“Hier stinkt nichts” – Als Meister auf der Mülldeponie Heinersgrund im Einsatz

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Auf der Mülldeponie in Heinersgrund waren wahrscheinlich noch nicht viele Bayreuther. Das liegt daran, dass eher ungewöhnlicher Abfall dorthin verfrachtet wird. Das Bayreuther Tagblatt dem Deponiemeister Oliver Gras bei seiner Arbeit über die Schulter geblickt.

Vor kurzem war bt-Redakteurin Susanne Monz bei einem Einsatz im Rettungshubschrauber dabei.

Vom Chemielaborant zum Deponiemeister

Oliver Gras hat eigentlich Chemielaborant gelernt. Als sein ehemaliger Arbeitgeber Stellen abbaute, musste er sich nach einem neuen Job umschauen. “Ich hab erfahren, dass bei der Stadt Bayreuth eine Stelle als Ver- und Entsorger frei ist”, erzählt der 50-jährige. Heute nennt man diesen Beruf Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Gras hatte Glück. Er bewarb sich und bekam den Job. Einige Jahre arbeitete er dann direkt auf der Deponie. Später zahlte die Stadt Bayreuth ihm die Ausbildung.

“Dann habe ich Lunte gerochen, dass mein Vorgänger nicht mehr lange arbeiten wird. Deswegen habe ich mich nochmal weitergebildet zum Städtereinigungsmeister”, sagt Gras. 1997 bekam er dann tatsächlich die Stelle und ist seitdem Deponiemeister. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, Menschen am Telefon zur Abfallentsorgung zu beraten. Und das sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.

Jährlich über 1000 Tonnen Asbest

“Wir bekommen auf der Deponie etwas über 1000 Tonnen Asbest im Jahr”, sagt Oliver Gras. Das meiste davon sei Asbestzement der in Form von Platten auf den Dächern und Fassaden zu finden sei. Zudem werden Mineralfaserabfälle, kontaminierte Böden und Bauschutt zur Deponie gebracht. Diese Abfälle entstünden oft beim Rückbau von Gebäuden, erklärt Gras.

“Wir haben auch oft Stäube und Schlämme aus Industrie und Handwerk die wir bekommen.” Alle Anlieferungen müssen vorher kontrolliert werden, ob sie auch wirklich auf die Deponie dürfen. Denn ohne Analyse dürfe keine Anlieferung stattfinden, sagt der Deponiemeister. Dieser Müll hat einen großen Vorteil: “Hier stinkt nichts.” Das sei aber bundeseinheitlich so geregelt, denn es dürften keine übel riechenden Abfälle auf Deponien gebracht werden, erklärt Gras.

In diesen Säcken werden Mineralfaserabfälle angeliefert. Foto: Katharina Adler.

Bienenfreundliche Deponie

“Die Deponie hat ca. 12 Hektar”, sagt Oliver Gras. Früher war die Deponie in Heinersgrund eine normale Hausmüllhalde. Als diese dann in eine Wertstoffdeponie umgewandelt wurde, wurde der alte Ablageplatz abgedichtet und die neugeschaffene Fläche wiederverwendet.

Dabei sei die alte Deponie sei so abgedichtet worden, dass nichts ins Grundwasser gelangen können. Sieben Hektar davon seien inzwischen begrünt worden. Außerdem sollen noch bienenfreundliche Pflanzen angesät werden.

Dieser Teil der Deponie in Heinersgrund ist schon begrünt. Jetzt müssen noch die bienenfreundlichen Pflanzen angesät werden. Foto: Katharina Adler.

Umweltgefährdendes Deponiegas wird abgesaugt

Daneben gibt es eine Entgasungsanlage. Mit dieser werden 26 Kubikmeter Deponiegas stündlich abgesaugt. “Und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche”, sagt Gras. Nur für Wartungsarbeiten würde die Anlage für ein paar Stunden abgestellt. Aber in der Zeit könne nichts passieren.

Hier wird das Deponiegas mit Sauerstoff gemischt und anschließend verbrannt. Foto: Katharina Adler.

Ein Blick hinter die Kulissen