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Gesundheit

Wenn die Schilddrüse aufs Gemüt schlägt – Fehlfunktionen können Stimmungsschwankungen, Ängste und Depressionen auslösen

Bei Stimmungsschwankungen, Ängsten oder Schlafstörungen liegt oft der Verdacht auf eine psychische Erkrankung nahe. Nicht selten ist aber auch die Schilddrüse verantwortlich.

(djd). Wenn die Stimmung immer wieder in den Keller sinkt, der Antrieb fehlt, sich nervöse Ängste breitmachen oder Schlafstörungen die Nachtruhe rauben, liegt schnell der Verdacht auf eine psychische Erkrankung nahe. Nicht selten ist aber ein kleines Organ im Hals für den seelischen Ausnahmezustand verantwortlich: die Schilddrüse. Sie produziert wichtige Hormone, die den gesamten Stoffwechsel beeinflussen – und damit auch den von Nervenzellen und Gehirn. Dadurch können sich Schilddrüsenerkrankungen wie eine Über- oder Unterfunktion erheblich auf die seelische Balance auswirken. Und solche Fehlfunktionen treten häufiger auf, als man denkt: Bei rund jedem dritten Erwachsenen kommt es im Lebensverlauf zu einer krankhaften Schilddrüsenveränderung.

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Unterfunktion zieht runter

Die psychischen Symptome können je nach Krankheitsbild vielfältig sein – Informationen zu den verschiedenen Erkrankungen und eine Arztsuche gibt es unter www.forum-schilddruese.de. So werden etwa bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu wenig Hormone produziert, und der Stoffwechsel läuft ständig auf Sparflamme. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen mit depressiven Phasen können die Folge sein, im schlimmsten Fall kommt es sogar zu Suizidgedanken. Auslöser können beispielsweise ein Jodmangel sein oder die Autoimmunkrankheit Hashimoto-Thyreoiditis, die zu einer Zerstörung der Schilddrüsenzellen führt. Eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich schleichend und wird daher besonders häufig bei älteren Menschen festgestellt. Gerade bei Frauen werden die auftretenden Stimmungsschwankungen dann oft fälschlich auf die Wechseljahre zurückgeführt und dadurch zu spät behandelt. Dabei kann die Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform die Symptome meist unkompliziert lindern und auch Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkt vorbeugen.

Überfunktion dreht hoch

Doch nicht nur die Unterfunktion, auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann die Psyche beeinträchtigen. Hier werden – häufig ausgelöst durch Morbus Basedow – zu viele Hormone ausgeschüttet. Stoffwechsel und Nervensystem werden damit regelrecht überschwemmt und auf Hochtouren gebracht. Folgerichtig sind Erkrankte oft ruhelos und nervös, werden sogar aggressiv, neigen zu Ängsten und Schlafstörungen. Selbst eine Psychose kann auftreten. Um Fehldiagnosen und falsche Behandlungen zu vermeiden, sollte bei den genannten Beschwerden deshalb ebenfalls ein Schilddrüsen-Check erfolgen.

Quelle: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt