“Berlin Berlin” als Film – “Klamauk ahoi”

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Die Kinos sind zu, zig Filme wurden verschoben. Und so kommt es, dass manche dieser Filme jetzt auch bei den Streamingdiensten landen, wie “Berlin Berlin”. bt-Kinokritiker Alex Bauer geht mit dem Streifen hart ins Gericht.

Nightlife mit Elyas M’Barek: “Kein Grund sich umzubringen”

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Letzte Woche hat bt-Filmkritiker Alex Bauer im Film “Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn” einen waschechten Actionfilm gesehen, in dem sich die Hauptdarstellerin durch Gangstermeuten prügelt. Am Mittwoch (12.2.2020) war der bt-Filmkenner nun mit zwei Leserinnen des Bayreuther Tagblatts im Film “Nightlife”. Hier gibt’s die Review von den Dreien.

Vor kurzem hat Kinoexperte Alex Bauer “Die Hochzeit” harsch kritisiert. Die letzte Bestwertung gab es für den Film “1917“.

Nightlife (Trailer)

Sarah und Tamara aus Bayreuth geben ihre Meinung ab

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Überraschung: ‘Nightlife’ ist keine Katastrophe. Kein Til-Schweiger-Humor. Keine Dauerwerbesendung. Keine nervtötender Matthias Schweighöfer.

Zugegeben, ich war skeptisch, als ich den Trailer gesehen habe. Mit Elyas M’Barek stehe ich etwas auf Kriegsfuß, Frederik Lau dagegen finde ich eigentlich immer grandios und von Paulina Rojinski weiß ich nicht, was ich von ihr halten soll als Schauspielerin.

In ‘Nightlife’ spielen M’Barek und Lau die zwei Barkeeper Milo und Renzo, die sich eigentlich vom wilden Nachtleben verabschieden wollen, um “fucking seriös” zu werden, wie Renzo im Film sagt. Blöd nur, dass die beiden vorher noch ordentlich Probleme bekommen, weil sie den falschen Leuten Geld schulden. Joa, klingt jetzt nicht nach dem spannendsten Plot. Ist es auch nicht.

Man kann sich denken, was passiert und wie das Ganze ausgeht. Und dann kommt ja noch eine Lovestory dazu, denn Milo lernt Sunny (Paulina Rojinski) kennen, die eigentlich die Schnauze voll hat von Bad Boys. Tja. Gratulation. Diesen recht unspektakulären Plot handelt Drehbuchautor und Regisseur Simon Verhoeven aber nicht langweilig ab. Zum Glück.

Aber der Herr hat vor vielen Jahren auch ‘Männerherzen’ und ‘Willkomen bei den Hartmanns’ gemacht, die ebenfalls gut waren und sich nicht auf den unlustigen Quatsch von Schweiger und Co. eingelassen haben. Verhoeven inszeniert eine schräge und vor allem lustige Verfolgungsjagd. Auf der Flucht vor der russischen Mafia und den Berliner Assigangstern durchleben Milo, Renzo und später auch Sunny ziemlich witzige Momente. Die Dialoge ziehen, die Action passt, die Gangster sind angenehm absurd gezeichnet voller Klischees. Da kann man wirklich nicht meckern und man vergisst doch relativ schnell den platten Grundplot.

Getragen wird das vor allem vom Zusammenspiel von M’Barek und Lau, auch wenn zweiterer dann doch für die meisten Lacher zuständig ist. M’Barek darf wieder den Sunnyboy, haha, spielen, der seine Traumfrau erobern will. Also wie immer eigentlich. Sogar Rojinski wirkt nicht fehl am Platz in der Geschichte. Und so macht ‘Nightlife’ doch überraschend zwei Stunden lang Laune. Kann man sich anschauen.

3,5 von 5 Sterne

Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn: Eine Frau schlägt sich durch Gangster-Horden

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Letzte Woche hat bt-Filmkritiker Alex Bauer im Film “Little Women” große Emotionen und kitschige Liebesszenen gesehen. Am Mittwoch (5.2.2020) war der bt-Filmkritiker nun mit zwei Lesern des Bayreuther Tagblatts im Film “Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn”. Hier gibt’s die Review von den Dreien.

Vor kurzem ging Kinoexperte Alex Bauer hart mit “Die Hochzeit” ins Gericht. Die letzte Höchstwertung gab es für den Film “1917“.

Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn (Trailer)

Sarah und Jörg aus Bayreuth geben dem Film 4,5 Sterne

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Vier Jahre hat es gedauert, bis Harley Quinn nach dem doch sehr bescheidenen ‘Suicide Squad’ wieder von DC auf die Leinwand geschickt wird. ‘Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn’ heißt das neue Werk im DC-Superhelden-Universum.

Und naja, er ist nicht schlecht, aber nunmal leider auch nicht gut. Das fängt schon bei der Story an: Irgendwann nach ‘Suicide Squad’ angesiedelt, Harley hat sich vom Joker getrennt und haust gemeinsam mit einer Hyäne namens Bruce und einem ausgestopften Biber in einer kleinen Bude über einem Asia-Imbiss.

So weit, so schräg. Und was macht sie nach der herzzerreissenden Trennung vom Joker? Naja, das, was die am besten kann: Chaos stiften. Wäre da nicht das Problem, dass plötzlich Gothams halbe Gangsterwelt hinter ihr her wäre und ihr an den Kragen will. Da kommt das Angebot von Obergangster Roman Sionis genau richtig: Immunität gegen ein junges Mädchen, das ihm einen wertvollen Edelstein geklaut hat. Klingt jetzt nicht nach einer großartigen Geschichte. Ist es auch nicht. Aber irgendeinen Rahmen braucht ja das zweistündige Spektakel, in dem Harley zeigen darf, dass sie es auch ohne den schrillen Joker drauf hat.

Schön: Dadurch dass der aus dem Film rausgelassen wird, bleibt dem Zuschauer auch Jared Leto erspart, der in ‘Suicide Squad’ einfach nur nervtötend war. Harley darf sich durch Gangster-Horden schlagen, immer schön brutal natürlich und erfrischend kreativ, nutzt sie doch keine Pistole, sondern alles, was sich so anbietet – und wenn es eine Bowlingkugel ist. Macht Spaß, schaut man gerne an, ist tolle Action und es wäre wirklich schön gewesen, wenn das einfach zwei Stunden lang so laufen würde.

Blöderweise sollen ja auch die Birds of Prey ihren Auftritt haben – ein Trio aus der dritten Reihe des DC-Universums. Und so müssen eben auch noch Huntress, Black Canary und Renee Montoya irgendwie in die Story eingebaut werden. Dass das schwierig wird, wenn der Fokus eigentlich komplett auf Harley Quinn liegt, kann sich jeder denken. Und so bleiben die drei Damen doch sehr flache Sidekicks von Quinn, die aber trotzdem für den einen oder anderen flotten Spruch da sind.

Zum Glück. Sonst wären sie wirklich unnötig gewesen. Und ganz ehrlich: das dürfte auch der einzige Kinoauftritt des Trios gewesen sein – vielleicht sieht man sie ja in Zukunft irgendwo in einer Serie wieder. ‘Birds of Prey – The Emancipation of Harley Quinn’ ist ein schriller, bunter und brutaler Action-Film, der viel richtig macht, aber daran kränkelt, dass DC wieder zu viel reingepackt hat. Aber hey, anschauen kann man ihn sich trotzdem, schon allein weil Margot Robbie einfach eine tolle Harley Quinn abgibt.

3 von 5 Sterne

Little Women: “Große Emotionen und sehr kitschige Liebesszenen”

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Letzte Woche ist bt-Filmkritiker Alex Bauer mit dem Film “Die Hochzeit” hart ins Gericht gegangen. Sieben Tage darauf war der Kinoexperte mit zwei Leserinnen des Bayreuther Tagblatts nun im Film “Little Women” mit Emma Watson. Sein Urteil fällt besser aus als in der vergangenen Woche.

Der Trailer zum Film

Das sagen Michaela Schmidt-Franke und Claudia Meier zum Film

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Bei sechs Oscar-Nominierungen für ‘Little Women’ wundert man sich fast, dass Meryl Streep nicht zu den Kandidatinnen gehört, die sich eine goldene Statue abholen könnten. Stattdessen dürfen sich eventuell Saoirse Ronan und Florence Pugh ja über einen Preis freuen. Ronan ist als beste Darstellerin, Pugh für die beste weibliche Nebenrolle nominiert. Verdient, wie ich nach zweieinhalb Stunden Film finde.

Die Geschichte spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in den USA – zu einer Zeit, in der der Bürgerkrieg tobt, und: in einer Zeit, in der Frauen nicht durch ihr Schaffen, sondern durch die Heirat mit einer guten Partie definiert werden. In diese Welt passt Jo March (Saoirse Ronan) gar nicht rein. Sie ist Schriftstellerin, unterstützt ihre Familie und will sich partout nicht abhängig machen von einem Mann. Ihre drei anderen Schwestern sind anders. Meg (Emma Watson) will den klassischen Weg mit der Ehe gehen, am besten vermögend, was aber nicht wirklich klappt. Beth (Eliza Scanlen) ist ein introvertiertes Mädchen, die das Wohlergehen anderer über ihr eigenes stellt, auch auf Kosten ihrer Gesundheit. Und Amy (Florence Pugh), die jüngste, will Künstlerin werden und ist am nächsten dran, einen reichen Mann zu heiraten.

Alle vier Darstellerinnen können dabei überzeugen, einzig Watsons und Scanlens Rollen kommen etwas zu kurz. Gut, vielleicht auch besser so, denn so wäre der Film wahrscheinlich noch länger geworden. Und das hätte ihm wahrscheinlich nicht gut getan, denn schon die mehr als zwei Stunden ziehen sich leider oft wie Kaugummi. Spannung? Fehlanzeige. Das ist nicht schlimm, man sollte aber darauf vorbereitet sein. Stattdessen bekommt man einen Film, der vom großartig gespielten Miteinander der vier Schwestern lebt – inklusiver großer Emotionen und teilweise sehr kitschiger Liebesgeschichten.

Und: es werden vier Geschichten von vier starken Frauen erzählt, die sich – jede auf ihre Art – den Herausforderungen des Lebens stellen. Achso, Männer kommen auch vor, klar, irgendwer muss ja geheiratet werden. Von denen bleibt aber wirklich nur Timothée Chamalet in Erinnerung, der dandyhaft und mit traurigem Blick erst die eine Schwester und später dann eine andere bezirzt. Joa. ‘Little Women’ wird sicher kein Kassenschlager werden, anschauen kann man ihn sich trotzdem.

3 von 5 Sterne

Die Hochzeit: “Ein filmisches Desaster” mit Til Schweiger

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Das Urteil von bt-Filmkritiker Alex Bauer ist vernichtend.

1917: “Ein grandioses und bildgewaltiges Meisterwerk!”

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“Der Film zeigt schonungslos das Leid der Soldaten im Ersten Weltkrieg, die von den aufeinander treffenden Kriegsgegnern sinnlos in den Tod geschickt wurden.”

Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers: So ist der letzte Teil der Saga

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Die legendäre Filmreihe geht mit Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers in die letzte Runde. Ob der dritte Teil der Triologie mit den Vorgängern mithalten kann, verraten bt-Kinokriter Alex Bauer und zwei bt-Leser in ihrer Review.

Der Trailer zum Film

Das sagen die bt-Leser:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

Nun findet also mit “Der Aufstieg Skywalkers” die dritte Star-Wars-Trilogie ihr Ende. Was Disney da jetzt dreimal abgeliefert hat, war, ehrlich gesagt, nix Besonderes.

Schon die ersten beiden Teile waren ok, mehr aber auch nicht. Natürlich gab es den einen oder anderen tollen Star-Wars-Moment, keine Frage. Wiedersehen mit Chewbacca, Han Solo, Prinzessin Leia, mit C3PO oder mit Luke Skywalker waren gut und haben sicher geholfen, die Fans auf Disneys Sicht auf das Star-Wars-Universum einzustimmen. Aber irgendwie hatte man bei Teil 7 und 8 immer den Eindruck, als hätten sich die Macher einfach aus den alten Filmen bedient und die gleiche Geschichte, natürlich etwas anders, wieder erzählt.

So geht es einem in “Der Aufstieg Skywalkers” ebenfalls, allerspätestens bei einer, Überraschung, großen Weltraumschlacht, in der die Rebellen wieder einmal hoffnungslos in Unterzahl sind und es so scheint, als würde das Ganze nicht gut für sie ausgehen. Das hatten wir doch schon in Teil…ach naja.

Achso, vom Widerstands-Funken, der in Teil 8 durch den Tod von Luke Skywalker eigentlich im Universum entfacht werden sollte, merkt man herzlich wenig, die Rebellen sind immer noch ein versprengter Haufen. Nun gut. Immerhin wird man im finalen Film auch mit den Protagonisten warm – sogar mit dem Ex-Stormtrooper Finn, auch wenn er immer noch nicht viel zur eigentlichen Geschichte beiträgt. Endlich erfährt man zudem alles über die merkwürdige Verbindung zwischen der Heldin Rey und dem Solo-Sohn Kylo Ren. Zeit wurde es auch. Und auch der familiäre Hintergrund Reys offenbart sich endlich und sorgt für einen Oha-Moment – den einzigen im ganzen Film.

Schlecht ist “Der Aufstieg Skywalkers” dennoch nicht. J. J. Abrams inszeniert wieder tolle Welten, auf die die Protagonisten reisen, es gibt Wiedersehen mit alten Bekannten, spektakuläre Raumschiffschlachten mit großartigen Effekten, spannende Laserschwert-Duelle zwischen Rey und Kylo Ren und auch der Dialogwitz kommt nicht zu kurz. Hinzu kommen wieder zig charmante und oft skurrile Nebenfiguren, die gut in die Star-Wars-Welt passen und für den einen oder anderen Lacher gut sind. Da passt vieles und das lenkt alles ein wenig von den Schwächen ab, die der Film leider hat. Trotzdem bleibt “Der Aufstieg Skywalkers” ein durchschnittlicher Film, der jetzt die große Saga zu Ende erzählt und für Disney endlich die Türen öffnet, ganz neue Star-Wars-Geschichten zu erfinden, weit weg von Luke Skywalker, Darth Vader und allen Figuren, die in neun Teilen aufgetaucht sind. Ob dass dann frischer und innovativer wird, weiß man natürlich nicht. Man kann es nur hoffen.”

3 von 5 Sternen

Jumanji – The next Level – “Hirn aus, Film ab”

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Als 2017 nach über 20 Jahren eine neue Version von Jumanji in die Kinos kam, war das ein voller Erfolg. Ob der neue Teil von Jumanji mit den Vorgängern mithalten kann, verraten bt-Filmkritiker Alex Bauer und die bt-Leser Domenic Feulner und Tobias Schif in ihrer Review.

Der Trailer zum Film

Das sagen Domenic Feulner und Tobias Schif zum Film

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet

bt- Filmkritiker Alex Bauer.

“Hirn aus, ‘Jumanji – The next Level’ an. 123 Minuten lang. Gleich vorweg: Wer mit dem ersten Teil der neuen Jumanji-Reihe nichts anfangen konnte, sollte einen weiten Bogen um die Fortsetzung machen. Wirklich.

Wer dagegen beim Action-Adventure-Klamauk mit Dwayne Johnson, Jack Black und Co. Spaß hatte, wird auch “The next Level’ mögen. So einfach ist das. Das Positive zu Beginn: die Actionszenen machen sehr viel Spaß, besonders wenn sich Dwayne Johnson durch Unmengen von Gegnern prügelt oder wilde Paviane beziehungsweise durchgedrehte Strauße das Helden-Quartett jagt. Das kann man sich gut ansehen, muss man dabei doch überhaupt nichts denken und kann auch berieseln lassen. Aber ein guter Film kann auch mit einer halbwegs interessant Story punkten. Das klappt bei ‘The next Level’ überhaupt nicht. Dessen Geschichte ist nämlich doch sehr einfallslos.

Die ersten 20 Minuten sind völlig belanglos für den Rest des Films, danach wird es auch nicht besser – und vor allem nicht spannender. Im Endeffekt wird einfach noch einmal Teil 1 aufgewärmt und an andere Orte Jumanjis verfrachtet. War es im ersten Film noch der wilde Dschungel, dürfen sich die vier Helden nun in der Wüste oder in den schneebedeckten Bergen austoben. Wow. Nicht. Ansonsten gibt es das bekannte “Huch, wenn wir sterben, verlieren wir ein Leben.” Tada, jeder stirbt zweimal. Jetzt müssen sie aber glatt aufpassen, nicht zu sterben. Mensch super, Happy End. Und nein, interessanter wird es nicht.

Achso, die Schauspieler der Teenagertruppe sind wieder komplett austauschbar und werden nur gebraucht, um dem Abenteuer in Jumanji irgendeinen Rahmen zu geben. Einzig die beiden älteren Herren Danny Glover und Danny DeVito fallen da irgendwie auf – positiv wohlgemerkt. Darum ist man relativ froh, wenn sie endlich Teil des Konsolenspiels “Jumanji” und zu den vier Helden Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Professor Sheldon Oberon (Jack Black), Franklin Finbar (Kevin Hart) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan) werden. Dadurch darf unter anderem Johnson zeigen, wie es wäre, wenn der ziemlich gealterte DeVito in seinem Körper stecken würde.

Macht er gut, ist anfangs auch ganz lustig, blöderweise nervt das Ganze dann doch relativ schnell. Liegt aber vor allem an den platten Dialogen und den schlechten Witzen, die über ein “Haha, du bist alt” nicht hinausgehen. Und so geht es einem eigentlich ständig während der 123 Minuten. Was zu Beginn noch für den einen oder anderen Lacher gut ist, verflacht rasch und nervt. Schade drum.

2 von 5 Sternen

Dr. Sleeps Erwachen – “Die Fortsetzung eines Meisterwerks”

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“Es ist wohl einer der größten Schockmomente aller Zeiten.”, schreibt Dmitrij P. auf der Internetseite filmstarts.de über Stanley Kubricks Film “Shining”. Der Film aus dem Jahr 1980 gilt als einer der besten Filme seines Genres. Nun, fast 40 Jahre später, erhält er seinen Nachfolger: Dr. Sleeps Erwachen.

Ob der neue Film mit dem Klassiker mithalten kann und ob sich der Gang ins Kino lohnt, verrät bt-Kinokritiker Alex Bauer und bt-Leserin Emilie Meyer in ihrem Review.

Der Trailer zum Film

Das sagen Emilie Meyer zu Dr. Sleeps Erwachen:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

2019 waren Stephen Kings Werke ziemlich angesagt als Kinostoff, gleich drei Filme hat das Jahr gebracht: Das Remake von “Friedhof der Kuscheltiere” war ein ziemliches Desaster, “ES 2” machte viel richtig und war in vielen Momenten unterhaltsam und nun darf es “Dr. Sleep probieren, oder auch “Dr Sleeps Erwachen”, wie er in Deutschland unsinnigerweise genannt wird.

Die Geschichte knüpft einige Jahre nach den Ereignissen von “Shining” an – Danny Torrance hat gemeinsam mit seiner Mutter den Schrecken des Overlook-Hotels überlebt, die Geister des Hauses verfolgen ihn aber weiterhin. Die Jahre vergehen, Danny betäubt sich mit Alkohol, um seine Gabe zu unterdrücken und die Geister in imaginären Kisten wegzusperren und bekommt sein Leben schwer auf die Reihe. Es kommt aber, wie es kommen muss, seine Gabe und die Vergangenheit holen ihn ein und er muss sich einer neuen Gefahr stellen.

“Dr Sleep” lässt sich relativ viel Zeit für die Story, die Charaktere werden ausgiebig vorgestellt, man bekommt mit, wer hier der Gute und wer der Böse ist. Viel passiert aber nicht in der ersten Stunde. Und das ist ziemlich schade, denn man langweilt sich doch sehr schnell. Und auch als die Geschichte mehr in Fahrt kommt, passiert das eher im Schneckentempo. Viele Nebenplots lenken von der Hauptgeschichte ab, einiges wird auch nicht groß erklärt, beispielsweise, warum Danny überhaupt “Dr Sleep” genannt wird. Wäre vielleicht gut zu wissen, wenn der Film schon so heißt.

Und wenn es dann gegen Ende zurück ins berüchtigte Overlook-Hotel geht, sind schon mehr als zwei Stunden vergangenen, in denen man sich einfach mehr Spannung gewünscht hat.

Das klingt jetzt alles sehr hart, denn “Dr Sleep” macht in weiten Teilen trotzdem viel Spaß. Das liegt unter anderem am durchweg guten Soundtrack und einer Geräuschkulisse, die ein beklemmendes Gefühl erzeugt. Daumen hoch dafür. Aber auch die Schauspieler können überzeugen. Ewan McGregor spielt den von seiner Gabe gebeutelten Danny einfach gut, überragend bösartig kommt Rebecca Ferguson rüber, die die skrupellose Rose the Hat mimt. Man muss aber auch den restlichen Cast loben, hier natürlich die erst dreizehnjährige Kyliegh Curran, die als Abra eine der wichtigen Rollen übernehmen darf. Und zuletzt können sich auch die Sets sehen lassen.

Stanley Kubricks “Shining” ist allgegenwärtig. Mike Flanagan, der für Drehbuch, Regie und Schnitt zuständig war, ließ die Räume des Overlook-Hotels detailgetreu nachbauen, auch die “Shining”-Anfangssequenz wurde mit eingebaut und Danny darf, wie sein Vater, allein an der Bar des Hotels sitzen – auch wenn McGregor nicht an den Wahnsinn Jack Nicholsons rankommt.

“Dr. Sleep” hat insgesamt eine Chance an den Kinokassen verdient, ist er doch die überzeugendste King-Verfilmung in diesem Jahr, auch wenn er keine hervorragende Fortsetzung zu Stanley Kubricks Meisterwerk aus dem Jahr 1980 ist. Dafür sind die Fußstapfen dann doch einfach zu groß.”

3,5 von 5 Sternen

Last Christmas – “Eineinhalb Stunden Peinlichkeit auf der Kinoleinwand”

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Es gibt Dinge, die braucht man. Es gibt Dinge, die braucht man nicht. Manchmal ist es jedoch schwierig, von vorne herein zu wissen, ob man mit einer Sache etwas anfangen kann, oder eben nicht. In diesem Fall ist das anders. Das Jahr 2019 hat die Filmversion des Weihnachtslieds “Last Christmas” im Gepäck. Und der Film hält genau das, was das Lied verspricht. bt-Kinokritiker Alex Bauer und zwei bt-Leser gehen mit dem Streifen hart ins Gericht.

Der Trailer zum Film

Das sagen Nadine Weich und Jutta Bühl:

bt-Filmkritiker Alex Bauer findet:

bt-Kinokritiker Alex Bauer. Foto: Thorsten Gütling

Winter 2019.

Nach gefühlten drölf Jahren gibt es also einen Film zum wohl nervigsten Weihnachtssong aller Zeiten: Last Christmas. Von Wham. Also von George Michael, dessen Musik wohl mit dem Film noch einmal gefeiert werden sollte. Was dabei rausgekommenen ist, sind eineinhalb Stunden Peinlichkeit.

Und das ist eigentlich noch nett ausgedrückt. “Last Christmas” strotzt nur so vor dümmlichen Dialogen, dazu gesellt sich eine einfallslose Geschichte und Darsteller, die durch die Bank nerven. Dabei will man doch bei so einem Christmas-Feel-Good-Movie, der ja “Last Christmas” offensichtlich sein will, mit den Figuren mitfühlen können und sich auf das Happy End freuen, das romantisch sein kann, aber nicht muss.

Nun gut, problematisch wird es halt, wenn ein Film schon an seinen Darstellern und ihren Rollen scheitert. Da wäre Kate, gespielt von Emilia Clarke, die wohl die meisten als Drachenkönigin aus “Game of Thrones” kennen: Die Mitzwanzigerin jobbt mehr schlecht als recht in einem Weihnachtsladen, geht ihren Mitmenschen mit ihrem chaotischen Leben meistens auf die Nerven und bekommt auch sonst nicht viel auf die Kette.

Nervig und platt kann Clarke, das hat sie ja schon 2016 in “Ein ganzes halbes Jahr” bewiesen. Was, sie war totkrank? Egal. Wie? Plötzlich bekommt sie ihr Leben gebacken? Auch egal. Kate poltert so eineinhalb Stunden durch den Film, ohne dass die Rolle ansatzweise an Tiefe gewinnt. Doch. Die letzten zehn Minuten darf man ihre Verwandlung vom Chaos-Egoisten hin zu einem Menschen feiern, der sich doch wirklich für seine Mitmenschen interessiert. Wow. Ein Meisterwerk. Nicht.

Charmant oberflächlich könnte man da über Kate sagen – immerhin ist ihr Lächeln bezaubernd. Platt trifft auch auf den mysteriösen Tom (Henry Golding) zu, der immer da ist, wenn man es nicht erwartet und dann immer wieder aus dem Leben Kates verschwindet. Dass mit ihm irgendetwas nicht stimmen kann, merkt der Zuschauer schon nach wenigen Minuten, man muss danach halt nur noch rund 60 Minuten inhaltslose Dialoge zwischen ihm und Kate überleben, bis das Geheimnis gelüftet wird. Dabei strahlt Golding so viel Charme aus wie ein Eisklotz.

Puh, ja, achso, da wären dann noch die zig Nebenrollen, die wohl Witz und Pepp in den Film bringen sollten. Machen sie nicht. Warum Kates Eltern Jugoslawen sind, warum man auf so platte Art und Weise den Brexit thematisieren muss, das alles bleibt im Nebel der Gleichgültigkeit verborgen. “Last Christmas” ist nach “Sex and the City 3” übrigens mal wieder ein Film, bei dem ich mich frage, ob die Damen und Herren, die entscheiden, ob ein Film das Prädikat “Wertvoll” erhält oder nicht, sich den Film auch wirklich anschauen oder nur die Inhaltsangabe lesen und dann die Bewertung verschenken. “Last Christmas” ist im Ganzen eine Zumutung, wird aber sicher seine Fans finden.”

1 von 5 Sterne