Troglauer Buam spielen im Bayreuther Autokino: Zwei Weltpremieren und das Leben während Corona

Ein Konzert im Autokino in Bayreuth. Am kommenden Mittwoch (10. Juni 2020) spielen dort die Troglauer Buam. Was dort geboten ist, erklärt Thomas Wöhrl im exklusiven bt-Interview.

Nach Absage der Bayreuther Festspiele: Tickets doch nicht für nächstes Jahr gültig

Die Bayreuther Festspiele mussten wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Wer bereits Karten gekauft hat, hat nun drei Möglichkeiten zur Auswahl, was damit passieren kann. 

Bayreuther Barockfestspiele mit 390.000 Euro gefördert – auch andere Projekte unterstützt

„Mit einem Zuschuss in Höhe von 390.000 Euro werden die Barock-Festspiele Bayreuth mit Zuwendungen aus dem Kulturfonds Bayern 2020 gefördert“, freut sich die Gudrun Brendel-Fischer.

Coronavirus: Kultur vor dem Fenster – ein Lieferservice für Künstler und Bands aus Franken

Es gibt in Franken wieder Live-Auftritte von Künstlern. Die Internetplattform „Kultur vor dem Fenster“ macht’s möglich. Alle Infos dazu gibt’s hier!

Streit um Franz-Liszt-Museum in Bayreuth: „Warum sollten wir Museen restaurieren, in die eh keiner rein geht?“

Das Franz-Liszt-Museum ist stark sanierungsbedürftig. Im Kulturausschuss wollte Kulturreferent Benedikt Stegmayer eigentlich nur einen kurzen Zwischenstand des Sanierungsprojekts mitteilen.

Das führte jedoch zu heftigen Diskussionen. Helmut Zartner (DU) meinte dazu: „Warum sollten wir Museen restaurieren, in die eh keiner rein geht? Da könnte man mal was für die Bürger tun und lieber eine öffentliche Toilette reinbauen.“

Keine konkreten Pläne für die Sanierung des Franz-Liszt-Museums

Das Franz-Liszt-Museum sei sehr sanierungsbedürftig, erklärt Bayreuths Kulturreferent. Wann das Hochbauamt die Kapazitäten haben wird, um die Sanierung durchzuführen, stehe aber noch nicht fest. „Stand heute könnten wir in diesem Jahr noch die Förderanträge stellen und dann die Maßnahme ab 2021 beginnen“, sagt Stegmayer. Außerdem müsse noch diskutiert werden, was mit dem Obergeschoss des Gebäudes passieren solle. Denn bis vor wenigen Monaten war der Wohnraum vermietet.

Daher gäbe es zwei Optionen. Bei der ersten werde das Obergeschoss als Museum mit genutzt, bei der zweiten hingegen nicht. Eines stehe jedoch schon jetzt fest: „Eine der Förderungen fällt auf jeden Fall weg, wenn das Obergeschoss nicht museal genutzt wird“, sagt Stegmayer. Der Kulturreferent könne sich vorstellen, dass die oberen Räumlichkeiten für Kulturpädagogische Zwecke genutzt werden können. Bei einer nicht musealen Nutzung würden der Stadt Einnahmen ins Haus stehen, wie hoch diese sein würden, wisse momentan aber niemand.

„Wir stochern im Nebel“

Deswegen stellte sich für einige Anwesende die Frage, warum das Franz-Liszt-Museum überhaupt besprochen werde. Vor allem wenn der Beschluss der Sanierung bereits vor drei Jahren gefasst wurde und die Sanierung selbst keinesfalls vor 2021 beginnen könnte? „Der Tagesordnungspunkt hätte heißen sollen „Franz-Liszt-Museum – Wir stochern im Nebel“, kritisiert Thomas Hacker (FDP).

Er versteht nicht, warum das Franz-Liszt Museum anderen Museen vorgezogen würde. „Alle Museen sollten angeschaut werden“, befand er. Zudem müsse das Chamberlain Haus viel dringender saniert werden. Außerdem fände er es wichtig, dass sich damit beschäftigt werde, was mit den Museen gemacht werden solle. „Der Zwischenstand tut mir fast schon weh“, resümiert er.

Toilette statt Museum

Helmut Zartner kritisierte, dass Franz Liszt eher Burgenland und Österreich sei, als Bayreuth. „Warum kümmern wir uns überhaupt um das Haus?“, fragt er den Kulturreferenten und die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Da sei zufällig mal einer drin gestorben, der sonst nichts mit Bayreuth zu tun hätte. Er fragt sich zudem, warum so eine Totenkultur betrieben werde und nichts für die Lebenden getan werde. Deswegen warf er in den Raum, dass eine öffentliche Toilette für die Bürger eher sinnvoll wäre, als Museen, in die sowieso keiner reinginge. Benedikt Stegmayer wollte diese Anregung mit aufnehmen.

Im Kreisausschuss Bayreuth sorgte die niedrige Umlage und ein Fehlbetrag in Höhe von 3,2 Millionen für Streit.

 

So sieht es in der Türmerwohnung in Bayreuth aus

Über den Dächern Bayreuths haben wir die alte Türmerwohnung der Stadtkirche Bayreuth besucht. Dabei hat Turmführerin Silvia Schultes uns einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht.

In der Ludwigstraße in Bayreuth wurde schon ein Kinofilm gedreht.

In welchen Filmen Bayreuth zu sehen ist

In diesen Filmen ist die Stadt Bayreuth zu sehen: vom Kino bis zum Sonntagabend-Klassiker.

„Uns nimmt keiner ernst“: Schreibmaschinenmuseum muss umziehen

Das Deutsche Schreibmaschinenmuseum muss umziehen. Auf dem jetzigen Gelände plant die Stadt Bayreuth den Neubau des Stadtarchivs. Doch die Suche nach neuen Räumlichkeiten gestaltet sich schwierig.

1.400 Exemplare mit großer Geschichte

Bereits in den 30er-Jahren gründete sich der Verein Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung e.V. in Bayreuth und war in der Kanalstraße ansäßig. In den 80er-Jahren zog das Deutsche Schreibmaschinenmuseum dann in die Bernecker Straße in St. Georgen um, wo es bis heute zu finden ist.

Auf dem Anwesen des ehemaligen Leer’schen Waisenhauses findet man aktuell das Schreibmaschinenmuseum. Foto: Susanne Monz

Über 1.400 Exemplare gibt es dort zu bestaunen. Von klassischen Schreibmaschinen bis hin zu einem asiatischen Modell oder einer besonderen Schreibmaschine für Musiker, die Noten abdruckt. Das älteste Ausstellungsstück stammt von 1876.

Unsere Sammlung ist einzigartig. Das ist ein Kulturgut, was erhalten bleiben muss.

(Jörg Heimler, Geschäftsführer Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung e.V.)

Einzigartiges Kulturgut

In den 90er-Jahren übernahm die Stadt Bayreuth das Deutsche Schreibmaschinenmuseum mitsamt der Bibliothek als Dauerleihgabe vom Verein. „Das Museum ist einzigartig in Deutschland. Das wusste auch die Stadt damals zu schätzen und sorgte deshalb vertraglich dafür, dass es in Bayreuth bleiben sollte“, verrät Jörg Heimler, Geschäftsführer des Vereins im Gespräch mit dem bt.

Über 1.400 Schreibmaschinen sind im Besitz des Deutschen Schreibmaschinenmuseums. Foto: Susanne Monz

Neues Stadtarchiv für Bayreuth

Jetzt soll das Schreibmaschinenmuseum aber zugunsten des Stadtarchivs weichen. Da das Gebäude des Stadtarchivs baufällig ist wurde nach neuen Grundstücken gesucht und man wurde auf das Schreibmaschinenmuseum aufmerksam. 2017 kamen dann die Verantwortlichen der Stadt erstmals mit der Nachricht auf den Verein zu, dass auf dem Grundstück in der Bernecker Straße das neue Stadtarchiv entstehen soll. „Man wird aber für uns sorgen, hieß es von der Stadt“, so Jörg Heimler.

Gespräche gestalten sich schwierig

Zwei Jahre später ist die Enttäuschung bei den Ehrenamtlichen des Schreibmaschinenmuseums groß. Denn Gespräche fanden seit 2017 keine mehr statt. Stattdessen habe man immer wieder auf Seite des Museums versucht an die Stadt heranzutreten und den aktuellen Stand zu erfragen.

2019 gab es ein Angebot für Räume in der Schlossgalerie. Allerdings hätten wir da nur ein paar Vitrinen aufbauen können. Das wäre kein Museum.

(Jörg Heimler, Geschäftsführer Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung e.V.)

Man habe das Gefühl, das sich das Verhältnis zwischen Stadt und Verein seit den 90ern extrem verändert habe. „Uns nimmt keiner mehr Ernst“, ist sich Jörg Heimler sicher. Das Grundstück sei groß genug, um beide Einrichtungen unterzubringen. Doch darauf sei die Stadt nicht eingegangen, berichtet Heimler weiter.

„Suchen schnellstmöglich nach einer Lösung“

Benedikt Stegmayer, Kulturreferent der Stadt Bayreuth, lenkt ein: Man bedaure es, dass die Gespräche hinsichtlich eines Umzugs vergleichsweise spät stattgefunden haben. Trotzdem arbeite man mit Hochdruck an passenden Lösungen, sodass schnellstmöglich eine Einigung entstehen könne.

Wohin mit dem Schreibmaschinenmuseum? Noch gibt es keine Einigung zwischen Stadt und Museum. Foto: Susanne Monz

Natürlich ist es schade, dass man in der Vergangenheit keine Lösung finden konnte. Aber ich hoffe, wir schaffen das jetzt zeitnah.

(Benedikt Stegmayer, Kulturreferent Bayreuth)

Laut Angaben des Schreibmaschinenmuseums soll im Januar 2020 soll es ein Angebot seitens der Stadt erfolgen. Wie genau das aussieht, ist noch nicht bekannt.

„Dem Schöpfer am nähesten“: Mit Halil Tasdelen in der Bayreuther Moschee

Der Bayreuther Stadtrat Halil Tasdelen ist Muslim. Neben seinem Beruf bei einem Bauunternehmen, seiner politischen Karriere und seiner Familie geht er jeden Tag seinem Glauben nach. Das ist auch in Bayreuth möglich. Denn obwohl es wahrscheinlich die wenigsten wissen, besitzt Bayreuth drei Moscheen. Auch wenn diese den Einwohnern und Besuchern der Stadt nicht so ins Auge fallen, wie die christlichen Kirchen, gehören sie für einige Bayreuther zum täglichen Leben, so auch für Stadtrat Tasdelen.

Einen Einblick in die Bayreuther Moschee im islamischen Kulturzentrum in Videoform gibt’s über dem Text.

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Für uns hat Halil Tasdelen die Türen zum Islamischen Kulturzentrum Bayreuth geöffnet. In einem unscheinbaren Gebäude in der Friedrich-Puchta-Straße kommen hier Moslems zum Beten zusammen.

Die Gebete finden fünf Mal am Tag statt. Jeder Gläubige muss daher auch fünf Mal am Tag beten. Allerdings ist es keine Pflicht, dies auch in der Moschee zu tun. Während sich unter der Woche, aufgrund von Arbeit, teilweise nur sieben bis zehn Leute zu den Gebetszeiten im Kulturzentrum einfinden, sind die Räume am Wochenende voll. Insbesondere am Freitag ist sehr viel los: Für die Muslime ist der Tag der wichtigste Wochentag, der „Tag des Versammelns“.

„Mohammed sagt, ‚Wenn du nachts satt zu Bett gehst und dein Nachbar hungert, so gehörst du nicht zu mir‘.“
(Halil Tasdelen zitiert den Koran)

Im Rahmen der Serie „bt öffnet Türen“ war Redakteur Frederik Eichstädt auch im Hochbehälter Hohe Warte. Dort sieht es aus wie in einem James Bond Film.

Kulturreferent: Benedikt Stegmayer kommt zum 1. Mai

Seit Januar 2018 ist die Stelle des Referenten für Kultur und Tourismus in Bayreuth verwaist. Jetzt steht fest: Das Warten auf den Nachfolger des bis heute letzten Kulturreferenten Fabian Kern hat bald ein Ende. Die Stadt Bayreuth erwartet den erst 37 Jahre alte Benedikt Stegmayer am 1. Mai in Bayreuth. Wegen des Feiertags wird sein erster Tag im Rathaus der 2. Mai sein.

Der Stadtrat hat Stegmayer am 30. Januar zum Kulturreferenten gewählt. Zuvor wurde bereits Tobias Knoblich gewählt, der den Job dann wegen eines Angebotes aus Erfurt ausschlug.

Stegmayer studierte unter anderem in Cambridge und Paris Philosophie, Literatur, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach arbeitete er von 2008 bis 2011 als Geschäftsführender Gesellschafter des Verlags für zeitgenössische Kunst und Theorie, ehe er von 2011 bis 2015 als Beauftragter für Bildende Kunst zur Stadt Mannheim wechselte. Seit 2015 leitet Stegmayer das Kulturamt der Stadt Esslingen am Neckar.

„Benedikt M. Stegmayer hat den Stadtrat aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und Berufserfahrung überzeugt. Es ist ein gutes Signal, dass die Position des Kultur- und Tourismusreferenten nun wieder qualifiziert besetzt werden kann.“ (Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe)

Das Datum wurde im Zuge der Haushaltsberatungen des Stadtrats am Montag bekannt. Auch die Stadt Esslingen bestätigt auf Nachfrage, dass sich die Esslinger Verwaltungsspitze und Benedikt Stegmayer auf einen Austritt zum 30. April geeinigt haben. Somit steht einem Arbeitsbeginn in Bayreuth ab Mai nichts mehr im Wege.

Eine Geschichte darüber, was das Internet über Bayreuths neuen Kulturreferenten verrät, finden Sie hier.