Veranstaltungen

Knigge im Job: Auf diese Dinge kommt es an!

Gute Manieren zu Tisch sind wichtig. Doch Knigge ist noch viel mehr! Auch im Berufsleben gibt es Einiges, das man beachten sollte. Gestützt sind die Regeln auf das Buch „Über den Umgang mit Menschen“, dass Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr von Knigge vor mehr als 200 Jahren schrieb. Im Rahmen der Bayreuther Ausbildungsmesse informierte Steffen Dörfler von Team Gold in der Oberfrankenhalle, worauf es ankommt. Ein Video-Interview finden Sie über dem Text.

Es bleiben nur wenige Millisekunden

„Der erste Eindruck entsteht bereits nach wenigen Millisekunden“, erklärt Dörfler. Schneller, als man z.B. Blinzeln kann. Ein gepflegtes Äußeres sei dabei natürlich wichtig, vielmehr gehe es aber um die eigene Körpersprache, erklärt er: Dazu gehören eine aufrechte, aber zugleich entspannte Körperhaltung und gute Umgangsformen.

Höflichkeit, Respekt und Wertschätzung sind bereits eine gute Basis.

(Steffen Dörfler, Business Trainer bei Team Gold)

Der Business-Coach gab den Jugendlichen auf der Ausbildungsmesse in Bayreuth Tipps. Foto: Carolin Richter

Erste Challenge: Die richtige Begrüßung

„Es fängt bereits bei der Begrüßung an“, sagt er. Wichtig zu wissen: „Der Ranghöhere wird immer zuerst gegrüßt. Das Alter oder das Geschlecht spielen dabei keine Rolle“, fügt er hinzu. Außerdem entscheide der Ranghöhere dabei, ob er die Hand geben möchte oder nicht. Als Azubi solle man also zum Beispiel immer auf ein Signal des Ausbilders warten. Wann genau man sich verabschiedet und es Zeit ist zu gehen, bestimmt ebenso der Ranghöhere.

Symbolfoto: Pixabay

Zweite Challenge: Die richtige Ansprache

„Der Ranghöhere entscheidet auch, ob man sich duzt oder siezt“, so Dörfler. Manchmal ist man unsicher, wenn das Gegenüber mehrere Titel hat. Doch das sei eigentlich ganz einfach: Heiße jemand Herr Prof. Dr. med. Hans Wurst, reiche es Herr Professor Wurst zu sagen. „Es reicht aus den höchsten Titel zu verwenden – es sei denn, derjenige besteht ausdrücklich auf eine andere Form“, ergänzt er. Stellt man sich neu bei Kollegen oder Geschäftspartnern vor, sollte man immer den eigenen Vornamen, Nachnamen und die jeweilige Funktion im Unternehmen nennen.

Achtung beim „Hallo“

Bei E-Mails wird zur Begrüßung oft „Hallo“ verwendet. „Das kann ich allerdings nur machen, wenn ich denjenigen bereits gut kenne“, warnt Dörfler. Ansonsten sei „Guten Tag“ wohl am Geeignetsten, wenn man als Azubi eine Mail an einen Ranghöheren schreibe.

Dritte Challenge: Die richtige Distanz waren

Etwa 50 Zentimeter beträgt die Distanzzone bei einem geschäftlichen Gespräch. Man nennt sie auch Intimzone – aus gutem Grund: „Rückt man näher, könnte sich das Gegenüber schnell unwohl fühlen“, sagt der Experte.

Die Distanzzone bei einem geschäftlichen Gespräch sollte im besten Fall 50 Zentimeter, also etwa eine Armlänge, betragen.

Doch man sollte auch nicht zu weit voneinander entfernt sein, denn: „Je weiter man entfernt ist, desto lauter spricht man. Das kann auch schnell aggressiv wirken“, so Dörfler. Zudem sei es keine gute Idee, im  geschäftlichen Raum die Köpfe zusammen zu stecken und flüstern. „Verstehen anderen im Raum nicht alles, wirkt es schnell so, als würde man lästern – ein echtes Tabu“, fügt er hinzu.

Vierte Challenge: Smalltalk ist wichtig

Beim Smalltalk gelte: „Am besten über Wetter, Essen oder Sport reden. Eben sehr neutral und nie zu persönlich. Schließlich soll das Gespräch meist das Eis brechen und eine positive Atmosphäre erzeugen“, so der Experte. Auch das Handy bleibe am besten in der Tasche, wenn man auf eine Gruppe anderer Kollegen treffe und warte.

Fünfte Challenge: Pünktlichkeit

Vor einer Besprechung sei es optimal fünf Minuten früher zu erscheinen. „Eben nicht zu knapp, aber genauso wenig schon eine halbe Stunde zuvor – die hätte man produktiver nutzen können“, sagt Dörfler und grinst.