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Christbaum umgesägt: Drei Mädchen gestehen

Bald zwei Jahre haben Behörden und Bevölkerung im Örtchen Zapfendorf bei Bamberg gerätselt. Unter anderem darüber, wer den Christbaum der Gemeinde umgesägt hat.

Schon seit dem Sommer 2017 rätselten die Polizei und die Bevölkerung des 5000-Einwohner-Ortes Zapfendorf im Norden Bambergs. Immer wieder kam es zu kuriosen Sachbeschädigungen, immer wieder waren die Opfer – Bäume. Sogar vor dem Christbaum der Gemeinde machten die Randalierer nicht Halt. Jetzt ist der Fall geklärt. Drei minderjährige Mädchen haben gestanden.

Wie die Polizei meldet, begann die Serie der Sachbeschädigungen im August 2017, als die damals Unbekannten nahe der Zapfendorfer Kirche zunächst einen Baum beschädigten und flüchteten. Einige Monate später, in der Nacht zum 20. April 2018, sägten die Randalierer auf dem Parkplatz des Schwimmbades in Zapfendorf ein Hagebuttenbäumchen um und entkamen ebenfalls unerkannt. Wieder gut einen Monat später kam es zu einen ähnlichen Vorfall, als Unbekannte gegenüber des Rathauses einen Nussbaum beschädigten.

Die Reihe an Straftaten setzte sich im August 2018 fort, nachdem die Täter zweimal innerhalb einer Woche das Zapfendorfer Schwimmbad mit Pferdekot verunreinigten. Auch in den darauffolgenden Wochen sägten sie wiederum auf dem Freibadgelände und an einem Kinderspielplatz in Zapfendorf mehrere Bäume ab. Anfang November beschmierten die Randalierer einen Fahrkartenautomaten am Bahnhof mit einem Stift und verunreinigten einen Aufzug mit Hundekot. Außerdem beschädigten sie die Hinweistafel eines Kindergartens.

Den Christbaum der Gemeinde umgesägt

Selbst die Weihnachtszeit hielt die Baumfrevler nicht von ihren Taten ab und so brachten sie in der Nacht zu Heiligabend sogar den Christbaum vor der Kirche in Zapfendorf gewaltsam zu Fall. Die Serie der Sachbeschädigungen endete in den Morgenstunden des Neujahrstages, als Unbekannte am Bahnhofsplatz einen Fahrkartenautomaten mit Eiern beschmierten.

Tatverdächtige gestehen

Neben einer Beunruhigung der Bevölkerung sorgte die Serie an Straftaten in Zapfendorf auch in den örtlichen Medien für große Aufmerksamkeit. Aufgrund der Ermittlungsarbeit und umfangreichen Spurensicherungsmaßnahmen gerieten schließlich drei Mädchen in das Visier der Kriminalbeamten. Sie stammen aus den Landkreisen Bamberg und Lichtenfels und begingen die Straften jeweils zu zweit, wobei sich im Rahmen der Ermittlungen eine heute 15-Jährige als Hauptverdächtige herauskristallisierte. Insgesamt verursachten die Minderjährigen einen Sachschaden von über 5.000 Euro.

Langeweile als Motiv

In den polizeilichen Vernehmungen zeigte sich das jugendliche Trio zum Teil geständig und räumte die vorgeworfenen Delikte weitestgehend ein. Als Motiv nannten die jungen Randalierer, dass sie die Straftaten aus purer Langeweile begangen haben. So äußerte eine der Beteiligten gegenüber den Ermittlern im Hinblick auf den umgesägten Weihnachtsbaum, dass sie schon immer mal einen Christbaum umsägen wollte. Alle drei Mädchen müssen sich nun wegen Sachbeschädigung in mehreren Fällen verantworten. Außerdem prüfen die Ermittler, ob sie auch noch für weitere Taten in Frage kommen.