Uni Bayreuth: Studenten entwickeln eigene Geschäftsideen 

In der Lehrveranstaltung Entrepreneurial Thinking & Business Design entwickeln Studierende ihre eigenen Geschäftsideen. Am Freitag, 10. Juli 2020 werden diese in einem Abschlusspitch vorgestellt. 

Universität Bayreuth erzielt hervorragende Ergebnisse im internationalen Vergleich

In internationalen Rankings hat die Universität Bayreuth sehr gute Ergebnisse erzielt. Besonders für internationale Studenten sind diese Rankings ausschlaggebend.

Freigelände des Ökologisch-Botanischen Gartens Bayreuth erwartet die Besucher mit Artenvielfalt und mediterranem Flair

Das Freigelände des Ökologisch-Botanischen Gartens ist weiterhin geöffnet und erwartet die Besucher mit mediterranen Pflanzen und einer großen Artenvielfalt. 

Getreidepflanzen im Klimastress: Neuer Forschungsverbund untersucht Voraussetzungen für mehr Ernährungssicherheit

Im Rahmen eines Forschungsverbundes untersucht die Universität Bayreuth Getreidepflanzen und ihre Widerstandsfähigkeit.

Uni Bayreuth mit Siegel „gesunde Belegschaft“ ausgezeichnet

Die Uni Bayreuth ist wieder ausgezeichnet worden. Alle Informationen dazu gibt’s hier im Artikel!

Ökologisch-Botanischer Garten Bayreuth: Neue Stromversorgung und trotzdem Klimaschutz

Was wäre der Ökologisch-Botanische Garten ohne Strom? Seit Jahren gibt es dort eine Notversorgung. Doch jetzt haben die Stadtwerke Bayreuth über zwei Millionen Euro investiert, um aus der Notversorgung eine dauerhafte Stromversorgung zu machen.   

Ökologisch-Botanischer Garten in Bayreuth wird zum Dauerversorger

Auf einer Fläche so groß wie 20 Fußballfelder tummeln sich Wissenschaftler, Studierende und Erholungssuchende. Über 10.000 Pflanzenarten aus aller Welt gedeihen hier. Viele von ihnen wachsen in den insgesamt 6.000 Quadratmeter großen Gewächshäusern, da für sie das oberfränkische Klima zu rau ist. Um die empfindlichen Pflanzen bestmöglich zu schützen, hat der Botanische Garten eine Notversorgung, um die sich die Stadtwerke Bayreuth kümmert: Zwei erdgasbetriebene Motoren – sogenannte Blockheizkraftwerke –, liefern im Notfall Strom und Wärme. „Gelaufen sind die bis auf regelmäßige Tests eigentlich nie“, erklärt Stefan Prziklang, Projektleiter bei den Stadtwerken Bayreuth. „Nachdem die beiden Blockheizkraftwerke in die Jahre gekommen sind, haben wir uns die Frage gestellt, wie es weitergehen soll.“

Wärme wird gespeichert und kann genutzt werden

Zwei neue Blockheizkraftwerke kaufen und am alten Konzept festzuhalten, war keine Option für die Beteiligten, heißt es von den Stadtwerken Bayreuth. „Das wäre für uns wirtschaftlich schwierig und es wäre eine Verschwendung, wenn die Blockheizkraftwerke in der kalten Jahreszeit, wenn die Heizung der Universität auf Hochtouren läuft, nicht auch Strom und Wärme im Normalbetrieb herstellen dürften“, betont Andreas Waibel, Leiter des Bereichs Contracting, Wärme und Erzeugung bei den Stadtwerken Bayreuth. Denn die Motoren arbeiten nach dem effizienten Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.

„Im Prinzip ist ein Blockheizkraftwerk ein großer Automotor. Nur treibt der keine Räder an, sondern einen Stromgenerator“, erklärt Stefan Prziklang. Der große Unterschied zum Automotor: Die Abwärme wird mithilfe von Wärmetauschern aufgefangen und kann genutzt werden. Im Falle der Universität Bayreuth kann sie in deren Nahwärmenetz eingespeist werden, um das sich ebenfalls die Stadtwerke kümmern. „Genau das haben die alten Blockheizkraftwerke nicht getan.“ Prziklang spricht von einem fehlenden Puzzlestück, das aus Bankdrückern endgültig Stammspieler machen sollte.

Über 1.000 Tonnen CO2 werden gespart

„Wir waren von der Idee angetan“, sagt Reinhard Schatke, Leiter der Zentralen Technik der Universität Bayreuth. „Durch das neue Konzept wird die Heizung der Universität insgesamt effizienter, wodurch wir 1.100 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Das ist ein wichtiger Beitrag zu unserer Green-Campus-Initiative, mit der wir uns aktiv für den Schutz unseres Klimas einsetzen. Außerdem ist die Versorgungssicherheit gestiegen. Es gibt jetzt zusätzliche Rückfallebenen, wenn ein Blockheizkraftwerk ausfällt, was uns besonders wichtig ist, denn die Notversorgung des Botanischen Gartens hat bei diesem Projekt oberste Priorität.“ Das sei sichergestellt, verspricht Andreas Waibel von den Stadtwerken. „Zusätzlich zu den beiden 960 Kilowatt starken Blockheizkraftwerken haben wir einen Gasbrenner installiert, der genug Wärme für den Botanischen Garten liefert, sollte ein Blockheizkraftwerk ausfallen.“

Neue Anlage unterstützt Hauptheizung

Ende des vergangenen Jahres kamen die jeweils rund 9 Tonnen schweren Motoren auf dem Gelände der Universität an. Die eigentliche Herausforderung sei aber deren Anbindung an das Nahwärmenetz der Universität gewesen, erklärt Stefan Prziklang. „Eine Leitung lag zwar schon, aber wir mussten unsere Anlage um zusätzliche Pumpen und einen 6 Kubikmeter Wasser fassenden Pufferspeicher ergänzen. Die Regeltechnik dahinter ist relativ komplex, denn unsere neue Anlage unterstützt nun die Hauptheizung – das muss ordentlich aufeinander abgestimmt sein.“ Diese Abstimmung lief in den vergangenen Wochen – seit Kurzem befindet sich die Anlage im Regelbetrieb.

2,3 Millionen Euro für die Modernisierung

Insgesamt 2,3 Millionen Euro haben die Stadtwerke Bayreuth in die Modernisierung der Notversorgung des Botanischen Gartens gesteckt. Und schon heute steht die nächste Investition der Stadtwerke auf dem Campusgelände fest: Gut 5 Millionen Euro werden in die Modernisierung der großen Heizungs- und Kühlungsanlage der Universität fließen. Durch den Einsatz eines neues Blockheizkraftwerkes und einer Wärmepumpe werden die Stadtwerke pro Jahr weitere 5.000 Tonnen CO2 vermeiden. „Uns wird es also mit Sicherheit nicht langweilig, vor allem weil wir in das Zusammenspiel unserer Anlage neben dem Botanischen Garten und der Hauptheizung beziehungsweise Hauptkühlung noch einiges an Hirnschmalz hineinstecken werden“, sagt Andreas Waibel.

KinderUni Bayreuth 2020: Diese Themen stehen zur Auswahl

Das Auswahlverfahren für die KinderUni 2020 hat begonnen. In diesem Jahr haben wieder zehn Professorinnen und Professoren der Universität Bayreuth spannende Vorschläge für Kindervorlesungen aus ihrem Fachgebiet erarbeitet.

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, online die Vorschläge auszuwählen, die sie am interessantesten finden. Die vier Vorlesungen, die die meisten Stimmen erhalten, werden dann bei der KinderUni 2020 ab 24. Juni präsentiert.

Das ist die KinderUni Bayreuth

Die KinderUni ist eine Veranstaltung der Universität in Kooperation mit der Stadt Bayreuth. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 2. bis 6. Jahrgangsstufe aus Bayreuth und Umgebung. Die Vorlesungen finden im Audimax der Universität Bayreuth statt und dauern 45 Minuten. Der Eintritt zur KinderUni ist frei. Erwachsene müssen jedoch draußen bleiben! Um ihre Wartezeit auf die Sprösslinge zu verkürzen, bietet die Universität wie in jedem Jahr ein attraktives Begleitprogramm an.

Diese Themen stehen zur Auswahl:

  • Reich an Öl, aber trotzdem bitterarm (Ethnologie Afrikas):

    Erdöl ist ein Rohstoff, der für fast alle Bereiche unseres Lebens von wichtiger Bedeutung ist. Aber da Öl unter der Erde zu finden ist, bekommen wir es fast nie zu sehen. Trotzdem ist unsere gesamte Umwelt davon geprägt. Und uns geht es gut damit. An manchen Orten der Erde ist das Erdöl dagegen sehr sichtbar. Allerdings geht es vielen Menschen dort, wo das Erdöl produziert wird, gar nicht gut. Sie sind bitterarm. Und das, obwohl mit Erdöl sehr viel Geld zu verdienen ist! Woran liegt das? In diesem Vortrag werden verschiedene Lebenswelten vorgestellt.

  • Überall erreichbar – wie funktioniert das? (Kommunikationselektronik):

    Mit dem Handy kann man fast überall auf der Welt telefonieren und das ohne Kabel. Wie funktioniert das Telefonieren mit einem Handy? Warum gibt es Funklöcher? Und was ist ein Mobilfunknetz? Mit spannenden Experimenten wollen wir Fragen rund um das Telefonieren mit dem Handy erklären.

  • Superkräfte und Energie (Experimentalphysik):

    Warum fällt ein Ei auf den Boden, wenn wir es loslassen? Wie heiß ist ein Blitz und warum donnert es? Warum steckt in winzigen Atomen ganz viel Energie? Warum ist es gut, wenn Autos bei einem Unfall kaputt gehen? Und wieso brauchen wir erneuerbare Energie? Experimente und Erklärungen zum Thema Kraft und Energie. Physik zum Zuschauen, Zuhören und Mitmachen.

  • Profi in meinem Lieblingssport – wie schaffe ich das? (Sportwissenschaft):

    Wer kickt wie Toni Kroos? Wer spielt Tischtennis wie Timo Boll? Wie finden Kinder die für sie am besten geeignete Sportart? Kleine Sporttalente werden frühzeitig ausgewählt und gefördert. Um sportliche Talente zu finden, beginnt schon in der Grundschule die Suche nach jungen Sportlern, deren Begabung förderungswürdig ist. Spielerisch werden die Kinder an verschiedene Leistungssportarten herangeführt, um anhand von motorischen Tests die passende Sportart herauszufinden.

  • Tanzende Fürstenkinder, Buben in Frauenrollen: Kinder spielen Theater (Theaterwissenschaft):

    Viele von Euch waren schon bei Aufführungen, bei denen Erwachsene für Kinder Theater spielen. Früher war das häufig umgekehrt: Kinder spielten Theater für Erwachsene, zum Beispiel bei Festen am Kaiserhof oder in Bretterbuden auf dem Jahrmarkt. Wie hat dieses Theater ausgesehen, und was mussten die Kinder können?

  • Was ist Europa? (Zivilrecht):

    Europa ist in aller Munde. Häufig ist damit die EU gemeint: die Europäische Union. Aber was ist die EU eigentlich und wer gehört (noch) dazu? Wozu ist die EU da und woher kommt der Euro? Darüber und wie Euch die EU im Alltag begegnet, möchte ich mit Euch sprechen. Musik gibt es auch: Europa hat eine Hymne!

  • Vorsicht – elektrische Fische (Tierphysiologie):

    In vielen Zoos kann man stark elektrische Fische wie den Zitteraal bestaunen, der mit seinen gewaltigen Entladungen Beutetiere lähmen oder sogar töten kann. Darüber hinaus gibt es aber viele weitere elektrische Fische, die mit spektakulären Leistungen aufwarten können. Wir werden einige dieser Fische kennenlernen, mit ihnen experimentieren und versuchen zu verstehen, wozu die Fische Ströme produzieren und wie sie das anstellen. Ihr werdet auch sehen, dass viele spannende Fragen offen sind und es für junge Forscher viel zu entdecken gibt!

  • Kannst du von rechts nach links schreiben? Probiere es mal aus! (Arabistik):

    Arabisch ist die fünftgrößte Sprache der Welt und wird in mehr als 20 Ländern gesprochen, sowohl in großen Städten als auch in vielen kleinen Dörfern und Wüsten-Oasen. Ist die arabische Sprache überall gleich und verstehen sich alle Araber untereinander? Wie schreibt und liest man Arabisch? Wusstest du, dass es von rechts nach links geschrieben wird? In unserem Vortrag werden wir mehr über die arabische Schrift und Sprache erfahren.

  • Taschengeld im Überfluss? Schön wärs, aber … (Entwicklungsökonomik):

    Im Paradies ist alles im Überfluss vorhanden. Auf Erden ist das nicht ganz so: Die Ferien sind viel zu kurz und das Taschengeld reicht hinten und vorne nicht aus, um sich nur die wenigen Träume zu erfüllen. Aber wir können dem Paradiese etwas näher kommen, indem wir tauschen. Durch Wettbewerb können wir am Ende sogar alle gewinnen.

  • Geheimnisvolle Mathematik – in Kunstwerken versteckt (Mathematik und ihre Didaktik)

    Mit Mathematik kann man schöne Kunstwerke gestalten. Umgekehrt kann man in Bildern von Künstlern Mathematik entdecken. Wir machen uns auf zu mathematischen Entdeckungsreisen durch Kunstwerke. Ihr seht, was das „Haus des Nikolaus“ mit Wegen für Müllautos zu tun hat. Ihr erlebt, wie die Vermehrung von Kaninchen mit Sonnenblumen zusammenhängt, und ihr erforscht eine Reihe von Geheimnissen aus der Welt der Zahlen und der Geometrie.

Die Abstimmung läuft noch bis einschließlich Donnerstag, 23. April 2020.

Elefant Racing: Neuer Businessplan und neues Design

Das studentische Rennteam „Elefant Racing“ hat sein nächstes Rennauto am Start. Am Donnerstag (13.Februar 2020) wird das neue Design des FR20 vorgestellt. Das ist ein elektrisch betriebener Rennwagen, der für Bayreuth in der Formula Student antritt. Außerdem gibt es noch einen neuen Businessplan.

Professioneller in die neue Rennsaison

In dem neuen Rennwagen für die Saison 2020 stecken unzählige Arbeitsstunden des Formula Student Electric Teams der Uni Bayreuth. Doch es gibt nicht nur ein neues Design, sondern auch eine neue Kooperation: Elefant Racing und „Entrepreneurship & Innovation“ arbeiten künftig zusammen. Damit können die Studenten professioneller in die neue Rennsaison starten.

Neue Geschäftsidee

Das Elefant Racing Team setzt sich aus 40 Studenten und Studentinnen unterschiedlicher Studiengänge zusammen. Diese beschäftigen sich überwiegend mit der Konstruktion, Entwicklung und Fertigung des aktuellen Rennautos. Auch Sponsoring, Marketing und die Finanzierung des Projekts gehören zu ihren Aufgaben. Denn um bei der Formula Student antreten zu dürfen, muss bei den Rennveranstaltungen auch ein Businessplan präsentiert werden. Die Geschäftsidee ist, das Auto in eine Kleinserie zu bringen.

Das notwendige Rüstzeug dafür erhält Elefant Racing durch die Angebote der „GründerUni“ Bayreuth. Die Stabsstelle „Entrepreneurship und Innovation“ hat viele Formate entwickelt, um Existenzgründungen stärker zu unterstützen und den Wissensaustausch zu fördern. Damit die Teammitglieder einen neuen Businessplan entwickeln können, werden sie im Sommersemester 2020 an dem Seminar „Entrepreneural Thinking und Business Design“ teilnehmen.

 

Demo zur Klimaschutzkonferenz in Bayreuth: „Aufhören zu labern und anfangen zu handeln“

Während in der Uni Bayreuth am Donnerstag (12.2.2020) die Klimaschutzkonferenz der Metropolregion Nürnberg stattgefunden hat, haben vor der Uni über 200 Menschen für den Klimaschutz demonstriert. Die Demonstranten waren sich dabei einig: man müsse nun aufhören zu reden und endlich anfangen zu handeln.

Demo zum Klimaschutz am Donnerstag in Bayreuth

Am Donnerstag (12.2.2020) hat an der Uni Bayreuth die Klimaschutzkonferenz der Metropolregion Nürnberg stattgefunden. Parallel dazu demonstrierten vor der Uni etwa 200 Menschen für den Klimaschutz. Dadurch wollten sie die Konferenz unterstützen, wie die Veranstalter sagten. Die Demonstranten waren vom Luitpoldplatz über die Opernstraße, über den Hohenzollernring zum Campus der Uni Bayreuth gezogen.

Die Demonstranten am Marktplatz. Foto: Radentscheid Bayreuth

Bayreuth: „Wir schauen euch auf die Finger“

Einer der Organisatoren der Demonstration sagt: „Wir demonstrieren nicht dagegen. Es geht eigentlich nur darum, dem ganzen Aufmerksamkeit zu geben“, sagt der Student. Es sei ihnen wichtig, das Signal zu senden: „Hey, wir schauen euch auf die Finger“.

An und für sich sei die Demonstration eine unterstützende Botschaft. Die Reaktionen auf die Veranstaltung sei jedoch nicht durchweg positiv, sondern eher durchwachsen gewesen. „Der Wille ist da, aber ich habe das Gefühl, dass noch nicht alles verstanden wurde.“ Als Beispiel gibt der Organisator an, dass die allermeisten Gäste der Klimaschutzkonferenz mit Autos angereist sind. Das wäre auch anders gegangen, meint der Student: Vor allem wenn die meisten aus dem gleichen Eck kommen würden.

Die Demonstranten schrieben ihre Forderungen mit Straßenkreide vor das RW Gebäude der Uni Bayreuth. Foto: Katharina Adler

Keine Nachhaltigkeit bei der Konferenz in Bayreuth

Zudem hätten die Veranstalter auch zu wenig Rücksicht auf Nachhaltigkeit genommen. Es seien verschiedene Prospekte und Hefte an die Menschen ausgeteilt worden. Zudem hätte es zum Kaffee keine regionale Milch gegeben. Vegane oder vegetarische Alternativen sollen ebenso gefehlt haben.

„Ich hatte das Gefühl, dass der Wille und das Verständnis, dass Veränderung regional passieren muss, da ist. Trotzdem war das alles nichts Konkretes“, sagt der Organisator der Demo. Man würde sich nicht auf konkrete Ziele einigen, sondern spreche nur davon, dass die bisherigen Ziele verfehlt wurden und aufgeholt werden müssten.

Die Demonstranten fanden deutliche Worte und Visualisierungen für ihre Meinung. Foto: Katharina Adler

Klimakonferenz in Bayreuth: Die Ziele reichen nicht

Demian Rothammel studiert ebenfalls an der Uni Bayreuth und hat die Demonstration ebenfalls organisiert. Grundsätzlich finden die Demonstranten die Klimaschutzkonferenz der Metropolregion Nürnberg gut, erwarten aber mehr. „Es muss noch mehr gemacht werden. Die grundsätzlichen Ziele sind ok, aber reichen bei Weitem nicht aus“, sagt Rothammel.

„Man muss aufhören zu labern und anfangen zu handeln.“ Es sei eine Demo, die Rückenwind für die Konferenz gebe und das ganze unterstützen und vorantreiben solle, ergänzen die Demonstranten Silas Schmedt und Marit Scharrmann.

 

Arktis-Reise: So bereitet sich ein Forscher der Uni Bayreuth vor

Christoph Thomas ist Professor für Mikrometeorologie an der Uni Bayreuth. Im Februar 2020 wird er mit zwei Kollegen aus Bayreuth und drei weiteren Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes nach Ny-Ålesund reisen – auf die Insel Spitzbergen in die Arktis. Wie er sich auf seine dritte Polarexpedition vorbereitet, erzählt Christoph Thomas im Video.

Fjord bei Spitzbergen. Foto: privat

Projekt „Nytefox“: Was untersucht wird

Das Projekt „Nytefox“ in der Arktis auf 80 Grad nördlicher Breitet startet im Februar 2020. Im Ort Ny-Ålesund, der ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke genutzt wird, hat das Alfred-Wegener-Institut eine Forschungsstation. Innerhalb von sechs Wochen untersuchen Forscher Prozesse, die dem Klimawandel zugrunde liegen, wie das Abschmelzen des Eises und den Aufbau der Schneemassen mit der sogenannten Glasfaser-Hobeltechnik. „Auf einer Strecke von 15 Kilometern haben wir alle 12,5 Zentimeter einen Messpunkt. So bekommen wir ein einmaliges Prozessverständnis.“, sagt Professor Thomas. Gemessen wird die Temperatur im Boden, im Wasser und Eis sowie die Windrichtung, in die sich die Luftmassen bewegen.

Drei Wochen in Kälte und Dunkelheit

Professor Christoph Thomas, der aktuell an der Uni Bayreuth lehrt, wird selbst für drei Wochen dort sein. „In der Polarnacht erwarten uns dort Temperaturen von bis zu minus 25° Celsius“, erklärt der 45-Jährige. Hell wird es gar nicht. Erst am 1. März geht dort wieder die Sonne auf, erklärt er. Dann steigen auch die Temperaturen wieder. Bereits 2018 war Professor Thomas schon einmal in der Arktis, 2012 auch in der Antarktis. Angst hat er allerdings keine.

Christoph Thomas. Foto: Redaktion

Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Reise und habe Respekt vor der gewaltigen und auch gewalttätigen Landschaft. Ich freue mich auf die geruchlose unberührte Landschaft, die Einsamkeit und die Stille.

(Christoph Thomas, Forscher)

Geräte verpacken und ärztlicher Check-Up

Solch eine Reise benötigt Vorlauf in der Vorbereitung. „Die wissenschaftlichen Geräte haben wir bereits im Oktober auf 16 Paletten verpackt und nach Bremerhafen geschickt. Von dort aus werden sie dann in die Arktis gesendet. Der Vorlauf ist nötig, weil der Zoll die Ladung genau kontrolliert“, erklärt Christoph Thomas. Auch bei der Wiedereinfuhr nach dem Projekt im April müsse alles haargenau wie bei der Einreise verpackt sein.

Alle Forscher, die nach Ny-Ålesund reisen werden außerdem auf polare Tauglichkeit getestet. „Ich bin noch nie zuvor so sorgfältig untersucht worden“, sagt er und lacht. Neben Herz- und Kreislauf-System, werden auch die Augen oder die Zähne durchgecheckt und registriert. Das hat einen wichtigen Grund:

Stürzt man im Eis ab, könnte man anhand des Gebisses auch Jahre später noch identifiziert werden.

(Christoph Thomas, Forscher)

Die Forschungssiedlung in Ny-Ålesund. Foto: privat

Eine Unterhose reicht

An sonstigem Gepäck brauche man lediglich seine Unterhose. „Das Alfred-Wegener-Institut stellt Kleidung zur Verfügung, wenn man möchte. Man muss nur vorher seine Maße abmessen und angeben“, sagt er. Auch kulinarisch sei er optimal versorgt. Drei Mal pro Tag kommen alle Nationen von Forschern zusammen und man isst gemeinsam in der Mensa. „Das ist gut, um beim Forschen das Gefühl für Raum und Zeit nicht völlig zu verlieren. Es ist wichtig, Zeit in Gesellschaft zu verbringen“, sagt Christop Thomas.

Am Samstag und Sonntag gibt es auf der Station sogar einen Dresscode: Es ist Pflicht ein Hemd beim Dinner zu tragen. In der Bar gibt es auch Bier oder Wein. Allerdings bekommt jeder nur eine gewisse Menge, die auf einer Karte bei der Ausgabe abgezwackt wird.

(Christoph Thomas, Forscher)

Handy verboten

Ein Auserwählter muss täglich in Kontakt mit dem Festland bleiben, um sicher zu stellen, dass es dem Team gut geht, sagt er. Die Nacht verbringt man geschützt in einer Holzhütte. In ganz Ny-Ålesund gilt allerdings Funkstille, um die Messgeräte nicht zu stören. Handys oder Geräte mit Bluetooth sind deswegen verboten, erklärt Professor Thomas. Doch via Internet im Büro kann man Kontakt zu seinen Liebsten halten.  „Ich blogge auf der Reise täglich“, so der 45-Jährige.

Ny-Ålesund auf Spitzbergen. Foto: privat

3.100 Kilometer nördlich von Bayreuth

Die Reise geht relativ schnell, so Christoph Thomas. Er wird an einem Sonntagabend gegen 21:40 Uhr in Frankfurt mit dem Flugzeug starten. Von dort aus geht es über Oslo und Tromsø in Norwegen zur Bergbaustadt  Longyearbyen auf die Insel Spitzbergen. Und dann weiter zur Forschungsstation Ny-Ålesund. „Gegen 16 Uhr am Montag bin ich schon dort, also nicht einmal 24 Stunden unterwegs. Es sind etwa 3.100 Kilometer Luftlinie in nördliche Richtung von Bayreuth zur Station“, erklärt er.