bt-Filmkritik: Will Smith im Thriller “Gemini Man”

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Ein Actionfilm, der Lust auf mehr macht, oder doch nicht? bt-Filmkritiker Alex Bauer war am Donnerstag mit zwei Leserinnen im Kino, um sich den neuen Streifen mit Will Smith, “Gemini Man”, anzusehen. Smith spielt darin einen Auftragskiller, der von seinem eigenen Klon gejagt wird. Wie die drei den Thriller fanden, erfahren Sie im Folgenden:

Der offizielle Trailer zum Film


Magdalena Aderhold aus Bayreuth vergibt 2 von 5 Sternen


Tochter Emilia Lammel vergibt 3 Sterne für “Gemini Man”:

Und bt-Filmkritiker Alex Bauer meint:

bt-Filmkritiker Alex Bauer.

Der erste Trailer von ‘Gemini Man’ hatte schon Bock gemacht auf den neuen Blockbuster mit Will Smith über einen gealterten Agenten, der von seinem jungen Klon gejagt wird. Die Action sah gut aus und so eine Story kann schon echt spannend sein. Darum war ich doch relativ gespannt. Und nach eineinhalb Stunden im Kinosessel? Da macht sich leider etwas Enttäuschung breit.

Am doppelten Will Smith liegt das aber nicht, das ist sogar ganz amüsant anzusehen. Gut, der junge computeranimierte Smith schaut vor allem bei Szenen am Tag und bei Licht doch irgendwie komisch und auffallend künstlich aus, das Gegenspiel der beiden ist aber doch ganz spannend anzusehen und die Actionszenen machen schon Spaß. Leider gibt es davon nicht allzu viel zu sehen – für einen Actionfilm sogar zu wenig für meinen Geschmack.

Hinzu kommt, dass aus der spannenden Story-Grundidee einfach nichts gemacht wurde. Der alte Agent, der einfach keine Lust mehr aufs Töten hat, eine Firma und deren Boss, die auf Klone setzt, die perfekte und vor allem emotionslose Tötungsmaschinen sind, das hätte wirklich das Zeug für eine spannende Geschichte gehabt. Hätte.

Denn das Resultat ist nicht spannend. Die Geschichte plätschert so dahin, die Dialoge sind Füllwerk und zwischendurch gibt es einfallslose Verfolgungsjagden und zig Elitesoldaten, die für den gealterten Smith nur Kanonenfutter sind. Schade drum. Zur Technik: ‘Gemini Man’ kommt unter anderem in 3D HFR daher. Heißt: in 60 Bildern pro Sekunde. Ansatzweise kennt man das schon aus dem Hobbit, der ja in 48 Bildern pro Sekunde statt der sonst üblichen 24 in den Kinos lief. Schon das war für das Auge gewöhnungsbedürftig und nach einiger Zeit immer noch anstrengend beim Zuschauen.

Bei ‘Gemini Man’ ist das gefühlt noch schlimmer. Und: Oft sieht es aus, als würden die Darsteller vor einem Greenscreen schauspielern, besonders wenn nur die Protagonisten scharf dargestellt werden und alles um sie herum unscharf ist. Muss man mögen.

Insgesamt ist ‘Gemini Man’ ein durchschnittlicher Actionfilm mit wenigen Höhen und leider vielen Tiefen.

2,5 von 5 Sterne