Unkraut adé

Unkraut ist in jedem Garten unerwünscht. Wie man seinen Rasen ganz einfach pflegen kann, erfahren Sie hier.

Sollte man Vögel im Winter füttern oder nicht?

Die Temperaturen sind eisig. Viele Menschen greifen daher beherzt bei Sonnenblumenkernen und Meisenknödeln zu. Umsonst? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Ob man Vögel im Winter füttern sollte oder nicht, erklären zwei Experten.

Kohlmeise an einer Wassertränke. Symbolfoto: Pixabay

Was gegen das Füttern spricht: Das sagt der Bund Naturschutz

Peter Ille, der Leiter der Geschäftsstelle Bayreuth beim Bund Naturschutz sieht es kritisch, dass Vögel im Winter gefüttert werden. Im Video schildert er seine Position. „Die Vögel gewöhnen sich so an den Menschen. Wenn man sie über einen längeren Zeitraum füttert, verlernen die Tiere schlimmstenfalls, wie sie selbst Nahrung finden können“, erklärt der 61-Jährige. Wenn überhaupt, solle man Vögel erst bei geschlossener Schneedecke füttern und nicht schon zum Beginn des Herbstes, betont Peter Ille.

Ein Irrglaube sei, dass mehr Vögel überleben, wenn man mehr Vögel füttert, sagt Peter Ille. Es sei eher ein Wechselspiel: Zum einen vermehren sich die Vogelarten intensiver, wenn man sie füttert. Zum anderen würden über Vogelhäuser jedoch auch leicht Krankheiten übertragen werden, die für die Tiere auch tödlich enden können – ebenso kann falsches Futter ihnen schaden.

Foto: Carolin Richter

Was für das Füttern spricht: Das sagt der Landesbund für Vogelschutz

Eine ganz andere Meinung vertritt Christoph Hartl vom Landesbund für Vogelschutz. Er sieht es als wichtig an, Vögel zu füttern: „Es ist nicht nur sinnvoll die Vögel im Winter zu füttern, sondern teilweise sogar ganzjährig“, sagt er. Natürlich spielen Temperatur und ähnliche Faktoren dabei eine wichtige Rolle.

Hartl rät, die Vögel mit Futter aus natürlichen Bestandteilen zu füttern, zum Beispiel mit Knödeln aus pflanzlichen Fetten und Samen. „Man sollte darauf achten, dass die Tiere das Futter nicht verunreinigen können und alles hygienisch bleibt, um Krankheiten vorzubeugen“, erklärt er. Zudem sei es wichtig, dass eine Wassertränke in der Nähe sei.

Der Lebensraum hat sich verändert: Die heutige Landschaft sei zu aufgeräumt. „Ich kann nur empfehlen, etwas Unordnung im Garten walten zu lassen oder wenigstens einige wilde Ecken zu behalten“, fügt Hartl hinzu.

Lebensräume bedroht – was hilft

In diesem Punkt stimmt auch Peter Ille vom Bund Naturschutz Bayreuth zu: „Stauden oder Hecken sollten im Winter stehen gelassen und nicht abgeschnitten werden“, sagt Ille. Denn darin könnten Insekten oder Larven überwintern – die natürliche Nahrungsgrundlage für Vögel. Auch liegen gebliebenes Obst oder ein Kompost bieten den Vögeln Nahrung während der kalten Jahreszeit.

Igel zuhause aufnehmen? Besser nicht!

Igel fressen sich nach und nach ihr Fettpolster an und suchen sich dann einen Ort, wo sie sich zum Winterschlaf zurück ziehen können. Etwa fünf bis sechs Monate können die Tiere so verbringen. Ihre Körperfunktionen laufen in dieser Zeit auf Sparflamme. Doch oft reagieren Menschen besorgt, wenn sie einen besonders kleinen Igel in den Wintermonaten in Bewegung sehen – zurecht?

Wie man sich in diesem Fall verhalten soll, erklärt Peter Ille, der Geschäftsstellenleiter des Bund Naturschutz Bayreuth, im Video über dem Text.

Verändertes Klima: Igel länger aktiv

Büsche dienen als Rückzugsort für die Igel. Foto: Carolin Richter

Die Temperaturen zu Beginn des Winters, würden statistisch gesehen immer wärmer werden, erklärt Peter Ille. „Deswegen braucht man sich auch keine Sorgen machen, wenn einem im Dezember noch Igel begegnen. Sie sind noch dabei sich ihr Fettpolster anzufressen“, erklärt er. Der Igel würde selbst wissen, wann der geeignete Zeitpunkt ist, in den Winterschlaf übergehen.

„Es ist normal, dass Tiere, die im Mai geboren wurden, dann noch nicht so groß sind. Aber kein Grund zur Besorgnis“, sagt der 61-Jährige. Wer viele Laubhaufen und Hecken im Garten habe, hätte eigentlich schon das Nötigste getan.

Schlechte Chancen für den folgenden Winter

Laut Ille sollte man bestenfalls gar keine Igel zuhause aufnehmen, aus folgendem Grund: „95 Prozent der Jungtiere, die im Winter durch den Menschen aufgezogen wurden, erleben den darauf folgenden Winter meist nicht. Denn sie sind so einfach nicht an den Winterschlaf gewöhnt“, fügt Ille hinzu.

Peter Ille, Geschäftsstellenleiter beim Bund Naturschutz Bayreuth. Foto: Carolin Richter

Wenn sie einen kleinen Igel laufen sehen, reagieren viele im Winter leider voreilig. Der Igel hat schon vor mehr als 15 Millionen Jahren existiert – weit vor den Menschen. Deswegen weiß der Igel im Notfall intuitiv, was zu tun ist, auch ohne menschliche Hilfe.

(Peter Ille, Bund Naturschutz Bayreuth)

Naturnah gestalteter Garten

Helfen könne man den Tieren stattdessen, indem man seinen Garten naturnah belässt, wie er sagt. Also, zum Beispiel, nicht zu viele Büsche abschneidet und das Laub um die Büsche anhäuft – als Rückzugsort für die Igel. „Der Garten sollte einfach nicht zu aufgeräumt sein“, sagt er. Auch Unkraut könne getrost mal stehen bleiben, damit Insekten überleben.

Der Garten sollte nicht zu aufgeräumt, sondern naturnah sein. Foto: Carolin Richter


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Obst und Katzenfutter

„Heruntergefallenes Obst darf man gerne liegen lassen. Igeln und auch Vögeln dient das als Nahrung“, fügt Peter Ille hinzu. Wer glaubt, dass es wirklich nötig ist den Igel im Notfall bei der Ernährung zu unterstützen, könne Katzenfutter im Garten auslegen.

Fallobst sollte man als Nahrung für die Igel liegen lassen. Symbolfoto: Pixabay

Allerdings warnt Peter Ille: „Man muss sich bewusst sein, dass man durch das ausgelegte Futter auch andere Tiere, wie Ratten, anlocken kann.“

Finger weg von Milch

Ein Irrglaube: Auf keinen Fall, sollte man den Igeln Milch geben. „Die Milch schmeckt ihnen zwar, lässt sie aber eingehen. Igel vertragen Milch überhaupt nicht“, ergänzt der 61-Jährige.

Einheitsbuddeln: Baumpflanzaktion zum Tag der Deutschen Einheit

Pflanzparty in der Wilhelminenaue! Seit Mai befindet sich dort der Naturgarten und wird vom Verein „Summer in der City“ Stück für Stück aufgebaut. Passend zum Tag der Deutschen Einheit haben die Mitglieder zum Einheitsbuddeln aufgerufen und eine weitere Baumpflanzaktion gestartet.

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Anlass ist eine deutschlandweite Baumpflanzaktion, die am Tag der Deutschen Einheit dazu aufruft, jedes Jahr für jeden Menschen in Deutschland einen Baum zu pflanzen. An dieser Aktion beteiligten sich auch die Mitglieder des Vereins „Summer in der City“. Vier weitere Bäume wurden in dem Naturgarten in der Wilhelminenaue gepflanzt.

Bevor der Baum gepflanzt wurde, wurde erst nach einem passenden Standort gesucht. Foto: Susanne Jagodzik

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Wir sind jede Woche hier und gestalten den Naturgarten Stück für Stück weiter. Als wir von der Aktion „Einheitsbuddeln“ gehört haben, waren wir begeistert. Solche Aktionen unterstützen wir gerne. Wir haben jetzt mit vier Bäumen angefangen.

Aber wir hoffen, dass sich uns vielleicht noch ein paar Privatpersonen anschließen, die auch in ihren eigenen Gärten Bäume pflanzen.

(Stefanie Propp, Vorsitzende des Vereins „Summer in der City“)

 

Tigertomate und Co.: Wie sich die Pflanzen besonders wohl fühlen

Es gibt sie in gelb, rot, gestreift, in rund oder eckig – die Sorten von Tomaten werden immer mehr. In der Bayreuther Gärtnerei Schmidt gibt es in diesem Jahr 16 unterschiedliche. Von März bis Juni werden dort alle drei Wochen neue Tomatensätze angepflanzt. Bei welchen Bedingungen sich die Tomatenpflanzen besonders wohl fühlen, erklärt Gärtnerei-Inhaber Jürgen Schmidt im Video über dem Text. 

Neues testen

„Früher gab es gerade mal eine Sorte Tomaten, dann kamen die kleinen Cocktailtomaten und später die Datteltomaten hinzu“, erklärt Jürgen Schmidt. Doch auch, wenn es immer mehr Auswahl gebe, würden gut zwei Drittel der Kunden auf traditionelle rote Sorten zurückgreifen. „Wir bekommen die Samen von verschiedenen Züchtern und nehmen immer wieder neue Sorten mit auf“, erklärt er. So könne man immer wieder neues testen. Die Haussorte der Gärtnerei Schmidt ist die „Pannovy“, die süß-säuerlich schmeckt und durch die feste Schale lange lagerbar bleibt.

Die Gärtnerei Schmidt besteht in der Eckener Straße seit 1929. Jürgen Schmidt leitet sie in dritter Generation. Auch sein Sohn Florian ist mit im Boot. Alle Tomatensorten, die er auf dem Wochenmarkt anbiete, könne man im Frühjahr auch als Jungpflanze für zu Hause in der Gärtnerei kaufen, so Schmidt.

Impressionen der verschiedenen Tomaten-Sorten

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So werden die Tomaten angebaut

„Im Januar werden die Tomatensamen in Kisten angesät“, so Schmidt. Diese lagern bei Temperaturen von mindestens 20 Grad und bekommen extra Licht zugeführt, damit der Sommer sozusagen imitiert wird. Sobald die Pflanzen Keimblätter gebildet haben, werden sie in Töpfe umgepflanzt und dann ab Mai direkt in den Erdboden des Gewächshauses. „Dort haben wir eine Humusschicht von knapp 40 Zentimetern Tiefe“, sagt Schmidt. Hier würde kein chemischer Dünger zum Einsatz kommen, sondern Kompost-Erträge, Hornspäne oder Hornmehl.

Auch gegen Schädlinge wie die Weiße Fliege werden keine Chemikalien eingesetzt:

Wir regeln die Schädlingsbekämpfung über Nützlinge.

Konkret bedeutet das, dass Schlupfwespen genutzt werden, die die Weiße Fliege dann fressen.

Hummeln als Helfer im Einsatz

Die Tomatenpflanzen werden dann um Seile gewickelt und die Nebentriebe jeweils entfernt, damit sie nicht zu buschig werden. „Es gibt eigentlich keine Maximalhöhe. Die Tomatenpflanze wächst immer weiter. Doch dadurch, dass wir hier Kurzkulturen haben, ist die Höhe natürlich begrenzt“, so Schmidt. Bestäubt werden die Pflanzen durch Hummeln aus einer Box, die alle neuen Blüten abfliegen. So werde der Ertrag der Tomaten gesichert. Im Herbst weichen die Tomatenpflanzen dann aus den Gewächshäusern. Stattdessen werden  Feldsalat und später auch Kopfsalat, Radieschen oder Spinat auf der Fläche angepflanzt.

Wieviel Wasser die Tomaten brauchen

Im Gewächshaus bekommen die Pflanzen über ein Düsensystem Wasser. Alle zwei bis drei Tage würden ausreichen. „Hat man die Pflanze nicht fest in der Erde, sondern in einem Kübel auf dem Balkon, muss man natürlich mit dem Gießen mehr hinterher sein“, so Schmidt. Bekämen die Tomaten zu wenig Wasser, würden sich unten trockene, faulige Stellen bilden. Wichtig sei außerdem, dass im Gewächshaus keine so hohe Luftfeuchtigkeit herrsche. „Bei uns bleibt das Gewächshaus abends offen. Die Tomaten wachsen also wie Freilandkulturen“, erklärt der Gärtnerei-Inhaber.

Platz-Gefahr

Vor kalten Nächten ist es besser, die Tomaten nur wenig zu gießen, damit sie nicht platzen.

(Jürgen Schmidt)

Damit die Tomaten einen besonders intensiven Geschmack bekommen, hat er noch einen weiteren Tipp: Auch im Herbst soll man nur wenig Wasser geben.

Nachreifen lassen

Den letzten Satz Tomaten hat die Gärtnerei Schmidt im Juni gepflanzt. Die Tomaten sind gerade noch grün und werden in den kommenden Wochen auf dem Wochenmarkt vor der Rotmainhalle sowie in der Gärtnerei selbst angeboten. Und, falls der Frost zuschlägt, einfach grün ernten und liegen lassen: „Damit sie im Herbst nach der Ernte noch nachreifen können, sollte es im Raum nicht kälter als 15 Grad sein“, fügt Schmidt hinzu.

Lebensraum für Kröten oder Bienen: Eine Tour durch den Naturgarten

Das Projekt „Naturgarten in der Wilhelminenaue“ ist Mitte Mai gestartet. Seitdem sind nicht nur eine Totholzhecke und Streuobstwiesen entstanden, sondern unter anderem auch Tümpel ausgehoben und ein Wegenetz angelegt worden. Das und mehr, sehen sie hier in einer Tour durch das Gelände.

Foto: Carolin Richter

Trotz 30 Grad und praller Sonne sind neun Freiwillige zum Mitgärtnern in den Naturgarten in die Wilhelminenaue gekommen. Projektleiter Thomas Pickel, gibt einen kurzen Umriss was diesmal ansteht. Die Gruppe teilt sich in Zwei: Eine für leichtere und eine weitere für die schwereren Arbeiten. Jeder entscheidet selbst, wo er mit anpacken möchte. „Heute geht es darum, die Grashaufen einzusammeln, die nach dem Mähen entstanden sind“, sagt Stefanie Propp, erste Vorsitzende des Vereins „Summer in der City“,  zu einer Gruppe aus vier Frauen und gibt jedem eine Schubkarre. Denn bald soll auf dem Gelände des Naturgartens ein eigener Kompost entstehen sowie Gemüsebeete entstehen.

Foto: Carolin Richter

Beete aus Baumstämmen

Die zweite Gruppe braucht Muskelkraft: Baustämme werden im Bereich vor der Totholzhecke weggeräumt und sortiert. „Aus einigen davon möchten wir dreieckige Beete anlegen, dort wo sich der Weg gabelt“, sagt Franziska Wagner, die schon seit Anfang des Jahres im Naturgarten aktiv ist. Die Baumstämme werden gemeinsam mit Steinen als Rand des Beetes genutzt. Das Holz müsste weg, weil hier bald ein Bagger anrolle. „Der Bagger bringt Kalkschotter und Kalkbruch“, erklärt sie. Mit diesem Boden werde dort ein besonderer Lebensraum für diverse Pflanzenarten und Insekten, wie die blauflügelige Sandschrecke, entstehen.

Zum Teil machen wir einen Plan, was wir anlegen wollen. Viel entsteht aber auch Spontan, wenn wir im Naturgarten beim Arbeiten ins Gespräch kommen. Da entstehen die besten Ideen.

(Stefanie Propp, Vorsitzende von Summer in der City)

Ein Zaun aus Rosen

Paletten für den Rosenzaun. Foto Carolin Richter

Auch Holzpaletten finden sich auf dem Gelände. „Daraus möchten wir einen Zaun bauen“, erklärt Franziska Wagner. Damit Hunde oder alkoholisierte Menschen nicht quer durch den Garten, in frisch bepflanzte Ecken, laufen, erklärt sie. Der Naturgarten solle natürlich weiterhin für alle zugänglich bleiben, doch man solle künftig die Wege nutzen. „Die Paletten sollen dann noch mit Rosen bepflanzt werden“, so Wagner. So entstehe eine natürliche, niedrige Hecke links und rechts des Weges.

Für die letzten Sonnenstrahlen des Tages

„Einige Treppenstufen haben wir schon angelegt. Etwas weiter oben gibt es auch eine Steinmauer, die den Weg vorgibt“, sagt Stefanie Propp und läuft durch das Gelände. Sie macht Halt an einem Stamm „Nicht jeder sieht es gleich, aber dieser Totholzstamm dient als Sitzbank“, erklärt sie. Genauso wie eine Bank aus Sandstein etwas weiter unten am Weg: „Sie wurde extra so positioniert, dass man die letzten Sonnenstrahlen des Tages hier abbekommt“, sagt Stefanie Propp. Der Sandstein speichere die Wärme optimal.

Der frisch bepflanzte Hügel. Foto: Carolin Richter

Auf einem Hügel hätten die Gruppe in den letzten Wochen Steinklee und Königskerzen angepflanzt. „Das blüht im nächsten Jahr dann in Gelb und Weiß“, sagt die Vorsitzende und lächelt. An mehreren Stellen seien außerdem Tümpel ausgehoben worden, etwa einen Meter tief.

Niedriger Tümpel. Foto: Carolin Richter

Tümpel-Landschaft

An deren Rändern gibt es niedrigere Terrassen. „Sie bieten einen Lebensraum für Unken und andere Amphibien“, fügt sie hinzu. Wir möchten die Gewässer bewusst fisch- und pflanzenfrei halten, um anderen Tierarten einen Lebensraum zu schaffen.

Niedrige Terrassen für Amphibien. Foto: Carolin Richter

Bisher noch zur Sicherheit mit Paletten abgesperrt, ist ein größeres Loch. „Hier haben wir zwei bis drei Meter tief bis zum Grundwasser gegraben. Die Schlucht soll mit Moos bepflanzt werden und den Tieren einen kühlen Rückzugsort bieten“, erklärt Stefanie Propp.

Hier soll eine kühle Moosschlucht entstehen.

Für die Wildbienen

480 Tonnen Sand-Ton-Mischung habe ein Bagger abgeladen und eine Abbruchkante festgedrückt. „Durch den Ton wird das ganze stabil“, sagt Stefanie Propp. Aus Sand- und Ziegelsteinen sind an deren Rand Mauern entstanden. „Das dient zur Nisthilfe für Wildbienen“, sagt sie. In den Zwischenräumen der Sandstein-Mauern könnten sich Tiere gut verkriechen. Daneben werde Natternkopf gepflanzt: „Der ist besonders schnellwachsend und braucht nicht viel Wasser.“

Die Vorsitzende von Summer in der City, Stefanie Propp zwischen der Abbruchkante und einer Steinmauer. Foto: Carolin Richter

 

Helferin Doris Angermann, Foto: Carolin Richter

Ich bin stolz darauf, dass ich hier – so oft es geht – helfen kann. Es macht Spaß. Ich habe die Gruppe zufällig beim Arbeiten im Naturgarten entdeckt, als ich an der Wilhelminenaue spazieren war. Ich bin in der Gießgruppe und habe am Morgen auch schon Fotos von Insekten hier gemacht.

(Doris Angermann aus Bayreuth)

Nicht jeder kann regelmäßig in den Naturgarten zum Helfen kommen. Doch das ist kein Problem. Es gäbe einen festen Kern von zehn bis zwanzig Leuten und auch immer wieder neue Gesichter, erklärt Stefanie Propp.

Anne Reinhard sammelt lose Pflanzen in einer Schubkarre. Foto Carolin Richter

Ich bin vor gut einem Jahr durch Plakate an der Uni auf die Aktion aufmerksam geworden. Ich bin einfach gerne in der Natur und im Garten. Es ist das zweite Mal, das ich im Naturgarten helfe. Ich möchte künftig aber öfter kommen.

(Anne Reinhardt aus dem Landkreis Bamberg)

Matthias Kimpel gehört zum festen Kern der Gruppe und schätze auch die Gemeinschaft im Naturgarten. „Die Leute sind einfach korrekt hier“, sagt er.

Matthias Kimpel packt mit an. Foto Carolin Richter

Ich arbeite jede Woche im Naturgarten mit, weil es einfach eine geile Aktion ist. Jeder Mensch – ob gewollt oder ungewollt – schadet der Natur zu seinem jeweiligen Teil zwangsläufig, finde ich. Deswegen sollte man ihr auch wieder etwas zurückgeben, zum Beispiel indem man im Naturgarten mit anpackt.

(Matthias Kimpel aus Bayreuth)


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Fit durch den August: Superfood vom Bayreuther Wochenmarkt

Von wegen spießig: „Kleingärtnern liegt wieder voll im Trend“

Von wegen spießig: „Kleingärtnern liegt wieder voll im Trend“

Ein kleines, grünes Städtchen in der Stadt, eine eingeschworene Gemeinschaft, die gerne unter sich ist und eine Leidenschaft teilt: die Liebe zum Gärtnern. In Schrebergärten tummeln sich Menschen, die, auch wenn sie in der Stadt leben, auf ihr kleines Fleckchen Natur, ihren Rückzugsort, ihre Wohlfühl-Oase, nicht verzichten wollen.

Jeder Schrebergärtner ist in seiner Parzelle für sich, und doch in der Gemeinschaft des Vereins aufgehoben. Lange Zeit waren Schrebergärten der Inbegriff von der deutschen Spießer-Idylle und des Ordnungswahns. Das Durchschnittsalter in den Kolonien: 60 plus. Ist das noch zeitgemäß? Was ist dran an Vorurteilen wie diesen? Das Bayreuther Tagblatt hat sich in einer der Schrebergarten-Anlagen Bayreuths umgesehen.

„Immer mehr junge Familien suchen einen Kleingarten“

Der Kleingartenverein Schwedenbrücke gehört zu den ältesten und größten Kleingartenvereinen Bayreuths und liegt inmitten der Naherholungsgebiete Röhrensee, Studentenwald und dem Ökologisch-Botanischen Garten der Universität. 155 Kleingärten bietet die Anlage, die seit mehr als 60 Jahren existiert. Anders als die Vorurteile vermuten lassen, handelt es sich bei den Pächtern nicht nur um Rentner, die dort ihr Gemüse anbauen.

155 Kleingärten gibt es im Gartenverein Schwedenbrücke. Er ist damit einer der größten Bayreuths. Foto: Susanne Jagodzik

Wie Sabine Sachs, 1. Vorsitzende der Kleingartenanlage Schwedenbrücke erzählt, nutzen vor allem immer mehr junge Familien die Anlage.

Der Trend geht wieder in Richtung Kleingarten. Das merken auch wir. Momentan vollzieht sich in unserer Kleingartenanlage ein Generationenwechsel. Viele alte hören auf und viele junge Familien kommen nach. Aktuell bekomme ich sogar nur noch Anfragen von Familien und jungen Paaren.

(Sabine Sachs, 1. Vorsitzende der Kleingartenanlage Schwedenbrücke)

Auch wenn man durch die Schrebergartenanlage läuft, wird deutlich, dass Kleingärtner nicht nur 60 plus sein müssen. In vielen Gärten stehen Rutschen, Sandkästen und Schaukeln. Für viele Familien ist es wichtig ihren Kindern auch ein Stück Natur bieten zu können. Das war auch der Grund für Sabine Sachs vor 30 Jahren eine Parzelle in der Kleingartenanlage zu pachten.

Natur pur. Der ideale Platz für junge Familien. Foto: Susanne Jagodzik

Wir hatten nur eine Wohnung ohne Balkon. Ich wollte meinen Kindern aber trotzdem Natur bieten können und ihnen auch etwas über die Pflanzen beibringen.

(Sabine Sachs über ihre Entscheidung eine Parzelle zu pachten)

„Hier gibt es kein Konkurrenzdenken“

Anders als man es aus so mancher TV-Sendung gibt, herrscht im Kleingartenverein Schwedenbrücke kein Konkurrenzdenken zwischen den Gärtnern. Man gönne es auch dem anderen, wenn dessen Tomaten größer und schöner seien als die eigenen, so Sabine Sachs.

Seit 12 Jahren ist Sabine Sachs 1. Vorsitzende des Gartenvereins Schwedenbrücke. Foto: Susanne Jagodzik

Auch Horst und Inge Schmidt, ein Bayreuther Ehepaar, das nach knapp 30 Jahren seine Parzellen aus Altersgründen aufgeben musste, lobt das Gemeinschaftsgefühl in der Anlage.

Hier hilft jeder jedem. Man kann sich aufeinander verlassen. Unsere Parzellen übernimmt künftig eine junge Familie. Sollten diese einmal Fragen oder Probleme haben, so helfen wir auch dann immer noch gerne aus. Im Herzen bleibt man eben doch ein Kleingärtner.

(Horst Schmidt)

„Bei uns sieht kein Garten gleich aus“

Auch von Spießer-Idylle und Ordnungswahn ist in der Kleingartenanlage Schwedenbrücke nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: Auch wenn sich die Pächter zwar an die Gartenordnung und das Bundeskleingartengesetz halten müssen, so lässt ihnen der Verein doch freie Hand bei der Gestaltungsmöglichkeit der Gärten.

Jeder Kleingärtner kann seinen Garten individuell gestalten. Foto: Susanne Jagodzik

Ich finde nichts schlimmer als eine Reihenhaus-Siedlung, in der jeder Vorgarten gleich aussieht und alles akkurat sein muss. Bei uns ist jeder Garten individuell. Diese Vielfalt finde ich wichtig und schön.

(Sabine Sachs über das Vorurteil des Ordnungswahns in Kleingartenanlagen)

bokashi

Bokashi-Eimer: So funktioniert der Mini-Kompost für die Stadt

Morgens frische Beeren ins Müsli, mittags Gemüse-Pasta und abends ein deftiger Bauernsalat als Beilage. Was gibt es besseres, als reichlich frische Vitamine in seinen Alltag zu integrieren? Doch die Kehrseite: Bio-Abfälle türmen sich im Sommer in der Küche, es riecht schnell unangenehm und der ständige Gang nach unten zur Mülltonne nervt. Die Lösung: Ein Bokashi-Eimer. Was das genau ist, erfahren Sie im Folgenden.

Kompost ohne Garten

Der Bokashi-Eimer hilft dabei, die Küchenabfälle wieder zu verwerten und daheim in der Küche seinen eigenen Kompost herzustellen. Und das Gute: Dafür braucht man weder viel Platz noch einen Garten. Das Prinzip kommt ursprünglich aus Japan.

Wie der Bokashi-Eimer funktioniert

bokashi-eimer

Foto: Organico Bokashi Eimer

Alles was man benötigt, sind der Bokashi-Eimer, sogenannte effektive Mikroorganismen und eine Sprühflasche. Der Eimer ist luftdicht verschlossen. Er beinhaltet ein Sieb sowie einen Ablasshahn, aus dem man die Flüssigkeit, die sich im unteren Bereich angesammelt hat, etwa alle drei Tage entweichen lassen kann.

Man gibt die Küchenabfälle in den Eimer, besprüht sie mit den effektiven Mikroorganismen und kann bei Belieben noch etwas Gesteinsmehl oder etwas fertige Bokashi-Erde darüber streuen – so bleibt die Masse trockener. Auf die Abfälle sollte man Steine legen um das ganze zu beschweren und zu verdichten.

Flüssigdünger und Trockenkompost in einem

In der Flüssigkeit am Boden sammeln sich Mineralstoffe: Es ist also eine Art Flüssigdünger, der mithilfe des Hahnes abgelassen werden kann. Allerdings sollte er wegen der stark sauren Konzentration immer mit Wasser vermischt werden.

Oben im Eimer entsteht nach drei bis acht Wochen eine Art Trockenkompost. Auch er darf nicht pur verwendet werden, sondern muss mit etwas normaler Erde vermischt werden. Man kann ihn ebenso als Dünger für Zimmer- und Außenpflanzen nutzen.

Tomatenpflanze

Bokashi-Dünger stärkt die Balkonpflanzen. Foto: Pixabay

Im Innern des Bokashi-Eimers bauen die Mikroorganismen, die ohne Sauerstoff auskommen, die Essensreste ab. Der Inhalt wird also fermentiert: Der ph-Wert sinkt und es entsteht ein saures Milieu, in dem keine Keime gedeihen können. Das Prinzip wird normalerweise dazu genutzt, um Lebensmittel länger haltbar zu machen: Angewendet wird es unter anderem auch bei der Herstellung von Sauerkraut oder Kefir.

Kein fauliger Geruch

Ein minimal säuerlicher Geruch ist zwar noch wahrzunehmen, aber von einer stinkenden fauligen Masse keine Spur. So kann er auch direkt in der Küche oder an einem schattigen Platz auf dem Balkon stehen. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Kompost, sind hier weder Insekten noch Sauerstoff nötig, damit die Abfälle arbeiten. Deswegen sollte man den Bokashi-Eimer nicht ständig wieder öffnen, damit nicht zu viel Sauerstoff über die Luft hineingelangt.


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Warum sich ein Bokashi-Eimer lohnt

Übersetzt bedeutet Bokashi „Allerlei“. Das bedeutet alles kann gemischt hinein – auch Essensreste wie Fisch oder Fleisch dürfen mit in den Bokashi-Eimer. Es gilt: eine Schicht Küchenabfälle im Eimer verteilen und darüber das Pulver mit Mikroorganismen streuen. Die Küchenabfälle werden so umweltfreundlich entsorgt und sinnvoll wiederverwertet. Gleichzeitig bekommt man preiswerten Dünger für seine Pflanzen, auch wenn man wenig Platz und keinen Garten hat.

Do it yourself – Anleitung

Wer nicht so viel Geld für einen originalen Bokashi-Eimer ausgeben möchte, kann sich auch selbst einen basteln. So funktioniert es:

Fledermäuse im Haus – was tun?

Keine Panik, wenn es im Wohnzimmer flattert. Das Umweltamt der Stadt gibt Tipps für den Fall, dass sich die kleinen Flugakrobaten ins Haus verirrt haben.

In diesen Tagen beginnen viele Fledermäuse ihre Sommerquartiere, meist auf Dachböden, in Mauerspalten oder hinter Wandverschalungen, in denen die Jungen großgezogen wurden, zu verlassen. Bis sich die Tiere in einen frostsicheren Unterschlupf, wie zum Beispiel ruhige, feuchte Kellerräume, zurückziehen, vagabundieren sie sozusagen „ohne festen Wohnsitz“ umher und suchen in der Morgendämmerung einen Platz, wo sie den Tag ungestört verdösen können. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sich Zwergfledermäuse durch offene Fenster in Häuser und Wohnungen verirren.

Fenster geschlossen halten

Meist ist ein gekipptes Fenster daran schuld, dass Zwergfledermäuse in die Wohnung fliegen. Die Winzlinge mit einer Körpergröße von etwa vier Zentimetern und einem Gewicht von maximal sechs Gramm versuchen sich dann oftmals in den Falten von Gardinen oder hinter Bildern zu verstecken. Wollte man eine solche „Invasion“ absolut verhindern, müsste man nachts die Fenster entweder geschlossen halten oder mit Fliegengitter sichern.

Tiere behutsam einfangen und bei Dämmerung freilassen

Wenn doch einmal Fledermäuse in die Wohnung gelangt sind, ist es am einfachsten, bis zum Abend zu warten. Zu Beginn der Dämmerung sollte man die Fenster ganz öffnen und abwarten, bis die kleinen Gäste nach draußen fliegen. Zumindest für diese Nacht empfiehlt es sich dann, die Fenster geschlossen zu lassen. Ansonsten sammelt man die kleinen Tiere vorsichtig aus ihrem Unterschlupf, steckt sie in ein Stoffsäckchen, eine Baumwolltasche oder in einen Schuhkarton und bewahrt sie an einem ruhigen und dunklen Ort bis zum Abend auf. In der Dämmerung sollte man sie unbedingt außerhalb der Wohnung, aber in der Nähe, an einem ungestörten Ort freilassen und abwarten, bis alle Tiere sicher abgeflogen sind. Das Amt für Umweltschutz der Stadt Bayreuth bittet darum, die Tiere dabei nur mit Handschuhen anzufassen.

Für alle Angsthasen:

Wer sich nicht traut, die Fledermäuse anzufassen, kann sich mit dem Amt für Umweltschutz, Telefon 0921/251368, in Verbindung setzen. Die Mitarbeiter stehen mit Rat und Tat zur Verfügung und sind gerne bei der Bergung der geschützten und vom Aussterben bedrohten Tiere behilflich.

Keinesfalls dürfen die flatternden Besucher getötet werden, da sie laut Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Tierart gelten. Verstöße können mit einem empfindlichen Bußgeld geahndet werden.