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Weihnachts-Deko

Weiße Weihnachten aus dem Garten: Jetzt Barbarazweige schneiden

Auch ohne Schneefall lässt sich zur Weihnachtszeit ein Hauch Winterzauber ins Zuhause holen.
Der NABU empfiehlt: Jetzt Zweige von Kirschbaum & Co. schneiden – für ein natürliches Blütenwunder.
Mit etwas Pflege öffnen sich die weißen Blüten pünktlich zum Fest.

Blühende Zweige statt Schneeflocken

Da es auch in diesem Jahr außerhalb höherer Lagen kaum Chancen auf Schnee gibt, rät der NABU (Naturschutzbund Deutschland) zu einer blühenden Alternative. Wer sich „weiße Weihnachten“ der anderen Art wünscht, kann im Garten jetzt sogenannte Barbarazweige schneiden. Besonders Kirschbäume eignen sich gut, denn ihre Knospen entfalten bei richtiger Behandlung zarte, schneeweiße Blüten. Traditionell werden Barbarazweige am 4. Dezember, dem Barbaratag, geschnitten. Der Brauch reicht weit zurück und ist älter als der Christbaum. Ursprünglich galten die Zweige als Zeichen für Glück und ein gutes neues Jahr.

Geeignete Pflanzen für Barbarazweige

Neben Kirsche lassen sich zahlreiche weitere Frühblüher nutzen:

Schlehe und Kirschpflaume – weißblühend
Kornelkirsche und Forsythie – gelbe Blüten
Mandel, Pfirsich, Zierjohannisbeere – rötliche Varianten

Durch die Auswahl verschiedener Gehölze entstehen stimmungsvolle Farbakzente in der winterlichen Wohnung.

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Schritt-für-Schritt: So blühen die Zweige rechtzeitig

Der Effekt beruht darauf, Winterruhe und Frühlingserwachen künstlich nachzuahmen. Der NABU empfiehlt folgende Vorgehensweise:

  1. Kältephase simulieren:
    Die Zweige waren oft bereits Frost ausgesetzt. Wer sicher gehen will, legt sie für eine Nacht in den Gefrierschrank.

  2. Behutsames Aufwärmen:
    Anschließend einen Tag in einen kühlen Raum stellen.

  3. Wasserbad:
    Danach eine Nacht in lauwarmes Wasser legen.

  4. In die Vase:
    Nun kommen die Zweige in frisches Wasser. Dieses alle zwei bis drei Tage wechseln.

Wichtig ist, direkte Heizungsnähe zu vermeiden, damit die Knospen nicht vertrocknen.

Tradition mit langer Geschichte

Barbarazweige wurden bereits im 15. Jahrhundert dokumentiert. Auch wenn der Brauch später in christlichen Kontexten aufgegriffen wurde, liegen seine Wurzeln deutlich früher: Zweige dienten als Orakel für Fruchtbarkeit und Wetter im kommenden Jahr. In manchen Regionen entstanden sogar ganze Barbarabäume aus Birke, Ulme oder Kirsche. Eine weitere Variante ist der Barbaraweizen, der Anfang Dezember auf einem Teller ausgesät wird und bis Weihnachten austreibt.