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Schule/Bildung

Buzzard: News-App gegen Verschwörungstheorien und Fake-News auch an Bayreuther Schule im Einsatz

Eine neue App soll Schülern in Zukunft helfen Medienkompetenz zu erwerben, um sich durch die Fülle an Nachrichten im Internet zu kämpfen. 

Am Montag (23.11.2020) war das Medien-Startup Buzzard am Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth zu Gast. Dort wurde eine digitale App vorgestellt, mit deren Hilfe Schüler in Zukunft Fake-News besser entlarven können.

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Buzzard am GMG in Bayreuth vorgestellt: App soll Fake-News entlarven

Die Idee zu Buzzard kam den Gründern Felix Friedrich und Dario Nassal während Ihres Politikstudiums in Mannheim. Ihnen fiel auf, wie schwierig es ist, in der täglichen Nachrichtenflut den Überblick zu behalten und sich in kurzer Zeit breit zu informieren und aus der eigenen Filterblase auszubrechen.

Mit der Gründung von Buzzard 2017 und dem Launch der App sollen Perspektivwechsel leichter möglich sein, die Motive von Andersdenkenden wieder verständlich werden. So will Buzzard dazu beitragen, dass Menschen wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen. Die Gründer sind überzeugt: Nur durch einen Diskurswandel in der Gesellschaft können wir die Spaltung der Gesellschaft überwinden.

„Buzzard ist ein Geschenk für den Sozialkundeunterricht. Es werden immer Pro- und Contra-Positionen zu kontroversen Themen benötigt. Das umsichtige Recherchieren ist oft nicht möglich in begrenzten Stunden. Buzzard ist ein Geschenk für jeden Politiklehrer.“
(Christoph Weidinger, Sozialkundelehrer)

Buzzard: Schulprojekt auch am Graf-Münster-Gymnasium in Bayreuth

Schon in der Schule ist es wichtig, sachlich über Politik zu reden und Medienkompetenz zu trainieren. Beides möchte die Buzzard-App verbinden. Dank der Finanzierung von fünf Stiftungen und Unternehmen (die „Schulpaten“) können Schüler sowie Lehrer in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen, Sachsen und Brandenburg kostenlos auf die App zugreifen und für den Unterricht und den privaten Gebrauch nutzen.

Zusätzlich gibt es Medienschulen, in denen die Buzzard Gründer Workshops geben, den Einsatz der Buzzard App im Unterricht evaluieren und eng mit der Buzzard-Redaktion zusammenarbeiten, um gemeinsam Lernmaterialien für Lehrkräfte im ganzen Bundesland zu entwickeln. Dabei geht es um Themen wie Quellenkunde, Entlarvung von Verschwörungstheorien und Fake News und Debattentraining. Dabei ist das GMG mit an Bord.

„Die Vielfalt an Plattformen trifft auf die Einfalt ihrer Nutzung. Ich unterstütze Buzzard, um aus Digitalisierung Dialog zu machen.“
(Stefan Leifert, Brüssel-Korrespondent beim ZDF)

So funktioniert das Projekt Buzzard

Buzzard besteht derzeit aus 15 Medienmachern: Darunter acht Journalisten, fünf davon sind täglich in der Redaktionsarbeit involviert. Daneben besteht das Team aus Webentwicklern sowie Marketing- und Design-Profis. Täglich werden aus 1.800 Quellen unterschiedliche Perspektiven auf zwei Tagesthemen recherchiert, zusammengefasst und journalistisch eingeordnet. Zusätzlich gibt es jeden Tag ein Debattenthema, in dem Pro- und Contra-Argumente gegenübergestellt werden. Das Unternehmen finanziert sich rein über Mitgliedsbeiträge und Schulpatenschaften.

Buzzard wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem vom Bundeswirtschaftsministerium als Kultur- und Kreativpiloten, von der Landesmedien-Anstalt Bayern als Media Lab Bayern Fellows, von der Google News Initiative und mehr.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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