bt-Filmkritik: Leberkäsjunkie

Leberkäsverbot, hohe Cholesterinwerte und eine verkohlte Leiche erwarten die Zuschauer im sechsten Teil der Krimi-Reihe um den Polizisten Eberhofer. bt-Filmkritiker hat sich den Film “Leberkäsjunkie” zusammen mit einer bt-Leserin gesehen. Hier gibt’s die Rezension dazu!


Darum geht’s:


Das sagt Lena Wenz:


bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Wie dick muss eigentlich die Leberkäsescheibe zwischen dem Brötchen sein? Antwort: Mindestens vier Finger breit. Kann aber auch dicker sein. Zumindest ist das beim Kleinstadt-Polizisten Eberhofer so, der jetzt schon zum sechsten Mal auf der großen Kinoleinwand teilweise sehr schräge Kriminalfälle im verschlafenen Niederkaltenkirchen lösen darf.

In “Leberkäsjunkie” geht es diesmal um eine verkohlte Leiche, natürlich um Leberkäse, brutal hohe Cholesterinwerte und den Wahnsinn, der täglich in diesem tiefbayerischen Kaff passiert. Und mittendrin der Antiheld Eberhofer, der mit seinem Audi 80 gern im Kreisel fährt, sich in Uniform das eine oder andere Bier hinter die Binde kippt und allen um ihn herum in feinster Manier den Marsch bläst – auf seine urbayerische Weise. Schon allein das ist zum Schreien komisch.

Hinzu kommt, dass Eberhofer und seine Susi Nachwuchs bekommen haben, was den Irrsinn nur noch witziger macht. Unglaublich witzig sogar. Das liegt natürlich auch wieder an den zig schrägen Figuren, angefangen beim dauergrummeligen Eberhofer, seinen kiffenden Vater, der gerne seinem Sohn bayerische Schimpfwörter an den Kopf knallt bis hin zu Ignaz Flötzinger mit seinen zentimeterdicken Brillengläsern und dem Charme eines Laubbläsers.

Man schaut diesen Leuten einfach gern zu und man lacht noch viel lieber über sie. Gut, die Geschichte strotzt nicht gerade vor Spannung, aber irgendwie ist das wieder einmal völlig Wurst. Man ist ja ständig mit Lachen beschäftigt. Da braucht es keine Storytwists, da muss auch nicht immer alles logisch sein. Da reicht es, wenn der Täter am Ende gefasst wird und sogar das noch recht lustig ist.

“Leberkäsjunkie” macht da weiter, wo Sauerkrautkoma” vergangenes Jahr aufgehört hat – er ist weiterhin ein einfach guter Heimatkrimi, mit dem man viel Spaß hat.

4 von 5 Sterne