siegen. Und noch ein statistischer Grund für Bayreuther Optimismus: Die BSVer haben nicht nur die beiden zurückliegenden Vergleiche mit Schwaig in eigener Halle gewonnen, sondern sogar auch auswärts in der letzten gemeinsamen Bayernliga-Spielzeit (2015/16). 

Wohin fliegt der Ball? Dem BSV droht der Absturz auf Platz sechs. Foto: Jürgen Schott.

 „Auch wenn uns in Schwaig mit Kapitän Fabian Buck ein starker Angreifer fehlt, werden wir alles versuchen“, kündigte BSV-Spielertrainer Milan Dörnhöfer an. „Es gilt, bis zum Saisonende möglichst viele Punkte zu machen und das Beste aus dem kleinen Kader herauszuholen.“ Seine Truppe war in dieser Saison nie schlechter als Rang fünf und will das drohende Abrutschen auf den sechsten Platz natürlich verhindern.

Das letzte Duell

Beim 3:1 (27:25, 23:25, 25:18, 25:23) über den SVS II im vergangenen November hatten die Bayreuther vor allem mit Schwaigs Routinier Harry Schlegel zu tun gehabt, dessen Angriffe für viele Punkte sorgten. „Natürlich hat er ganz stark gespielt, aber oft haben wir im Block gegen Schlegel auch nicht optimal agiert“, analysierte damals Dörnhöfer. Er weiß also, was zu tun ist.

Was die Uhr geschlagen hat, wissen auch die BSV-Damen, die in der Landesliga nur Siebte und damit Drittletzte sind. Sie spielen am Samstag ab 14 Uhr im Richard-Wagner-Gymnasium zunächst gegen den oberen Tabellennachbarn VG Hof und dann gegen den TB Weiden (Dritter). Mit zwei Siegen würden sie auf genau den Rang klettern, den die BSV-Herren vermeiden wollen: den sechsten…


Text: Jürgen Schott