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Schule und Kindergarten

„Das wunderbarste Geschenk“: Wie Levin-Semino in Bayreuth richtig sprechen und spielen lernte

„Mein Freund spricht wenig, aber wir verstehen uns trotzdem super“, sagt Levin-Semino. Er selbst hat an der Schulvorbereitenden Einrichtung des Heilpädagogischen Zentrums Bayreuth richtig sprechen gelernt und sich anderen Kindern geöffnet. 

An der Schulvorbereitenden Einrichtung des Heilpädagogischen Zentrums Bayreuth können Kinder im Kindergartenalter besonders gefördert werden. Levin-Semino blühte hier richtig auf.

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SVE Bayreuth: Wie ein Kind in Bayreuth richtig sprechen und spielen lernte

Levin-Semino konnte kaum sprechen und wollte nicht mit anderen Kindern spielen“ beschreibt Natascha Hausler, wie es ihrem Sohn noch vor über einem Jahr ging. Damals besuchte Levin-Semino einen Regelkindergarten im Landkreis Bayreuth. „Er ging zu Kindern und teils zu Erzieherinnen auf Distanz, wollte selten jemanden in seiner Nähe haben und war oft traurig“, erzählt die Mutter weiter. Deshalb suchte sie nach einer anderen Lösung.

Der 6-jährige Levin-Semino war stets in seiner eigenen Welt, konnte nicht in Interaktion mit anderen treten. Er sprach selten und wenn, kaum verständlich und nur wenige Worte. Es fiel ihm schwer, sich auf neue Situationen einzulassen. Er verweigerte sich. Ihm fehlten dadurch Entwicklungsfortschritte in den Bereichen Sprechen und Sprachverständnis, im sozial-emotionalen Verhalten und auch in der Wahrnehmung sowie im Denken und Lernen.

Folglich misslang ihm zunehmend die Bewältigung des Regelkindergartenalltags und die Eltern suchten einen Platz, an dem ihr Kind mehr individuelle Zuwendung und Förderung erhält, als das im Regelkindergarten möglich war. Gefunden haben sie ihn in der Schulvorbereitenden Einrichtung des Heilpädagogischen Zentrums Bayreuth in der Villa der alten Spinnerei Bayreuth. Dort ist die kurz SVE genannte Einrichtung der Hilfe für das behinderte Kind Bayreuth untergerbacht.

Kinder werden in kleinen Gruppen auf die 1. Klasse vorbereitet

In der SVE sind je acht Kinder in einer Gruppe, betreut von jeweils zwei Fachkräften. In einem Regelkindergarten sind es dreimal so viele Kinder. Für die individuellen Bedürfnisse von Levin-Semino und den weiteren Kindern in seiner Gruppe haben die Pädagogen der SVE so deutlich mehr Zeit. Ein klar strukturierter Tagesablauf ist für alle Kinder wichtig. Dieser ist geprägt durch Bilder und Rituale, die Orientierung bieten und Sicherheit geben.

Neben einer Pflegekraft ist je eine heilpädagogische Förderlehrerin in jeder der drei SVE-Gruppen, die mit den Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 7 Jahren, spielerisch in den verschiedenen Entwicklungsbereichen (Sprache, Kommunikation, Wahrnehmung, Bewegung, Denken und Lernen, Feinmotorik, Selbständigkeit, sozial-emotionales Verhalten, etc.) gefördert und in der Vorschule auf den Übertritt in die 1. Klasse vorbereitet werden.

„Mein Freund spricht wenig, aber wir verstehen und trotzdem super“

Levin-Semino wird morgens mit dem Bus zu Hause abgeholt und in die SVE gefahren und am Nachmittag nach Hause gebracht. „Wir dürfen ihn auch selbst bringen, aber Levin-Semino fährt gerne mit dem Bus“, erzählt Natascha Hausler. Im Anschluss haben die Kinder erst einmal Freispielzeit, Levin-Semino verbringt sie meistens mit seinem besten Freund. „Mein Freund spricht wenig, aber wir verstehen uns trotzdem super“, sagt der Junge. Er kann nur wenige Worte, meist benutzt er Symbol- oder Bildkarten, um sich zu verständigen oder setzt Mimik und Gesten ein. „Wir verstehen uns!“, sagt Levin-Semino.

Später findet spielendes Lernen mit der Förderlehrerin statt. So sucht Levin-Semino auf einer Schatzkarte mit dem Finger den Weg durch das Labyrinth und zeichnet ihn nach. Den Schatz gefunden, sortiert er die Edelsteine nach Farben, zählt diese und vergleicht Mengen. Insgesamt werden derzeit in der SVE des HPZ 22 Kinder gemäß ihrer individuellen Voraussetzungen kindgerecht gefördert und gefordert. Den ganzen Tag über findet die spielerische Förderung, die alle Sinne der Kinder anspricht, statt: die Kinder basteln, musizieren, erhalten Bewegungsangebote in der Turnhalle oder gehen raus in den großen Garten zum Spielen und vieles mehr.

Therapeutische Angebote für Kinder je nach Bedarf

Zudem gibt es über den Tag verteilt zusätzliche therapeutische Angebote einzeln oder in Gruppen: Levin-Semino besucht regelmäßig die Logopädie und Ergotherapie, um seine Sprachentwicklung und Wahrnehmung zu fördern. Darüber hinaus erhalten die Kinder je nach Bedarf Physiotherapie, Heilpädagogik, Unterstützung durch den psychologischen Fachdienst bzw. die Frühförderung im Bereich Sehen und Hören.

Levin-Semino hat während der Zeit in der SVE schon sehr viel gelernt: Er ist selbstständiger, viel selbstsicherer, und sagt, was er möchte. Darüber freute sich seine Mutter ganz besonders: „Als Levin-Semino das erste Mal zu Hause von sich aus sagte, was er denkt und möchte, war das für mich das wunderbarste Geschenk,“ so Frau Hausler. Sie ist glücklich über Levin-Seminos Entwicklung und dass er in SVE Bayreuth bestens aufgehoben ist. Sie kann die schulvorbereitende Einrichtung allen Eltern empfehlen, die nach einer geeigneten Förderung für ihr Kind suchen, das ein anderes Förderangebot als im Regelkindergarten für seine Entwicklung braucht.

Anmeldung beim Heilpädagogischen Zentrum Bayreuth

Die Anmeldungen für das neue Schuljahr haben begonnen. Alle Eltern und Familien, die Interesse haben können sich die Einrichtung jederzeit anschauen. Einfach unter der Telefonnummer 0921-74748110 anrufen oder eine Email schicken an hpz-foerderschule@hbk-bayreuth.de und einen Termin vereinbaren.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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