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Coronavirus im Faktencheck: Kann Covid-19 über Bargeld übertragen werden?

An vielen Einkaufsläden in der Bayreuther Region stehen mittlerweile Schilder, die Kunden bitten, bargeldlos zu bezahlen. So soll ein Kontakt zwischen Menschen vermieden und das vermeintlich schmutzige Geld nicht herumgereicht werden. Und das in einem der Länder, die dem Bargeld noch sehr verbunden sind. Doch kann das Coronavirus via Bargeld übertragen werden?

Der aktuelle Stand in Franken: Hier ist die Corona-Lage mit interaktiver Karte.

Coronavirus im Faktencheck

Mitte Februar kündigte der Vize-Chef der Zentralbank, Fan Yifei, an, Banken in China würden ab sofort gebrauchte Banknoten desinfizieren, versiegeln und sie dann für sieben bis 14 Tage einlagern. Erst danach kämen sie wieder in den Gebrauch.

Einige Geschäfte und Gastronomen in Bayreuth mussten wegen Covid-19 und des ausgerufenen Katastrophenfalls in Bayern schließen.

Covid-19 über Bargeld?

Ist diese Maßnahme wie in China überhaupt notwendig? Der Virologe, Christian Dorsten, erläutert in einem NDR-Podcast, dass er das Risiko sich über Bargeld mit dem Coronavirus anzustecken, relativ gering hält: “”Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen”, sagt er in dem Podcast. Dorsten ist Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité und weiß, dass Coronaviren behüllte Viren sind, die gegen Eintrocknung “extrem empfindlich” seien.

Dazu kommt, dass das Coronavirus über Tröpfcheninfektion weitergegeben wird: “Wahrscheinlich ist das so, dass diese Viren einfach schwerpunktmäßig mehr über Tröpfcheninfektion übertragen werden, weil sie eben eingeatmet werden müssen”, erklärt Dorsten. Man müsse sich den Finger schon in den Hals stecken, mit dem man zuvor einen Geldschein berührt hat, meint der Virologe.

Überlebt das Virus auf Bargeld?

Die Deutsche Presseagentur hat dazu auch den Greifswalder Hygienefacharzt, Günter Kampf, befragt. Er sieht die Möglichkeit einer Infektion, hält es aber nicht für wahrscheinlich: “Ob das Material noch infektiös ist, weiß man nicht. Ob die Menge ausreicht, um über die Hände auf die Nasenschleimhaut übertragen zu werden und eine Infektion auszulösen, weiß man nicht.”

Theoretisch seien Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, durch Schmierinfektionen denkbar. “Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich”, antwortete das Robert-Koch-Institut auf Nachfrage des Tagesspiegels.

Unwahrscheinlich, aber möglich

Das Virus ist bis dato noch nicht ausgiebig erforscht, um eine hundertprozentige Sicherheit zu geben. Die Forscher gehen bisher davon aus, dass eine Ansteckung über Bargeld unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich ist. Es bleibt das oberste Gebot: Hände waschen, nicht ins Gesicht fassen und Kontakt mit anderen Menschen vermeiden.