Öffnung von Theater und Konzerten in Bayreuth – Theaterleiter klagt : „Frustrationstoleranz ist ausgereizt“

Sind in Bayreuth Stadt und Land Theater und Konzerte bald wieder möglich? Das Bayreuther Tagblatt hat sich bei Kulturschaffenden umgehört.

40 Jahre Studiobühne Bayreuth – Jubiläumsausstellung und das Hoffen auf Wiederöffnung

Die Studiobühne Bayreuth feiert 2021 ihr 40-jähriges Jubiläum – Zeit auf die Anfänge zurückzublicken. 

40 Jahre Studiobühne Bayreuth: Jubiläumssaison 2020/2021

Die Jubiläumssaison der Studiobühne zum 40-jährigen Bestehen beginnt mit der Premiere „Die Zukunft war früher auch besser“.

Brandenburger Kulturstadl: Skandale und Randale im Heckentheater in der Wilhelminenaue Bayreuth

Kreativität ist in Corona-Zeiten auch beim Brandenburger Kulturstadl gefragt. Daher zieht das Theater für das Stück „Skandale und Randale“ in das Heckentheater in die Bayreuther Wilhelminenaue um. 

Absage der Bayreuther Festspiele 2020: Jetzt kommt Bayreuth Summertime 

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Bayreuther Festspiele 2020 abgesagt werden. Die Stadt Bayreuth hat sich nun etwas einfallen lassen, um den Ausfall zu kompensieren: „Bayreuth Summertime“.

Nach Coronalockerungen: Studiobühne Bayreuth stellt neues Sommerprogramm vor

Die Studiobühne Bayreuth stellt ihr neues Programm für den Sommer 2020 vor. Mit neuem Spielort am Wasserturm in der Eremitage. 

Studiobühne Bayreuth: Hoffnung für die Sommerspiele

Seit März ist Theaterspielen in geschlossenen Theaterräumen nicht mehr möglich. Doch die Studiobühne Bayreuth hat Hoffnung für den Sommer.

Hühner, Hosen und Death Metal auf der Studiobühne Bayreuth

Das Römische Reich ist dem Untergang geweiht. Zumindest wenn es nach seinem Kaiser geht. Die Studiobühne hat Friedrich Dürenmatts „Romulus der Große“ neu inszeniert. Premiere ist am Samstag, 30. November.

Als Dramaturg ist es nicht immer einfach gute Geschichten auf die Bühne zu bringen. Wo doch das Leben aktuell die spannenderen, skurrileren und abgründigeren Stücke schreibt: Flüchtlingskrise, Klimaerwandel, Handels- und tatsächliche Kriege. Obwohl uns das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe steht, reagiert die Politik darauf mit merkelmäßigem Aussitzen oder einer Nationaltümelei a la AfD oder Trump.

Anklänge an aktuelle Politik

„Wir sind Provinzler, denen eine Welt über den Kopf wächst, die sie nicht begreifen können.“ Treffender kann man es nicht formulieren. Dabei ist dieser Satz 70 Jahre alt. Er stammt aus Friedrich Dürenmatts „Romulus der Große“, das am Samstag, 30. November, Premiere in der Studiobühne feiert.

Ganz bewusst und mitten in der Dauerkrise der Politik bringt das Theater dieses Stück auf die Bühne. Ausgesucht hat es Birgit Franz, die auch Regie führt. „Ich mag Aussagen auf der Bühne machen. Romulus ist dafür sehr geeignet,“ sagt sie und zitiert die Unterzeile zu diesem Stück. „Wer so auf dem letzten Loch pfeift wie wir alle, kann nur noch Komödien verstehen.“

Birgit Franz. Foto: Torsten Geiling.

An der Studiobühne ist Birgit Franz in erster Linie für die Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ab und an steht sie aber noch selbst auf der Bühne. Die Schauspielerei war es auch, die ihre Leidenschaft fürs Theater geweckt hat. Mit 16 Jahren stand sie in Bayreuth zum ersten Mal auf der Bühne. Sie begann dann nach dem Abitur mit einem Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft. An der Theaterschule Emmental lernte sie das Handwerk, ehe sie etwa im Theater Kontrapunkt in Düsseldorf weitere Erfahrungen sammelte. Im Jahr 1995 kehrte sie nach Bayreuth an die Studiobühne zurück.

Dürenmatt hat den Romulus als Antwort auf das Dritte Reich geschrieben. In dem Stück geht es um ebenjenen Kaiser, der im Angesicht des untergehenden römischen Weltreichs demonstrativ gut gelaunt Hühner züchtet und frühstückt, während sein Hofstaat in Panik gerät und die drohende Übernahme durch die Germanen mit allen Mitteln abzuwenden versucht.

„Es gibt viele Charaktere, die einen Fanatismus entwickeln“, erklärt Birgit Franz, etwa die Kaiserstochter Rea, die auf ihre große Liebe verzichten und einen schwerreichen Hosenfabrikanten heiraten möchte, um Rom zu retten, oder ihre Mutter Julia, die den Widerstand von Sizilien aus anführen will, obwohl für sie bisher die Politik ein Fremdwort war. Romulus hat für jeden den passenden Satz parat: „Vaterland nennt sich der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf Menschenmord auszugehen.“ „Wo die Hose anfängt, hört die Kultur auf.“ „Wir haben durch die Jahrhunderte so viel dem Staat geopfert, dass es jetzt Zeit ist, dass sich der Staat für uns opfert.“

Romulus auf der Bühne. Foto: Studiobühne Bayreuth.

Diesen Fanatismus findet Birgit Franz interessant und die Frage, woher der Wunsch bei vielen Menschen nach einer übergeordneten Kraft und nach einer Utopie stammt. Hier sieht sie auch Parallelen zur heutigen politischen Lage und zum Nationalismus eines Trumps, Erdogans oder der AfD. „Wir haben nichts aus der Geschichte gelernt“, sagt sie. „Die Gesellschaft verändert sich, die stabilisierende Mitte wird mehr und mehr aufgedröselt.“

Was kann das Theater dagegen tun? „Es hilft beim Denken“, auch wenn es keine Lösung für dieses Dilemma gebe. „Auch Romulus scheitert“, sagt Birgit Franz. Das Römische Reich geht nicht unter und er wird nicht wie geplant vom germanischen Fürsten Odoaker ermordet. Man könne nur unterhaltsam, verständlich und zeitgemäß das Publikum aufklären.

15 Aufführungen im Dezember und Januar

Dafür haben die 17 Schauspieler seit zweieinhalb Monaten nun geprobt und auch moderne Anklänge in Dürenmatts Stück integriert. Ein Kunsthändler ähnelt Conchita Wurst, die Germanen treten kultiviert in Anzug und mit Hut auf und die Kammerdiener bringen ihre Ode als Death-Metal-Version dar. Den Text hat Birgit Franz nur leicht angepasst. „Mehr war nicht nötig. Dürenmatt schreibt einfach zu gut.“

Premiere: 30. November 2019 | Hauptbühne 3. /7. /11. /17. /28. /31. Dezember 2019 8. /11. /17. /21. /23. /29. Januar 2020 um 20.00 Uhr 29. Dezember / 26. Januar um 17.00 Uhr

Karten gibt es an der Kasse oder unter www.studiobuehne-bayreuth.de

Weitere Infos zum aktuellen Programm der Studiobühne gibt es in unserem Artikel.

Brandenburger Kulturstadl: Exklusive Einblicke zur Rapunzel-Premiere

Rapunzel ist eines der bekanntesten Märchen. Jeder hat es schon einmal gesehen oder gehört. Wie man den Klassiker aber neu erzählen kann, zeigt der Brandenburger Kulturstadl. Das bt war bei einer der letzten Proben vor der Premiere am 16. November dabei und durfte hinter die Kulissen blicken.

Seit über 30 Jahren engagieren sich rund 270 Ehrenamtliche im Brandenburger Kulturstadl und führen Jahr für Jahr neue Stücke auf. Darunter gut 100 Kinder und Jugendliche. Dabei gibt es Komödien, Kinderstücke, Krimis und mehr. Bei der neusten Inszenierung handelt es sich um Rapunzel. Worum es in dem Stück geht und was die Inszenierung so besonders macht, verraten die Regisseurinnen Ruby Tanner und Sonja Vogtmann im Video. 

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Darum geht’s:

Das klassische Märchen Rapunzel wird aus der Sicht der beiden Wichtel Schlürfel und Wappi erzählt. Die Wichtelmänner wandern durch den Zauberwald der bösen Zauberin Gothel. Auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden müssen die beiden eine gute Tat vollbringen. Als sie die Stimme von Rapunzel hören, wissen sie, dass dies ihre Chance ist. Einblicke in die Proben gibt es im Video über dem Text. 


Die Premiere findet am 16. November um 15 Uhr statt im Brandenburger Kulturstadl statt. Alle weiteren Termine gibt es hier.

Zur Festspielzeit: Studiobühne zeigt Richard Wagners Jugendwerk

Richard Wagners Jugendwerk Leubald wurde vor 30 Jahren von der Studiobühne Bayreuth uraufgeführt – ein legendäres Ereignis nicht nur für Wagnerianer. Jetzt wird das Werk wieder am Ort der Uraufführung gezeigt: dem Hoftheater im Steingraeber-Palais.

Leubald war ein Versuch des jugendlichen Richard Wagner, ein tragisches Drama im Shakespeare-Genre zu schreiben. Es beschäftigte ihn in den Jahren 1827/28 während seiner Schulzeit, zunächst in Dresden und später in Leipzig.

Foto: Thomas Eberlein

So ist’s entstanden:

Angetrieben von der Lektüre Shakespeares und des frühen Goethe fängt der dreizehnjährige Richard Wagner an, das Trauerspiel Leubald zu schreiben. Als etwa Fünfzehnjähriger schließt er es ab. Seine Familie ist entsetzt. Alles, was sich bei seinen literarischen Vorbildern an Grausamkeiten, Derbheiten und schier Unerträglichem finden lässt, ist in eine wirre Handlung zusammengeflossen.

Aus jugendlichem Ungestüm ist viel unfreiwillige Komik entstanden, aber auch verblüffend kühne Gedanken und manche Vorwegnahme auf seine späteren Werke. Das Manuskript ist jahrelang verschollen. Erst 1978 kann das Original von der Richard-Wagner-Stiftung auf einer Londoner Auktion erworben werden.

1989 wurde Leubald von der Studiobühne Bayreuth unter der Regie von Uwe Hoppe mit großem Erfolg uraufgeführt. Zum dreißigjährigen Jubiläum dieser Uraufführung zeigt die Studiobühne Richard Wagners Jugendwerk in einer Neuinszenierung von 2013.

Foto: Thomas Eberlein

Gespielt wird:

Die Premiere findet am 3. August um 20 Uhr im Hoftheater Steingraeber-Palais statt. Weitere Vorstellungen gibt es am 10. August um 20 Uhr und am 11. August um 18 Uhr.

Foto: Thomas Eberlein

Dabei sind:

Die Regier hat Uwe Hoppe. Es spielen Charis Hager, Uwe Hoppe, Anja Kraus, Finn Leible, Sascha Retzlaff, Johanna Rönsch, Jürgen Skambraks, Lukas Stühle und Annette Zeus.