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Finanzen

Wann lohnt sich eine Kreditablösung?

Im vergangenen Jahrhundert wurde auf die Kreditaufnahme oft mit Stirnrunzeln reagiert. Entweder man hatte das Geld, sich etwas zu kaufen, oder man sparte die Summe an. Einzig rund um die Immobilien- und eventuell Autofinanzierung war der Kredit ›erlaubt‹. Diese Sichtweise hat sich massiv geändert, denn Kredite gehören längst zum Alltag.

Kredite sind leicht aufzunehmen, mittlerweile günstig, doch gibt es immer einen Grund, länger laufende Darlehen abzulösen. Aber wann lohnt sich die Ablöse wirklich? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

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Kreditablösung: Am Anfang steht immer der Kreditvergleich

Der maßgebliche Grund für eine Kreditablöse ist, dass es bessere und günstigere Angebote gibt. Ein gutes Beispiel sind langjährige Kredite, die noch vor der Niedrigzinspolitik aufgenommen wurden. Das Zinsniveau hat sich markant verändert, sodass die heutigen Kredite deutlich günstiger sind.

Wer eine bestehende Finanzierung umschulden möchte, der sollte sich die Angebote anschauen und vergleichen:

  • Konditionen – wie verhalten sich die Konditionen eines heutigen Kredits zu denen des Altkredits? Sind die Kosten geringer?
  • Angebot einholen – allein nach den Vergleichsangeboten darf jedoch nicht gegangen werden. Da sich die Kreditzinsen nach den finanziellen Gegebenheiten eines Kreditnehmers richten, sollte stets ein Kreditangebot beim Vergleichssieger eingeholt werden.

Die Umschuldung des alten Kredits lohnt sich nur, wenn der neue Kredit deutlich günstiger ist. Zu den Vorteilen sollten jedoch ebenfalls die Kreditkonditionen zählen. Gut ist es, wenn sich der Kreditnehmer in allen Punkten verbessert und kostenfreie Sondertilgungen, eventuell vorzeitige Tilgungen ohne Preisaufschlag, Ratenanpassungsmöglichkeiten und Ratenpausen erhalten.

Kosten der Umschuldung

Vorab: Einzig der eigene Kreditvertrag kann eine genaue Auskunft erteilen.

Die Umschuldung ist mitunter mit eigenen Kosten versehen. Da die Bank auf den Kredit und die Zinsen in den kommenden Jahren verzichtet, ist eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung gängig:

Eine uneingeschränkte Gebühr darf die Bank dennoch nicht verlangen. Das Bürgerliche Gesetzbuch schreibt in §502 BGB vor:

  • Sollzinsen – die Bank darf bezüglich der Zinsen nicht den Betrag überschreiten, den der Darlehensnehmer im Zeitraum der vorzeitigen und vereinbarten Rückzahlung bezahlt hätte.
  • Prozentsatz – die Bank darf ein Prozent des vorzeitig zurückbezahlten Betrags oder aber, sollte der Zeitraum zwischen der vorzeitigen und der vereinbarten Rückzahlung unterhalb eines Jahres liegt, 0,5 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags verlangen.

Eine genaue Aussage lässt sich jedoch nur im eigenen Kreditvertrag oder in Gesprächen mit dem Kreditgeber finden. Es gibt durchaus Banken, die auf eine Entschädigung verzichten oder nur eine geringe Bearbeitungsgebühr ausweisen.

Um einen höheren Kredit abzulösen, müssen also mehrere Faktoren beachtet werden:

  • Vorfälligkeitsentschädigung – sie darf die Einsparung durch Umschuldung nicht aufzehren.
  • Günstiges Angebot – das neue Kreditangebot muss, gerade im Fall der fälligen Entschädigung, so günstig sein, dass die Umschuldung keine Mehrkosten verursacht.

Wann lohnt sich eine Umschuldung?

An und für sich sind Umschuldungen eher bei langjährigen Krediten empfehlenswert. Damit sie sich lohnt, müssen sich die äußeren Konditionen deutlich verändert haben, was beispielsweise bei einem Ratenkredit aus den letzten zwei Jahren nicht der Fall ist. Wer allerdings noch einen alten Kredit von 2010 zurückzahlt, der kann bei einer Umschuldung gute Beträge sparen.

Ein Sonderfall ist der Dispokredit. Wird er ausgiebiger und dauerhaft genutzt, so ist die Ablöse des Dispos immer günstig:

  • Dispokosten – die Zinsen des Dispokredits liegen durchschnittlich bei fast 10 Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Ratenkredite ist weitaus günstiger.
  • Dispogefahren – vom Dispo gehen durchaus Gefahren aus. Die meisten kennen wohl das Problem, das sich das Minus immer vergrößert. Eine Umschuldung sorgt für einen klaren Schnitt, das Gehalt wird wieder im Plusbereich gebucht und die Kosten der Umschuldung sind niedriger.

Aber wie erfolgt die Umschuldung des Dispos durch eine Kreditablöse? Sie ist relativ einfach:

  • Kreditvergleich – der erste Schritt ist wieder der Kreditvergleich. Etliche Vergleichsportale und Kreditgeber bieten als Kreditgrund sogar die Dispoablöse an.
  • Kreditaufnahme – wurde ein günstiger Anbieter gefunden, wird die Kreditanfrage gestellt und der Kredit aufgenommen.
  • Ablöse – sie funktioniert automatisch. Disponutzer müssen sich nicht an Fristen oder Vorgaben halten. Mit dem Geldeingang des aufgenommenen Kredits löst sich der Dispo automatisch ab.

Umschuldungskredite sind wiederum Ratenkredite. Den meisten Menschen fällt es leichter, eine monatliche Rate zu bezahlen, anstatt denselben Betrag monatlich fiktiv wegzulegen, um den Dispo selbst auszulösen. Zumal kann der Umschuldungskredit mit einem kleinen Puffer aufgenommen werden, sodass in der Rückhand noch finanzieller Spielraum ist.

Kredite schnell ablösen?

Umschuldungskredite werden auch als digitale Kredite angeboten. Die Kreditabwechslung wird vollständig über das Internet durchgeführt, sodass die Auszahlung teils binnen 48 Stunden erfolgen kann. Allerdings gilt:

  • Kleinere Summen – Kredite im Bereich bis zu 5.000 Euro sind auf diesem Wege einfach zu erhalten. Höhere Kreditsummen erfordern ausgiebigere Prüfungen, die den Bearbeitungsprozess in die Länge ziehen.
  • Zweiter Kreditnehmer – auch er verlängert die Bearbeitungszeit und wird oft bei reinen Digitalkrediten gar nicht angeboten.
  • Eigenes Mitwirken – Digitalkredite können nur in kürzester Zeit bearbeitet und ausgezahlt werden, wenn alle Seiten sogleich reagieren. Kreditnehmer müssen die geforderten Unterlagen schon beim Antrag hochladen, sie müssen ebenfalls direkt auf Rückfragen oder die Aufforderung zum Video-Ident-Verfahren reagieren. Geschieht dies nicht, verlängert sich natürlich die Zeit bis zur Auszahlung.

Für die Ablöse des Dispos sind Digitalkredite nahezu perfekt. Meist handelt es sich ohnehin um geringere Summen, sodass keine besonderen Nachweise notwendig sind.

Fazit – die Umschuldung kann sich lohnen

Je nach Altkredit und den damals vereinbarten Konditionen bietet die Umschuldung die Chance, die Kostenlast zu senken. Allerdings müssen stets eventuelle Entschädigungen mit eingerechnet werden. Die Vorfälligkeitsentschädigung darf nicht die Ersparnis durch den neuen Kredit aufzehren. Besonders sinnvoll ist die Umschuldung immer bei der Ablöse des Dispo. Die Dispokosten sind hoch, die Zinskosten der Ratenkredite deutlich niedriger. Zudem ist das Konto auf diesem Wege wieder ausgeglichen und die monatlichen Raten des Kredits können schon im Vorfeld so geplant werden, dass sie leicht zu stemmen sind.