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Fürth bricht Bundesliga-Rekorde – nur leider die falschen

Als die Spielvereinigung im letzten Jahr den Aufstieg in die erste Bundesliga schaffte, war die Aufregung groß. Auch die Bayreuther freuten sich, gab es doch endlich einmal wieder ein Spitzenteam in der Region. Es war aber auch allen Beteiligten klar, dass es schwierig wird, in der Spitzenklasse des deutschen Fußballs zu bestehen. Wie schwierig es dann letzten Endes werden sollte, hat aber vermutlich niemand vorausgeahnt. Denn die Fürther sind aktuell nicht nur Tabellenschlusslicht. Sie haben es sogar geschafft, gleich mehrere Negativrekorde aufzustellen. 

Große Hoffnungen 

Dabei hatte in der letzten Saison alles so gut ausgesehen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde, die Greuther Fürth auf dem fünften Tabellenplatz beendete, startete die Mannschaft nach der Winterpause durch. Schon am 33. Spieltag stand fest, dass die Spielvereinigung es in die Relegation schaffen würde. Am letzten Spieltag stellte sie mit einem 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf sogar den direkten Aufstieg sicher. Mit nur zwei Niederlagen waren die Fürther die beste Mannschaft der Rückrunde, weshalb das Team auch optimistisch in die neue Erstligasaison blickte. Spieler und Fans hofften, dieses Mal ein besseres Ergebnis zu erzielen als beim letzten Ausflug in die erste Liga. Zuletzt hatte die Spielvereinigung in der Saison 2012/13 ganz oben mitgespielt, stand aber schon am 31. Spieltag wieder als Absteiger fest. Und auch dieses Mal kam bald das bittere Erwachen. 

Eine schwierige Saison 

Ein Blick auf die Quoten für Bundesliga Wetten zur Halbzeit der Saison verrät mehr als tausend Worte über das Abschneiden der Fürther. Die Buchmacher räumten der Mannschaft eine Chance von 1:250 auf den Einzug in die Relegation ein. Schlechter geht es kaum. Und tatsächlich senkt die Spielvereinigung gleich in mehreren Disziplinen die Messlatte. Den schlechtesten Bundesliga-Saisonstart aller Zeiten können die Fürther nun ebenso für sich verbuchen wie die längste Niederlagenserie. Grund hierfür ist nicht nur das hohe Niveau der übrigen Erstligisten. Fürth muss zudem den Weggang mehrerer Leistungsträger vor Saisonbeginn verkraften. Unter anderem verließen David Raum, Anton Stach und Paul Jaeckel den Verein. Zudem wird die Spielvereinigung vom Verletzungspech geplagt. Gleich drei Innenverteidiger haben sich schwer verletzt, sodass die Mannschaft im Strafraum schlecht aufgestellt ist. 

Wie geht es weiter? 

Die Fürther dürfen sich also schon jetzt darauf einstellen, im nächsten Jahr wieder in der zweiten Liga zu spielen. Fast ein Jahrhundert nachdem die Mannschaft zum letzten Mal den deutschen Meistertitel holte, hat sie den Anschluss an die Spitzenklasse verloren. Doch immerhin hat sie in der Zweitliga ein festes Zuhause gefunden. Die düsteren Zeiten der Achtzigerjahre, als die Spielvereinigung sogar kurzzeitig in die Landesliga abstürzte, sind in weiter Ferne. In der 2. Bundesliga belegt Fürth immer wieder die vorderen Plätze und führt seit 2017 die ewige Tabelle an, ihr Vorsprung beträgt dort mittlerweile mehr als 100 Punkte. Auch wenn der sofortige Abstieg eine Enttäuschung ist, dürfte sich die Mannschaft in der nächsten Saison deutlich wohler fühlen. Ob Dabeisein wirklich alles ist, wenn man eine Niederlage nach der anderen einstecken muss, darf bezweifelt werden. Und so ist den Fürthern zu wünschen, dass sie im Herbst wieder das tun, was im Fußball alle wollen: Gewinnen.