Beats statt Bürgerdienst: Das Rathaus wird zum Club

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Ein roter Teppich führt ins Rathaus. Türsteher machen artig Platz, wenn wer kommt. Und immerhin 200 Gäste kommen – zum 1. Bayreuther Rathaus-Clubbing.

Stefan Greißinger, der Geschäftsführer des Stadtjugendrings Bayreuth, ist erleichtert. Er hat das 1. Bayreuther Rathaus-Clubbing organisiert und sich freilich immer wieder gedacht: Hoffentlich geht das nicht in die Hose. Hoffentlich kommen nicht nur 20 Leute. Ging nicht in die Hose! Was in München und Nürnberg schon geklappt hat, funktioniert auch in Bayreuth.

Foto: Thorsten Gütling

Freilich, Platz für 600 wäre gewesen. Damit ja nichts schief geht hat die Stadt – immerhin Mitveranstalter – penibel auf die Einhaltung der Auflagen beharrt. Und so stehen vor dem Rathaus 13 Dixi-Klos von denen am Ende des Abends die Hälfte wohl kein einziges Mal benutzt worden ist. Und mehr Security, Sanitäter und Feuerwehr hat eine Party dieser Größe wohl auch nie gesehen. Sicher ist sicher. Wenn gerade im Rathaus was passiert…Gott bewahre!

Foto: Thorsten Gütling

Die Party ist komplett kostenlos. Der Eintritt ist frei, vorausgesetzt man hat von der Stadt eine Einladung erhalten. Das hat jeder Bayreuther, der in den vergangenen zwölf Monaten 18 Jahre alt geworden ist. Und weil sich alleine schlecht Party machen lässt, darf ein Jeder in Begleitung kommen. Nicht einmal für die Garderobe muss man Geld zahlen.

Foto: Thorsten Gütling

Immerhin 10.000 Euro hat der Stadtjugendring – und damit die Stadt – sich das 1. Bayreuther Rathaus-Clubbing kosten lassen. Sinn der Übung: 1. Den jungen Bayreuthern etwas bieten. 2. Mit ihnen ins Gespräch kommen. Vertreter aller Stadtratsfraktionen sind gekommen. Zur jeder vollen Stunde wird durch den Sitzungssaal geführt. Die jungen Erwachsenen nehmen dabei auf den Plätzen der Oberbürgermeisterin und der Referenten Platz, knipsen das Mikro ein und aus, stellen den Stadträten schlaue Fragen. Warum es kein Jugendparlament mehr gibt. Was die Räte studiert haben. Und wie die Großen zur Fridays for Future-Demo stehen.

Foto: Thorsten Gütling

Unten wird derweil weiter getanzt. Bis 2 Uhr morgens geht das so. Getrunken wird freilich nicht nur Wasser, dafür sorgen die Barkeeper der Fabrik.

Foto: Thorsten Gütling

Stefan Greißinger plant beim Heimgehen schon die nächste Auflage. Wenn sich erst rumspricht, dass das Rathaus tatsächlich an einem Tag im Jahr täuschend echt einer Disko gleicht, dann kommen bestimmt doppelt so viele Gäste. Mindestens.