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bt-Filmkritik: Anna

bt-Filmkritiker Alex Bauer sieht sich jede Woche die neuesten Filme in Cineplex Bayreuth an. Zwei bt-Leser dürfen mit und erzählen nachher, wie sie den Film fanden. In dieser Woche galt die Kritik der Neuverfilmung des Disney-Klassikers „König der Löwen“. Die Filmkritik dazu gibt es hier.

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bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Nach seinem Weltraum-SciFi-Flop „Valerian“ besinnt sich Luc Besson also wieder zu seinen Wurzeln: zu einem Film mit einem taffen Killer, wie es Nikita oder „Léon – Der Profi“ waren. Diesmal heißt die Killerin Anna. Die wird auf einem Moskauer Markt entdeckt und arbeitet daraufhin als Topmodel in Paris. Achso, und nebenbei tötet sie für den KGB. Das macht sie blutig, brutal und gnadenlos.

Besson inszeniert das Ganze actionreich rasant und top choreographiert. Das macht Spaß und ist wirklich sehenswert. Aber: Sowas kann man von Besson auch erwarten und wirklich neu ist seine Idee auch nicht, Anna als abgewracktes Drogengirl, dass vom KGB zur ultimativen Tötungsmaschine ausgebildet wird, zu inszenieren. Denn huch, das kennt man ja schon aus Nikita.

Aber gut, sei’s drum, der Film ist 1990 erschienen, da kann man sowas schon mal wieder aufwärmen. Punkten kann „Anna“ mit einer spannenden Geschichte, die den einen oder anderen Aha-Effekt bietet. Bedeutet: Augen auf, die Details machen den Unterschied.

Einzig die häufigen Zeitsprünge stören ein kleines bisschen. Hätte es auch nicht gebraucht, hätte man deutlich stimmiger konstruieren können. Aber hätte, hätte, Fahrradkette, so ist es nunmal. Achso, man sollte auch kein Problem mit platten Charakteren haben, denn alle Figuren sind sehr oberflächlich gehalten. Das fängt bei Anna (aalglatt gespielt von Sasha Luss) an und hört beim CIA-Agenten Miller (Cillian Murphy, der exakt einen Gesichtsausdruck hat) auf. Sie werden einem im Laufe des Films leider alle egal. Wer aber Bock auf einen coolen, toll inszenierten Agenten-Thriller hat, ist bei „Anna“ definitiv richtig.

3 von 5 Sterne