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Alita: Battle Angel

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Eigentlich geht bt-Filmkritiker Alex Bauer mit unseren Lesern ja Donnerstagabend ins Kino. Manchmal laufen die neuen Filme aber auch schon am Mittwochabend an. So wie diese Woche. Janina Kiekebusch, Fabio Moreno und Alex Bauer haben sich “Alita: Battle Angel” angeschaut – und sind alles andere als begeistert. Warum, erklären sie im Interview.

Darum geht’s:

So hat der Film Fabio Moreno gefallen:

So hat der Film Janina Kiekebusch gefallen:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

Neigschaut: bt- Kinokritiker Alex Bauer.

“Wenn James Cameron einen Film produziert, mit Robert Rodriguez ein Regisseur mit an Bord ist, der Kultfilme wie ,From Dusk Till Dawn’ oder ,Sin City’ gemacht hat, und dann mit Christoph Waltz, Jennifer Connelly und Mahershala Ali gleich drei Oscar-Preisträger Rollen übernehmen, dann kann doch eigentlich nichts schief gehen, oder?

Doch, kann es. Bei ,Alita: Battle Angel’ ist eigentlich alles schief gegangen – zwei Stunden lang. Das liegt unter anderem an der Geschichte: Die geht eigentlich ganz spannend los, spätestens nach 20 Minuten verliert sich die Handlung um das Cyborg-Mädchen Alita, das vom Müll einer riesigen schwebenden Stadt aufgesammelt, zusammengeflickt, auf die Welt losgelassen wird und dann irgendwann erkennt, dass sie ein hochgezüchterer Krieger-Roboter ist, aber in einem sehr langweiligen Kleinklein.

Da musste eine Liebesgeschichte reingepackt werden, ein bisschen Moral natürlich auch, hinzu kommen noch zig Charaktere, die alle so unglaublich platt gezeichnet wurden, dass es einem völlig egal ist, ob sie nun sterben oder nicht. Den Rest geben dann die teilweise dümmlichen Dialoge, die vom Niveau her an Rambo erinnern, als es hieß: ,Das ist blaues Licht. Was macht es? Es leuchtet blau’.

Und die Schauspieler? Selbst Waltz, Connelly und Ali können das Desaster nicht retten. Sie sind Gefangene ihrer Rollen und machen daraus, was geht. Was sollen sie auch machen, wenn ihre Figuren so rein gar nichts hergeben? Beim Erzählen einer spannenden Geschichte ist ,Alita: Battle Angel’ kläglich gescheitert, bleibt also noch die Action.

Zumindest die kann überzeugen, wird doch ein heftiges Animations-Effektefeuerwerk abgefeiert, das sich wirklich sehen lassen kann. Besonders die Kampfszenen, die toll inszeniert sind, machen Spaß.

Wenn man also den Kopf abschaltet und auf die Geschichte pfeift, hat man wenigstens schöne Bilder und viel Action. Da gibt es aber dann doch wieder ein Problem: ,Alita: Battle Angel’ ist auf Fortsetzungen ausgelegt. Man will also die Geschichte um Alita und ihren Kampf für das Gute weitererzählen. Aber Mal ganz ehrlich: Warum sollte man sich einen zweiten Teil antun, wenn einem die Geschichte des ersten Films schon völlig egal war und man sich nur von den Bildern berauschen lassen hat? Mir fällt da kein Grund ein.”

1 von 5 Sterne