Wo die Stadthalle weiterlebt: Der Reichshof macht wieder auf

Endlich ist es soweit. Der Reichshof öffnet in diesem Monat wieder seine Türen. Damit steht eine große Veranstaltungsstätte für die Bayreuther Kultur bereit. Und die Besucher treffen dort auch auf „alte Bekannte“: die roten und grünen Stühle der früheren Stadthalle.

Innenraum Reichshof; Foto: red/sj

Lange konnte der Reichshof nur für einzelne Veranstaltungen genutzt werden. Eine dauerhafte Genehmigung für den Betrieb als Kultur-Spielstätte scheiterte an den Vorgaben. Dreieinhalb Jahre nach der Wiedererweckung des Reichshof konnten die Auflagen für eine dauerhafte Genehmigung nun erfüllt werden.

Der Vorstand: Christian Wedlich (Schatzmeister), Axel Gottstein (1. Vorsitzender) und Dieter Löw (2. Vorsitzender); Foto: red/sj

Möglich machte dies der Verein „Bayreuth Event & Festival“. Durch viel Eigenleistung und der Unterstützung von Gönnern und Sponsoren wurde der Reichshof so umgebaut, dass nun eine Kulturbühne entstanden ist, die knapp 600 Besuchern einen Platz bietet. 150.000 Euro wurden bisher investiert. Trotzdem ist der Verein weiterhin auf Unterstützung angewiesen, auf einen Beitrag der Stadt Bayreuth musste der Verein „Bayreuth Event & Festival e.V.“ nach eigenen Aussagen nämlich verzichten.

Alte Bestuhlung aus der Stadthalle im Reichshof; Foto: red/sj

Die Auflagen der Versammlungsstättenverordnung und zahlreicher Gutachten wurden in den letzten Monaten alle abgearbeitet. Dabei haben wir vom Verein alle mitgearbeitet: Wände abgeschliffen, Stühle montiert oder Platten verlegt.

(Christian Wedlich, Schatzmeister und Mitglied im Vorstand des Vereins Bayreuth Event & Festival)

Im Video über dem Text erklärt Axel Gottstein, Vorsitzender des Vereins „Bayreuth Event & Festival“, was in den letzten Monaten im Reichshof passiert ist.

Geschichtsträchtiger Ort

Die Geschichte des Reichshofs reicht bis weit ins Mittelalter zurück. In dieser Zeit wurde das Haus an einer der zentralen Stellen der Stadt als Gasthof genutzt. 1676 wurde das Haus dann zu einer Post-Station und wurde später unter dem Namen „Hotel Reichsadler“ bekannt.

1925 entstand das „Konzert- und Lichtspielhaus“. Im Krieg wurde das Gebäude allerdings komplett zerstört. Bei den aktuellen Renovierungsarbeiten trat aber über der Bühne eine Gemälde zutage, das darauf hinweisen könnte, dass doch Teile des alten Konzerthauses von 1925 erhalten geblieben sind.

Alte Wandmalerei im Reichshof; Foto: red/sj

Ab 1999 wurde der Betrieb als Kino bis auf weiteres eingestellt.

Neue Kulturstätte in altem Glanz

2009 begannen dann die Pläne für eine Wiederbelebung der Kulturbühne. 2019 ist es nun endlich soweit. Der Reichshof öffnet für Veranstaltungen jeglicher Art seine Tore.

Eingang Reichshof; Foto: red/sj

Am Sonntag haben Interessierte die Möglichkeit an einem „Tag der Offenen Bühne“ zwischen 13 und 17 Uhr einen Blick in den „neuen“ Reichshof zu werfen.

Tatort-Talk 3: Über Wagner, Jeansjacken und Metal-Musik

Gleich in zwei Kinosälen zeigt das Cineplex am Freitag um 20 Uhr den Bayreuth-Tatort – zwei Wochen bevor der Film in der ARD ausgestrahlt wird. Für beide Vorführungen gibt es noch Restkarten.

Zur Einstimmung zeigen wir exklusives Interview-Material mit den Schauspielern vom Dreh im April 2018 (siehe oben).

Zwei weitere Folgen Tatort-Talk gibt’s hier:

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Wie die Besucher der inoffiziellen Kino-Premiere den Bayreuth-Tatort fanden, lesen Sie in unserer bt-Filmkritik Neigschaut.

Tatort-Talk 2: Über Gassen, Brot und Heimathafen

Gleich in zwei Kinosälen zeigt das Cineplex am Freitag um 20 Uhr den Bayreuth-Tatort – zwei Wochen bevor der Film in der ARD ausgestrahlt wird. Für beide Vorführungen gibt es noch Restkarten.

Zur Einstimmung zeigen wir exklusives Interview-Material mit den Schauspielern vom Dreh im April 2018 (siehe oben).

Eine weitere Folge Tatort-Talk gibt’s hier:

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Kino, Cineplex, Alex Bauer, Neigschaut

Der Bayreuth-Tatort

Donnerstag ist Premierentag. Im Cineplex laufen die neuen Filme an. In dieser Woche gab es eine ganz besondere Vorstellung. Drei Wochen vor Erstausstrahlung in der ARD wurde der fünfte Franken-Tatort, der gleichzeitig der erste Bayreuth-Tatort ist, einem ausgewählten Publikum gezeigt. Karten dafür gab es nicht zu kaufen. bt-Filmkritiker Alex Bauer war mit zwei bt-Lesern dort und hat sich den Film für uns angeschaut.

Darum geht’s:

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So hat der Film Patrick Lindthaler gefallen:

 

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So hat der Film Petra Lindthaler gefallen:

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Und bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

„Der mittlerweile schon fünfte Franken-Tatort führt das Team um die beiden Ermittler Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) nun also endlich nach Bayreuth. „Ein Tag wie jeder andere“ heißt die Folge, die am 24. Februar dann im Ersten laufen wird. Für das Drehbuch verantwortlich war Erol Yesilkaya, der mit Regisseur Sebastian Marka schon einen München-Tatort zusammen gedreht hat. Ein eingespieltes Team könnte man also sagen, bei dem man sicher sein kann, dass es passt.

Viel soll über die Handlung nicht verraten werden, nur so viel: Der Rechtsanwalt Peters (Thorsten Merten) erschießt bei einer Verhandlung einen Richter, exakt eine Stunde später tötet er eine Wissenschaftlerin an der Universität – Voss und Ringelhahn machen sich auf die Jagd nach Peters und geraten dabei an ihre eigenen Grenzen, denn klar ist: das Morden wird nicht aufhören und hat System. Was folgt ist ein eineinhalbstündiges Spiel auf Zeit, das wenig Zeit zum Verschnaufen lässt.

Die Geschichte um Rache und Leid wird sehr packend erzählt, Durchhänger gibt es keine. Und: Man hat wirklich keine Ahnung, wie das Ganze ausgeht. Kann man nur loben eigentlich, hat man doch noch den ein oder anderen langweiligen Tatort im Kopf oder das Action-Gemetzel-Desaster von Til Schweiger.

Loben muss man auch die komplette Schauspielerriege: Hinrichs und Manzel ergänzen sich unglaublich gut – man sieht ihnen einfach gerne zu, wie sie harmonieren und auch ab und an aneinandergeraten. Mit Eli Wasserscheid (spielt Wanda Goldwasser), Andreas Leopold Schadt (spielt Sebastian Fleischer) und Matthias Egersdörfer (spielt Michael Schatz) ist natürlich das Franken-Trio auch wieder mit von der Partie, die den fränkischen Dialekt auch dem bundesweiten Publikum in entspannter Art und Weise näher bringt.

Apropos Dialekt und natürlich muss auch etwas über die Drehorte gesagt werden: Bis auf einen extrem fränkelnden Polizeipräsidenten hält sich das rollende R und das „Problem“ mit dem D und T in Grenzen. Schön: Es wirkt nicht aufgesetzt und passt auch irgendwie zur Rolle.

Mit dem Landgericht, der Uni und dem Festspielhaus sind drei Orte zu sehen, die jeder Bayreuther sofort erkennt, sonst gibt es nicht sehr viel zu sehen von der Stadt. Nicht schlimm, man will ja keinen Stadtrundgang.

Insgesamt ist der fünfte Franken-Tatort wohl der beste der Reihe – da schwingt kein Lokalpatriotismus mit – es ist einfach das Zusammenspiel von Geschichte und hervorragender Besetzung, das „Ein Tag wie jeder andere“ so sehenswert macht.“

5 von 5 Sterne