bt-Filmkritik: “Terminator: Dark Fate” – Arnie is back!

Der Terminator ist zurück! Im unerbittlichen Krieg zwischen Menschen und Robotern findet sich Dani Ramos wieder. Dabei hat er Unterstützung: die kampferprobte Sarah Connor und die kybernetisch weiterentwickelte Grace. Zwischen den Fronten steht ein Alter Bekannter (Arnold Schwarzenegger).

bt-Filmkritiker Alex Bauer war mit einem bt-Leser im neuen Terminator-Film im Bayreuther Cineplex. Hier gibt’s die Meinung der beiden!

Der offizielle Trailer zum Film

So bewertet Thorsten Eichler den Film:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer meint:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Blitze zucken durch die Luft, ein Energieball entsteht, der kurz danach eine nackte Person ausspuckt. Hm, ja, kennen wir doch, so kam damals schon der Ur-Terminator auf die Welt. Sein Auftrag: Töte Sarah Connor. Bekanntlich hat das ja nicht geklappt, sie überlebte, Arnold Schwarzenegger durfte sein “Ich komme wieder” aufsagen und die Welt war erstmal gerettet.

Ein zweiter Film folgte, auch mit Arnie in der Hauptrolle, ein schlechter dritter Film ebenfalls mit Schwarzenegger, danach nur noch schlechter Abklatsch. Mit “Dark Fate” kommt also nun der sechste Terminator-Film in die Kinos. Und hoffentlich bleibt es auch dabei. Ausgelutscht war das Thema ja eigentlich schon nach Teil 3, also 2003, als Arnie mit 56 Jahren nochmal den Killer-Roboter spielte.

Jetzt ist der Herr 72 Jahre alt und anscheinend wollte er das Ding zu Ende bringen. Der große Abgang mit einem ordentlichen Knall quasi. Witzig: “Dark Fate” ignoriert einfach mal alle Filme nach dem zweiten Teil. Als wären sie nie da gewesen. Also, vergesst alles, was ihr nach “Tag der Abrechnung” gesehen habt. Ist egal. Gut, viel Spannendes war da ja eh nicht dabei. Der sechste und hoffentlich letzte Film der Terminator-Reihe brüht übrigens einfach wieder die Standard-Geschichte aller bisherigen Filme auf. Irgendeine Person wird irgendwann einmal die Welt vor den bösen Maschinen retten, deshalb wird ein Killerroboter aus der Zukunft in die Vergangenheit geschickt, um die Person zu töten.

Und natürlich können das die Menschen aus der Zukunft nicht zulassen und schicken ebenfalls jemanden in die Vergangenheit, der die Person, in diesem Fall die junge Frau Dani, beschützen soll. Denn sonst werden alle sterben. Später. Wenn die Maschinen mal wieder die Menschen ausrotten wollen. Die Retterin nennt sich Grace, ist eigentlich ein Mensch, wurde aber mit Maschinenteilen “verbessert” und ist so ein laufender Panzer mit Gefühlen.

Darstellerin Mackenzie Davis hat dafür genau zwei verschiedene Gesichtsausdrücke parat: Einmal weinerlich verzweifelt, einmal wütend. Damit macht sie fast schon Vin Diesel Konkurrenz. Warm wird man mit ihrer Figur aber so halt gar nicht. Auch die spätere Menschheitsretterin Dani (Natalia Reyes) ist dem Zuschauer mal völlig wurst, so läuft das auch beim Killerroboter Rev-9 (Gabriel Luna) und allen Figuren, die ansatzweise irgendeine Minirolle in dem Film haben.

Im Endeffekt ist ihre Geschichte auch egal, denn zum einen ist die gealterte Sarah Connor (Linda Hamilton) mit dabei, die sich ballernd und grummelnd durch die zwei Stunden Film bewegen darf, zum anderen taucht nach 60 Minuten langweiliger und immergleicher Verfolgungsjagd dann endlich Arnie auf. Der Killer-Terminator hat sich zur Ruhe gesetzt, nennt sich jetzt Carl, wohnt in einem Holzhaus mitten im Wald und lässt es sich gut gehen. Sobald er Teil des Plots ist, werden übrigens die anderen Figuren, außer Sarah Connor, komplett überflüssig.

Dann geht es nur noch darum, die trockenen Sprüche von Arnie um die Ohren zu bekommen, überraschend amüsant ist ebenfalls das Gefrotzel zwischen dem alten Terminator und Sarah Connor. Das macht Spaß und tröstet etwas, musste man doch mehr als eine Stunde lang viele, wirklich sehr viele, dumme Dialoge miterleben, die weder witzig sind noch ansatzweise gebraucht werden. Einzig die Action kann einigermaßen überzeugen. Zum Glück.

Vorausgesetzt, man steht auf Verfolgsjagden und hat noch noch keinen Terminator-Film gesehen. Und sich damit abfinden kann, dass die Actionszenen immer gleich daherkommen. Nämlich: Böser Terminator jagt Dani, es wird gekämpft. Böser Terminator wird circa zehn mal geteilt, geschreddert und durchlöchert, kann aber nicht sterben, also fliehen die “Helden”. Zwei Stunden lang. Immer der gleiche Ablauf. Aber die Action schaut gut aus, das muss man dem Film lassen.

Immerhin macht “Dark Fate” das gut. Das reicht aber halt nicht, um aus der Mittelmäßigkeit herauszukommen. Mit “Dark Fate” werden wohl nur eingefleischte Fans ihren Spaß haben, die Arnie noch einmal in der Rolle des Terminators sehen wollen und darauf hoffen, dass er wieder “Ich komme wieder” sagen wird. Ob er das tut, wird nicht verraten. Der sechste Teil der Terminator-Reihe ist schlussendlich ein Actionfilm, den es nicht gebraucht hätte, der aber durch Schwarzenegger und Hamilton in einigen wenigen Momenten trotzdem kurz Spaß macht.

2 von 5 Sterne