Garten

Weg von den Schotterwüsten – Lebendige Alternativen zum tristen Kiesgarten

Steine oder Pflanzen im Vorgarten oder Garten – viele Gartenbesitzer entscheiden sich heute für die vermeintlich einfache Variante: Kies. Doch darunter leidet die Artenvielfalt. 

Viele Hausbesitzer sehen in Steingärten eine schnelle, praktische Lösung. Dabei kann sich gerade die Pflege der Steinwüste nach ein paar Jahren schnell zur Sisyphusarbeit entwickeln – wenn nämlich die Steine vergrünen oder das Unkraut durch Vlies und Schotter des Kiesgartens wächst. Dann wird es schwer, den Steingarten ansehnlich zu halten. Durch Laub, Staub oder Samen bildet sich zwischen den Steinen ein Nährboden für unbeliebte Wildkräuter.

Versiegelte Flächen heizen schnell auf

Und Vorgärten und Gärten, die mit Steinen befüllt werden, heizen sich bei Sonnenschein auf, speichern die Hitze und strahlen sie – wenn man sich eigentlich Kühlung erhofft – wieder ab. Derart versiegelte Flächen nehmen Regenwasser nur bedingt auf, so dass es nicht mehr zur Verdunstung zur Verfügung steht. Sie bieten weder Nahrung noch Unterschlupf für Vögel und Insekten, wie Bienen und Schmetterlinge. Denn meist fehlen dort Blütenpflanzen, die Pollen und Nektar tragen.

Pflanzen sorgen für gutes Klima

Pflanzen an Fassaden, auf Dächern und Balkonen sowie im Garten machen dagegen Lebensräume in der Stadt erträglicher. Nicht nur durch schönes Aussehen. So reduziert sich der Wärmeeintrag bei einer extensiven Dachbegrünung im Vergleich zu einem Kiesdach um 30 bis 60 Prozent. Das wiederum hilft, den Hitzestau in den Städten abzubauen.

Auch die Baden-Württembergische Landesregierung sieht in diesem Thema eine große Relevanz. Mit der Mitte Juli beschlossenen Änderung des Landesnaturschutzgesetzes soll solchen Schotterwüsten zukünftig entgegenwirkt und der Weg für die Sicherung von grünen Gärten zugunsten des Artenschutzes und dem Erhalt der Artenvielfalt langfristig geebnet werden. Gartenanlagen sind somit zukünftig vorwiegend zu begrünen und insektenfreundlich zu gestalten.

Darum sind bepflanzte Gärten wichtig

Heute zählt jeder Quadratmeter in Städten und Gemeinden als Teil der grünen Infrastruktur. Bepflanzte Flächen nehmen Wasser auf und speichern es. Das hilft bei Starkregen, die Kanalisation zu entlasten. Die Bepflanzung heizt sich nicht so schnell auf, sondern kühlt durch Verdunstung über die Blätter sogar die Luft ab. Sie beschattet den Boden und mindert dessen Wasserverdunstung.
Die Pflanzen binden Feinstaub, reinigen die Luft und produzieren Sauerstoff. Sie schlucken sogar Schall. Vor allem aber bieten sie Lebensraum und Nahrung für Vögel und Insekten.

Welche Pflanzen passen in den Vorgarten?

Der Vorgarten soll möglichst das ganze Jahr über attraktiv und natürlich pflegeleicht sein. Als Visitenkarte bzw. Aushängeschild des Hauses ist er oft auch harmonisch auf die Fassade sowie die Umgebung abgestimmt.

Eine Vorgarten-Variante, die wenig Aufwand bereitet, ist beispielsweise eine Kombination aus Gehölzen und Stauden. Anspruchslos, aber zu jeder Jahreszeit interessant ist beispielsweise die Felsenbirne. Im Frühjahr hat sie zahlreiche weiße sternförmige Blüten, im Sommer beerenartige, essbare Früchte. Sie erinnern an Heidelbeeren. Und Vögel lieben sie. Im Herbst verfärben sich die Blätter leuchtend orangerot.

Winterharte Pflanzen kommen mit wenig Aufwand im Frühjahr wieder. Stauden, wie beispielsweise Lavendel, Salbei, Witwenblume oder Sterndolde sind mehrjährig und machen wenig Mühe.

Für die einfache Bepflanzung des Vorgartens eignen sich insbesondere immergrüne Pflanzen oder Gräser, wie das Japanische Berggras oder das Federgras. Sie behalten nicht nur ihr Laub, sondern bringen im Winter auch Farbe und Bewegung in den Vorgarten. Viele Tipps für einen lebendigen Vorgarten findet man unter Gardena Gartenplanung.

Quelle: Gardena GmbH