Mehrere Bücher in einem Regal.

Fünf große englische Autorinnen

An der VHS Bayreuth startet heute eine Reihe, die sich großen englischen Autoren widmet. Los geht es heute mit William Shakespeare. Fernab von Shakespeare, Twain, Orwell und Co. haben wir heute unsere persönliche Liste zusammengestellt und dabei Autorinnen in der Vordergrund gestellt.

Jane Austen

Jane Austen hat zweifelsohne viele Klassiker der britischen Literatur erschaffen. Viele davon wurden verfilmt, wie z.B. “Stolz und Vorurteil”, “Emma” und “Geliebte Jane”. International zählt sie zu den bedeutendsten und erfolgreichsten britischen Autorinnen. Ihre Bücher unterschrieb sie stets mit “by a lady” und niemals mit ihrem eigenen Namen. Jane Austen hat vor allem in der britischen Welt eine enorme Bedeutung als Autorin. Ihr Stellenwert wird auch daran deutlich, dass ihr Gesicht seit 2017 die englische 10-Pfund-Note prägt.

Virginia Woolf

Woolfes 1929 erschienenes Werk “Ein Zimmer für sich allein” ist ein Klassiker der feministischen Literatur. Hier begibt sich die Autorin in die Perspektive einer fiktiven Schriftstellerin und fragt, wieso Frauen an den Herd verbannt werden und weibliches Schreiben meist sogar als lächerlich dargestellt wird.

Lock up your libraries if you like; but there is no gate, no lock, no bolt that you can set upon the freedom of my mind
(Virginia Woolf, “Ein Zimmer für sich allein”).

Virginia Woolf kann zu Recht als eine weibliche Ikone bezeichnet werden, die selbst mit schweren depressiven Episoden zu kämpfen hatte. “Mrs. Dalloway” und “Die Fahrt zum Leuchtturm” aus Woolfes Feder zählen unter anderem zu den bedeutendsten Werken britischer Schriftsteller. Virginia Woolf gilt darüber hinaus als eine der Begründerinnen des “stream of consciousness”, also des Bewusstseinsstroms und für die LGBTQI+-Bewegung als eine wichtige Figur. So weiß man von ihr, dass sie neben ihrer Ehe, die sich auf gedanklichen Austausch beschränkte, eine Beziehung zur Schriftstellerin Vita Sackville-West pflegte. Ihr Tod, ein Suizid, war so dramatisch wie ihr Leben zwischen leidenschaftlicher Produktivität und tiefer Melancholie.

Agatha Christie

Christie gilt als ungeschlagene “Queen of Crime” und eine der erfolgreichsten Buchautorinnen aller Zeiten. Unsterblich machte sie sich in der Welt der Literatur mit der Story um Hobby-Ermittlerin”Miss Marple”. Diese für immer 70-Jährigen Lady ist eine der liebenswertesten und schrulligsten Gestalten der Kriminalwelt. Über 55 Jahre arbeitete Agatha Christie an ihren Werken und schrieb in dieser Zeit 66 Romane und zahlreiche Theaterstücke und Kurzgeschichten. Und wer mal wieder Lust hat Miss Marple zu begegnen, “Mord im Orient-Express” ist bis heute ein Kult-Roman.

Joanne K. Rowling

Rowling hat keine klassische Literatur wie “Farm der Tiere” oder “Moby Dick” erschaffen, sondern eine Welt, die Millionen von jungen Menschen seit seinem Erscheinen in den Bann zieht: Harry Potter. Im Jahr 1997 erschien Teil eins, Harry Potter und der Stein der Weisen. Der letzte Band kam 2007. Zehn Jahre, in denen Kinder und Jugendliche auf jedes neue Band hin fieberten. Insgesamt wurde Harry Potter in über 70 Sprachen übersetzt und weltweit über 400 Millionen mal verkauft. Damit kann sich die Geschichte um den Hogwarts-Zauberer Harry als meist verkauftes Werk hinter der Bibel einordnen.

Zadie Smith

Die einzige Beziehung, die mich interessiert, ist die zwischen dem Buch und dem Leser. Alles andere ist lediglich Staub und hat nichts mit mir zu tun
(Zadie Smith, “Face to Face”).

Zadie Smith spricht deutliche Worte, Sie möchte nichts mit dem medialen Rummel um ihren Namen zu tun haben, möchte nicht ins Fernsehen und gibt kaum Interviews. Mit ihrem Erstling “Zähne zeigen” (2001) wurde die Schriftstellerin direkt berühmt. Für sie bedeutet schreiben, das eigene Ego in den Hintergrund zu rücken und genau vor Augen zu haben für wen man schreibt. Nicht für sich selbst, sondern für die Lesenden. “Zähne zeigen” ist auch eine Verneigung vor großen britischen Romanen, die Zadie Smith in ihrem Leben berührt haben. Inzwischen ist Zadie Smith 43 Jahre alt, hat weitere erfolgreiche Bücher und Essays geschrieben und lebt noch immer in London.

Weitere Veranstaltungen aus der Reihe “Große englische Autoren” werden am 3./10. Dezember und am 7./14. Januar stattfinden.