DOBA in der Schokofabrik: Mehr als “Donnerbalkan”

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Wenn man die Musik der Band DOBA in eine Schublade stecken wollen würde, hätte man so seine Probleme, eine passende zu finden. Der Sound der Gruppe, die vor sieben Jahren als Donnerbalkan gegründet wurde, besteht aus vielen Elementen: Jazz, Pop, Klassik, Hip Hop. Die zehnköpfige Band aus München nennt diesen Stil World-Pop. Am Samstag spielt DOBA ab 20 Uhr in der Schokofabrik. Wir haben uns vorab mit Benedikt Kurz, dem Schlagzeuger der Band unterhalten. Über die Musik der Band, über Bayreuth und über den alten Bandnamen Donnerbalkan.

Zwischen Autobahn und Hinterhof

DOBA-Schlagzeuger Benedikt Kurz. Foto: ©Oliver Mohr

Benedikt Kurz, was kann man als Münchener so in Bayreuth machen?

Benedikt Kurz: Es kommt natürlich immer darauf an, wie viel Zeit man zur Verfügung hat. Generell hat man als Musiker immer das Problem, dass man nicht viel von den Städten sieht in denen man spielt. Im Normalfall bleibt häufig nur das Autobahnschild, der Hinterhof des Clubs, die Bühne und das Hotelzimmer.

Als wir das letzte Mal im Sommer hier waren, konnte ich mich auch schon etwas umsehen. Mir gefällt der Stadtkern, das Kompakte und Überschaubare.

Dieses Wochenende haben wir etwas mehr Zeit als sonst in Bayreuth. Einer von uns (Tilly) hat ja auch einen familiären Background in Bayreuth, vielleicht hole ich mir von ihm ein paar Tipps. Besonders offene Ohren habe ich besonders für gute Cafés. Da frage ich ihn mal. Allerdings muss ich dann nochmal checken, ob seine Empfehlungen noch aktuell sind, er war ja schon länger nicht mehr hier.

Am Samstag spielt ihr zum wiederholten Male in der Schokofabrik. Welche Erinnerungen hast du an die Location?

Kurz: Ich finde die Schokofabrik total schön. Wir waren ja erst letzten Sommer da. Vor dem Gig haben wir noch etwas Leckeres zu Essen bekommen, das konnten wir dann im schönen Garten bei Sonnenschein zu uns nehmen. Der ein oder andere ist dann auch nochmal aufs Skateboard gestiegen und hat sich auf dem Skatepark dort probiert. Das war auch ein bisschen eine Reise zurück in die Jugend. Mir hat es wirklich super gefallen.

World-Pop statt Balkan

Bei eurer Gründung hieß eure Band ja noch nicht DOBA sondern Donnerbalkan. Warum habt ihr das geändert?

Kurz: Der Name Donnerbalkan hatte ja immer den klaren Bezug zur Balkanmusik. Das spiegelt unsere Musik inzwischen nicht mehr wieder, weil wir uns sehr stark weiterentwickelt haben. Der Balkan ist vom Geiste her natürlich noch vorhanden, aber die Musik ist poppiger.

Die Leute die uns schon ewig kennen, nennen uns immer noch Donnerbalkan. Das ist ja auch völlig ok. Darum ging es uns bei der Umnennung nicht. Es ist viel eher so, dass Leute uns beim Begriff Donnerbalkan immer direkt in die Balkanschiene gesteckt haben. Und das trifft mittlerweile eben nicht mehr zu.

Außerdem schürt der Name ja auch Erwartungen. Einige Veranstalter haben den Namen gelesen und wollten uns quasi „blind“ für Balkan-Festivals buchen. Die waren dann natürlich enttäuscht. Genauso gab es das dann auch andersherum.

Daher kamen wir dann zur Umbenennung. Intern hatten wir uns eh schon lange DOBA genannt. Für uns war es der logische Schritt, das Kürzel dann auch offiziell zu unserem Namen zu machen.

DOBA: Zu zehnt kann es schon mal eng werden. Foto: ©Oliver Mohr

Eure Band gibt es seit sieben Jahren. Die Musik die ihr macht, nennt ihr selbst World-Pop. Was macht diese Musik aus?

Kurz: World-Pop ist keinesfalls klassischer Mainstream-Pop. Das wollen wir auch gar nicht machen. Unsere Musik ist mehr tanzbare, urbane Popmusik mit viel Blechinstrumenten, Gesang und Geige. Für Kenner: Es klingt wie eine Mischung aus Moop Mama und La Brass Banda auf Hochdeutsch.

Wie ist der Name Donnerbalkan seiner Zeit entstanden?

Kurz: Initiator war ein Faschingskonzert an der Münchener Hochschule für Musik und Theater. Diese Veranstaltungen sind ja keine kleine Sache, der Bayerische Rundfunk überträgt sie auch jährlich im Fernsehen.

Damals gab es die Idee, dass eine Balkanband durch den Abend führen sollte. Die Musik war damals ja super beliebt. Ein paar Kommilitonen und ich haben uns sofort dafür interessiert und wollten das machen. Aber da es „uns“ eben noch nicht als Band gab, mussten wir eben eine Band werden. Mit Namen. Der Münchener Tonproduzent Josy Friebel kam dann bei einem geselligen Abend auf Donnerbalkan.

Kein Mainstream-Pop

Was hätte passieren müssen, dass man dich statt mit DOBA auf der Bühne als Darsteller in einer Wagner-Oper im Bayreuther Festspielhaus hätte sehen können?

Kurz: Ich müsste Lust haben, meine ganze Spielzeit darauf auszulegen im Sommer sechs Wochen frei zu haben um dann bei brühender Hitze in kurzer Hose im Orchestergraben Wagner zu spielen (lacht).

Spaß beiseite. Generell interessiere ich mich für klassische Musik. Ich habe klassisches Schlagzeug studiert und spiele auch in Ensembles. So weit weg ist diese Welt also von meiner gar nicht.

Jeder aus unserer Band hat viele Berührungspunkte mit jeglicher Art von Musik, natürlich auch mit Klassik. Wir haben ja auch Klassik-Einflüsse in unserer Musik. Das macht eben auch die Mischung aus. Wie bereits gesagt, wir wollen keinen Mainstream-Pop machen. Wir erwarten von unserer Musik mehr als von klassischer Pop-Musik.

Zum Ende haben wir noch ein kleines Assoziationsspiel vorbereitet. Wir nennen einen Begriff und du antwortest mit dem ersten Impuls, der dir dazu einfällt.

Kurz: Ok, dann nichts wie los.

Donnerbalkan:

Mein Baby!

Fasching:

Findet bei mir dieses Jahr wieder nicht statt.

Musik:

Lebensinhalt.

Hobbys:

Abseits der Musik – Fußball! Sowohl in der Hobbyliga als auch auf dem Sofa.

München: 

Heimat.

Der „Echo“:

Den gibt es ja inzwischen nicht mehr. Berechtigt!