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Wertstromanalyse

Was versteht man unter Wertstromanalyse?

Externer Redakteur

Mittels der Wertstromanalyse können Unternehmen ihre Prozesse optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. In diesem Artikel wird die Methode erklärt.

Die Geschwindigkeit und Effizienz, mit der Produkte von der Herstellung bis zum Kunden gelangen, sind von entscheidender Bedeutung für den Erfolg eines Unternehmens in der heutigen wettbewerbsintensiven Wirtschaft.

Besonders in Zeiten knapper Ressourcen und steigender Nachfrage nach nachhaltigen Herstellungsverfahren steigt die Notwendigkeit, jeden Schritt in der Lieferkette zu optimieren. Hier setzt die Wertstromanalyse an – eine Methode, die darauf abzielt, den Prozess von Anfang bis Ende zu visualisieren, zu analysieren und zu verbessern.

Grundlagen der Wertstromanalyse

Die Wertstromanalyse, auch als Value Stream Mapping (VSM) bekannt, hat ihren Ursprung im Lean Management und ist eng mit den Produktionstechniken von Toyota verknüpft, wo sie als integraler Bestandteil des Toyota Production Systems entwickelt wurde.

Cloudbasierte Wertstrom-Software ermöglicht es Unternehmen, sämtliche Aktivitäten, die für die Herstellung eines Produkts oder die Bereitstellung einer Dienstleistung erforderlich sind, zu erfassen und grafisch darzustellen. Ziel ist es, Verschwendungen – also alle nicht wertschöpfenden Aktivitäten – zu identifizieren und zu eliminieren.

Die fünf Grundprinzipien des Lean Managements, auf denen die Wertstromanalyse aufbaut, sind:

  1. Wert aus Sicht des Kunden definieren: Es geht darum, den Kundenbedarf zu verstehen und die Wertschöpfung aus seiner Perspektive zu definieren. 
  2. Den Wertstrom für jeden Produkttyp kartieren: Hierbei werden alle Schritte und Prozesse, die zur Herstellung eines bestimmten Produkts notwendig sind, detailliert aufgezeichnet und analysiert. 
  3. Einen Fluss erzeugen: Ziel ist es, die Produktion kontinuierlich fließen zu lassen, ohne Unterbrechungen oder Engpässe. 
  4. Auf Pull-Prinzip umstellen: Das bedeutet, dass die Produktion auf die tatsächliche Nachfrage ausgerichtet wird und nicht auf Prognosen.
  5. Perfektion anstreben: Durch kontinuierliche Verbesserung sollen Verschwendungen reduziert und die Effizienz gesteigert werden, um eine optimale Produktion zu erreichen.

Implementierung im Unternehmen

Die Implementierung der Wertstromanalyse in einem Unternehmen beginnt typischerweise mit einem multidisziplinären Team, das sowohl mit der praktischen Arbeit vor Ort vertraut ist als auch strategische Entscheidungen treffen kann.

Der Prozess beinhaltet das Sammeln von Daten, die Erstellung der Wertstromkarte und die Analyse der Wertströme.

  • Sammeln von Daten: Detaillierte Informationen über die Prozessschritte, Durchlaufzeiten, Wartezeiten, Transportwege und Lagerbestände sind notwendig, um ein authentisches Bild der aktuellen Abläufe zu erhalten.
  • Wertstromkarte erstellen: In diesem Schritt wird der Ist-Zustand des Wertstroms in einer Karte dargestellt. Diese Visualisierung umfasst sämtliche Material- und Informationsflüsse.
  • Analyse: Anhand der Karte werden Problembereiche sichtbar und Potenziale für Verbesserungen identifiziert.
  • Zukunftsbild: Basierend auf der Analyse wird eine Soll-Wertstromkarte erstellt, die die optimierten Prozesse zeigt.

Folgen für die Unternehmenskultur

Die Einführung einer Wertstromanalyse kann tiefgreifende Auswirkungen auf die Unternehmenskultur haben. Ein solches Vorgehen betont kontinuierliche Verbesserung und stellt Querdenken sowie Teamarbeit in den Mittelpunkt des Tagesgeschäfts.

Mitarbeiter werden ermutigt, Prozesse kritisch zu hinterfragen und Vorschläge zur Optimierung einzubringen. Dies fördert eine Umgebung der ständigen Weiterentwicklung und kann die Arbeitsmoral sowie die Bindung an das Unternehmen stärken.

Herausforderungen bei der Implementierung

Trotz der offensichtlichen Vorteile ist die Umsetzung der Wertstromanalyse nicht frei von Herausforderungen. Widerstände gegenüber Veränderungen, unzureichende Schulung der Mitarbeiter oder das Fehlen einer unterstützenden Managementstruktur können die Effektivität dieser Methode beeinträchtigen.

Außerdem ist die Identifizierung und Quantifizierung von Verschwendungen komplex und kann einer tiefgehenden Analyse bedürfen.

Langfristiges Potenzial

Unternehmen, die die Wertstromanalyse erfolgreich implementieren, können langfristig von einer Steigerung ihrer Effizienz profitieren. Durch die kontinuierliche Anwendung der Methode werden Produktionsprozesse schlanker, es kann eine höhere Produktqualität erreicht und die Kundenzufriedenheit gesteigert werden.

Zudem können Unternehmen flexibler auf Marktveränderungen reagieren, da ineffiziente Abläufe schneller erkannt und angepasst werden können.

Zukunftsperspektiven

Die digitale Transformation und die Möglichkeiten, die die Industrie 4.0 bietet, erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Wertstromanalyse. Digitales Value Stream Mapping kann Echtzeitdaten in die Analyse einbeziehen, was eine noch präzisere Kontrolle und Verbesserung der Wertströme ermöglicht.

Fortschritte in der Datenanalyse und künstlichen Intelligenz werden die Wertstromanalyse weiterhin revolutionieren und zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines jeden modernen Produktionsbetriebs machen.

Fazit

Die Wertstromanalyse ist ein wirkungsvolles Instrument zur Optimierung von Prozessen in Produktion und Dienstleistung. Ihre Anwendung trägt dazu bei, Ineffizienzen zu beseitigen, die Produktivität zu steigern und die Kundenzufriedenheit zu verbessern.

Trotz der Herausforderungen, die mit der Implementierung verbunden sein können, bieten sich für Unternehmen, die bereit sind, diese Methode zu nutzen und in ihre Unternehmenskultur zu integrieren, signifikante Wettbewerbsvorteile.