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bt-Filmkritik: „Es“

Das Remake des Klassikers „Es“ vom Meister des Horrors Stephen King geht in die nächste Runde. Seit gestern läuft im Kino das zweite Kapitel. bt-Filmkritiker Alex Bauer hat sich mit Lesern in den Film getraut. Ob Pennywise sie schocken konnte?


Der Trailer:


Fabio Moreno vergibt drei Sterne:


Gerade einmal zwei Sterne gibt es von Janina Kiekebusch:


Und Alex Bauer meint:

Stephen Kings ‚Es‘ gehört zu den Klassikern der Horrorfilme. Deshalb war es schon überraschend, dass es 27 Jahre gedauert hat, bis sich Hollywood an ein Remake traut. Und tada, ‚ES‘ wurde 2017 zum erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten. Doch die Geschichte um eine Gruppe Freunde, die ‚Es‘ oder auch Pennywise töten wollen, war noch nicht zu Ende erzählt.

Also nun ‚ES – Kapitel 2‘. 170 Minuten lang. Und ungefähr 60 Minuten zu lang. Das schon vorneweg. Sitzfleisch braucht man nämlich. Dabei hätte vieles sicher gekürzt werden können, einige Szenen dauern einfach zu lang, dafür, dass eigentlich nichts passiert.

Zig Rückblenden erklären zwar ausführlich, was nach den Geschehnissen des ersten Films passiert ist, sehr interessant ist das aber leider nicht so. Und nein, Kings Story um den Höllenclown Pennywise gibt es nicht her, zwei abendfüllende Filme mit insgesamt mehr als fünf Stunden Dauer daraus zu machen.

Das merkt man besonders dem zweiten Teil an, der zwar Schockmomente am laufenden Band bringt, bei dem aber die Geschichte doch sehr dünn daherkommt. Apropos Schocker: davon gibt es wirklich genug zu sehen. Zack, Zack, Zack, besonders in der Mitte des Films ist die Schocker-Taktfrequenz doch ziemlich hoch. Die Macher fahren dabei auch alles auf, was monstertechnisch so geht. Die schauen allesamt ziemlich ekelerregend aus – dank Computeranimation.

Und ehrlich: sogar hartgesottene Horror-Fans könnten sich bei dem einen oder anderen Monster kurz mal schaudern. Problematisch wird es eher bei dem Jump-Scares, die den Zuschauer plötzlich erschrecken sollen. Das macht ‚ES 2‘ anfangs ganz gut, blöderweise schafft es der Film aber nicht, das fast drei Stunden lang konsequent durchziehen zu können. So werden die Schockmomente immer vorhersehbarer, je länger der Film dauert. Schade eigentlich. ‚

ES – Kapitel 2‘ stolpert daran, dass alles mehr sein musste als im sehenswerten ersten Teil. Mehr Zeit, mehr Monster, mehr Schocker. Die Rechnung geht nur leider nicht auf, sodass lediglich ein durchschnittlicher Horrorstreifen dabei herausgekommen ist.

2,5 von 5 Sterne