Freizeit

bt-Filmkritik: Fisherman’s Friends

Zwei Leserinnen waren am Donnerstag wieder mit bt-Filmkritiker Alex Bauer im Kino. Dieses Mal haben sie sich Fisherman’s Friends angesehen und bewertet. Wie sie die Komödie, die von zehn singenden Seemännern handelt, fanden, erfahren Sie hier.


Der offizielle Trailer zum Film


Christiane Colditz aus Bayreuth vergibt 4,5 Sterne von 5:


Tochter Emilia Kühner gibt dem Film 4 Sterne:


Und bt-Filmkritiker Alex Bauer meint:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

Zugegeben, mit Seemannsshantys hatte ich bisher nicht sehr viel am Hut. Liegt vielleicht auch daran, dass es Bayreuth an Küste und Meer mangelt. Und weil sich das auch in Zukunft, trotz steigendes Meerespegels, wohl nicht groß ändern wird, werden diese Lieder wahrscheinlich auch eine Randnotiz in meinem musikalischen Geschmack bleiben.

„Fisherman’s Friends“ erzählt die Geschichte von zehn Seemännern aus Port Isaac, die tagtäglich zum Fischen in die raue See fahren und ihre Freizeit damit verbringen, Bier zu trinken und eben Shantys – also alte Seemannslieder – zu singen. In diese Welt knallt der Musikproduzent Danny rein, der in London in Saus und Braus lebt und so gar nichts mit den Menschen am südlichen Zipfel Englands anfangen kann.

Was man als Kinobesucher in den nächsten zwei Stunden zu sehen bekommt, ist dann ein charmanter Film, der mit tollen Bildern und einer unterhaltsamen Story punkten kann. Und mit den Schauspielern, die in ihren Rollen sichtbar Spaß hatten.

Gut, so eine Geschichte vom einfachen Fischerchor zum Charterfolg füllt keine zwei Stunden ohne Nebenplotts, so darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen und Snob Danny darf sich auch charakterlich entwickeln. Bravo. Hätte jetzt nicht sein müssen, macht den Film aber nicht schlechter.

Was man aber trotzdem sagen muss: durch das ganze Nebenschaugeplänkel kommen die Band und ihre Songs etwas zu kurz. Dafür dürfen alle Klischees und Vorurteile bedient werden, die Großstädter und „Landeier“ so untereinander haben. Dieser Culture-Clash funktioniert ja eigentlich immer, wie man seit „Willkommen bei den Sch’tis“ weiß.

Und so gibt es auch einiges bei „Fisherman’s Friends“ zu lachen. Das lockert angenehm auf, weil es nicht zu plump daherkommt. Alles in allem hat es der Film verdient, dass er an den Kinokassen eine Chance bekommt. Denn sind wir mal ehrlich: Gute Filme müssen nicht unbedingt sündhaft teure Hollywood-Hochglanzproduktionen sein.

3,5 von 5 Sterne