Stadtrat: Dieser Live-Stream ist eine Farce

„Die Unabhängigen“ (DU) im Bayreuther Stadtrat fordern in einem Antrag eine Überarbeitung des Live-Streams aus den Stadtratssitzungen. In seiner jetzigen Form sei das Angebot eine Farce und führe nur zu noch mehr Politikverdrossenheit unter den Bürgern, heißt es.

Diese Übertragungen sind, in der aktuellen Form, keine Hilfe für die Bürgerinnen und Bürger.

(Wolfgang Gruber, Die Unabhängigen (DU))

Wolfgang Gruber. Foto: Stadt Bayreuth

Unterschrieben hat den Antrag Stadtrat Wolfgang Gruber. Er schreibt, dass es dem Live-Stream an Transparenz mangle. Fest macht Gruber seine These an dem Umstand, dass einer der vergangenen Live-Streams mit Verspätung startete, den Zuschauern diese Verspätung aber nicht erklärt wurde, geschweige denn dass im Vorfeld darauf hingewiesen worden sei.

Mit Unverständnis reagieren Zuschauer bei mitten in der Debatte plötzlich erscheinenden Standbildern, oder wenn die Diskussion unvermittelt abbricht und es dann wie aus dem Nichts und oft im Zusammenhang nicht mehr erkennbar, weiter geht. 

(Wolfgang Gruber)

Zudem sei es nicht nachvollziehbar, dass Teile des Stadtrats und sogar der Referenten weder im Bild gezeigt werden dürfen noch dass das dem Zuschauer erklärt werde. Stattdessen werde der Stream in einem solchen Fall ohne Vorankündigung und Erklärung unterbrochen und laufe dann später an einer anderen Stelle weiter. Einer Diskussion folgen könne man so nicht, sagt Gruber. Er fordert, dass Verspätungen und Unterbrechungen mit Angabe von Zeit und Grund auf der Internetseite erklärt und Ausblendungen erläutert werden. Auf der Seite sollten außerdem die jeweiligen Sitzungsvorlagen hinterlegt werden. 

Für nicht akzeptabel halten wir, daß sogar ein städtischer Referent, immerhin ein Spitzenbeamter des Rathauses, der noch dazu für das Einwohner- und Wahlamt zuständig ist, sich ausblenden lässt, wenn er im Namen der Verwaltung spricht (…) Wir sind der Meinung, dass hier das Recht am eigenen Bild nicht greifen kann.

(Wolfgang Gruber)

Gemeint ist Referent Ludolf Tyll, der dem Umwelt- und Verkehrsreferat, sowie dem Meldewesen vorsteht. Dieser übe ein öffentliches Amt aus, verlese Anträge und Stellungnahmen der Verwaltung, die nicht seiner persönlichen Meinung, sondern der der Verwaltung entsprächen und damit weitgehend im Namen der Bürger erfolgten.

Jeder Stadtrat wählt für sich bewußt ein öffentliches Amt und wirbt mit sich, seiner Person und auch seinem Bild um dieses Amt. Es ist völlig unverständlich, warum eine Abbildung in dieser öffentlichen Funktion nicht möglich sein soll.

(Wolfgang Gruber)

Besonders fragwürdig erscheine es der DU, dass die Bürger an den Computern noch nicht einmal miterleben könnten, wie der Stadtrat insgesamt und die einzelnen Fraktionen am Ende tatsächlich abstimmten. Am Ende werde ein solcher Live-Stream zur Farce und kehre die beabsichtigte Transparenz und Teilhabemöglichkeit der Bürger über das Netz in das Gegenteil um.

2300 Euro pro Sitzung

Weiter kritisiert Gruber, dass die jeweiligen Mitschnitte nicht archiviert werden und so nicht zu einem späteren Zeitpunkt als dem aufgezeichneten angesehen werden können.

Gruber kommt zu dem Schluss:

In der bisherigen Form ist die Übertragung Sinn entstellend und die Kosten rechtfertigen sich nicht.

(Wolfgang Gruber)

Die Sitzungen des Stadtrats werden seit September 2017 als Live-Stream im Internet übertragen. Der Beschluss sieht vor, dass das Angebot zunächst bis zum Ende der aktuellen Legislatur im April 2020 fortgeführt wird. Sahen sich die erste Übertragung noch über 3000 Interessierte an, liegt der Zuschauerschnitt mittlerweile bei etwa 500. Rund 2300 Euro kostet die Stadt jede einzelne Übertragung.

Umstrittene Protestaktion: Extinction Rebellion holen Marc Amann nach Bayreuth

Die Klimaaktivisten „Extinction Rebellion“ haben mit ihrer Veranstaltung „JAmann!“ für Aufsehen gesorgt. Grund dafür war der Gastredner Marc Amann.

Veranstaltung der Uni Bayreuth wurde abgesagt

Dieser Name sorgte schon vor einigen Tagen für Aufsehen. Für das erste Wochenende im August war von der Universität unter dem Motto „Recht auf Protest – Wie weit darf mensch in der Klimakrise gehen?“ eine Veranstaltung mit Marc Amann im Iwalewahaus geplant. Nachdem allerdings bekannt wurde, dass es sich bei Amann um einen Vertreter der linksextremen Gruppierung IL (Interventionistischen Linken) handelt, wurde die Veranstaltung wieder abgesagt.

„Entscheidung nicht nachvollziehbar“

In einer Stellungnahme Amanns auf seiner Website zu der abgesagten Veranstaltung heißt es:

Ich finde es nicht nachvollziehbar und politisch in Zeiten von Rechtspopulismus und antidemokratischen Kampagnen gefährlich, dass eine breite öffentliche Diskussion über Legitimität von Protest (mit dem Titel „Recht auf Protest“!!!) gegen die fortschreitende Klimazerstörung durch die Absage der Veranstaltung eingeschränkt wird, weil der Verfassungsschutz Vortragende wie mich für missliebig erklärt.

(Marc Amann)

Extinction Rebellion lässt Veranstaltung mit Amann wiederaufleben

Die Aktivistengruppe „Extinction Rebellion Bayreuth“ hatte daraufhin Marc Amann zu einer Kundgebung zum Thema „Zivilcourage“ eingeladen. In verschiedenen Workshops sollten die Themen Zivilcourage, ziviler Ungehorsam und Klimapolitik diskutiert werden.

Nachdem Diskrepanzen mit den Initiatoren dazu führten, dass die Veranstaltung beinahe abgesagt worden wäre, habe wir von der Extinction Rebellion alle Kräfte mobilisiert die Orga zu stemmen, um uns diese einmalige Chance nicht entgehen zu lassen. (…)

(…) Marc Amann, dieser wunderbar engagierte Mensch wird uns mit seinen kreativen Ideen, reichen Erfahrungen im Aktivismus und spannenden Aktionsgeschichten beehren.

(Facebook-Post Extinction Rebellion Bayreuth)

Auf Facebook kündigte „Extinction Rebellion Bayreuth“ außerdem künstlerische Performances und Aktionen in der Innenstadt an. Es sollte ein reger Austausch mit den Passanten stattfinden. Auch eine Demonstration war geplant. Die Veranstalter entschieden sich dann allerdings dafür, die Veranstaltung privat zu halten und nicht in die Öffentlichkeit zu gehen. Zu einer Stellungnahme waren die Aktivisten am Samstag nicht bereit.

Rückruf: Salmonellen in Käse

Die Firma Lactalis ruft die Käsesorte „Societe Roquefort“ zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden bei einer Kontrolle Salmonellen in dem Produkt nachgewiesen.

Betroffen ist der Artikel „Societe Roquefort“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 17. November 2019. Verbraucher, die das Produkt gekauft haben, werden gebeten es auf keinen Fall zu verzehren. Lactalis hat alle betroffenen Einkaufsstätten bereits informiert und veranlasst das Produkt aus dem Verkauf zu nehmen. Verbraucher können die Ware im Markt zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet. Ein Kassenbon ist nicht nötig. Den Käse gibt es in verschiedenen Lebensmittelläden wie Netto oder Rewe zu kaufen.

Weitere Produkte der Marke werden zurückgerufen

  • Roquefort portion 25 Gramm der Marke Societe
  • Roquefort tranche 200 Gramm der Marke Societe
  • betroffenes Mindesthaltbarkeitsdatum: 13. September, 15. September und 16. Dezember 2019

Der Verzehr von mit Salmonella-Bakterien belasteten Lebensmitteln kann Unwohlsein, Durchfall, Erbrechen und Fieber auslösen. Verbraucher müssten in diesem Fall einen Arzt aufsuchen, und sofort auf Verdacht auf Salmonella hinweisen. Zwischen dem Anstecken und dem Ausbrechen der Krankheit vergehen in der Regel 48 Stunden. Die Symptome können bei Kleinkindern, immungeschwächten und älteren Menschen verstärkt auftreten.

Bayreuth baut Highspeed-Internet aus

Die Stadt Bayreuth baut die Internet-Infrastruktur weiter aus. Die öffentliche Ausschreibung für den Ausbau sicherte sich die Deutsche Telekom.

Geplant sind rund 20 Kilometer Glasfaser zu verlegen, drei Glasfaser-Netzverteiler sowie zwei Multifunktionsgehäuse neu aufzustellen. Wie die Stadt vermeldet, haben die Stadt Bayreuth und die Deutsche Telekom dazu am vergangenen Freitag im Rathaus einen Vertrag abgeschlossen.

Die Ansprüche der Bürger an ihren Internet-Anschluss steigen ständig. Bandbreite ist heute so wichtig wie Gas, Wasser und Strom. Mit diesem weiteren Ausbauschritt wird Bayreuth als Wohn- und Arbeitsort noch attraktiver.

(Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe)

Planung beginnt

Die Telekom steigt nun in die Feinplanung für den Ausbau ein. Parallel wird eine Tiefbau-Firma ausgewählt, Material wird bestellt und Baugenehmigungen werden eingeholt. Welche Stadtteile genau in Zukunft von dem neuen Ausbau profitieren ist noch nicht bekannt.

Amtliche Warnung vor Sturmböen für den Raum Bayreuth.

Unwetterwarnung: Aprilwetter im Hochsommer

Der Sommer in Bayreuth macht eine Pause. Schon zum Ferienstart vergangene Woche spielte das Wetter verrückt. Auch für das zweite Ferienwochenende stehen die Aussichten auf sonniges Wetter eher schlecht. Ganz im Gegenteil: Für den Raum Bayreuth warnt die Unwetterzentrale vor kräftigen Schauern und Gewittern. Auch Hagel und Sturmböen sind möglich. Schuld daran ist das Tiefdruckgebiet Wolfgang.

Foto: Unwetterzentrale

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Im Laufe des Tages muss immer wieder mit starken Schauern und Gewittern gerechnet werden. Foto: Deutscher Wetterdienst

Die Unwetterwarnung dauert bis in die Nacht zum Sonntag an. Dann soll sich das Wetter laut Deutschem Wetterdienst wieder etwas beruhigen.

Festival junger Künstler: Von Tradition und zeitgenössischer Musik

Heimat. Liebe. Fremde. Diese drei Wörter laden internationale, junge Musiker und ihr Publikum im August zum 69. Festival junger Künstler nach Bayreuth ein. Im Programm sind Seminare, künstlerische Workshops und Konzerte vor großem Publikum. Alle Veranstaltungen finden Sie auf der Homepage des Festivals junger Künstler.

Die ersten Händel-Festspiele fanden 1922 statt und wurden bis 1952 nur etwa alle zehn Jahre durchgeführt.
Mehrfach drohte das Aus für die Festspiele aufgrund finanzieller Engpässe – zuletzt im Jahr 2013, als sie aufgrund eines Hochwassers in Mitteleuropa abgesagt werden mussten. Die Erstattung von Sponsorengeldern, Ticketpreisen und Künstlergagen stellte eine großes Problem dar. Inzwischen zählt das Festival zu den beliebtesten Deutschlands und konnte 2018 mit 58.000 Besuchern einen neuen Besucherrekord aufstellen.

Auf dem Festival werden nicht ausschließlich Stücke Händels gespielt, auch die Werke ihm nahestehender Künstler haben ihren Platz bei den Festspielen in Halle.
Halle (Saale) ist die Geburtsstadt von Georg Friedrich Händel.
Händel gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Geschichte und komponierte neben 42 Opern und 25 Oratorien unzählige Werke für Orchester, Kirche und Kammermusik.
Händel starb 1759 in London, also 63 Jahre vor den ersten Händel-Festspielen.
Händel Festspiele Halle

Erste Durchführung: 1922
Durchgeführte Festspiele: 70
Dauer der Festspiele: ca. 14 Tage
Anzahl der Besucher: 58.000
Einwohner des Aufführungsortes: 232.470

Das erste Beethovenfest fand 1845 statt, Beethovens 75. Geburtstag zu Ehren.
Zwei der, zur damaligen Zeit, bekanntesten Dirigenten konnten dafür verpflichtet werden: Franz Liszt und Louis Spohr. Der preußische König, die Queen und Alexander von Humboldt waren Gäste, kurz: es war DAS Gesellschaftliche Highlight. Extra für diese Veranstaltung wurde ein großes Festspielhaus aus Holz errichten – und danach direkt wieder abgerissen. Nach unregelmäßigen Festspielen, fanden sie ab 1931, bis in die Kriegsjahre hinein jährlich statt. Und so ist es auch heute wieder. 

Spannend: Nachdem die staatliche Finanzierung gestrichen wurde, organisierte die Bürgerinitiative Bürger für Beethoven von 1996–1998 den Beethoven-Marathon. Diese sicherten die Fortsetzung der Beethovenfests.

Ludwig van Beethoven selbst erlebte das erste Beethovenfest nicht mehr. Der aufgrund einer Krankheit taube Komponist starb bereits 1827, also 18 Jahre vor den ersten Festivitäten in Bonn.
Beethovenfest Bonn

Erste Durchführung: 1845
Durchgeführte Festspiele: ca. 50
Dauer der Festspiele: ca. 4 Wochen
Anzahl der Besucher: ca. 38.000 
Einwohner des Aufführungsortes: 314.000

Bachfest Leipzig

Das erste mal unter diesem Namen fand das "Bachfest Leipzig" 1908 statt.
Bereits zuvor fand es unregelmäßig unter den Namen "Bachwochen" oder "Bachtage" statt.

Erst seit 1999 wird dieses Klassikfestival jährlich unter einem neuen Motto durchgeführt, organisiert vom Leipziger Bach-Archiv.

Seit 2011 gibt es im Rahmen des Bachfests auch die BachSpiele Leipzig.
Ein Nachwuchswettbewerb der Jugendliche dazu aufruft möglichst kreative Bühnenstücke zum Leben Bachs zu schreiben und etwickeln.

2018 erreichte das Bachfest mit 161 Veranstaltungen und über 79.000 Besuchern zwei neue Rekorde.
Bach lebte von 1723 bis zu seinem Tod im Jahr 1750 in Leipzig.
Dort hatte er großen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung der Stadt:
Unter anderem wirkte er als Thomaskantor an der berühmten Thomaskirche.

Faktencheck Bachspiele Leipzig

Erste Durchführung: 1908
Durchgeführte Festspiele: ca. 40 (teilweise unter anderem Namen
Dauer der Festspiele: ca. 10 Tage
Anzahl der Besucher: 79.000
Einwohner des Aufführungsortes: 545.000

Platz 2: Richard Wagner Festspiele Bayreuth

Die Bayreuther Festspiele sind weltweit bekannt und finden traditionell vom 25. Juli bis zum 28. August statt.
Jährlich wird dort ausschließlich eine Auswahl aus den letzten zehn Opern Richard Wagners aufgeführt.
Über einen langen Zeitraum hinweg waren die Tickets so begehrt, dass sie bereits 10 Jahre und länger im Voraus ausverkauft waren. 

Spannend: Das ursprüngliche Projekt wurde durch den Verkauf von Anteilsscheinen teilfinanziert. Jeder Käufer eines solchen Anteilsscheins erhielt einen garantierten Sitzplatz in drei Aufführungen. Dies gilt als die Geburtsstunde des heute so beliebten "Fundraising"

Richard Wagner persönlich rief die Festspiele in Bayreuth ins Leben.
Er wollte einen Rahmen schaffen, um selbst als Komponist, Dramaturg, Textdichter und Intendant seine Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk zu verwirklichen. Eigens dafür wurde das Festspielhaus in Bayreuth errichtet. Wegen finanzieller Engpässe (streckenweise kam die Familie Wagner mit privaten Mitteln für die Durchführung auf) und aufgrund der beiden Weltkriege, konnten die Festspiele in insgesamt 33 Jahren nicht stattfinden. Seit 1951 gab es keine Unterbrechungen mehr und die Festspiele konnten jedes Jahr aufgeführt werden.
Faktencheck Richard Wagner Festspiele Bayreuth

Erste Durchführung: 1876
Durchgeführte Festspiele: 107
Dauer der Festspiele: ca. ein Monat
Anzahl der Besucher: 58.000
Einwohner des Aufführungsortes: 72.295
Promidichte: 
Stars als Besetzung:
Platz 1: Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiele gelten (knapp) vor Bayreuth als die bedeutendsten weltweit.
Während die Richard Wagner Festspiele bewusst exklusiv gehalten werden: Nur relativ wenige Tickets, nur die Werke eines Komponisten (und von dem auch nur zehn ausgewählte), halten sich die Salzburger ihre Festspielinhalte offener.
Auch Neues ist erwünscht, solange es den hohen Qualitätsansprüchen genügt. Die Darbietungen finden in Salzburg nicht nur im Festspielhaus, sondern auch in Kirchen und auf öffentlichen Plätzen statt.
Max Reinhardt gilt als einer der Gründer der Salzburger Festspiele. Eines seiner Ziele war es Bayreuth zu übertreffen. „...das, was in Bayreuth, gruppiert um ein norddeutsches Individuum, Wagner, geübt wird, hier um ein ungleich komplexeres und höheres Zentrum, die Kunst Österreichs, herumzubauen…“ stand in seiner Konzeption.
Faktencheck Salzburger Festspiele

Erste Durchführung: 1920
Durchgeführte Festspiele: 98
Dauer der Festspiele: 6 Wochen
Anzahl der Besucher: 250.000
Einwohner des Aufführungsortes: 146.631

In Crossover-Projekten, Workshops und Konzerten erfahren die zahlreichen jungen Künstler ihr Verhältnis zur Liebe, zur Fremde, zur Heimat.

(Sissy Thammer, Intendantin)

Chöre und Musiker aus der ganzen Welt kommen nach Bayreuth, um sich miteinander zu vernetzen. Auf der Bühne stehen unter anderem das Youth symphony Orchestra of Ukraine, The Kibbutz String Ensemble – The Kibbutz Movement aus Israel, das Turkmenische Orchester und der Dominante Chor Finnland. Die vielfach ausgezeichneten Künstler stellen mit 450 Teilnehmenden aus 30 Nationen im August mehr als 80 Konzerte und andere Veranstaltungen auf die Beine. Ein neues Projekt in diesem Jahr wird „Klassik am Fichtelsee“ sein.

Den Auftakt zu einem Monat voller zeitgenössischer und traditioneller Musik machte am Freitagabend die feierliche Eröffnung des Festivals junger Künstler im Zentrum in Bayreuth.

 

Wasserrohrbruch in Aichig: Straße angehoben

Erneut ist es in Bayreuth zu einem Wasserrohrbruch gekommen. Diesmal ist der Ortsteil Aichig betroffen.

Gegen 12:30 Uhr ging die Meldung bei den Stadtwerken Bayreuth ein. An der Ecke zwischen der Sternstraße und der Venusstraße bemerkten die Anwohner den Wasserrohrbruch. Nach Angaben von Jan Koch, Pressesprecher der Stadtwerke, sind allerdings nur zwei Haushalte betroffen, die nun notversorgt werden müssen.

Durch den Rohrbruch hat sich auch die Teerdecke gehoben. Foto: Frederik Eichstädt

Durch den Rohrbruch hat sich außerdem auch die Teerdecke angehoben. Die Tiefbauarbeiten dauern an.

Science-Fiction wird Realität: Japaner züchtet Tier-Menschen

Das gab es noch nie: Zum ersten Mal in der Geschichte darf ein Forscher einen sogenannten Mensch-Tier-Chimären nicht nur erzeugen, sondern ihn auch gebären lassen.

Der Forscher heißt Hiromitsu Nakauchi und arbeitet an der University of Tokyo. Einem Bericht des Fachjournals „Nature“ zufolge, will er Tier-Embryonen mit menschlichen Zellen ausstatten und diese dann einem Muttertier einpflanzen. Konkret geht es um Ratten. Zuerst hatte „Der Spiegel“ darüber berichtet.

Bisher war nach 14 Tagen Schluss

Schon heute dürfen Forscher in mehreren Ländern der Erde genetisch veränderte Embryonen in einem Muttertier reifen lassen. Länger als 14 Tage durften die Versuche bisher aber nie laufen. Zur Geburt ist es daher  noch nie gekommen. Ein neues Gesetz macht jetzt in Japan genau das möglich. Eine offizielle Genehmigung für das Vorhaben steht Medienberichten zufolge noch aus, soll aber auf Rat eines Expertengremiums noch im August erteilt werden.

Ziel: Kranken helfen

Ziel des Experiments sei es, menschliche Organe in einem Tier wachsen zu lassen und diese später kranken Menschen zu transplantieren. Unter anderem das Problem fehlender Spenderorgane soll so behoben werden.

Dem Forscher zufolge seien die mit menschlichen Zellen ausgestatteten Ratten nach 16 Tagen fast vollständig ausgebildet. Die Tier-Menschen sollen dann geboren und ihre Organe wiederum Schweinen eingepflanzt werden, wo sie weiter wachsen können.

„Obere Röth“: Neues Skater-Paradies eröffnet

Bühne frei für Bayreuths Skateszene! Am Dienstag, 30. Juli, hat Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe die rund 530.000 Euro teure Anlage im Rahmen eines Showprogramms übergeben. Mit dabei waren unter anderem der amtierende Skateboard-Europameister und mehrfache Deutsche Meister Alex Mizurov aus Gaggenau.

Unterschriftenliste als Anstoß

Bis zur Fertigstellung der neuen Skateanlage „Obere Röth“ war es ein weiter Weg. Viele Jugendliche aus dem Stadtteil Saas haben mit einer Unterschriftenliste auf ihren Wunsch nach einer Skateanlage aufmerksam gemacht. Die Stadt habe sich dann, nach Angaben der Oberbürgermeisterin, zum Ziel gesetzt, bei den Planungen von Anfang an auf die Wünsche der Jugendlichen einzugehen. Da aufgrund von Lärmemissionsrichtlinien eine Skateanlage im Stadtteil Saas allerdings nicht möglich war, wurde die Anlage „Obere Röth“ umgestaltet. Dieser drohte eigentlich bereits die Sperrung, da sie nicht mehr den Sicherheitsstandards genügte.

Jugendliche konnten mitgestalten

In mehreren Workshops mit dem Verein Schoko und den jugendlichen Skatern wurde daraufhin eine Anlage geplant, die den Vorstellungen und Wünschen der Jugendlichen entspricht und ihre Anregungen aufgreift.

Es sollte ein passgenaues Angebot entstehen. Für mich ist dies Bürgerbeteiligung im klassischen Sinne.

(Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe)

Um sich deutlich von den Planungen für die Skateanlage in der Schanz abzugrenzen, wurde auch ein Treffen zur Abstimmung mit den dortigen Planern vereinbart.

Ein Angebot, das es so bisher nicht gegeben hat

Die neue Skateanlage „Obere Röth“ ist sportlich orientiert, greift überwiegend die Elemente des Street-Skatens auf und ist in Bayreuth ein neues Angebot, das es so bisher nicht gegeben hat. Die Kosten belaufen sich auf rund 530.000 Euro. Fast die gesamte Summe wird durch die Regierung von Oberfranken aus dem Bund-/Länder-Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ als einem der Sozialen Stadt Hammerstatt zugeordneten Projekt bezuschusst.

Skateanlage für Jedermann

Die neue Skateanlage ist sogar barrierefrei. Foto: Stadt Bayreuth

In einer Bauzeit von viereinhalb Monaten wurden 650 Tonnen Erdaushub und 110 Tonnen Betonabbruchmaterial bewegt. Außerdem wurden 1.150 Tonnen Schotter und 100 Kubikmeter Beton neu eingebaut. Eine besondere Herausforderung stellte das Glätten des eingebauten Betons dar. Die Flat mit einer Größe von 520 Quadratmeter wurde mechanisch geglättet, die Rampen mit 235 Quadratmeter Fläche von Hand. Dadurch entstand eine sehr glatte Oberfläche, die hervorragende Rolleigenschaften garantiert. Auf der Skateanlage können Skateboards, Scooter, Skates und BMX-Räder fahren. Sie ist barrierefrei gestaltet und daher auch für Rollstuhlfahrer geeignet, teilt die Stadt mit.

Zur Einweihung der neuen Anlage zeigten der amtierende Europameister und mehrfache Deutsche Skateboard-Meister Alex Mizurov aus Gaggenau zusammen mit den Skateboardern Tom Kleinschmidt (Dresden) und Alex Ring (Wuppertal) Kostproben ihres Könnens im Rahmen einer spektakulären Skateshow. Die Moderation übernahm der in der Skateszene bekannte You-Tuber OG PAV.

Bafög, Azubi-Gehälter, Kita-Gebühren: Das ändert sich im August

Studenten, Familien und Azubis können sich freuen: Ab August erhalten viele Verbraucher mehr Geld. Welche Gesetze und Regeln sich im Detail ändern, erfahren Sie hier.

Starke-Familien-Gesetz

Symbolbild: pixabay

Zum 1. August tritt das Starke-Familien-Gesetz in Kraft. Familien mit kleinerem Einkommen sollen gestärkt und ihnen eine faire Chance auf die „gesellschaftliche Teilhabe für ihre Kinder“ ermöglicht werden. Bereits zum 1. Juli stieg der Kinderzuschlag von maximal 170 auf 185 Euro. Zum 1. August wird nun das Bildungs- und Teilhabepaket verbessert. So steigt zum Beispiel das Schulstarterpaket von 100 auf 150 Euro pro Jahr. Davon können dann Rucksäcke, Hefte oder Taschenrechner gekauft werden.

Für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben gibt es künftig statt 10 Euro 15 Euro. Außerdem entfallen die Eigenanteile der Eltern, die bisher beispielsweise für das Mittagessen in der Kita oder der Schule fällig wurden. Auch Ausflüge oder Klassenfahrten werden ab August vom Staat finanziell unterstützt.

Von den Maßnahmen des Starke-Familien-Gesetzes sollen bis zu vier Millionen Kinder aus einkommensschwachen Familien profitieren.

Keine Kita-Gebühren für Geringverdiener

Das Gute-Kita-Gesetz sorgt ab August dafür, dass neben Familien, die Sozialleistungen beziehen, auch Familien mit kleinem Einkommen von den Kita-Beiträgen befreit werden. Das betrifft Familien, die einen Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten. Insgesamt haben dadurch 1,2 Millionen Kinder einen Anspruch auf eine beitragsfreie Kitazeit.

Mehr Bafög für mehr Studenten

Symbolbild: pixabay

Ab dem 1. August wird auch die Bafög-Reform wirksam. So steigt zum einen der Förderhöchstbetrag im Jahr 2019 von 735 auf 835 Euro. 2020 hebt sich dann in einem zweiten Schritt der Beitrag auf 861 Euro. In diesem Betrag ist auch der Wohnzuschlag enthalten, der ebenfalls um 30 Prozent auf 325 Euro angehoben wird.

Neben den Förderleistungen steigt aber auch der Freibetrag für das anzurechnenden Vermögen der Auszubildenden von 7.500 auf 8.200 Euro.

Steigende Beihilfe für Azubis

Auch Azubis können sich auf mehr Geld freuen. Die Berufsausbildungsbeihilfe wird von 622 auf 716 Euro pro Monat erhöht. Damit möchte der Staat die Auszubildenden, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, unterstützen. In einigen Bundesländern wird auch ein Azubi-Ticket eingeführt, mit dem die Auszubildenden vergünstigt Bus und Bahn nutzen können. Bisher beteiligen sich daran allerdings nur Sachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen.