Tiere

Vernachlässigt und verletzt: Polizei beschlagnahmt Hund Kacy und bringt ihn ins Tierheim Bayreuth

Die Polizei brachte Kacy 2018 ins Tierheim Bayreuth. Er war vernachlässigt, verletzt und ängstlich. Jetzt ist er soweit, dass er in ein neues Zuhause umziehen kann.

Im Tierheim Bayreuth leben Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel und Mäuse. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie möchten zu jemandem, der ihnen ein liebevolles Zuhause gibt. Auch zwei flauschige Kaninchen warten aktuell auf einen neuen Besitzer. 

Von Polizei beschlagnahmt

Kacy ist ein Hund und hatte es wirklich nicht leicht. Als der Rüde am 20. April 2018 ins Tierheim Bayreuth kam, war er zwar in einem guten Ernährungszustand, aber in einem schlechten Pflegezustand. „Er wurde als Beschlagnahmung der Polizei zu uns gebracht“, erzählt Karin Stanzel, Vorsitzende des Tierheims Bayreuth. Sein früherer Besitzer ist öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten und sitzt nun im Gefängnis.

Tierheim Bayreuth macht Kacy fit

Mittlerweile geht es Kacy wieder gut.“Zahnstein ist gemacht worden, zwei Zähne sind gezogen und zwei Gerstenkörner sind entfernt worden“, zählt Stanzel auf. „Die Bindehautentzündung wurde behandelt. Er ist eigentlich ganz fit.“ Allerdings ist er nicht mehr der Jüngste. Sein Geburtsjahr wird auf 2008 geschätzt, er ist also 12 Jahre alt. „Das einzig Auffällige an ihm ist eine Allergie auf Gräser und Kräuter. Das belastet ihn aber nicht“, sagt sie.

Kacys großes Manko

Wenn er mit seinen Gassigehern unterwegs ist, fällt nicht auf, dass er es nicht leicht hatte. „Er ist munter und tigert draußen rum.“ So lieb und süß Kacy auch ist, hat er doch – wie jeder – seine Fehler. „Mit der Erziehung hat er es nicht so“, sagt Stanzel. „Er hat in seinem Leben einfach zu wenig kennengelernt.“ Der Gehorsam ist eine Baustelle, an der noch viel gearbeitet werden muss. Deswegen sollten seine künftigen Besitzer viel Geduld mitbringen. Stanzel empfiehlt auch einen Besuch in der Hundeschule.

Vernachlässigt, verängstigt und verletzt

Kein Wunder, wurde er doch von seinem ehemaligen Besitzer vernachlässigt. „Sein Fell war fettig und glanzlos, er hatte offene, entzündete Ekzeme am Körper und an einigen Stellen hat das Fell gefehlt“, erzählt die Vorsitzende. Das ist mittlerweile behoben. Als er so verletzt und verängstigt ins Tierheim kam, verhielt er sich auch anders. „Wenn er die Gelegenheit gehabt hätte, hätte er uns gebissen“, erzählt Stanzel. Inzwischen würde er das jedoch nicht mehr tun.

Kacy wartet im Tierheim Bayreuth

„Wenn er in ein ruhiges Umfeld kommt und ein Zuhause hat, wo er endlich mal ankommt, fährt er wahrscheinlich automatisch runter“, vermutet Stanzel. „Das haben wir schon bei ganz vielen Hunden erlebt.“ Kacy versteht sich prinzipiell mit jedem gut. Allerdings sollten bei seinen künftigen Besitzer keine kleinen Kinder leben. „Kinder ab zwölf Jahren sind in Ordnung, weil sie einen sicheren Stand haben.“

Verträglichkeit mit anderen Hunden

Mit anderen Hunden versteht sich der Rüde eigentlich gut. „Man muss vorher testen, ob er den anderen auch riechen kann“, sagt Stanzel. Beim Gassigehen ist es wichtig, ihn an der kurzen Leine zu halten, weil er viel zieht und zerrt. „Und er springt auch gerne andere an.“ Genau deswegen sollten Kinder auch einen festeren Stand haben. „Das ist nicht böse von ihm gemeint, er ist einfach überschwänglich und unkontrolliert.“ Kacy ist wie ein Welpe. Ein zwölf Jahre alter Welpe.

Wichtige Information zur Abholung

Wer sich für ein Tier aus dem Tierheim Bayreuth interessiert, kann derzeit nicht einfach so vorbeikommen. Durch das Coronavirus gelten seit ein paar Monate andere Regeln. So ist es wichtig, vorher einen Termin zu vereinbaren. Termine können unter folgender Telefonnummer ausgemacht werden: 0921/62634.

Bayreuther Tagblatt - Katharina Adler

 bt-Redakteurin Online/Multimedia
Katharina Adler