NABU: Fünf Tipps zum Gärtnern im Klimawandel

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Der Klimawandel stellt viele Gärtner vor Herausforderungen. Denn Pflanzenauswahl, Gießtechnik und die richtige Bodenbearbeitung müssen dabei beachtet werden.

Extreme Wetterlagen stressen Pflanzen – So kommen Bäume und Büsche gut durch den Sommer

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Wie schon in den Vorjahren fiel das erste Halbjahr 2020 nach Meinung von Wetterexperten viel zu trocken aus. Doch nicht nur Trockenheit, auch Extremwetterlagen mit Starkregen und Wind können den Pflanzen im Garten zusetzen.

Regenwasser – das ideale Gießwasser

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Wasser ist wertvoll. Und Trinkwasser aus der Leitung ist zum Gießen im Garten viel zu schade und zu teuer. Regen fällt dagegen kostenlos vom Himmel.

Mitmachaktion: Insektenzählen für den NABU

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Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft zum dritten Mal Menschen zum Insektenzählen auf. Die Mitmachaktion, bei der jeder teilnehmen kann, findet vom 29. Mai bis 7. Juni und vom 31. Juli bis 9. August statt. 

Bayreuther Verein startet Blühwiesen-Challenge

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Der Verein Summer in der City ruft zur Blühwiesen-Challenge auf. Insgesamt sollen in mindestens 30 Gärten Blühwiesen angelegt werden.

Unkraut adé

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Unkraut ist in jedem Garten unerwünscht. Wie man seinen Rasen ganz einfach pflegen kann, erfahren Sie hier.

Sollte man Vögel im Winter füttern oder nicht?

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Die Temperaturen sind eisig. Viele Menschen greifen daher beherzt bei Sonnenblumenkernen und Meisenknödeln zu. Umsonst? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Ob man Vögel im Winter füttern sollte oder nicht, erklären zwei Experten.

Kohlmeise an einer Wassertränke. Symbolfoto: Pixabay

Was gegen das Füttern spricht: Das sagt der Bund Naturschutz

Peter Ille, der Leiter der Geschäftsstelle Bayreuth beim Bund Naturschutz sieht es kritisch, dass Vögel im Winter gefüttert werden. Im Video schildert er seine Position. “Die Vögel gewöhnen sich so an den Menschen. Wenn man sie über einen längeren Zeitraum füttert, verlernen die Tiere schlimmstenfalls, wie sie selbst Nahrung finden können”, erklärt der 61-Jährige. Wenn überhaupt, solle man Vögel erst bei geschlossener Schneedecke füttern und nicht schon zum Beginn des Herbstes, betont Peter Ille.

Ein Irrglaube sei, dass mehr Vögel überleben, wenn man mehr Vögel füttert, sagt Peter Ille. Es sei eher ein Wechselspiel: Zum einen vermehren sich die Vogelarten intensiver, wenn man sie füttert. Zum anderen würden über Vogelhäuser jedoch auch leicht Krankheiten übertragen werden, die für die Tiere auch tödlich enden können – ebenso kann falsches Futter ihnen schaden.

Foto: Carolin Richter

Was für das Füttern spricht: Das sagt der Landesbund für Vogelschutz

Eine ganz andere Meinung vertritt Christoph Hartl vom Landesbund für Vogelschutz. Er sieht es als wichtig an, Vögel zu füttern: “Es ist nicht nur sinnvoll die Vögel im Winter zu füttern, sondern teilweise sogar ganzjährig”, sagt er. Natürlich spielen Temperatur und ähnliche Faktoren dabei eine wichtige Rolle.

Hartl rät, die Vögel mit Futter aus natürlichen Bestandteilen zu füttern, zum Beispiel mit Knödeln aus pflanzlichen Fetten und Samen. “Man sollte darauf achten, dass die Tiere das Futter nicht verunreinigen können und alles hygienisch bleibt, um Krankheiten vorzubeugen”, erklärt er. Zudem sei es wichtig, dass eine Wassertränke in der Nähe sei.

Der Lebensraum hat sich verändert: Die heutige Landschaft sei zu aufgeräumt. “Ich kann nur empfehlen, etwas Unordnung im Garten walten zu lassen oder wenigstens einige wilde Ecken zu behalten”, fügt Hartl hinzu.

Lebensräume bedroht – was hilft

In diesem Punkt stimmt auch Peter Ille vom Bund Naturschutz Bayreuth zu: “Stauden oder Hecken sollten im Winter stehen gelassen und nicht abgeschnitten werden”, sagt Ille. Denn darin könnten Insekten oder Larven überwintern – die natürliche Nahrungsgrundlage für Vögel. Auch liegen gebliebenes Obst oder ein Kompost bieten den Vögeln Nahrung während der kalten Jahreszeit.

Igel zuhause aufnehmen? Besser nicht!

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Igel fressen sich nach und nach ihr Fettpolster an und suchen sich dann einen Ort, wo sie sich zum Winterschlaf zurück ziehen können. Etwa fünf bis sechs Monate können die Tiere so verbringen. Ihre Körperfunktionen laufen in dieser Zeit auf Sparflamme. Doch oft reagieren Menschen besorgt, wenn sie einen besonders kleinen Igel in den Wintermonaten in Bewegung sehen – zurecht?

Wie man sich in diesem Fall verhalten soll, erklärt Peter Ille, der Geschäftsstellenleiter des Bund Naturschutz Bayreuth, im Video über dem Text.

Verändertes Klima: Igel länger aktiv

Büsche dienen als Rückzugsort für die Igel. Foto: Carolin Richter

Die Temperaturen zu Beginn des Winters, würden statistisch gesehen immer wärmer werden, erklärt Peter Ille. “Deswegen braucht man sich auch keine Sorgen machen, wenn einem im Dezember noch Igel begegnen. Sie sind noch dabei sich ihr Fettpolster anzufressen”, erklärt er. Der Igel würde selbst wissen, wann der geeignete Zeitpunkt ist, in den Winterschlaf übergehen.

“Es ist normal, dass Tiere, die im Mai geboren wurden, dann noch nicht so groß sind. Aber kein Grund zur Besorgnis”, sagt der 61-Jährige. Wer viele Laubhaufen und Hecken im Garten habe, hätte eigentlich schon das Nötigste getan.

Schlechte Chancen für den folgenden Winter

Laut Ille sollte man bestenfalls gar keine Igel zuhause aufnehmen, aus folgendem Grund: “95 Prozent der Jungtiere, die im Winter durch den Menschen aufgezogen wurden, erleben den darauf folgenden Winter meist nicht. Denn sie sind so einfach nicht an den Winterschlaf gewöhnt”, fügt Ille hinzu.

Peter Ille, Geschäftsstellenleiter beim Bund Naturschutz Bayreuth. Foto: Carolin Richter

Wenn sie einen kleinen Igel laufen sehen, reagieren viele im Winter leider voreilig. Der Igel hat schon vor mehr als 15 Millionen Jahren existiert – weit vor den Menschen. Deswegen weiß der Igel im Notfall intuitiv, was zu tun ist, auch ohne menschliche Hilfe.

(Peter Ille, Bund Naturschutz Bayreuth)

Naturnah gestalteter Garten

Helfen könne man den Tieren stattdessen, indem man seinen Garten naturnah belässt, wie er sagt. Also, zum Beispiel, nicht zu viele Büsche abschneidet und das Laub um die Büsche anhäuft – als Rückzugsort für die Igel. “Der Garten sollte einfach nicht zu aufgeräumt sein”, sagt er. Auch Unkraut könne getrost mal stehen bleiben, damit Insekten überleben.

Der Garten sollte nicht zu aufgeräumt, sondern naturnah sein. Foto: Carolin Richter


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Obst und Katzenfutter

“Heruntergefallenes Obst darf man gerne liegen lassen. Igeln und auch Vögeln dient das als Nahrung”, fügt Peter Ille hinzu. Wer glaubt, dass es wirklich nötig ist den Igel im Notfall bei der Ernährung zu unterstützen, könne Katzenfutter im Garten auslegen.

Fallobst sollte man als Nahrung für die Igel liegen lassen. Symbolfoto: Pixabay

Allerdings warnt Peter Ille: “Man muss sich bewusst sein, dass man durch das ausgelegte Futter auch andere Tiere, wie Ratten, anlocken kann.”

Finger weg von Milch

Ein Irrglaube: Auf keinen Fall, sollte man den Igeln Milch geben. “Die Milch schmeckt ihnen zwar, lässt sie aber eingehen. Igel vertragen Milch überhaupt nicht”, ergänzt der 61-Jährige.

Einheitsbuddeln: Baumpflanzaktion zum Tag der Deutschen Einheit

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Pflanzparty in der Wilhelminenaue! Seit Mai befindet sich dort der Naturgarten und wird vom Verein “Summer in der City” Stück für Stück aufgebaut. Passend zum Tag der Deutschen Einheit haben die Mitglieder zum Einheitsbuddeln aufgerufen und eine weitere Baumpflanzaktion gestartet.

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Anlass ist eine deutschlandweite Baumpflanzaktion, die am Tag der Deutschen Einheit dazu aufruft, jedes Jahr für jeden Menschen in Deutschland einen Baum zu pflanzen. An dieser Aktion beteiligten sich auch die Mitglieder des Vereins “Summer in der City”. Vier weitere Bäume wurden in dem Naturgarten in der Wilhelminenaue gepflanzt.

Bevor der Baum gepflanzt wurde, wurde erst nach einem passenden Standort gesucht. Foto: Susanne Jagodzik

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Wir sind jede Woche hier und gestalten den Naturgarten Stück für Stück weiter. Als wir von der Aktion “Einheitsbuddeln” gehört haben, waren wir begeistert. Solche Aktionen unterstützen wir gerne. Wir haben jetzt mit vier Bäumen angefangen.

Aber wir hoffen, dass sich uns vielleicht noch ein paar Privatpersonen anschließen, die auch in ihren eigenen Gärten Bäume pflanzen.

(Stefanie Propp, Vorsitzende des Vereins “Summer in der City”)

 

Tigertomate und Co.: Wie sich die Pflanzen besonders wohl fühlen

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Es gibt sie in gelb, rot, gestreift, in rund oder eckig – die Sorten von Tomaten werden immer mehr. In der Bayreuther Gärtnerei Schmidt gibt es in diesem Jahr 16 unterschiedliche. Von März bis Juni werden dort alle drei Wochen neue Tomatensätze angepflanzt. Bei welchen Bedingungen sich die Tomatenpflanzen besonders wohl fühlen, erklärt Gärtnerei-Inhaber Jürgen Schmidt im Video über dem Text. 

Neues testen

“Früher gab es gerade mal eine Sorte Tomaten, dann kamen die kleinen Cocktailtomaten und später die Datteltomaten hinzu”, erklärt Jürgen Schmidt. Doch auch, wenn es immer mehr Auswahl gebe, würden gut zwei Drittel der Kunden auf traditionelle rote Sorten zurückgreifen. “Wir bekommen die Samen von verschiedenen Züchtern und nehmen immer wieder neue Sorten mit auf”, erklärt er. So könne man immer wieder neues testen. Die Haussorte der Gärtnerei Schmidt ist die “Pannovy”, die süß-säuerlich schmeckt und durch die feste Schale lange lagerbar bleibt.

Die Gärtnerei Schmidt besteht in der Eckener Straße seit 1929. Jürgen Schmidt leitet sie in dritter Generation. Auch sein Sohn Florian ist mit im Boot. Alle Tomatensorten, die er auf dem Wochenmarkt anbiete, könne man im Frühjahr auch als Jungpflanze für zu Hause in der Gärtnerei kaufen, so Schmidt.

Impressionen der verschiedenen Tomaten-Sorten

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So werden die Tomaten angebaut

“Im Januar werden die Tomatensamen in Kisten angesät”, so Schmidt. Diese lagern bei Temperaturen von mindestens 20 Grad und bekommen extra Licht zugeführt, damit der Sommer sozusagen imitiert wird. Sobald die Pflanzen Keimblätter gebildet haben, werden sie in Töpfe umgepflanzt und dann ab Mai direkt in den Erdboden des Gewächshauses. “Dort haben wir eine Humusschicht von knapp 40 Zentimetern Tiefe”, sagt Schmidt. Hier würde kein chemischer Dünger zum Einsatz kommen, sondern Kompost-Erträge, Hornspäne oder Hornmehl.

Auch gegen Schädlinge wie die Weiße Fliege werden keine Chemikalien eingesetzt:

Wir regeln die Schädlingsbekämpfung über Nützlinge.

Konkret bedeutet das, dass Schlupfwespen genutzt werden, die die Weiße Fliege dann fressen.

Hummeln als Helfer im Einsatz

Die Tomatenpflanzen werden dann um Seile gewickelt und die Nebentriebe jeweils entfernt, damit sie nicht zu buschig werden. “Es gibt eigentlich keine Maximalhöhe. Die Tomatenpflanze wächst immer weiter. Doch dadurch, dass wir hier Kurzkulturen haben, ist die Höhe natürlich begrenzt”, so Schmidt. Bestäubt werden die Pflanzen durch Hummeln aus einer Box, die alle neuen Blüten abfliegen. So werde der Ertrag der Tomaten gesichert. Im Herbst weichen die Tomatenpflanzen dann aus den Gewächshäusern. Stattdessen werden  Feldsalat und später auch Kopfsalat, Radieschen oder Spinat auf der Fläche angepflanzt.

Wieviel Wasser die Tomaten brauchen

Im Gewächshaus bekommen die Pflanzen über ein Düsensystem Wasser. Alle zwei bis drei Tage würden ausreichen. “Hat man die Pflanze nicht fest in der Erde, sondern in einem Kübel auf dem Balkon, muss man natürlich mit dem Gießen mehr hinterher sein”, so Schmidt. Bekämen die Tomaten zu wenig Wasser, würden sich unten trockene, faulige Stellen bilden. Wichtig sei außerdem, dass im Gewächshaus keine so hohe Luftfeuchtigkeit herrsche. “Bei uns bleibt das Gewächshaus abends offen. Die Tomaten wachsen also wie Freilandkulturen”, erklärt der Gärtnerei-Inhaber.

Platz-Gefahr

Vor kalten Nächten ist es besser, die Tomaten nur wenig zu gießen, damit sie nicht platzen.

(Jürgen Schmidt)

Damit die Tomaten einen besonders intensiven Geschmack bekommen, hat er noch einen weiteren Tipp: Auch im Herbst soll man nur wenig Wasser geben.

Nachreifen lassen

Den letzten Satz Tomaten hat die Gärtnerei Schmidt im Juni gepflanzt. Die Tomaten sind gerade noch grün und werden in den kommenden Wochen auf dem Wochenmarkt vor der Rotmainhalle sowie in der Gärtnerei selbst angeboten. Und, falls der Frost zuschlägt, einfach grün ernten und liegen lassen: “Damit sie im Herbst nach der Ernte noch nachreifen können, sollte es im Raum nicht kälter als 15 Grad sein”, fügt Schmidt hinzu.