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Finanzen

Riester-Rente: Diese Vor- und Nachteile sollten Sie kennen

Die Riester-Rente ist eine private Altersvorsorge, die der Staat mit jährlichen Zuschüssen und mit Steuervorteilen fördert.

Aber wann wird sie zum sinnvollen Baustein, um die Rentenlücke zu schließen und wann nicht? Lesen Sie mehr über die Vor- und Nachteile der staatlichen Förderung.

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Wie funktioniert die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 als eine Kombination aus privater Altersvorsorge und staatlichen Zulagen eingeführt. Damals war das Rentenniveau von 70 % auf 67 % gesunken, sprich eine durchschnittliche gesetzliche Rente entsprach nur noch 67 Prozent des Durchschnittslohns. Inzwischen liegt diese Relation bei ca. 48 %. Bis zum Jahr 2034 wird es auf 46 % zurückgehen, meldete Zeit Online.

Die Riester-Rente kann als Baustein dienen, um die klaffende Lücke zwischen Gehalt und Rente durch eine private Vorsorge zu schließen. Damit Sie die staatlichen Zulagen in vollem Umfang erhalten, müssen Sie 4 % Ihres Bruttojahreseinkommens in ihren Riester-Vertrag einzahlen (mindestens 60 Euro, maximal 2.100 Euro im Jahr). Dabei wird die Förderung, die Sie erhalten, mit eingerechnet.

Als Versicherter erhalten Sie eine jährliche Grundzulage und Zulage für jedes kindergeldberechtigte Kind. Je nach Fall ergeben sich zusätzliche Steuervorteile. Zum Rentenbeginn können Sie sich 30 % ihrer Ersparnisse auf einmal auszahlen lassen, die Rentenauszahlungen gelten bis zu Ihrem Lebensende.

Mögliche Vorteile der Riester-Rente

Hohe Förderquote: Je nach Familienstand, Kinderzahl und Einkommen liegt die sogenannte Förderquote, also die Beteiligung des Staates an der Riester-Rente, zwischen 25 und 90 %. Vor allem für junge Menschen kann sich ein Riester-Vertrag lohnen. Die Finanzexperten von tecis rechnen dazu vor: „Verdient beispielsweise eine junge Person mit einem Kind 30.000 Euro im Jahr, würde sie bei einer Einzahlung von 725 Euro in die Riester-Rente aktuell 475 Euro Zulagen vom Staat erhalten und sich damit eine Förderquote von über 65 % im Jahr sichern.“

Stabil und lebenslang: Ab dem Rentenbeginn steht Ihnen ein Rentenbetrag zu, der nicht sinken darf. Die Rente wird bis an Ihr Lebensende ausgezahlt.

Beitragsgarantie: Sie bekommen garantiert mindestens Ihre eingezahlten Sparbeträge ausgezahlt.
Ausgeschlossen von Pfändung und Insolvenz: Haben Sie als Versicherter regelmäßig Zulagen beantragt, ist das Riester-Kapital bei Pfändung oder Insolvenz geschützt.

Freibetrag: Beziehen Sie im Alter Sozialleistungen, gilt seit 2018 ein Freibetrag: Er beläuft sich auf mindestens 100 Euro und wird bei der Berechnung der Grundsicherung nicht angerechnet.

Riester-Rente: Das sind einige der möglichen Nachteile

Zu hohe Kosten: Die Kosten des Vertrages werden je nach Anbieter auf die ersten Jahre gleichmäßig verteilt. Sie entstehen durch Gebühren für Abschluss, Vertrieb und Verwaltung. Wählen Sie den falschen Anbieter bzw. Tarif, können die Kosten die staatlichen Zulagen übersteigen. Hier sollten Sie die Angebote gut vergleichen. Tipp: Achten Sie dringend auf die jeweiligen Klauseln zu den Kosten. Zahlreiche Verträge enthalten rechtswidrige Klauseln, wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg festgestellt hat.

Nur begrenzt vererbbar: Verstirbt der Sparer vor Rentenbeginn, kann das komplette Guthaben nur auf einen Riester-Vertrag des Ehepartners oder eines kindergeldberechtigten Kindes übertragen werden. Je nach Versicherer müssen alle anderen Erben die Zulagen und Steuervergünstigungen zurückzahlen.

Steuerpflichtige Rente: Die ausgezahlte Rente muss – wenn auch zu einem altersbedingt geringeren Steuersatz – voll versteuert werden.

Abhängigkeit von Lebenserwartung: Wenn Sie als Riester-Sparer nicht das angenommene hohe Alter erreichen, erhalten Sie am Ende eine im Verhältnis zu Ihrem angesparten Geld zu niedrige Rente.

Intransparenz und teure Kündigung: Die Vertragsbedingungen von Anbietern sind häufig kaum zu durchschauen. Setzen Sie auf Experten wie von tecis, um den richtigen Tarif zu finden. Bei einer Kündigung müssen Sie als Versicherter sämtliche Zulagen und Steuererleichterungen sowie in einigen Fällen auch die Gebühren des Versicherers zurückzahlen. Oft besser: Stellen Sie den Vertrag beitragsfrei, anstatt zu kündigen.