Uni Bayreuth: Forscher entwickeln extrem belastbare Faser gleich Spinnenseide

Die Eigenschaften, die ein internationales Forscherteam entdeckt hat, sollen bei Kunstfasern bisher einzigartig sein, wie die Uni Bayreuth mitteilt. Sie haben eine extrem leichte und zugleich starke Faser entwickelt, die echter Spinnenseide gleicht.

Elektrospinnen einer multifibrillaren Polyacrylnitrilfaser. Foto: Universität Bayreuth / Jürgen Rennecke.

Extrem belastbar

Die Faser sei sehr zäh und zugfest: „Eine einzelne Faser ist so dünn wie ein menschliches Haar, wiegt weniger als eine Fruchtfliege und ist dennoch sehr stark: Sie kann ein Gewicht von 30 Gramm heben, ohne zu reißen“, sagt Andreas Greiner von der Universität Bayreuth, der Leiter der Studie, die im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht worden ist. Tragen könne sie somit circa das 150.000-fache ihres eigenen Gewichts. Außerdem seien sogenannte Polymerfasern in der Herstellung – anders als echte Spinnenseide – relativ günstig.

Prof. Dr. Andreas Greiner. Foto: Universität Bayreuth

Unser Grundmaterial ist ein Allerweltskunststoff und in großen Mengen verfügbar. Die Verarbeitungsmethode und das Additiv machen den Trick aus.

(Prof. Andreas Greiner, Uni Bayreuth)

Die Faser eigne sich für technische Bauteile, die hohen Belastungen ausgesetzt sind: Zum Beispiel im Automobilbau oder in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Aber auch für Textilien oder in der Medizin könne man sie einsetzen. Entstanden ist die Faser aus dem Grundstoff Polyacrylnitril. Ihm wurde eine Art chemischer Klebstoff beigefügt, damit sich die Fasern längs verknüpfen konnten. An der Studie beteiligt waren Forscher aus Deutschland, China und der Schweiz.

Mafia-Film von der Uni Bayreuth: „Der einsame Held“ verblüfft

Vier Studentinnen der Uni Bayreuth haben sich in den vergangenen Monaten an ein besonderes Projekt gewagt: Bei ihrer Praxisarbeit haben sie einen schwarz-weiß Film im Mafia-Stil gedreht. Worum es in „Der einsame Held“ geht und welche Schwierigkeiten es im Verlauf des Projektes zu überwinden gab, erzählt Studentin Carla Sticker im Video.

Die erste Idee zum Film „Der einsame Held“ in einer Skizze visualisiert. Foto: Carla Sticker

Uni Bayreuth: Ein gnadenlos cooler Ermitter

„Wir wollten einen Streifen drehen mit einem verruchten, eiskalten Ermittler. Im 50er Jahre Mafia-Stil, ganz in Schwarz-Weiß“, sagt Carla Sticker. Angefangen hat alles mit einer Zeichnung. „Wir haben uns gefragt, was die Leute gerne schauen und wollten etwas Fiktives drehen“, ergänzt sie. Als der Professor das Konzept absegnete, ging es los: Das Drehbuch entwickelte Thea Binter. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ermittler Ed – gnadenlos cool und Kettenraucher. Seine Aufgabe ist es, die kompliziertesten Fälle zu lösen. Doch die Story überrascht mit einer spontanen Wendung, verrät Carla Sticker.

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Kleidung aus Großmutters Zeiten

Jennifer Weiß organisierte die Kostüme. „Einige davon stammen von den Dachböden verschiedener Großeltern und Großtanten“, sagt Carla Sticker. Der Film dauert in der finalen Fassung sieben Minuten – allerdings stecken ganze zwölf Monate Arbeit dahinter. „Vor allem in das Konzept haben wir viele Stunden Arbeit gesteckt“, erklärt sie.

Foto: Carla Sticker

„Es war auch gar nicht so einfach, gute Schauspieler zu finden“, erklärt Carla Sticker. „Wenn wir direkt bei Theatergruppen angefragt hatten, wollten viele eine hohe Vergütung für ihr Können – das war für uns als Studentenprojekt natürlich nicht möglich“, sagt sie.

Szenen aus Bischberg und Bayreuth

Vor der Kamera standen hauptsächlich Laienschauspieler der Uni Bayreuth. „Abgedreht haben wir alles innerhalb von einer Woche in Bayreuth und Bischberg“, erklärt sie. Wir waren zum Beispiel in einer Bar und bei Comixart im Rotmaincenter.

Wer wissen möchte, wie der Film ausgeht, kann ihn schon bald im Schaufenster des Studienganges sehen. 

Die Studenten haben unter anderem im Bayreuther ComixArt gedreht. Foto: Carla Sticker

 

She who invites: Bayreuther Studenten entwickeln Horror-Game für den PC

Horror in Bayreuth! Bei der Mediennacht im Reichshof am Samstag stellen vier Bayreuther Studenten ihr eigenes Grusel-PC-Spiel vor. „Seit April arbeiten die vier am Game „She who invites“. Einen ersten Einblick ins Spiel gibt’s im Video über dem Text.

Im vergangenen Jahr haben Studenten der Uni Bayreuth außerdem das App-Game „reblob“ entwickelt. 

Vom Gegner gejagt

„Bei ‚She who invites‘ haben wir besonderen Wert darauf gelegt, dass es einen realistischen Look hat“, erklärt Entwicklerin Rose-Leonie Lachner. Keine leichte Aufgabe. Das Spiel ist für den PC via Unreal Engine 4 realisiert worden. Es gehe darum, aus einer Situation zu entkommen: „Der Gegner macht Jagd auf einen in der Unterwelt“, ergänzt die Studentin. Man könne Schleichen oder auch Klettern. Oft müsse man auch Rätsel lösen.

Szene aus dem Spiel „She who invites“. Foto: She who invites / Uni Bayreuth

Was nach der Mediennacht passiert

Die Macher des Spiels sind Ulrich Christian Merckens, Nika Andrzejewska, Rose-Leonie Lachner und Sebastian Kühn aus dem Studiengang Medienwissenschaft und Medienpraxis. „She who invites“ entstand im Rahmen ihrer Abschlussarbeit. Im April startete das Projekt. Seitdem treffen sich die vier einmal pro Woche. Auch nach der Mediennacht wird noch weiter daran gefeilt, wie Nika Andrzejewska sagt. „Jeder hat sich in allen Bereichen der Entstehung mit eingebracht. Bei so einem umfangreichen Projekt geht das nicht anders“, erklärt sie.

Ein Game zu entwickeln ist ein schwieriger und kreativer Prozess. Man hat eigentlich jeden Tag ein Problem zu bewältigen, das einem vorher so noch nie begegnet ist. „She who invites“ ist unser erstes größeres Projekt, über einen Game-Jam hinaus.

(Rose-Leonie Lachner, Studentin Medienwissenschaften & Medienpraxis)

Mediennacht im Reichshof am Wochenende

Bei der Mediennacht sind am Samstag, den 16. November ab 13 Uhr zwölf Games im Reichshof ausgestellt, darunter zum Beispiel Adventure-Games, 2D- und 3D-Plattformer oder VR-Games. Dazu kommen verschiedene Audio-Produktionen, die über QR-Codes abrufbar sind, wie Isabella Bigus, die Pressebeauftragte der Mediennacht, erklärt. Ab 19 Uhr beginne dann die Vorführung der elf Filme: Dokumentationen, Mystery, Dramen, Horror und Musikvideos sind dabei. Doch auch während dieser Zeit könne man im Foyer abends weiterhin die Games anspielen.

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Uni Bayreuth: Frisches Gemüse aus dem Gefängnis

Amelie, Lena und Anna haben ihren Stand vor der Cafeteria der Uni Bayreuth aufgebaut. In den Tüten haben die Studentinnen Tomaten, Karotten, Zwiebeln und Salat. Das Gemüse, das sie verkaufen, bauen zwölf Gefangene der JVA St.Georgen in Bayreuth an. Seit 2015 wird es regelmäßig auf dem Campus verkauft. Wieviel man für eine Gemüse-Tüte zahlt, entscheidet jeder Käufer zu einem gewissen Teil selbst. Wie das System funktioniert, erklärt Amelie Reiher im Video.

An der Uni Bayreuth kann man nicht nur frisches Gemüse kaufen. Es werden dort sogar einmal im Monat eigene Biersorten gebraut.

80 Tüten voller Gemüse aus der Region

Insgesamt elf Personen sind Teil der Organisation Campus-Gemüse. Zwei Fahrer bringen die Ware von der JVA zum Campus. Dabei transportieren sie zwischen 50 und 80 der 1,5 Kilo schweren Tüten zur Uni. Fast jeden Mittwochmittag kann man dort verschiedene Gemüsesorten aus der Region kaufen. Was in der Tüte drin ist, wechselt je nach Saison. Doch dabei gilt: schnell sein! Innerhalb von zwanzig Minuten war das Campus-Gemüse in dieser Woche ausverkauft. „Das ist ganz unterschiedlich, wie lange der Verkauf dauert. Aber wer sicher sein möchte, dass er eine Tüte bekommt, kann sich für den jeweils nächsten Verkauf in eine Liste eintragen und vorbestellen“, erklärt Amelie Reiher.

Frisches Gemüse aus der Region. Foto: Campus Gemüse Bayreuth

Die Studentin ist seit einem Jahr Teil des Teams. „Ich wollte schon lange mitmachen. In diesem Semester konnte ich es mir mittwochs zum Glück einrichten“, sagt sie und strahlt. „Ich finde es super, dass ich mein Gemüse so direkt am Campus mitnehmen kann. Das ist wirklich praktisch.“

Freiwillige Spenden

Eine Tüte voller Gemüse kostet drei Euro. Wer vier oder fünf Euro geben möchte, spendet den Rest damit automatisch an die JVA. „So kann die JVA in Neuanschaffungen in allen Bereichen investieren“, sagt Amelie Reiher. Natürlich sei die zusätzliche Spende rein freiwillig.


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„Mir macht es Spaß neben meinem Germanistik- und Ethnologie-Studium auch etwas Praktisches machen zu können“, sagt Lena Fiala. „Der Gedanke daran, sich für etwas Nachhaltiges einzusetzen, gefällt mir. Das Gemüse stammt ja direkt aus der Region“, ergänzt Anna Schöttmer.

JVA-Gemüse aus der Markgrafenallee

Das Gemüse kann man nicht nur auf dem Campus der Uni Bayreuth sondern auch direkt in der JVA-Gärtnerei in der Markgrafenallee 49 erwerben. Geöffnet ist von Montag bis Freitag jeweils ab 7 Uhr. 

Die JVA St. Georgen. Foto: Frederik Eichstädt.

Gärtnern im Gefängnis

In der Bayreuther JVA arbeiten aktuell zwanzig Gefangene in der Gärtnerei, zwölf davon im Gemüseanbau. Das Gemüse wird derzeit in fünf Gewächshäusern, im Freiland oder auf einem Feld nahe der Gärtnerei angebaut. Insgesamt stehen dazu 23.000 Quadratmeter zur Verfügung, wie Oberregierungsrätin Anja Rieder-Kaiser erklärt.

Unsere Produkte stammen aus nachhaltigem Anbau, direkt vom eigenen Feld. Umweltfreundlich und ohne lange Transportwege. Seit dem 1. Juli 2018 befindet sich unsere Gärtnerei in der Umstellphase auf zertifizierten ökologischen Anbau.

(Anja Rieder-Kaiser, Oberregierungsrätin)

Ein Gewinn für Studierende und Gefangene

Die Kooperation zur Uni Bayreuth sei durch ein studentisches Projekt entstanden. An der JVA sei man sofort von der Idee überzeugt gewesen. Dadurch solle zum einen die Arbeit in der Gärtnerei gestärkt werden, zum anderen solle die Gefangenenarbeit positiv behaftet werden, sagt die Oberregierungsrätin. Es sei zudem ein wertvoller Beitrag zur Resozialisierung der Gefangenen, wie sie erklärt. 

Campusbräu: Craftbeer von der Uni Bayreuth

An der Uni Bayreuth wird eigenes Bier gebraut: „Campusbräu“. Einmal im Monat treffen sich dabei die Mitglieder des Vereins Uni-Brau-Technik zum Brautag. Im Moment haben sie vier neue Sorten gebraut. Diese gibt es am Craftbeer-Abend am Freitag im Glashaus zum Probieren. Die Einzelheiten gibt’s im Video über dem Text.

Der Kern des Vereins Uni-Brau-Technik aus Bayreuth: (vorne v.l.): Matthias Völkl und Ben Huang. (hinten v.l.): Thomas Steiner, Moritz Helm, Simon Riedl und Vorstand Wolfgang Korth. Foto: Redaktion

Die Kunst des Brauens

„Wir wollen mit dem Verein die Kunst des Brauens weitergeben und erhalten“, sagt Vorstand Dr. Wolfgang Korth. Mehr als 50 Mitglieder habe der Verein in den vergangenen vier Jahren gewonnen, neue Interessierte seien immer Willkommen. Einmal im Monat wird im Untergeschoss der Uni Bayreuth gebraut. „Jeder darf eigene Ideen zu Rezepten mitbringen. Wir als Doktoranden geben dann Tipps und Hilfestellung bei der Umsetzung“, erklärt Moritz Helm. Und nicht nur Studenten, auch Externe dürften gerne mitbrauen, fügt er hinzu.

Von Mango bis Gurke

„Der Verein bietet viel Fläche, um mit Biersorten und Geschmacksnuancen zu experimentieren“, erklärt Vorstand Wolfgang Korth. Dabei entstehen die wildesten Kreationen: „Wir haben schon Mangobier oder auch Gurkenbier gemacht“, sagt Thomas Steiner. „Von manchen Sorten, wie dem Gurkenbier, kann man nur ein Glas trinken. Denn es ist einfach nicht so süffig.“ Erfrischend sei es im Sommer trotzdem gewesen, so Helm. Das sei bei vielen Craftbeer-Sorten der Fall.

Durch diese Spirale fließt kaltes Wasser um den eingebrauten Sud herunter zu kühlen. Foto: Redaktion

Bockige Minze und Holy Granat für den Craftbeerabend

Für den Craftbeerabend hat der Verein die Sorten „Bockige Minze“, ein Indian Pale Ale „Holy Granat“, das dunkle „Provoak Stout“ und ein „WE-IPA“, das heißt eine Mischung aus Weizen und IPA gebraut. Die Biere werden am Freitag, den 1. November, kostenlos ab 20 Uhr im Glashaus ausgeschenkt. Wer den Verein unterstützen möchte, kann das durch einen Beitrag für die Spendenbox tun.

Das Craftbeer wird in der Uni in Fässern gelagert. Foto: Redaktion

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In diesem Behälter gärt der Sud. Foto: Redaktion

Die Idee dahinter

Uni-Brau-Technik finanziert sich aus Mitgliederbeiträgen und bekommt für die Brauzutaten Unterstützung von den Unternehmen Barth-Haas-Group und Ireks sowie der Becher Bräu, wo die Studenten auch einmal größere Mengen brauen können. Entstanden ist der Verein 2015. Die Idee dahinter: Interessierten zu zeigen, was an den Lehrstühlen Bioprozesstechnik und Chemische Verfahrenstechnik entsteht.

„Beim Bierbrauen sind viele unterschiedliche Prozesse integriert und außerdem hält man danach ein fertiges Produkt in Händen.“, so Vorstand Korth. Damit werde besser vorstellbar, was dort gelehrt wird. Zu verschiedenen Veranstaltungen an der Uni Bayreuth wird dann das eigene Bier unter der Marke „Campusbräu“ aus dem Fass ausgeschenkt.

Gegen Coffee-to-Go: Uni Bayreuth steigt auf Mehrweg um

Die Universität Bayreuth will ökologischer werden, die Umwelt schonen und einen grünen Fußabdruck hinterlassen. Deshalb werden Einwegbecher aus Kaffeeautomaten von der Uni Bayreuth verbannt. Ein neues und an deutschen Unis einzigartiges Mehrwegsystem ist ab, Freitag, den 25. Oktober, auf dem Campus verfügbar.

Weg mit den Einwegbechern

Die Kaffeeautomaten der Firma Dallmayr, die auf dem Campusgelände verteilt stehen, sind nun mit Mehrwegbechern ausgestattet. Die vorherigen Pappbecher wurden aus den Automaten entfernt. Nun gibt es 100-Prozent recyclebar Becher, die aus Bio-Zuckerrohr Basis hergestellt sind.

380.000 Einwegbecher will die Uni damit einsparen. „Ich konnte diese Zahl gar nicht glauben“, sagte der Präsident der Universität Bayreuth, Stefan Leible. UBT-Cup heißen die neuen Mehrwegbecher. An allen Kaffeeautomaten an der Uni und an den Becherausgabeautomaten gibt es die neuen UBT-Cups, die mit einem Strichcode versehen sind.

Denn mittels dieses Codes können die Rücknahmeautomaten erkennen, ob es sich bei dem Einwurf wirklich um einen Becher der Uni Bayreuth handelt. Hier stellte die Uni sieben Automaten für die Rücknahme auf.

Emotionales Projekt an der Uni Bayreuth

Stefan Heuberger von der Alois Dallmayr Automaten-Service GmbH & Co. KG hat bei der Entwicklung der UBT-Cups mitgeholfen: „Ich habe selbst hier an der Uni studiert, weshalb es ein emtotionales Thema ist.“ Das System  dahinter entwickelten Dallmayr und die Uni gemeinsam. Dabei geht es dann auch um das Spülen der Becher.

Ein Mehrwegbecher muss „mindestens 20 Mal benutzt werden“, um ökologischer zu sein, als ein Einwegbecher, sagt Heuberger. Denn Mehrweg sei nicht immer gut und Einweg sei nicht immer schlecht, gibt er zu bedenken.

UBT-Cup: bis zu 300 Spülvorgänge

Josef Trost, Geschäftsführer vom Studentenwerk Oberfranken, war einer der Initiatoren dieses Projekts. Er sagt, dass der UBT-Cup sogar bis zu 300 Spülvorgänge überlebt. Ergo ein Mehrwertbecher, der ökologisch ist. 60.000 Euro kostet der Aufbau dieses Systems. Die Universität Bayreuth übernimmt davon 5.000 Euro, erklärt Trost.

Allerdings spart sich die Uni die Einwegbecher und die Studenten Geld beim Kaffeetrinken, da der Kaffee 1,10 (330ml) oder 0,80 Euro (180 ml) kosten wird. Die Studierenden zahlen dies mit ihrer Studierendenkarte. „Wir können unseren Kaffee dank Herrn Trost nun mit einem besseren Gewissen trinken“, würdigt Präsident Leible den Einsatz von Trost.

eSport Universität Bayreuth

Alle Gamer sind fette Amokläufer – oder?

Horst Seehofer hat es wieder getan. Nach dem Amoklauf von Halle am 9. Oktober hat Seehofer einen der Gründe für die Tat in der Gamingszene gesucht: „Viele von den Tätern oder den potenziellen Tätern kommen aus der Gamerszene“, sagte er in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin. Damit reiht er sich nicht nur in eine Reihe mit Donald Trump, der Videospielen die Schuld an einem Amoklauf gab, sondern erntete harsche Kritik von Experten. Auch die Bayreuther Studenten des eSport UBT-Teams finden solche Klischees „absolut lächerlich“.

Universität Bayreuth: 34 Millionen Gamer in Deutschland

„Es ist eine krasse Verallgemeinerung zu sagen, Gamer sind Amokläufer“, sagt der Teamleiter des Universitätteams eSport UBT, Leon Janßen. Es gibt 34 Millionen Gamer in Deutschland, sagt Janßen. „Das heißt, dass wir 34 Millionen potentielle Amokläufer in Deutschland haben“, fasst er zusammen. Da kann man genauso sagen, „dass alle Amokläufer Brot gegessen haben“.

Leon Janßen eSport Uni Bayreuth

Foto: eSport UBT

Dabei findet der Leiter des Sponsoring des eSport UBT-Teams, Dennis Wagner, dass es „traurig ist, dass man sich als Gamer für sowas rechtfertigen muss“. Dabei hätten schon Studien seit den 90er-Jahren bewiesen, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem Amoklauf und Videospielen gibt.

Leon Janßen sieht zwar den offensichtlichen Zusammenhang zwischen sogenannten Killerspielen und einem Amoklauf. Er sagt allerdings, dass nicht das Töten im Vordergrund des Spiels steht, sondern die Taktik, die in vielen verschiedenen Spielmodi angepasst werden muss.

Medien waren schon immer Sündenbock

Die beiden kennen sich mit solchen Vorurteilen aus, da es auch in Vorlesungen zum Thema gemacht wird. „Früher wurde behauptet, Bücher machen dumm, dann war es das Fernsehen. Vor einigen Jahren gab es Diskussionen zu den Splatter-Filmen“, erläutert Leon Janßen.

Dennis Wagner eSport Uni Bayreuth

Foto: eSport UBT

Janßen will dabei Killerspiele nicht verharmlosen. Auch „in der Community gibt es rechtsextreme Gamer“, weiß er aus Foren. Auch das Frauenbild bei vielen Gamern sei „nicht tragbar“. Dieses Klischee, Videospiele seien hauptsächlich für Männer, können beide Bayreuther Gamer im Allgemeinen bejahen. „In unserem Team sind allerdings einige Frauen“, sagt Dennis Wagner. Es sei zwar noch kein ausgeglichenes Verhältnis, aber beim eSport-Team der Uni „darf jeder kommen, der will – uns ist das egal“, sagt er.

Weitere Klischees von Gamern: Es macht aggressiv

Zocken macht aggressiv? „Kommt darauf an“, sagt Leon Janßen. Es sei nicht das Spiel an sich, dass einen wütend macht, sondern das Spielen selbst. Vergleichbar sei es mit Fußball oder Eishockey: Wenn rumgeschrien wird, Emotionen hochkochen oder Fäuste fliegen – „Keiner würde sagen, dass Fußballspielen aggressiv macht.“

Zocker sind sozial inkompetent

„Gerade durch das Spielen habe ich viele Freunde bekommen, mit denen ich immer wieder Kontakt habe“, erzählt Leon Janßen. Auch durch die Teilnahme beim eSport-Team der Uni hat er dort erste Kontakte geknüpft. Dazu veranstalten sie verschiedene Events, wie am 10. November: Dort gibt es ein Public-Viewing eines League of Legends Turniers in der Uni Bayreuth.

Dick und ungepflegt sehen Zocker aus?

Um dieses Klischee zu widerlegen, muss man sich die beiden Spieler nur anschauen. Keiner wirkt ungepflegt oder gar übergewichtig. „Und bei den professionellen Teams wird darauf geachtet, dass die Spieler einen Ausgleichssport machen“, erklärt Dennis Wagner.

Beide Spieler werden allerdings selten mit solchen Klischees betrachtet. „Das war vielleicht vor zehn Jahren noch so“, sagt Dennis Wagner, „aber diese Standart-Klischees werden von der Gesellschaft nicht mehr getragen“.

Das sagt die Wissenschaft

Unterstützung erhalten die Gamer aus dem Bereich der Wissenschaft. Unabhängige Forschungsergebnisse von Siegbert A. Warwitz von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie der Motivationspsychologin Rita Steckel und Clemens Trudewind von der Ruhr-Universität Bochum haben empirische Untersuchungen zum Gaming angestellt. Das Ergebnis: Ob Kinder und Jugendliche dazu neigen Gewalt anzuwenden, liege weniger an sogenannten Ballerspielen zu, sondern eher der Wertevermittlung und den sozialen Umständen der Kindheit und Jugend.

Zum einem ähnlichen Ergebnis kommen Studien aus den Vereinigten Staaten. Dabei stellte sich heraus, dass die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen über einen Zeitraum von zehn Jahren immer mehr sank, je mehr Computerspiele verkauft wurden.

Pfand Hunters: Bayreuther Studenten sammeln Pfand ein

Nach der Feier war es spät, draußen ist es ungemütlich – manchmal ist man einfach zu faul die vielen Flaschen sofort wegzubringen. Am Freitag, den 25. Oktober, gibt’s Abhilfe für den Pfandberg im Keller: Die Sportökonomie-Absolventen Stefan Schönhuber und Matthias Kollar kommen zum Einsammeln vorbei.

Bayreuth: Anmelden für den Sammel-Freitag

Das Angebot klingt verlockend: Anstatt selbst Kisten und Körbe voller Flaschen zu schleppen, kann man den beiden „Pfand-Hunters“ via facebook eine Nachricht schreiben. Am Freitag, den 25. Oktober, fahren die „Pfand-Hunters“ den ganzen Tag mit ihren beiden Privatautos vorbei, um Dosen, PET- oder Glasflaschen abzuholen.

„Wir nehmen alles mit und freuen uns über jede Flasche“ sagt Stefan Schönhuber. Natürlich müsse man abwägen, ob es sich auch lohnt außerhalb von Bayreuth zu fahren. „Das kommt natürlich immer auf die Menge des Pfands an“, fügt er hinzu. „Vermutlich müssen wir während der Tour mehrmals zum Automaten fahren, weil wir nur Kleinwagen haben“, sagt er und lacht.

Shows in der Bayreuther Oberfrankenhalle

Die Idee dahinter: „Es ist eine von vielen Aktionen, mit der wir zusätzliche Einnahmen für den Examensball am 15. November generieren möchten. So ist es möglich, am Abend besondere Show-Acts zu realisieren“, sagt Matthias Kollar. Nach der Zeugnisvergabe, sei beim Ball ab 20 Uhr in der Oberfrankenhalle ein öffentlicher Teil geplant. Karten gibt’s an der Uni zu kaufen. „Es gilt: First come, first serve“, erklärt er.


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Am Freitag möchten sie deswegen so viele Bayreuther Wohnungen, wie möglich abklappern. „Am besten ist es uns immer zu schreiben, wie viele Flaschen ungefähr geholt werden sollen und wann man Zeit hat. So können wir effektiver planen“, sagt Kollar. Interessierte können sich noch bis Freitag bei den Studenten melden.

Pfand abgeben und sammeln via App

Einem ähnlichen Prinzip folgen auch die Pfandgeben App oder die Pfandweg-App.  Der Vorteil: Als Pfandgeber spart man Zeit und den Weg zum Automaten, die Pfand-Abholer profitieren von den Einnahen und müssen nicht draußen lange öffentliche Mülleimer absuchen.

Neues Studienangebot an der Uni Bayreuth

Die Universität Bayreuth baut ihr Studienangebot im Bereich der Informatik weiter aus. Ab dem Wintersemester 2019/20 können Studenten des Studiengangs „Angewandte Informatik“ das Anwendungsgebiet Wirtschaftsinformatik wählen.

Das Angebot soll auf anspruchsvolle Jobs in den Bereichen Digitalisierung, IT- und Projektmanagement vorbereiten.

Diese Themen treiben in der heutigen Zeit zahlreiche Unternehmen der Region wie in der ganzen Welt um.

(Torsten Eymann, Vizepräsident für Digitalisierung und Innovation)

„Alle Studierenden der Wirtschaftsinformatik in Bayreuth erarbeiten sich die Fähigkeit, ihr Verständnis technischer Methoden und Konzepte mit einer ökonomischen, kundenorientierten Perspektive in Einklang zu bringen. Darüber hinaus bieten die Programme den Studierenden die Möglichkeit, auch forschungsnahe Themen zu bearbeiten und erste wissenschaftliche Schritte zu tun“, erklärt Eymann, der den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik innehat.

Uni Bayreuth: Forscher untersuchen Lebensräume an Küsten

Die Küsten bieten vielen bedrohten Arten einen Lebensraum. Forscher der Uni Bayreuth haben in einer Modellstudie auf den Malediven nachweisen können, welche Folgen die unterschiedliche Nutzung der Küste durch den Menschen hat. Als Fallbeispiel haben die Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Laforsch Einsiedlerkrebse gewählt.

Warum auf den Malediven geforscht wird

Oft werden Küsten vom Menschen zeitgleich auf sehr unterschiedliche Weise bewirtschaftet: Als Siedlungsraum für Einheimische sowie im Tourismus für Hotels – so wird es schwer zu ermitteln, welche Formen der Landnutzung welche ökologischen Formen haben.

Doch die Malediven haben den Vorteil, dass sich die jeweiligen Landnutzungsformen auf verschiedene Inseln verteilen. Allerdings weisen die Inseln nahezu gleiche klimatische und geologische Bedingungen auf. „Deshalb sind die Malediven geradezu ein ideales Modellsystem, um verschiedenartige anthropogene Einflüsse auf die Tierwelt in Küstenregionen zu identifizieren“, sagt Sebastian Steibl M.Sc., Erstautor der jetzt veröffentlichten Studie.

Auf den Malediven-Inseln der einheimischen Bevölkerung wird angespültes Material liegen gelassen. Dadurch kommen die Krebse dort ähnlich häufig vor wie auf komplett unbewohnten Inseln. Foto: Sebastian Steibl.

Drei Inseltypen im Fokus

Die Forscher unterscheiden in der Studie drei Inseltypen: von der einheimischen Bevölkerung besiedelte Inseln ohne Tourismus, ausschließlich touristisch genutzte Inseln und unbewohnte Inseln. An allen drei Inseln beobachteten sie Einsiedlerkrebse.

Diese kleinen Tierchen sind weltweit verbreitete Küstenbewohner mit einer wichtigen ökologischen Funktion: einerseits fressen Einsiedlerkrebse angespültes organisches Material aus dem Meer, andererseits werden sie selbst von größeren landlebenden Räubern gefressen. Deshalb bilden sie ein entscheidendes Bindeglied zwischen Meer und Inland.

(Prof. Christian Laforsch, Universität Bayreuth / Lehrstuhl für Tierökologie)

Saubere Strände kritisch für Lebensraum

An touristisch genutzten Küsten leben weniger Einsiedlerkrebse. Dieser Rückgang der Populationen um 80 bis 85 Prozent ist vor allem dadurch bedingt, dass feine Sandstrände künstlich aufgeschüttet werden und angespültes organisches Material mechanisch entfernt wird. So führt das touristische Ideal „sauberer“ Strände dazu, dass die küstenbewohnenden Tiere ihre Nahrungsgrundlage verlieren und ihr Lebensraum kleiner wird. Viele Küstenabschnitte besiedelter Inseln sind heute außerdem zum Schutz vor Erosion mit Befestigungen aus Beton verbaut, so dass auch hier der natürliche Lebensraum für die Krebse geschrumpft ist.

Auf ungestörten Stränden der Malediven kommen Einsiedlerkrebse in hoher Zahl vor; sie ernähren sich von angespültem Material und stellen so eine wichtige Verbindung zwischen Meer und dem Inland dar. Foto: Sebastian Steibl.

Krebse dienen als Angelköder

An den Küsten dauerhaft besiedelter Inseln weisen die Einsiedlerkrebse eine um zehn bis 20 Prozent kleinere Körpergröße auf. Auf der Suche nach einer Erklärung haben die Forscher beobachtet, dass die Krebstiere von der einheimischen Bevölkerung – wie in vielen anderen Ländern auch – als Angelköder verwendet werden. Dabei werden, so vermuten sie, hauptsächlich die größeren Tiere aufgesammelt, sodass nur noch kleinere zurückbleiben.

Daraus ergibt sich für die weitere Forschung die Notwendigkeit, die ökologischen Folgen menschlicher Landnutzung so differenziert wie möglich aufzuschlüsseln. Nur so lassen sich wirksame Umweltschutzmaßnahmen entwickeln, die spezifisch auf die jeweilige Landnutzungsform zugeschnitten sind.

Dies gilt insbesondere für die Küstenregionen, die am stärksten von der wachsenden Weltbevölkerung betroffen sind, denn 50 bis 75 Prozent der Weltbevölkerung leben heute in direkter Nähe oder unmittelbar an Küsten.

(Prof. Christian Laforsch, Universität Bayreuth / Lehrstuhl für Tierökologie)