Friedrichsforum in Bayreuth wird teurer – Finanzierung ist unklar

Das Friedrichsforum zählt zu den größten Baustellen Bayreuths. Seit September 2016 wird die ehemalige Stadthalle saniert und erweitert. Inzwischen wurde auch bekannt, dass die Kosten erheblich steigen sollen. Jetzt wurde im Stadtrat über die Finanzierung und Wirtschaftlichkeit des Projektes diskutiert. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen gewagt: So sieht es auf der Baustelle in Bayreuth aus.

Friedrichsforum: „Am Rande der Wirtschaftlichkeit“

In einer Einschätzung der Regierung von Oberfranken bewege sich das Projekt Friedrichsforum „insgesamt am Rande der Wirtschaftlichkeit“. Für CSU, SPD, FDP und Junges Bayreuth ein Grund die rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Auswirkungen zu hinterfragen.

Kosten steigen um 23 Prozent

Ursprünglich betrugen die Kosten für die Sanierung rund 55 Millionen Euro. Durch die laufenden Baumaßnahmen und die zusätzlichen Sanierungsarbeiten stiegen die Kosten jedoch inzwischen auf mehr als 68 Millionen Euro. Die Finanzierung der zusätzlichen Kosten sei bis zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Wir hören jetzt von den Hiobsbotschaften. Wir haben Sorge um das Projekt.

(Stefan Specht, CSU)

Kosten müssen eingespart werden

Wie Brigitte Merk-Erbe mitteilte, stehe die Stadt in regelmäßigen Abstimmungsgesprächen mit der Regierung von Oberfranken. Zusätzliche Kosten könnten dann anerkannt werden, wenn diese „zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht unterveranschlagt waren“, so die Oberbürgermeisterin.

Man darf die Baukosten vor allem nicht durch nachträgliche Wünsche erhöhen, so Merk-Erbe. Daher wurden auch bereits über Einsparungsmaßnahmen, wie der Wegfall von Schließfächern und Trennwänden, entschieden. Unvorhergesehene Probleme wie die Bausubstanz könne man hingegen nicht beeinflussen.

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Förderung von Mehrkosten möglich

In einem Schreiben der Oberfrankenstiftung hieß es zuletzt, dass eine „Antragstellung auf Nachfinanzierung bei der Oberfrankenstiftung“ möglich sei. Dies wertet die Oberbürgermeisterin als positives und deutliches Signal. Weiter heißt es aus einem Schreiben der Regierung von Oberfranken: „Derzeit gehen wir davon aus, dass die Stadt Bayreuth die Sanierung der Stadthalle wirtschaftlich durchführen und abschließen kann.“

Ich werde alles tun, um dieses Projekt zum Erfolg zu bringen. Es ist eines der wichtigsten Projekte der Stadt Bayreuth.

(Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe)

Klimaschutz in Bayreuth: Das will die Stadt nun angehen

Bereits am Montag (25. November 2019) hat der Ältestenausschuss darüber beraten, welche Schritte die Stadt Bayreuth ab sofort für ein städtisches Klimaschutz-Konzept einleiten muss. Angepeilt sei, noch im ersten Quartal 2020 die nötigen Förderanträge bewilligt zu bekommen, wie Stadtbaureferentin Kelm am Mittwoch sagte. Der Stadtrat stimmte dem Beschlussvorschlag am Mittwoch (27. November 2019) ohne Gegenstimmen zu.

Damit unterstützt der Stadtrat, dass der Erstellung eines Klimaschutz-Konzeptes für Bayreuth ab sofort ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Außerdem wird zugestimmt, dass die Stadt schnellstmöglich eine Agentur mit der Beantragung von Fördermitteln beauftragt und eine Stellenausschreibung noch während dieser Bearbeitung erfolgt. Für den Haushalt 2020 sollen zu diesem Zweck zunächst 50.000 Euro plus Personalkosten eingeplant werden.

Querschnittsaufgabe oder nicht?

Bisher steht allerdings noch nicht fest, ob die geplante Stelle direkt im Referat Planen und Bauen angesiedelt sein wird.

Es ist unstrittig, dass wir uns als Stadtrat den Herausforderungen des Klimaschutzes künftig deutlich mehr stellen müssen. Allerdings geht die  geplante Stelle, die in diesem Zusammenhang geplant ist, eine klassische Querschnittsaufgabe, über das Referat Planen und Bauen hinaus.

(Stefan Specht, CSU)

Fördermittel bis Ende März sichern

Der Antrag für zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes wurde bei einer Bürgerversammlung im Oktober durch die Bewegung Fridays For Future eingereicht. Thomas Bauske (SPD) betonte bei der Stadtratssitzung, dass bei der Bürgerversammlung vor allem gewünscht wurde, dass die Stadt sich dem Thema zügig annehme. Deswegen schlug er vor, ein konkretes Datum festzulegen.

Wir haben uns am Montag auf den Begriff „schnellstmöglich“ geeinigt. Was die Fördermittel betrifft, denke ich, dass die nötigen Schritte sicherlich im Quartal 2020 abgeschlossen sein werden. Das sollte kein Problem sein.

(Urte Kelm, Stadtbaureferentin)

Auch wenn im schriftlichen Beschluss nichts verändert wurde, sicherte Kelm mündlich zu, dass die Frist bis Ende März eigehalten werde. Die Stadt habe sich seit Montag außerdem auf Empfehlung von Sabine Steininger (Bündnis 90 / Die Grünen und Unabhängigen) mit dem Klimaschutzmanagement des Landkreises kurz geschlossen.

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Fördermittel ausschöpfen

Sabine Steininger freute sich insbesondere über die konstruktive Diskussion: „Wir haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: nämlich die Sache schnellstmöglich anzugehen“, sagte sie. Allerdings dürfe die Stelle im Bereich Klimaschutzmanagement erst dann geschaffen werden, wenn die Stadt die Zusage für die Förderung erhält – um die Fördermittel in vollem Umfang ausschöpfen zu können.

Veruntreuung bei Bayreuther Steuerkanzlei – Strafanzeigen gestellt

Update vom 27. November 2019: Strafanzeige gestellt

Bei der Gewerbe-Treuhand Oberfranken Steuerberatungsgesellschaft mbH (GTO) wurden im Rahmen einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt Bayreuth Unregelmäßigkeiten bei der Umsatzsteuervoranmeldung für die Jahre 2013 bis 2015 festgestellt. Zudem haben Ergebnisse externer Ermittlungen den Verdacht von Straftatbeständen ergeben, so dass die Handwerkskammer für Oberfranken Strafanzeige gegen einen inzwischen gekündigten Mitarbeiter der GTO und mögliche weitere Personen gestellt hat. Das erklärt eine Pressesprecherin der GTO.

Strafanzeige gestellt

Sowohl die GTO selbst als auch die Handwerkskammer beauftragten sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine externe und unabhängige Wirtschaftsprüfungskanzlei mit Ermittlungen, teilt eine Sprecherin mit. Diese hat ein Umsatzsteuerdelikt in mittlerer sechsstelliger Höhe ergeben und den Verdacht auf Veruntreuung und persönliche Bereicherung durch einen leitenden kaufmännischen Mitarbeiter der GTO aufgeworfen. Dem Mitarbeiter der GTO wurde daraufhin im Juli die fristlose Kündigung ausgesprochen. Die Ergebnisse der weiteren externen Ermittlungen wurden der Handwerkskammer Ende der letzten Woche vorgelegt und haben den Verdacht auf Straftatbestände durch diesen früheren Mitarbeiter ergeben.

Daher haben der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Zimmer, und der Hauptgeschäftsführer der HWK, Thomas Koller, am gestrigen Dienstag, 26. November 2019, Strafanzeige gegen den ehemaligen leitenden Mitarbeiter der Gewerbe-Treuhand Oberfranken (GTO) gestellt. Aktuell sind die beauftragten Prüfer noch dabei, das komplette Ausmaß der Veruntreuung und den kompletten Umfang des entstandenen Schadens zu ermitteln.

Hintergrund: Die Meldungen von Oktober

Bei einer Betriebsprüfung der Steuerberatungsgesellschaft Gewerbetreuhand Oberfranken GmbH (GTO) im ersten Halbjahr 2019 hat das Finanzamt Bayreuth festgestellt, dass Umsatzsteuer-Voranmeldungen manipuliert wurden. Verantwortlich dafür war ein Mitarbeiter, von dem sich das Unternehmen bereits getrennt hat, bestätigt Erwin Weißflach, Geschäftsführer der GTO GmbH, auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts.

Der Mitarbeiter hat sich somit der Untreue schuldig gemacht.

(GTO-Geschäftsführer Erwin Weißflach)

Angelegenheiten geklärt

„Wir haben die Angelegenheit mit dem Finanzamt geklärt und unsere Mandanten über die Unregelmäßigkeiten mit einem Schreiben informiert“, sagt Weißflach. Welche Summe die Steuerkanzlei an das Finanzamt Bayreuth zahlen musste, verriet der Geschäftsführer nicht. „Das unterliegt dem Steuergeheimnis.“

Das Unternehmen habe einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer damit beauftragt, die Jahresabschlüsse der GTO zu prüfen. „Diese Prüfung dauert aber noch an“, sagt der Geschäftsführer.

Mandanten nicht direkt betroffen

Wie hoch die Schadensersatzansprüche sind, könne Weißflach noch nicht sagen. „Ich weiß nicht, um wie viel Geld unser ehemaliger Mitarbeiter sich bereichert hat. Die Ermittlungen dauern noch an.“ Aber: Die Mandanten der GTO seien nicht direkt betroffen, betont er.

Nicht verhandlungsfähig

Fest stehe, dass der Beschuldigte nicht verhandlungsfähig sei und momentan kein Verfahren wegen Veruntreuung gegen ihn eingeleitet werden könne, sagt Weißflach.

Bayreuth: Streit um Live-Stream aus dem Rathaus

Seit September 2017 können Politikinteressierte die Sitzungen des Stadtrates Bayreuth live via Stream verfolgen. Doch laut einem Antrag von Stadtratsmitglied Wolfgang Gruber (DU) sorge dieser Live-Stream für mehr Verwirrung als Transparenz bei den Bürgern. Er ist für eine Änderung des Streams, was am Mittwoch (27. November 2019) im Stadtrat diskutiert wurde. Die Debatte um den diesen Live-Stream startete schon im August.

Kritik am Live-Stream

Vor allem in der inhaltlichen Darstellung sehen die Mitglieder des Vereins Die Unabhängigen ein großes Problem. Verspätungen und Unterbrechungen könnten nicht nachvollzogen werden. Außerdem sei es völlig unverständlich, warum sich nicht alle Mitglieder des Stadtrats filmen lassen würden, da sie doch bewusst ein öffentliches Amt ausüben, erläutert Wolfgang Gruber.

Diskussion bereits im Ältestenausschuss

Bereits im Ältestenausschuss wurde über den Antrag der Unabhängigen diskutiert und abgelehnt. Auch am Mittwoch (26. November 2019) waren sich die Stadträte zumindest in einem Punkt einig: So wie der Live-Stream aktuell läuft, ist er alles andere als optimal.

Trotzdem darf man keinen Druck auf die einzelnen Personen hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsrechte ausüben, so Ulrich Pfeifer. Zur Diskussion stand auch eine Mediathek, in der man die Sitzungen im Anschluss abrufen könnte. Das sei allerdings aufgrund von Datenschutzregelungen nicht zulässig, erklärte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Trotz 15 Gegenstimmen wurde der Antrag auf Ablehnung einer Änderung des Live-Streams vom Stadtrat mehrheitlich angenommen. Heißt: An dem Live-Stream wird sich vorläufig nichts ändern.

Zusätzlicher Antrag im Stadtrat

Auf Antrag von Stadtratsmitglied Iris Jahn (DU) werde die Verwaltung allerdings auf die Stadtratsmitglieder, die bisher einem Live-Stream abgelehnt haben, zugehen und prüfen ob diese für Redebeiträge zur Verfügung stehen. Damit würde man schon erheblich mehr Transparenz schaffen, so Pfeifer.

Grünes Licht aus dem Stadtrat: Bayreuth soll sicherer Hafen werden

Die Initiative „Seebrücke Bayreuth“ hat am 12. November 2019 den Bürgerantrag „Macht Bayreuth zum sicheren Hafen“ eingereicht: Die Stadt solle sich auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene für eine menschlichere Politik einsetzen und sich zu einem sicheren Hafen für Geflüchtete erklären. Der Stadtrat stimmte am Mittwoch einstimmig zu, sich dem Thema in einer Sitzung anzunehmen.

Über 100 Vorreiter in Deutschland

Über 100 Städte in Deutschland sind diesen Weg bereits gegangen – darunter zum Beispiel Bamberg, Nürnberg, Regensburg oder München. Das zentrale Thema: Handeln, statt tatenlos zuzusehen. Nach Angaben der Sprecher der Seebrücke Bayreuth, seien bereits 1.368 Unterschriften von Bayreuther Bürgern zusammen gekommen.

Antrag gültig

Nach Prüfung des Bürgerantrages durch die Stadtverwaltung sind 935 der eingereichten Unterschriften formell gültig – immer noch genug, damit dieser zulässig ist. Erforderlich waren 712 Unterschriften, d.h. ein Prozent der Bürger. Die Zahl stützt sich auf eine Bevölkerungszählung aus dem Jahr 2013.

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Menschen in Not helfen

Die Initiative fordert, dass Bayreuth sich für die konsequente Rettung von Menschen in Seenot einsetzt. Daneben soll die Stadt effektiv gegen Fluchtursachen arbeiten, Menschenrechte schützen und dabei helfen, Gerettete ausgewogen in Europa zu verteilen und zu integrieren.

Bayreuth bekommt ein Festival: Das Seebühnen-Festival 2020

Schon lange gab es die Idee in Bayreuth ein Festival zu veranstalten, erklärt einer der beiden Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur Motion, Matthias Mayer. Kommenden August ist es so weit. In Bayreuth findet dann das Seebühnen-Festival statt.

Vom 6. bis 9. August 2020 wird die Seebühne in der Wilhelminenaue in Bayreuth wieder belebt. Während der Landesgartenschau gab es an dieser Location einige Veranstaltungen, „danach kam allerdings lange nicht mehr viel“, erläutert Matthias Mayer.

Hintergrund zum Seebühnen-Festival 2020 in Bayreuth

Außerdem haben viele andere oberfränkische Städte große und schöne Festivals vor einem beeindruckenden Ambiente, weiß Mayer. „In Bayreuth gibt es sowas nicht.“ Außerdem seien immer wieder verschiedene Stadträte auf die Agentur Motion zugekommen, um die Seebühne wieder mit einem Fest zu beleben.

Die Idee war also geboren. Doch zur Umsetzung musste noch die Regierung von Oberfranken einer kommerziellen Nutzung der Seebühne zustimmen. „Das ist vor einigen Wochen geschehen“, sagt Mayer.

Das Programm beim Seebühnen-Festival

Und schon stehen die ersten vier Künstler auf der Seebühne fest: am 6. August 2020 wird Martina Schwarzmann auftreten. Hans Söllner und Bayaman Sissdem folgen am 7. August. Am 8. August spielt „God Save the Queen“ und am 9. August tritt Albert Hammond auf. Ab heute hat der Vorverkauf zu den Karten gestartet, sagt Mayer.

Außerdem „kann es sein, dass noch ein fünfter Künstler kommt“, verrät Mayer. Wer es ist, kann er allerdings noch nicht verraten, da die Agentur noch mit der Planung beschäftigt ist.

Am meisten freut sich Mayer persönlich auf Albert Hammond. „Das ist ein Weltstar, der über 360 Millionen Alben verkauft hat.“ Außerdem spielt noch eine persönliche Note mit: „Wir haben schon einmal mit ihm zusammengearbeitet und er ist wirklich nett. Ich freue mich einfach, ihn wieder zu sehen.“

Bayreuths Parteien streiten um Wahlplakate

Schon vier Monate vor der Kommunalwahl 2020 gibt es in Bayreuth Wirbel zwischen den Parteien. Der Grund: die Vergabe von Standorten für Wahlplakate. Alle Infos dazu gibt’s hier!

Regeln und Vorschriften bei Wahlwerbung

Plakatwerbung vor Wahlen sind ein schwieriges Thema. So möchte natürlich jeder Politiker mit seinen Plakaten möglichst oft gesehen werden. Das können die Parteien sowohl durch entsprechend viele Plakate als auch durch eine gute Platzierung an Verkehrsknotenpunkte erreichen. 

Aber natürlich darf nicht jeder seine Plakate einfach dorthin hängen, wo er möchte. Hier gibt es Regeln. Neben den Vorschriften für das Befestigen von Wahlwerbung an Plakaten oder die Wahlsondertafeln von der Stadt, bietet auch die Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH den Parteien Flächen an Litfaßsäulen und Plakatwänden an. 

Keine Kontingente

Dort fängt das Problem an. Seit einigen Jahren gilt bei diesen Flächen die Regel: „Wer sich zuerst anmeldet, bekommt den Zuschlag.“ Kontingente gebe es keine, wie die BMTG bestätigt. Und genau hier liegt, für einige der Parteien das Problem. So hat sich nun die Bayreuther CSU, da sie am schnellsten gehandelt habe, einen Großteil der wichtigen Standorte für Wahlwerbung gesichert. 

Als die Anmeldefrist eröffnet wurde, habe die CSU direkt die entsprechenden Stellen beantragt, erklärt Sebastian Machnitzke, der Bundeswahlkreisgeschäftsführer der Partei.

Ich habe mich sofort darum gekümmert, weil die Stellen sehr begehrt sind, auch bei Unternehmen.

(Sebastian Machnitzke, CSU)

Das sagen die anderen Parteien

Das Vorgehen stößt bei Vertretern der anderen Parteien auf Irritationen. So äußert sich zum Beispiel Stadtrat Halil Tasdelen von der SPD wie folgt:

Halil Tasdelen. Foto: Stadt Bayreuth

Wir haben Mitte Oktober versucht, mehrere Bereiche zu buchen, haben aber weder eine Absage noch eine Zusage bekommen.

(Halil Tasdelen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender (SPD) im Stadtrat)

Sollte nun wirklich kein Platz mehr für die die anderen Parteien frei sein, müsse man das akzeptieren, fügt er an. Die Zuständigen würden aber auf jeden Fall einen Nachweis über den Eingang der Anfragen der Konkurrenz sehen wollen.

Die Bayreuther Gemeinschaft möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher zur Problematik äußern.

Stephan Müller. Foto: Stadt Bayreuth

Wir sind noch in Gesprächen mit der BMTG. Bis die abgeschlossen sind, wollen wir dazu nichts sagen.

(Stephan Müller, Bayreuther Gemeinschaft)

Ein anderer Modus

Früher hätte es solche Probleme nicht gegeben, da sind sich alle Parteien einig. Auch OB-Kandidat Thomas Ebersberger (CSU) erklärt:

Thomas Ebersberger. Foto: Stadt Bayreuth

Früher haben sich die Parteien mit der Stadt zusammengesetzt und die Plätze untereinander aufgeteilt. Seit ein paar Jahren hat sich das geändert.

(Thomas Ebersberger (CSU))

Es habe auch schon Anfragen an die Christsozialen gegeben, einige ihrer Flächen wieder zurückzugeben. Darüber würde die Partei gerade beraten, sagt Ebersberger. 

Sebastian Machnitzke. Foto: privat

Wir haben sicher kein Problem damit, ab der nächsten Wahl wieder zum alten Auswahlverfahren zurückzukehren.

(Sebastian Machnitzke, CSU)

Die Grünen stimmen zu

Auch andere Parteien würden diesen Schritt begrüßen. Wie Lukas Büttcher von den Grünen erklärt, finde seine Partei es bedauerlich, dass die Absprachen zur fairen Verteilung der BMTG-Plakatflächen seit einigen Jahren ausgesetzt würden.

Lukas Büttcher. Foto: Die Grünen Bayreuth.

Wir würden eine Wiederaufnahme der Absprachen begrüßen.

(Lukas Büttcher, Bündnis 90 Die Grünen)

Dennoch seien die Grünen zuversichtlich, dass sie mit ihren Inhalten überzeugen könne.

Wir bezweifeln, dass die CSU mit einer groß angelegten Plakatkampagne über ihre fehlenden Zukunftsvisionen hinwegtäuschen kann.

(Lukas Büttcher, Bündnis 90 Die Grünen)

Hühner, Hosen und Death Metal auf der Studiobühne Bayreuth

Das Römische Reich ist dem Untergang geweiht. Zumindest wenn es nach seinem Kaiser geht. Die Studiobühne hat Friedrich Dürenmatts „Romulus der Große“ neu inszeniert. Premiere ist am Samstag, 30. November.

Als Dramaturg ist es nicht immer einfach gute Geschichten auf die Bühne zu bringen. Wo doch das Leben aktuell die spannenderen, skurrileren und abgründigeren Stücke schreibt: Flüchtlingskrise, Klimaerwandel, Handels- und tatsächliche Kriege. Obwohl uns das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe steht, reagiert die Politik darauf mit merkelmäßigem Aussitzen oder einer Nationaltümelei a la AfD oder Trump.

Anklänge an aktuelle Politik

„Wir sind Provinzler, denen eine Welt über den Kopf wächst, die sie nicht begreifen können.“ Treffender kann man es nicht formulieren. Dabei ist dieser Satz 70 Jahre alt. Er stammt aus Friedrich Dürenmatts „Romulus der Große“, das am Samstag, 30. November, Premiere in der Studiobühne feiert.

Ganz bewusst und mitten in der Dauerkrise der Politik bringt das Theater dieses Stück auf die Bühne. Ausgesucht hat es Birgit Franz, die auch Regie führt. „Ich mag Aussagen auf der Bühne machen. Romulus ist dafür sehr geeignet,“ sagt sie und zitiert die Unterzeile zu diesem Stück. „Wer so auf dem letzten Loch pfeift wie wir alle, kann nur noch Komödien verstehen.“

Birgit Franz. Foto: Torsten Geiling.

An der Studiobühne ist Birgit Franz in erster Linie für die Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ab und an steht sie aber noch selbst auf der Bühne. Die Schauspielerei war es auch, die ihre Leidenschaft fürs Theater geweckt hat. Mit 16 Jahren stand sie in Bayreuth zum ersten Mal auf der Bühne. Sie begann dann nach dem Abitur mit einem Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft. An der Theaterschule Emmental lernte sie das Handwerk, ehe sie etwa im Theater Kontrapunkt in Düsseldorf weitere Erfahrungen sammelte. Im Jahr 1995 kehrte sie nach Bayreuth an die Studiobühne zurück.

Dürenmatt hat den Romulus als Antwort auf das Dritte Reich geschrieben. In dem Stück geht es um ebenjenen Kaiser, der im Angesicht des untergehenden römischen Weltreichs demonstrativ gut gelaunt Hühner züchtet und frühstückt, während sein Hofstaat in Panik gerät und die drohende Übernahme durch die Germanen mit allen Mitteln abzuwenden versucht.

„Es gibt viele Charaktere, die einen Fanatismus entwickeln“, erklärt Birgit Franz, etwa die Kaiserstochter Rea, die auf ihre große Liebe verzichten und einen schwerreichen Hosenfabrikanten heiraten möchte, um Rom zu retten, oder ihre Mutter Julia, die den Widerstand von Sizilien aus anführen will, obwohl für sie bisher die Politik ein Fremdwort war. Romulus hat für jeden den passenden Satz parat: „Vaterland nennt sich der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf Menschenmord auszugehen.“ „Wo die Hose anfängt, hört die Kultur auf.“ „Wir haben durch die Jahrhunderte so viel dem Staat geopfert, dass es jetzt Zeit ist, dass sich der Staat für uns opfert.“

Romulus auf der Bühne. Foto: Studiobühne Bayreuth.

Diesen Fanatismus findet Birgit Franz interessant und die Frage, woher der Wunsch bei vielen Menschen nach einer übergeordneten Kraft und nach einer Utopie stammt. Hier sieht sie auch Parallelen zur heutigen politischen Lage und zum Nationalismus eines Trumps, Erdogans oder der AfD. „Wir haben nichts aus der Geschichte gelernt“, sagt sie. „Die Gesellschaft verändert sich, die stabilisierende Mitte wird mehr und mehr aufgedröselt.“

Was kann das Theater dagegen tun? „Es hilft beim Denken“, auch wenn es keine Lösung für dieses Dilemma gebe. „Auch Romulus scheitert“, sagt Birgit Franz. Das Römische Reich geht nicht unter und er wird nicht wie geplant vom germanischen Fürsten Odoaker ermordet. Man könne nur unterhaltsam, verständlich und zeitgemäß das Publikum aufklären.

15 Aufführungen im Dezember und Januar

Dafür haben die 17 Schauspieler seit zweieinhalb Monaten nun geprobt und auch moderne Anklänge in Dürenmatts Stück integriert. Ein Kunsthändler ähnelt Conchita Wurst, die Germanen treten kultiviert in Anzug und mit Hut auf und die Kammerdiener bringen ihre Ode als Death-Metal-Version dar. Den Text hat Birgit Franz nur leicht angepasst. „Mehr war nicht nötig. Dürenmatt schreibt einfach zu gut.“

Premiere: 30. November 2019 | Hauptbühne 3. /7. /11. /17. /28. /31. Dezember 2019 8. /11. /17. /21. /23. /29. Januar 2020 um 20.00 Uhr 29. Dezember / 26. Januar um 17.00 Uhr

Karten gibt es an der Kasse oder unter www.studiobuehne-bayreuth.de

2331 Kinderpornos bei Bayreuther Student gefunden – nun stand er vor Gericht

Vor dem Amtsgericht in Bayreuth musste sich ein 24-jähriger Student verantworten. Ihm wurde vorgeworfen im Besitz von 2331 kinderpornografischen Schriften gewesen zu sein. Diese wurden bei einer Durchsuchung seiner Wohnung sichergestellt.

Kinderpornos bei Bayreuther Student gefunden

1020 pornografische Bilddateien zeigen nach den Ausführungen der Staatsanwältin sexuelle Handlungen von Erwachsenen an oder vor Mädchen und Jungen, die noch keine 14 Jahre alt sind. Vaginaler, analer oder oraler Geschlechtsverkehr sollen auf den Bilddateien zu sehen sein. Außerdem sollen diese Dateien Material beinhalten, wie Kinder sexuelle Handlungen mit oder vor anderen Kindern unter 14 Jahren vollziehen.

Bei 1311 weiteren Bildern seien beispielsweise Dinge wie Masturbation oder aufreizende Posen von Kindern zu sehen, trägt die Staatsanwältin in der Anklage vor.

Kinderpornos aus dem Darknet

Das Verfahren dauerte allerdings nicht lange. Der Angeklagte bekannte sich schuldig: „Ich gebe die Tat zu.“ Als Begründung gab er an, nach dem Abbrechen eines Studienganges antriebslos gewesen zu sein und sich anschließend mit dem Darknet auseinandergesetzt zu haben. Dort sei er an die Daten gelangt. Deshalb gestand er auch, die Dateien selbst heruntergeladen zu haben.

Weitere Zeugen waren deshalb nicht nötig, die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von 7 Monaten auf Bewährung, da der Angeklagte noch nicht vorbestraft war. Trotzdem verhängte sie eine Freiheitsstrafe, da die „Intensität der Handlungen“ auf den entsprechenden Dateien sehr hoch ist.

Urteil in Bayreuth

In seinem letzten Wort sagte der 24-Jährige Student: „Es ist mit bewusst, dass durch meine Handlungen Kinder sexuell missbraucht wurden.“ Er entschuldigte sich und gab auch an, dass seine Begründung diese Tat nicht entschuldige.

Richterin Breunig verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten auf Bewährung. Bei dieser Anzahl und dem Material könne es ausschließlich eine Freiheitsstrafe geben. „Ich bin mir ganz sicher, dass sie nicht mehr straffällig werden“, begründete sie unter anderem die Bewährung. Zusätzlich muss der Angeklagte 700 Euro an einen Verein zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Klimaschutzkonzept für Bayreuth: Das kommt auf die Stadt zu

Bayreuth braucht ein Klimaschutzkonzept: Diese Meinung vertrat die Bewegung Fridays of Future bei der Bayreuther Bürgerversammlung Mitte Oktober. Wie die Umsetzung aussehen könnte? Darüber hat der Ältestenausschuss am Montag beraten.

Förderchance bei zeitnaher Beantragung

Bei der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes wollen die Grünen nicht all zu viel Zeit verstreichen lassen. Der Grund: Nur wenn das Konzept zwischen dem 1. Januar und 31. März 2020 eingereicht wird, hat es die Chance hoch gefördert zu werden. Das Bundesumweltministerium könnte dann bis zu 65 Prozent beisteuern.

Stadträtin Sabine Steininger schlug vor, eine Energieagentur oder ein qualifiziertes Fachbüro für weitere Details zu beauftragen.

Es ist wichtig sich Hilfe zu holen – damit man Fehler, die anderen Städten bereits unterlaufen sind, nicht erneut begeht.

(Sabine Steininger, Bündnis 90 / Die Grünen und Unabhängigen)

Stelle in Bayreuth für 2020 geplant

Der Ältestenausschuss einigte sich letztlich darauf, schnellstmöglich Agenturen zu kontaktieren und sich zeitgleich um die Stellenausschreibung zu kümmern. Vorgesehen ist die neue Stelle im Bereich  Klimaschutzmanagement für 2020, wie Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe erklärte.

Beratung mit dem Landkreis

Steininger riet der Stadtverwaltung außerdem sich zuvor mit dem Landratsamt auszutauschen. Thomas Ebersberger (CSU) stimmte ihr dabei zu.

Es stimmt, dass uns der Landkreis Bayreuth im Bereich Klimaschutz weit voraus ist. Daher wäre eine Zusammenarbeit sicherlich sinnvoll.

(Thomas Ebersberger, CSU)

Auf die Stadt Bayreuth zugeschnitten

Stadtbaureferentin Urte Kelm mahnte allerdings: Wichtig sei es, das Konzept konkret für die Stadt Bayreuth zu formulieren und sich nicht an Bausteinen anderer zu bedienen. „Das Konzept braucht Substanz“, fügte sie hinzu. Auch Bürger und Wissenschaftler sollten deswegen beratend zu Wort kommen. Zudem solle eine Art Gremium eingerichtet werden, das dem Stadtrat Empfehlungen gibt.

50.000 Euro einplanen

Der Vorschlag des Ältestenausschusses: Im Haushalt 2020 sollen zunächst 50.000 Euro für das Klimaschutzkonzept selbst sowie erforderliche Mittel für das Personal eingestellt werden. Außerdem müsse die Stadtverwaltung regelmäßig über die Entwicklung des Konzeptes auf dem Laufenden gehalten werden. Die genaue Umsetzung, wird Thema in der nächsten Sitzung des Stadtrats sein.