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Politik

Der Bundesvorsitzende der Grünen Robert Habeck in Bayreuth: “Populismus hat keine Chance!“

„Wenn ich mit meiner Rede fertig bin, werden Sie bereits 30 Minuten gelitten haben“, scherzte Habeck zum Beginn der Veranstaltung am Herkulesbrunnen in Bayreuth.

Am Dienstag (10.3.2020) hat der Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen auf dem Stadtparkett in Bayreuth gesprochen.

Der Bundesvorsitzende der Grünen am Herkulesbrunnen in Bayreuth

„Warum machen die das?“ Diese Frage stellt sich unweigerlich zum Besuch von Robert Habeck beim Grünen-Kreisverband am Dienstagnachmittag, denn saukalt wars am Herkulesbrunnen „Wenn ich mit meiner Rede fertig bin, werden Sie bereits 30 Minuten gelitten haben“, scherzte Habeck zum Beginn der zweiteiligen Veranstaltung. Im Zuge der bevorstehenden Kommunalwahl hatte der Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen sein Kommen zugesagt. Mit dabei waren auch Klaus Wührl-Struller (Oberbürgermeisterkandidat der Grünen in Bayreuth) und Landratskandidat Andreas von Heßberg.

Robert Habeck: Der Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen und Klaus Wührl-Struller in Bayreuth. Foto: Raphael Weiß.

Unmittelbar und direkt

Der Zusammenhalt der Gesellschaft sei der Schlüssel, der gesellschaftliche Kit, der alles zusammenhält, so Habeck. Dieses Thema zog sich durch die insgesamt rund einstündige Veranstaltung wie ein roter Faden. Nirgendwo könne man mit politischer Arbeit mehr dazu beitragen als auf kommunaler Ebene, „unmittelbar und direkt“.

Als Beispiel nannte Habeck unter anderem Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen zwischen Stadt und Land: ein Feld, mit dem die Grünen laut Bundesvorsitzendem auch schon Probleme hatte: Er könne verstehen, wenn sich seine Partei beim Thema Auto auf Unglauben stößt. „In der Großstadt bin ich auch nach dem fünften Bier noch mobil“, erklärte Habeck, „am Land nicht“. Bier und Bar hin oder her: Der Ausbau der Verkehrswege jenseits des Autos müsse endlich erfolgen.

Bei Regen spricht Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) auf dem Bayreuther Stadtparkett. Foto: Raphael Weiß

“Streiten ja, aber mit Kultur…”

Zum Thema Populismus zeigte sich Habeck überzeugt, dass der keine Chance in einer Gesellschaft haben kann, die zusammenhält. Das bedeute nicht, dass der politische Betrieb einschlafen würde und alle zu allem Ja und Amen sagen, nur um dem Populismus keinen Vorschub zu leisten. „Streiten ja, aber mit Kultur und gegenseitigem Respekt“. Am Ende müsse eine gemeinschaftlich tragbare Synthese stehen. Eine politische Ansage, die deutlich wärmer ist als das Wetter am Dienstag in Bayreuth.

Im Anschluss hatten die rund 150 verbliebenen Besucher die Möglichkeit, Fragen an Robert Habeck zu stellen. Die betrafen unter anderem die Themen Pendlerpauschale, die Regelung zur Parteienfinanzierung (Parteispenden) oder „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.


Text: Raphael Weiß

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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