Bambägga im Radio: “Rap ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen!”

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„Wie sich deutscher Hip Hop zu einem gesellschaftlichen Thema entwickelt hat, ist schon beeindruckend“, meint Jonas Ochs. Der muss es wissen, denn er selbst ist Rapper. Als Teil der Gruppe Bambägga packt der aus der Domstadt stammende Ochs seit 2005 in dieser Formation seine Reime auf den Takt. 

Franken-Rap im Radio

Am 11. Oktober erscheint das neue Album der Band, „Brot und Spiele“. Die Veröffentlichung wird mit einer großen Party in den Bamberger Haas Sälen gefeiert. Tendenz: Es könnte voll werden. Denn seit Wochen rühren die Hip Hopper ordentlich die Werbetrommel für ihre neue Platte.

Dabei laufen einige der Songs auch im Radio. Während die eher fränkisch angehauchten Nummern auf regionalen Sendern wie Radio Plassenburg oder Galaxy rotieren, hat es das Lied „Vater sein“ sogar bis ins Programm von Bayern 3 und dem Hessischen Rundfunk geschafft. 

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Hip Hop ist omnipräsent

Für Jonas und seine Kollegen sei das natürlich schon ein cooles Gefühl zu merken, dass immer mehr Leute Interesse an der eigenen Musik haben, wie der Rapper erklärt. Insbesondere auch, da Bambägga unglaublich viel Zeit, Geld und Leidenschaft in ihre Projekte stecken. Der Erfolg sei aber trotzdem nicht alles. 

Ich messe Erfolg und persönliches Glück nicht in Klickzahlen. Ich habe einfach Bock, dass unsere Musik die Leute erreicht. 

(Jonas Ochs über den Erfolg von Bambägga)

Und das sei heute einfacher als früher, erklärt der Rapper. Die Musik sei inzwischen omnipräsent geworden. Richtig überrascht war er davon, dass es die Fantastischen Vier zum Beispiel auf das Cover des Aldi-Prospekts geschafft hätten. 

Das ist schon ein großes Ding. Das Prospekt kriegt ja quasi jeder Haushalt.

(Jonas Ochs)

Jonas MC. Foto: Dima Savelev.

Rap für den Metzger?

Selbst habe er und seine Band auch schon einige seltsame Angebote bekommen. Nach dem Pressack-Song hätten auch einige Metzgereien angefragt, ob man nicht zusammen einen Werbedeal machen könne. Auch ein Baumarkt soll schon mal Kontakt aufgenommen haben. Solche Angebote haben er und seine Leute bislang immer ausgeschlagen. Zum Glück, wie Jonas erklärt:

Je mehr Leute man erreicht, desto komischer werden die Angebote. Wir hören uns erstmal alles an und wägen dann ab, ob wir die Aktion cool finden und vertreten können. Wenn nicht, dann lehnen wir das Angebot einfach ab. Das ist für uns kein Thema, wir müssen damit ja nicht unsere Familie ernähren.

(Jonas über kuriose Werbeanfragen)

Etwas zu erzählen haben

Dass Ochs in den vergangenen Wochen in vielen Medienhäusern zu Interviews geladen war, überrasche ihn überhaupt nicht. Zum einen habe er in seinen 14 Jahren als Mitglied von Bambägga schon viele Kontakte geknüpft, zum anderen seien Rapper dankbare Interviewgäste.

Wir haben etwas zu erzählen. Hip Hop ist heute ja voll am Puls der Zeit und in der Mitte der Gesellschaft. Mit einem Rapper kann man sich über alle Themen unterhalten, die die Leute interessieren.

(Ochs über die Vorteile von Rappern)

RaPod

Ein Grund dafür: Raptexte würden ja auch ein breites Themenspektrum thematisieren und sich nicht nur im eigenen Kosmos bewegen. Es gebe in den Songtexten immer Raum für gesellschaftliche, sozialkritische oder tagespolitische Botschaften. Auch in Bayreuth gibt es eine große Szene, für die ihr Bamberger Kollege auch warme Worte übrig hat.

In Bayreuth gibt es eine ganze Menge mega guter Rapper. Ich hör mir das alles gerne an. Egal ob nun Desto & Nasher, Purkwa, Superphad oder Zac. In Bayreuth gibt es richtig geile Acts.

(Jonas MC über die Bayreuther Szene)

Brot und Spiele

Das hört man auch auf dem neuen Album der Gruppe. Offiziell erscheint „Brot und Spiele“ am 11. Oktober. Thematisch bewegt sich das Album zwischen dem Track „Vater sein“ und den fränkischen Spaß-Hymnen „Herz aus Pressack“ oder „Bassd scho“. 

Soundtechnisch orientiert sich die Band schon etwas an den späten 90er und frühen 2000er Jahren, inhaltlich sind die Lieder aber aktuell. Alles andere sei für den Rapper keine Option.

„Ich wollte nie Musik machen, die hängengeblieben ist und nur in den 90er-Jahren funktioniert“

(Jonas über den Sound von Bambägga)

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