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Garten

Schneiden in der späteren Jahreszeit – Mit einem Rückschnitt Wachstum und Blütenbildung fördern

Ab ersten Oktober ist es wieder soweit – Zeit für den Rückschnitt von Hecken, Gebüschen und anderen Gehölzen. Auch im Herbst und Winter stehen im Garten wichtige Schnittarbeiten an. 

Ab ersten Oktober ist es wieder soweit – Zeit für den Rückschnitt von Hecken, Gebüschen und anderen Gehölzen. Damit Vögel dort ungestört brüten und ihre Jungen aufziehen können, ist ein Rückschnitt zum Schutz der Tiere vom 1. März bis zum 30. September gesetzlich verboten. Diese Zeit ist nun vorbei und die Scheren können somit wieder gezückt werden. Denn auch im Herbst und Winter stehen im Garten wichtige Schnittarbeiten an, ob leichter Pflegeschnitt, Form-, Erhaltungs- oder Säuberungsschnitt. Die Pflanzen revanchieren sich dafür im Frühjahr mit gutem Wuchs und vielen Blüten.

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Rückschnitt für kräftiges Wachstum

Viele Blütensträucher, die im Frühjahr blühen, wie Forsythie oder Spierstrauch, legen bereits im Sommer/Herbst die Blüten für das nächste Jahr an. Wer diese im Herbst zurückschneidet, muss im Folgejahr mit weniger Blüten rechnen. Beim Gartenhibiskus/Eibisch zum Beispiel ist aber ein Schnitt im September angesagt, um das Wachstum zu fördern. An diesem Tag des Rückschnitts sollte es möglichst trocken sein und noch Temperaturen über 10 Grad Celsius haben, um Pilzen an den Schnittstellen keine Eintrittspforten zu ermöglichen. Werden die Triebe am Rand stärker zurückgeschnitten als in der Mitte, kommt eine schöne Form zustande. Wichtig ist es, stets mit einer guten, scharfen Schere zu arbeiten. Das spart Kraft und schützt die Pflanzen vor Verletzungen der Äste.

Form- und Erhaltungsschnitt für einen guten Ertrag

Grundsätzlich gilt für Obstbäume: Ein regelmäßiger Schnitt hält sie fit und sorgt für eine gute Ernte. Wann aber tatsächlich der richtige Zeitpunkt ist, das hängt von der Pflanzenart ab. Auf jeden Fall kommt die Astschere erst dann zum Einsatz, wenn es drei bis vier Tage frostfrei war.
Entfernt werden Totholz, Äste, die steil nach oben wachsen oder quer stehen.  Und die Baumspitzen werden ausgelichtet. Das bringt im nächsten Frühjahr Licht, beugt Pilzerkrankungen vor, fördert den Austrieb und lässt die Früchte besser reifen.
Meist wird Kern-, Stein- und Beerenobst im Sommer oder im Spätwinter geschnitten. Ausnahmen: Pfirsiche erhalten ihren Schnitt erst im April oder Mai. Süßkirschen im Sommer direkt nach der Ernte.

Herbstlicher Säuberungsschnitt

Im Herbst erfolgt auch noch ein letzter Pflegegang im Staudenbeet. Kranke oder abgestorbene Pflanzenteile werden abgeschnitten. Und Stauden, die vermehrt Samen ausbilden, wie beispielsweise Margeriten können bis auf den Boden zurückgeschnitten werden. So lässt sich ihre Vermehrung im Zaum halten.

Ansonsten lässt man bei Stauden die Samenstände beziehungsweise hohle Stängel den Winter überstehen. Denn sie bieten Vögeln und Insekten hervorragenden Unterschlupf. Und bizarre Fruchtstände sehen – vor allem bedeckt mit Schnee – in der kalten Jahreszeit im Beet noch toll aus.

Pflegeschnitt für Rosen

Bei Rosen werden im Herbst vor allem die langen, störenden Triebe zurückgeschnitten. Genau auf Auge muss dann nicht geschnitten werden: Im Frühjahr erfolgt sowieso noch ein Rückschnitt der Triebe.

Falls es im Garten reine, dicht bepflanzte Rosenbeete gibt, macht ein Rückschnitt im Herbst jedoch Sinn. Denn oftmals sind die Triebe so dicht ineinander verstrickt, dass man den Rosen keinen ausreichenden Winterschutz an der Strauchbasis bieten kann. Dazu werden die wirren Rosentriebe ein Stück gekürzt. Und anschließend kann die Basis mit Komposterde geschützt werden.

Mit dem Rückschnitt werden nicht nur die eigenen Pflanzen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, sondern es bietet auch dem passionierten Gärtner noch einmal die Gelegenheit an die frische Luft zu gehen, das eigene Immunsystem zu stärken und Körper und Geist etwas Gutes zu tun – eine wahre Wohltat für die Seele in Zeiten der Corona-Pandemie.

Text: Gardena GmbH