Kulmbach. Erneut wurden mehrere Kulmbacher Opfer eines Reifen-Stechers. Die Polizei ermittelt und bittet nun nach Hinweisen aus der Bevölkerung.
Alle vier Reifen zerstochen
Gegen 06:45 Uhr meldete sich der erste Geschädigte, weil sowohl an seinem Mazda 5 als auch an seinem VW Touran, die beide in der Theodor-Heublein-Straße abgestellt waren, jeweils alle vier Reifen zerstochen waren.
Bereits kurze Zeit später meldete sich ein weiterer Fahrzeugbesitzer, der seinen Audi A3 und seinen Skoda Oktavia am Hundsanger geparkt hatte, dass ebenfalls alle Reifen beschädigt worden sind. Im gleichen Straßenzug wurde zudem ein Renault Clio angegangen und drei Reifen zerstochen.
Betroffen waren außerdem ein Skoda Oktavia am Bergsteig und ein Ford Focus, der auf dem Parkplatz des „Clever Fit“ in der Kronacher Straße, abgestellt war.
Sachschaden im vierstelligen Bereich
Der entstandene Schaden geht auch dieses Mal wieder in die Tausende. Die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen sind am Laufen.
Polizei sucht Zeugen
Wer hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der Zeit von 22 Uhr bis 06:30 Uhr im Bereich Theodor-Heublein-Straße, Hundsanger, Bergsteig und auf dem Parkplatz des Fitnesstudio „Clever Fit“ verdächtige Wahrnehmungen gemacht?
Wer kann Hinweise auf den unbekannten oder die unbekannten Täter geben?
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Kulmbach unter der Telefonnummer 09221/6090 entgegen.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/03/Bayreuther-Tagblatt-Platter-Reifen-1.jpg6831024Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-23 07:28:172020-08-04 16:30:48Kulmbach: Reifenstecher schlagen erneut zu
Tödlicher Unfall in Bad Berneck: Angehörige haben am Freitagmorgen (22. November 2019) einen 30-Jährigen leblos auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Bad Bernecker Stadtteil Wasserknoden gefunden. Die Kriminalpolizei Bayreuth hat die Ermittlungen aufgenommen.
Toter Landwirt im Kreis Bayreuth gefunden
Nach ersten Erkenntnissen führte der Landwirt am Donnerstagabend Arbeiten an einer Holzvergaseranlage in einem Schuppen durch. Hierzu stieg der Mann in den dazugehörigen Schacht, um den Grund zu reinigen. Am nächsten Morgen fanden ihn Angehörige darin auf. Einsatzkräfte der Feuerwehr flexten den Schacht seitlich auf und bargen den 30-Jährigen anschließend. Ein Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Beamte der Kripo Bayreuth nahmen vor Ort die Ermittlungen zu den Todesumständen auf.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2018/10/Polizei10-pixabay-1.jpg6831024Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-22 16:22:372022-03-08 13:25:19Angehörige finden Leiche: Landwirt (30) tot im Schacht entdeckt
Vier Studentinnen der Uni Bayreuth haben sich in den vergangenen Monaten an ein besonderes Projekt gewagt: Bei ihrer Praxisarbeit haben sie einen schwarz-weiß Film im Mafia-Stil gedreht. Worum es in „Der einsame Held“ geht und welche Schwierigkeiten es im Verlauf des Projektes zu überwinden gab, erzählt Studentin Carla Sticker im Video.
Die erste Idee zum Film „Der einsame Held“ in einer Skizze visualisiert. Foto: Carla Sticker
Uni Bayreuth: Ein gnadenlos cooler Ermitter
„Wir wollten einen Streifen drehen mit einem verruchten, eiskalten Ermittler. Im 50er Jahre Mafia-Stil, ganz in Schwarz-Weiß“, sagt Carla Sticker. Angefangen hat alles mit einer Zeichnung. „Wir haben uns gefragt, was die Leute gerne schauen und wollten etwas Fiktives drehen“, ergänzt sie. Als der Professor das Konzept absegnete, ging es los: Das Drehbuch entwickelte Thea Binter. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ermittler Ed – gnadenlos cool und Kettenraucher. Seine Aufgabe ist es, die kompliziertesten Fälle zu lösen. Doch die Story überrascht mit einer spontanen Wendung, verrät Carla Sticker.
Kleidung aus Großmutters Zeiten
Jennifer Weiß organisierte die Kostüme. „Einige davon stammen von den Dachböden verschiedener Großeltern und Großtanten“, sagt Carla Sticker. Der Film dauert in der finalen Fassung sieben Minuten – allerdings stecken ganze zwölf Monate Arbeit dahinter. „Vor allem in das Konzept haben wir viele Stunden Arbeit gesteckt“, erklärt sie.
Foto: Carla Sticker
„Es war auch gar nicht so einfach, gute Schauspieler zu finden“, erklärt Carla Sticker. „Wenn wir direkt bei Theatergruppen angefragt hatten, wollten viele eine hohe Vergütung für ihr Können – das war für uns als Studentenprojekt natürlich nicht möglich“, sagt sie.
Szenen aus Bischberg und Bayreuth
Vor der Kamera standen hauptsächlich Laienschauspieler der Uni Bayreuth. „Abgedreht haben wir alles innerhalb von einer Woche in Bayreuth und Bischberg“, erklärt sie. Wir waren zum Beispiel in einer Bar und bei Comixart im Rotmaincenter.
Wer wissen möchte, wie der Film ausgeht, kann ihn schon bald im Schaufenster des Studienganges sehen.
Die Studenten haben unter anderem im Bayreuther ComixArt gedreht. Foto: Carla Sticker
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/11/Bayreuther-Tagblatt-Film-Uni-Bayreuth-1.jpg404775Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-22 15:24:122022-01-17 09:38:03Mafia-Film von der Uni Bayreuth: „Der einsame Held“ verblüfft
Bindlach. Am frühen Donnerstagabend kam es auf der Ortsverbindungsstraße bei Euben zu einem Verkehrsunfall. Der Unfallfahrer flüchtete. Jetzt sucht die Polizei Zeugen.
Der Pkw eines 21-jährigen Bindlachers kollidierte mit einem entgegenkommenden, dunklen VW Golf. Dieser fuhr zu weit in der Fahrbahnmitte, so dass sich beide Außenspiegel berührten. Der Fahrer des VW Golf bremste kurz ab, fuhr dann aber in Richtung Bayreuth weiter. Der Schaden am Pkw des Bindlachers beträgt ca. 800 Euro.
Unfallzeugen werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Bayreuth-Land unter der Telefonnummer 0921/506 2230 in Verbindung zu setzen.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.png00Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-22 15:10:372020-08-04 16:27:15Nach Fahrerflucht in Bindlach: Zeugen gesucht
Bayreuther müssen künftig mehr für die Straßenreinigung bezahlen. Die Hintergründe und Einzelheiten gibt’s hier.
Für Hausbesitzer interessant
Die Straßenreinigungsgebühr selbst ist vorrangig für Hausbesitzer interessant, da diese sie direkt zahlen müssen. Bei Mehrfamilienhäusern werden die Kosten, wie die weiteren Gebühren für Müllabfuhr oder Abwasser, über die Nebenkosten aufgeteilt.
Seit 2004 hielt die Stadt Bayreuth die Gebühren für die Straßenreinigung seit 2004 stabil. Der Grund für den jetzigen Anstieg liegt in einer Neukalkulation laut dem Kommunalabgabengesetz. Um kostendeckend arbeiten zu können, ist die Anpassung notwendig. Der Anstieg soll ab dem 1. Januar 2020 in Kraft treten.
Anstieg um 16 Prozent
Der Vorschlag im Haupt- und Finanzausschuss wurde einstimmig angenommen. Er sieht vor, die Gebühren zum 1. Januar 2020 anzuheben. Je Meter würden die Kosten hierbei um 16 Prozent steigen. In der Reinigungsklasse 1 bedeutet das einen Anstieg von 2,63 Euro auf 3,05 Euro. In der Klasse 2 werden künftig 6,10 Euro anstatt 5,26 Euro je Meter fällig. Auch in Reinigungsklasse 4 steigt die Gebühr nun von 10,52 auf 12,20 Euro je Meter.
Am Mittwoch, den 27. November wird das Thema nun im Stadtrat vorgebracht.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/11/Bayreuther-Tagblatt-Kehrmaschine-1.jpg404775Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-21 15:09:152021-05-13 11:18:30Bayreuths Bürger sollen mehr für Straßenreinigung zahlen
Luca P. (Namen von der Redaktion geändert) sitzt in der JVA Bayreuth. Dort soll er den Mithäftling Egon R. drei mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen und am Hals gewürgt haben. Nachdem sich Egon R. lösen konnte, habe Luca P. weiter mit der Faust auf ihn eingeschlagen. Dazu war Luca P. alkoholisiert von einem Getränk, das er selbst gebraut hatte. Das Landgericht Bayreuth musste in einem Berufungsverfahren erneut klären, was in der JVA Bayreuth geschehen ist.
Angeklagter sagt aus: Er habe sich verteidigt
Zum ersten Mal äußerte sich Luca P. vor einem Gericht zu diesem Vorfall. Er habe sich nur verteidigt. Denn Egon R. habe ihn von hinten die geschubst und sich dann über ihn gebeugt. Als Luca P auf dem Boden lag, habe er sich gewehrt, habe Egon R. gewürgt und eine Kopfnuss gegeben haben. „Ich musste mich verteidigen“, sagte Luca P.
Davor soll es einen Streit gegeben haben. Es sei um Tabak gegangen, den Luca P. von Egon R. zurückhaben wollte. Egon R. soll nur gesagt haben: „Verpiss dich.“ Doch diesen Streit hätte es nach Angaben von Egon R. nie gegeben. Er sei nur auf dem Weg in seine Zelle gewesen, als der Angeklagte ihn beleidigt habe.
JVA Bayreuth: Grund für die Schlägerei
An der Zelle von Egon R. hätte er sich eingesperrt, der Angeklagte hätte dann aber sein Kind und seine Frau beleidigt. Dann habe Egon R. die Tür aufgemacht, und der andere sei „sofort“ auf ihn los gegangen. Vier bis sechs Schläge habe der Geschlagene gezählt.
Warum der Angeklagte auf ihn losgegangen ist, konnte sich Egon R. nicht erklären. Er vermutete, weil er einmal in seinem Gang unterwegs gewesen sei und Luca P zu ihm gemeint habe: „Das ist mein Gang, du hast hier nichts zu suchen.“
Zeugen aus der JVA Bayreuth
Zwei Häftlinge wurden als Zeugen geladen. Im Gefängnis hatten sie noch angegeben, dass Luca P. auf Egon R. eingeschlagen hat. Doch vor dem Landgericht konnte sich keiner der beiden mehr erinnern: „Ich weiß es nicht mehr“ oder „ich habe nichts gesehen“, waren die häufigsten Antworten der beiden Zeugen. Der Staatsanwalt betitelte beide Zeugen in seinem Plädoyer sogar als „unbrauchbar“.
Ein Bediensteter der JVA Bayreuth erklärte: „Es gibt das ungeschrieben Gesetzt, dass man nicht gegeneinander aussagt.“ Das Schweigen der anderen Häftlinge sei deshalb nichts ungewöhnliches. Doch der JVA-Mitarbeiter hatte die Verletzungen von Egon R. gesehen: „Es war offensichtlich, dass etwas geschehen ist.“
Ein zweiter Bediensteter der JVA hat die Verletzungen von Egon R. ebenfalls gesehen: „Er hatte schwere Verletzungen am Hals und an der Schläfe.“ Der Gefangene habe ihm auch gesagt, dass er angegriffen worden sei. Egon R. hat auf den Beamten „ängstlich und eingeschüchtert gewirkt“.
Im Gegensatz dazu trat der angeklagte Luca P. auf. „Er weigerte sich untersucht zu werden.“ Luca P. wurde als ungehalten beschrieben. Er habe auch nicht gesagt, dass er von einem Häftling angegriffen wurde.
Hintergrund des Angeklagten: Psychische Belastung
Zwischenzeitlich wurde die psychische Verfassung und die Vergangenheit von Luca P. vorgetragen. Er sei mit Schleusern aus dem Irak nach Deutschland gekommen. Während der Flucht sollen die Schleuser alte Männer erstochen und am Wegrand zurückgelassen haben. Außerdem sollen die Schleuser immer wieder die fliehenden Frauen vergewaltigt haben. Diese Erinnerungen habe der Angeklagte nach Angaben eines psychischen Einschätzung nicht verarbeiten können.
12 Eintragungen stehen in seiner Akte. Von dem Verstoß gegen eine räumliche Beschränkung bis hin zu gefährlicher Körperverletzung. Das Vorstrafenregister ist lang.
Plädoyers und Urteil in Bayreuth
Rechtsanwalt Bernd Glas mahnte in seinem Plädoyer, dass sein Mandant deshalb nicht unter Generalverdacht stehen dürfe. Er zweifle an den Aussagen von Egon R. und beantragte im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden. Er forderte deshalb einen Freispruch.
Der Staatsanwalt sah die Anklage jedoch bestätigt, insbesondere durch die Aussagen der beiden Justizbeamten. Er hält deshalb die 8 Monate, die aus dem Urteil des Amtsgerichts hervorgingen, für angemessen. Die Berufung sei damit abzulehnen.
Richter Meyer entschied mithilfe der Schöffen, die Berufung als unbegründet abzulehnen.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/11/Gefängnis-1.jpg9601280Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-21 14:36:372020-04-27 11:58:21Im Knast wird geschwiegen – Mithäftling gewürgt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen
Vereinzelt haben sich in der Nacht zum Donnerstag Hochnebelfelder festgesetzt, die im Laufe des Vormittages dem Sprühregen weichen. In den Abendstunden lässt der Niederschlag allmählich nach, wie der Deutsche Wetterdienst meldet. Auch am Freitag soll es eher trocken bleiben und gegen Nachmittag lässt sich sogar die Sonne einmal blicken.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/11/Bildschirmfoto-2019-11-20-um-21.05.15-1.png528812Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-21 04:00:002020-07-16 15:29:22Wetter für Bayreuth: Löst sich die Wolkendecke auf?
Ina Richter ist die Unternehmerin des Jahres. Vor vier Wochen wurde dieser Titel der Geschäftsführerin der suprima GmbH aus Bad Berneck von einer Jury aus Wirtschaft und Politik verliehen. Im bt-Interview verrät die 54-Jährige, wie ihr der Aufstieg zur Unternehmerin gelang und warum Frauen manchmal ein besseres Gespür beweisen als Männer.
Bettina Angerer, Verbandsbeauftragte des BVMW Bayreuth (links) mit Ina Richter, Geschäftsführerin von suprima GmbH (rechts) beim Unternehmerinnen-Award. Foto: Susanne Monz
Spielen, wo andere arbeiten
Schon als Kind konnte die heutige Geschäftsführerin Ina Richter in den Alltag des Familienbetriebs suprima GmbH hinein schnuppern. Das Unternehmen besteht nun schon seit drei Generationen. Zusammen mit ihren Eltern und Großeltern lebte die heutige Geschäftsführerin früher sogar in dem Gebäude, in dem auch jetzt noch produziert wird.
Die ganze Firma war wie ein Spielplatz für mich.
(Ina Richter, Unternehmerin des Jahres)
Später wurde Richter bewusst, dass sie beruflich in die Fußstapfen ihrer Mutter und Großmutter schlüpfen wolle. Die Ausbildung zum technischen Textil-Fachwirt war dabei der erste Schritt.
„Ich musste mal raus“
Für einige Jahre arbeitete Richter dann auch im familieneigenen Unternehmen, das neben textilen Produkten für die Pflege eine Zeit lang auch Kinderbekleidung herstellte. Doch die Unternehmerin, die sich selbst als freiheitsliebend beschreibt, wollte mehr sehen. „Mir war klar, dass ich raus musste.“
Also zog Richter an den Bodensee, machte eine Ausbildung zum Heilpraktiker und arbeitete als Trainerin im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Nach zehn Jahren endete der berufliche Ausflug dann wieder und die gebürtige Oberfränkin zog zurück in die Heimat.
Ich habe gemerkt wo meine Kompetenzen liegen und wollte zurück nach Oberfranken.
(Ina Richter, Unternehmerin des Jahres)
„Fühle mich für das Unternehmen verantwortlich“
Zum Umbruch kam es dann 2012 als Ina Richter die Hälfte der Anteile des Familienbetriebs zurückkaufte. Ab diesem Zeitpunkt übernahm die Mutter von zwei Kindern von ihren Eltern auch die Geschäftsleitung.
Der Übergang zur Geschäftsführerin fiel mir sehr leicht. Ich konnte Stück für Stück ins Unternehmen hineinwachsen. Das hat mir viel geholfen.
(Ina Richter, Unternehmerin des Jahres)
Ina Richter, Geschäftsführerin von suprima GmbH und Unternehmerin des Jahres. Foto: Susanne Monz
„Eine Frau in der Führungsposition ist heute ganz normal“
Als Frau an der Spitze eines Unternehmens zu stehen, sei für Ina Richter ganz natürlich. Bereits ihre Großmutter und Mutter hatten den Familienbetrieb geführt und sich in einer Position, die als „Männerdomäne“ bekannt ist, durchgesetzt.
Doch von einem Geschlechterkampf bekommt Ina Richter auch heute wenig zu spüren. Die suprima GmbH sei ein Familienbetrieb, in dem niemand ihre Kompetenzen anzweifeln würde. Nur bei Verhandlungen mit externen Partner könne sie spüren, welche Unterschiede es zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen gebe.
Ich glaube, dass wir Frauen gefühlsbetonter in Verhandlungen gehen und hinter den ganzen Zahlen auch Schicksale und Menschen sehen. Da habe ich durch meine Art bei manchem Treffen schon einen neuen Aspekt hineingebracht.
(Ina Richter, Unternehmerin des Jahres)
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/11/Bayreuther-Tagblatt-Ina-Richter-3.jpg6831024Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-20 15:13:332020-04-22 11:22:44Ina Richter: Das steckt hinter der Unternehmerin des Jahres
Als der Bayreuther Tino Müller vor einigen Wochen mit seinem Pkw die Universitätsstraße befährt, glaubt er seinen Augen kaum zu trauen. Plötzlich rennen nach seiner Aussage Personen quer über die mehrspurige Straße in Richtung Uni. Sie hatten sich aus einer Lücke im Zaun des neuen Studentenwohnheims den Weg gebahnt. Das lässt Müller keine Ruhe.
In den nächsten Tagen habe ich mir die Sache genauer angesehen.
(Tino Müller)
Ein Loch in der Hecke. Foto: Tino Müller.
Hohes Risiko
Nicht nur eine riesengroße Lücke im Drahtzaun, sondern auch gut ausgetretene Pfade auf der Gegenseite deuten darauf hin, dass dieser brandgefährliche Überweg über die breite Einfallstraße regelmäßig von vielen Personen genutzt wird. Für Müller ist das ein No-Go: mit hohem Risiko.
Die Situation wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ausweichmanövern oder sogar Unfällen führen, wenn hier nichts getan wird.
(Tino Müller ist über den Übergang besorgt)
Gerade in diesem Bereich würden Fahrzeuge immer wieder beschleunigen. Bei einer Kollision eines Fußgängers mit einem, geschätzt, 60 Stundenkilometer schnellen PKW würde der Fußgänger mindestens schwere Verletzungen davontragen, möglicherweise aber auch sterben, wie der besorgte Bayreuther erklärt.
„Saugefährlich“
Das möchte Müller aber nicht abwarten und informiert am 5. November 2019 die verantwortlichen Stellen: Stadtplanungsamt, Studentenwerk und natürlich die Polizei Bayreuth-Stadt. Bekannte, die er über die Gefahr informiert, äußern sich entsetzt. Klaus Scheuerecker, der langjährig im Sanitätsdienst ehrenamtlich tätig ist: „Das ist saugefährlich.“
Müllers Bekannter Stefan Steurer vom ADFC Bayreuth weist ihn auf einen tragischen Unfall vom Juni 2019 hin, nur wenige Meter weiter stadteinwärts. Ein Großraumtaxi hatte einen Radfahrer an der berühmt-berüchtigten Emil-Warburg-Querung erfasst. Der Radfahrer war dabei so schwer verletzt worden, dass der Unfallort für eine polizeiliche Aufnahme über mehrere Stunden gesperrt werden musste.
Seinen Gang an die Öffentlichkeit begründet Müller wie folgt:
Stadtverkehr muss so geplant sein, dass er möglichst sicher ist, denn die Gesundheit ist das höchste Gut eines jeden. Man wünscht es wirklich niemanden, dass ein junger Mensch ins Auto rennt. Das würde zwei Leben ins Unglück stürzen!
Rechtlich kein Problem
Gegenüber dem Bayreuther Tagblatt erklärt Joachim Oppold, Pressesprecher der Stadt Bayreuth, dass die Stadt in dieser Sache relativ wenig machen könne, weil es sich beim Wohnheim um ein Privatgrundstück handele. Die einfachste Lösung wäre es daher wohl, wenn der Betreiber des Wohnheims, das Studentenwerk, die Lücke in der Hecke schließen würde.
Ein Auto rast beim Studentenwohnheim am Tappert heran. Foto: Carolin Richter.
Die Polizei sieht die Sache anders. Es sei nicht Sinn und Zweck eines Studentenwohnheims, die Bewohner einzusperren, wie Bernd Zimmermann von der Bayreuther Polizei erklärt. Vielmehr müsste an die Bewohner appelliert werden, dass sie die öffentlichen Gehwege und Übergänge benutzen. Rein rechtlich seien sie dazu jedoch nicht gezwungen.
Innerorts dürfen Menschen jede Straße überqueren, wenn sie nicht näher als 15 Meter von einem Übergang oder einer Ampel entfernt sind.
(Bernd Zimmermann, Polizei Bayreuth Stadt)
Ein zerstörter Zaun
Gefährlich sei das wilde Überqueren dennoch: auch beim Wohnheim „Am Tappert“. Wann sich in der Universitätsstraße jedoch etwas ändern werde, ist nicht abzusehen. Auf Anfrage des Bayreuther Tagblatts erklärt Jennifer Grafunder vom Studentenwerk Oberfranken, dem Betreiber des Wohnheims:
Uns ist die Problemstelle bekannt. An der Stelle ist der Zaun zerstört worden und die Pflanzen niedergetrampelt. Jetzt laufen die Studenten da einfach durch und überqueren die Straße.
Dagegen etwas zu tun sei nicht so einfach. Bevor die Studenten reihenweise an dieser Stelle über die Straße gegangen sind, seien sie über das benachbarte Zapf-Gelände gelaufen, so Grafunder. Als die Firma das bemerkte, habe sie einen großen Bauzaun aufgestellt, um dies zu unterbinden.
„Wir müssen etwas machen“
Seitdem hätten sich die Studierenden ihren eigenen Weg gesucht: direkt am Studentenwohnheim. Doch das solle nicht so bleiben, erklärt auch Jennifer Grafunder vom Studentenwerk.
Uns ist klar, dass wir was machen müssen. Was genau steht noch nicht fest.
(Jennifer Grafunder, Studentenwerk)
Sicher sei dabei, dass eine Lösung für das gesamte Gelände her muss, denn sonst würden die Studenten sich einfach anderswo ein Loch ins Gebüsch schlagen.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/11/Bayreuther-Tagblatt-Tappert-3-1.jpg404775Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-20 15:12:152020-04-23 13:18:44Gefahr in Bayreuth: Wilde Fußgängerüberquerung der Universitätsstraße
Wie im Juli berichtet, soll nach Beschluss des Stadtrates am Knotenpunkt Königsallee / Ochsenhut / Eremitenhofstraße künftig ein Kreisverkehr entstehen. Doch dieser wird nun teuerer als gedacht. Woran das liegt? Mehr dazu im folgenden:
Kosten fast doppelt so hoch
Bisher steht fest: Der Kreisverkehr ist erforderlich, um Fußgänger dort besser leiten zu können und wegen des künftig erwarteten Verkehrsaufkommens in Richtung Lohengrintherme. Anhand einer Kostenschätzung aus dem Jahr 2016 ist man ursprünglich von insgesamt 485.000 Euro Kosten für das Bauprojekt ausgegangen, wovon 185.000 Euro den Haushalt 2019 und 300.000 Euro den Haushalt 2020 betreffen. Nach derzeitigen Schätzungen sollen die Baukosten allerdings etwa 830.000 Euro betragen – beinahe doppelt so viel. Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat, nach einstimmigen Beschluss, die zusätzlichen Kosten im Haushalt 2020 einzuplanen.
Wie Gespräche mit der Regierung von Oberfranken ergaben, werde die Straße Ochsenhut allerdings als nicht zuwendungsfähig angesehen. Grund seien die Geschwindigkeitsbegrenzung und die Tonnage-Begrenzung. Insgesamt muss die Stadt dann mit gut 514.000 Euro Eigenanteil rechnen.
Warum es teuerer wird
Zu dem neuen Kostenbetrag führt eine lange Liste an Gründen: Einerseits müsse die neue Asphaltfläche erhöht und Frostschutz-Material eingearbeitet werden. Auch die Entsorgungskosten für den Erdaushub würden gerade immer teurer, so das Referat Planen und Bauen. Die Randeinfassungen müssten wegen der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzung mit Flachbordsteinen versehen werden. Weil ein Gehweg im nördlichen Teil der Königsallee mit dem Parkplatz der Eremitage verbunden werden soll und eine Bushaltestelle dorthin verlegt wird, muss ein zusätzliches Entwässerungssystem zu Ableitung von Oberflächenwasser integriert werden. Ein Regenwasserkanal, der an die Eremitenhofstraße angeschlossen ist, wird ebenso neu gebaut und tiefer als der bestehende gelegt.
Realisierung ab Frühjahr 2020
Nach technischer Freigabe durch die Regierung von Oberfranken soll die Baumaßnahme zum Jahreswechsel ausgeschrieben werden. Die Umsetzung ist für den Zeitraum zwischen März bis August 2020 geplant.
https://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_2204-1-scaled.jpg19202560Redaktionhttps://www.bayreuther-tagblatt.de/wp-content/uploads/2020/03/01_BT_LOGO-BILD.pngRedaktion2019-11-20 06:50:242022-02-23 11:15:17Kreisverkehr an der Eremitage wird teurer als gedacht