Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth ist unter den Top 100 Sehenswürdigkeiten in Deutschland

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth wurde unter die Top 100 der Sehenswürdigkeiten in Deutschland gewählt. Alle Infos dazu gibt es hier.

Bayreuth Baroque: So läuft das Kulturfestival während der Corona-Pandemie

“Bayreuth Barock”: Nach sieben von elf Veranstaltungen auf dem neuen Kulturfestival zieht Benedikt Stegmayer, Kulturreferent der Stadt Bayreuth ein erstes Resümee.

Chance oder Risiko: Internationale Barockfestspiele in Bayreuth

Der Kulturausschuss hat dem Zuschussantrag zur Durchführung von Barockfestspielen im Zeitraum von 2020 bis 2022 am Montag mehrheitlich zugestimmt. Das jährliche Risiko für die Kosten werde allerdings ein externer Veranstalter tragen – und nicht die Stadt Bayreuth, wie Kulturreferent Stegmayer erklärt. Wie der aktuelle Planungsstand genau aussieht, erfahren Sie im Folgenden.

Bereits im Kultur-Entwicklungsplan aus dem September 2018 der Stadt Bayreuth war die Etablierung von Barockfestspielen eine Maßnahme mit hoher Priorität gewesen: Damit solle der Kulturstandort Bayreuth gestärkt werden, heißt es.

Projekt mit internationaler Strahlkraft

Kulturreferent Benedikt Stegmayer möchte dieses Projekt weiter voran bringen. “Die Bayreuther Barockfestspiele sehe ich als weiteren Leuchtturm mit international weiter Strahlkraft”, sagte er im Ausschuss. Das Profil der Stadt könne so weiter geschärft werden – und dass nicht nur auf kultureller, sondern auch auf touristischer und wirtschaftlicher Ebene. Man müsse Vorhandenes, d.h. das Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus, nutzen.

Die Barockfestspiele sehe ich als weiteres Standbein für Bayreuth. Das Weltkulturerbe schreit förmlich nach einer Bespielung. Allerdings finde ich es wichtig, dass man den Freistaat Bayern dabei entsprechend mit einbindet.

(Thomas Bauske, SPD-Stadtratsfraktion)

Finanz-Risiko bei externem Veranstalter

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe plädierte für eine Zustimmung der Anwesenden zum Zuschussantrag für die Bayreuther Barockfestspiele. Eine Summe von maximal 390.000 Euro, der Anteil der Stadt, sei dafür in den Haushaltsjahren 2020, 2021 und 2022 vorgesehen. Das alleinige Risiko für Gesamtkosten trage allerdings ein externer Veranstalter in Form einer gGmbH, wie Stegmayer nach Kritik von Stadtrat Stephan Müller am finanziellen Risiko, weiter erläutert. Wichtig sei ebenfalls, dass nur ein Festival von hervorgehobener Qualität in Frage komme, so Stegmayer.


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Bayreuth und Region stärken

Durch die Etablierung von Barockfestspielen, wird voraussichtlich ein zahlungskräftiges Publikum nach Bayreuth kommen. Das wird sich nicht nur auf Hotellerie und Gastronomie, sondern auch auf den Rest der Stadt positiv auswirken. Wir müssen unsere Region selbst stärken, damit wir eine lebenswert bleibt. 

(Dr. Christoph Rabenstein, SPD-Stadtratsfraktion)

Außerdem solle natürlich nicht nur der Tourismus im Fokus stehen, sondern auch Bayreuther sollen an den Festspielen teilnehmen können, erklärt Stegmayer. Derzeit sei zum Beispiel eine Video-Übertragung der Barockfestspiele auf öffentliche Plätze, wie den Volksfestplatz angedacht; oder auch ein spezielles Kontingent an vergünstigten Karten für die Bayreuther zurückzuhalten. Schulklassen könnten die Möglichkeit bekommen, das die Proben im Markgräflichen Opernhaus bereits vor Start der Barockfestspiele zu besuchen.

Erweiterte Wirtschaftsförderung

Stadtrat Stefan Schlags sieht den aktuellen Planungen der Barockfestspiele allerdings kritisch entgegen.

Der Kultur-Entwicklungsplan ist lediglich eine Zusammenfassung des Status Quo ohne Perspektiven. Wir haben ihm damals bewusst nicht zugestimmt. In der bisherigen Planung der Barockfestspiele geht es nicht um Kultur, sondern um eine erweiterte Wirtschaftsförderung.

Den Hut bei diesem Projekt muss der Freistaat Bayern aufhaben. Denn es ist dessen Aufgabe, in ganz Bayern für gleiche Lebensverhältnisse zu sorgen und hier ein Festival zu veranstalten.

(Stefan Schlags, Bündnis 90 / Die Grünen und Unabhängigen)

Förderanträge für das Festival sind derzeit beim Freistaat Bayern, bei der Oberfrankenstiftung und bei der Kulturstiftung des Bundes gestellt. Denkbar wäre es außerdem Mittel der Europäischen Union zu beantragen. In welcher Höhe sie wo gewährt werden ist noch unklar.

Opernhaus: Siegfried Wagners “Hütchen” kommt auf die Bühne

Im Rahmen der Bayreuther Festspiele und anlässlich seines 150. Geburtstags kommt auch Siegfried Wagners elfte Oper “An Allem ist Hütchen Schuld!” auf die Bühne. Allerdings nicht im Festspielhaus, sondern im Markgräflichen Opernhaus.

In einer Mitteilung der Internationalen Siegfried Wagner Gesellschaft heißt es, das gleichermaßen tiefsinnige wie unterhaltsame und melodienselige Werk könne als Siegfried Wagners Erfolgsoper bezeichnet werden: Am Stadttheater Hagen avancierte es – nach “Zauberflöte” und “West Side Story” – zur erfolgreichsten und bestbesuchten Theaterproduktion der vergangenen zehn Jahre.

Stiefelprobe -Szene aus dem Stück. Foto: Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft

Wer, wann, wo?

Es spielen das Karlsbader Symphonieorchester, das Pianopianissimo-Musiktheater München und der Philharmonische Chor Nürnberg. Die musikalische Leitung hat David Robert Coleman. Verantwortlich für die Inszenierung ist Peter Pache. Gespielt wird am 9. und 10. August, jeweils ab 19 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse in der Opernstraße und online unter ticketmaster.de.

Über Siegfried Wagner:

Am 6. Juni 2019 wurde Siegfried Wagner 150 Jahre alt. Er dichtete und komponierte – neben mehreren Liedern, Konzertstücken und einer Symphonie – 18 Opern (mehr als sein Vater Richard!), deren jugendstilhafte Titel wie „Sternengebot“, „Schwarzschwanenreich“ oder „Sonnenflammen“ geistige Verwandtschaft mit Oscar Wilde, Stefan George oder Gerhart Hauptmann zeigen. Siegfried Wagner starb während der Festspiele, kurz nach der Premiere seiner avantgardistischen »Tannhäuser«-Inszenierung, für die er Arturo Toscanini als Dirigent nach Bayreuth geholt hatte, am 4. August 1930; zwei Tage später wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Bayreuther Stadtfriedhof beigesetzt.

Das Jubiläumsprogramm:

Die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft, gedenkt dem Sohn Richard Wagners, den Festspielleiter, Regisseur, Dirigenten und Komponisten mit zwei Aufführungen seiner Erfolgsoper „An Allem ist Hütchen Schuld!“ (op. 11, 1915) am 9. und 10. August im Markgräflichen Opernhaus und mit einem großen Konzertabend am 17. August – ebenfalls im Markgräflichen Opernhaus – sowie mit einer umfangreichen Ausstellung von Plastiken, Gemälden und Zeichnungen im Alten Schloss während der Festspielzeit.

 

 

 

Warum schützen wir das Opernhaus, aber keine Plattenbauten?

Geht man durch die Straßen, ist man zwangsläufig mit allerhand Gebäuden konfrontiert. Neben Wohnhäusern gibt es Bürokomplexe, Geschäfte oder allerlei andere Farbtupfer im Stadtbild. Darunter befinden sich auch historische Gebäude und Denkmäler.

Was ist historisch, was nicht?

Doch was qualifiziert eigentlich ein Gebäude dazu, historisch zu sein? Wieso werden Plattenbauten in vielen Jahren wahrscheinlich nicht zum Weltkulturerbe erklärt? Wieso werden es andere Gebäude schon? Denn obwohl Plattenbauten über Jahre hinweg das Leben eines großen Teils der Bevölkerung bestimmt haben, werden sie, aus ästhetischen Gründen, häufig als nicht wertvoll angesehen. Doch auf welche Punkte legen Historiker und Politiker dabei wirklich wert?

Im Markgräflichen Opernhaus. Foto: Carolin Richter.

Die Veranstaltung

Diese und ähnliche Fragen stehen im Zentrum der Veranstaltung „Kulturelles Erbe und öffentliches Interesse. Deutsch-britische Perspektiven auf regionale Erinnerungskultur.“ Sie findet vom 6. bis zum 8. Juni im Landrätesaal der Regierung von Oberfranken (Ludwigstraße 20, Bayreuth) statt.

Zentrale Punkte

Verena Spicker vom Institut für Fränkische Landesgeschichte der Universitäten Bamberg und Bayreuth präsentiert zentrale Fragen der Vorträge.

Vorträge und Exkursionen

Neben Vorträgen von prominenten Rednern wie Prof. Stefan Leible (Uni Bayreuth), Dr. David Hopes (Edinburgh) oder Dr. Johannes Haslauer (Bamberg) wird die Veranstaltung auch Exkursionen beinhalten. Am Samstag besichtigen die Teilnehmer dabei unter anderem die ehemalige Kulmbacher Spinnerei in Mainleus. Im Zentrum dabei stehen unter anderem Pläne, das alte Fabrikgelände zukunftstauglich zu machen.

Die alte Kulmbacher Spinnerei in Mainleus. Foto: Adrian Roßner.

Programm

Das vollständige Programm der Veranstaltung finden Sie auf der Website des Instituts für Fränkische Landesgeschichte der Universitäten Bamberg und Bayreuth. Hier finden Sie den Flyer.