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Caveman: Das bt verlost zwei Karten

Seit zehn Jahren steht Raúl Gonzalez als Caveman in Bayreuth auf der Bühne. Im Tagblatt-Interview erzählt er, warum die Auftritte hier etwas Besonderes für ihn sind.

Sie hatten schon mehrere Auftritte in Bayreuth. Hatten Sie dabei auch die Gelegenheit, die Stadt und die Bayreuther etwas näher kennen zu lernen?

Raúl Gonzalez: Mein nächstes Gastspiel in Bayreuth ist eine Premiere für mich im neuen Spielort „Reichshof“ und gleichzeitig ein Jubiläum für den Caveman. Seit zehn Jahren komme ich nun regelmäßig nach Bayreuth und hatte in dieser Zeit oft Gelegenheit Land und Leute kennen zu lernen. Die Zusammenarbeit mit Semmel-Concerts war stets geprägt von dieser oberfränkischen Ruhe und Gelassenheit, die man eben in dieser Form tatsächlich nur hier findet. Und es gibt noch eine andere Besonderheit in Bayreuth: Die oberfränkischen Männer brauchen nicht erst eine halbe Stunde um im Theater in Stimmung zu kommen. Da wird von Anfang an mitgelacht, das macht die Sache für mich als Schauspieler natürlich auch durchaus entspannter.

Sie spielen seit zehn Jahren den Cavemann. Kommt es da nicht vor, dass Sie Ihre Texte auch ins Private transportieren? Träumen Sie von Caveman?

Gonzales: Es erwischt mich regelmäßig im Alltag, wenn ich eine Situation erlebe, die im Stück genauso vorkommt. Das ist dann eine ganz besondere Art von Déjà-vu. Meine Partnerin im echten Leben ist sehr, sehr ordentlich im Haushalt, ich bin eher, na ja, sagen wir mal: bequem. Da stehe ich dann plötzlich in der Küche und denke: „Wow, das ist doch jetzt nicht wahr, oder?“  Geträumt habe ich bisher davon allerdings noch nicht.

Viele bekannte Schauspieler haben bereits die Rolle von Caveman übernommen. Gibt es trotz gleichem Text also unterschiedliche Cavemans?

Gonzales: Jeder Darsteller macht sich das Stück zu Eigen. Es ist für mich spannend die anderen Kollegen zu sehen, wie sie den gleichen Text anders interpretieren und dabei viel von ihrer Persönlichkeit preisgeben. Allerdings handelt es sich bei allen Caveman-Darstellern um Voll-Profis, die stets den Charakter des Stückes verfolgen und eben nicht „private“ Momente einbringen, sondern „persönliche“.

Das heißt, es wird auch improvisiert?

Gonzales: Der Text hat 11.000 Worte und ist vorgegeben, aber über die Jahre hat jeder Darsteller seinen Stil und die Spielweise perfektioniert. So entstehen auch gelegentlich kleine Improvisationen, die dann nach Absprache mit einem Regisseur eventuell dauerhaft ins Stück eingebaut werden dürfen. Wenn ich in Erfurt zu Gast bin spielt eine Szene unter anderem auf der Krämerbrücke.

Wer lacht im Publikum über Caveman mehr, die Damen oder Herren?

Gonzales: Am Anfang lachen nur die Frauen, aber das ändert sich nach zehn Minuten. Am Ende gehen die Paare Arm in Arm aus dem Theater und lachen gemeinsam über sich selbst.

Wann macht Sie eine Aufführung zufrieden?

Gonzales: Wenn auch die ruhigen und nachdenklichen Momente wahrgenommen werden fühlt man sich als Schauspieler erst genommen. Man spürt, wie schnell das Publikum dabei ist und mitdenkt. Wenn die Menschen sich darauf einlassen eine Geschichte zu hören hat der Erzähler Spaß. Im Falle des Caveman ist es stets eine wahre Freude für den Schauspieler das Stück spielen zu dürfen. Der Text ist so gut und intelligent geschrieben. Es macht mir einfach immer wieder Spaß Menschen zum Lachen zu bringen.

Die Darstellung erfordert sicherlich ein hohes Maß an Konzentration. Wie lange hält die nach der Aufführung noch an?

Gonzales: Ich bin nach jeder Vorstellung total platt, hungrig, durstig und erstmal für eine halbe Stunde sehr wortkarg. Ich treffe dann meine Freunde und wir gehen in eines der tollen Restaurants in der Altstadt. Ich esse dann gern ein Steak, trinke ein großes kaltes Bier und denke an nichts. Dann höre ich gern den anderen zu und halte dann auch einfach mal die Klappe.

Ständig auf Tour, wie schafft man es, auf den Punkt fit, konzentriert und manchmal auf den Punkt komisch zu sein?

Gonzales: Das ist stets eine sehr große Herausforderung. Ich versuche körperlich fit zu bleiben mache daher regelmäßig Sport. Ein weiterer Ausgleich ist für mich die Musik, ich spiele Schlagzeug und treffe mich mit Musikern zum Improvisieren. Das macht den Kopf frei und man kann die Seele baumeln lassen. Ich schaffe mir ganz bewusst Ruhepausen im Privatleben. Ich stehe seit meinem 14. Lebensjahr auf Bühnen und habe daher eine gewisse Routine, allerdings ist jeder Abend anders und ich bin stets auf der Hut nicht nur zu reproduzieren, sondern die Gedanken tatsächlich durch den Kopf gehen zu lassen. Ein Monolog von zwei Stunden ist eine riesige Herausforderung, auch noch nach all den Jahren. Da wird so viel Adrenalin ausgeschüttet wenn man in den ersten Sekunden die Bühne betritt, da ist man automatisch hoch konzentriert.



Alle Infos zum Gewinnspiel gibt es hier. 



Die Show „Caveman – Du sammeln. Ich jagen!“ ist am 25. und 26. Januar, jeweils um 20 Uhr im Reichshof zu sehen. Tickets gibt es unter eventim.de und unter der Telefonnummer 0921/69001, sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen in der Region. Das bt verlost außerdem zwei Plätze der Premium-Kategorie. Einfach die Facebook-Seite liken und unter den Artikel verlinken, mit wem ihr zur Vorstellung gehen möchtet.