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Crazy Sheep: Kaffee aus Brasilien für die Bayreuther

Im Juli hat die Kaffeemanfaktur Crazy Sheep neben dem Liebesbier eröffnet. Großen Wert legt Barista Simon Bayer auf die Qualität des Kaffees und einen direkten Draht zur Farm. Er arbeitet zum Beispiel mit der Fazenda Pinheirense aus Brasilien zusammen. Was diesen brasilianischen Kaffee ausmacht, erklären Kaffeebauer Timo Plötz und der Barista im Video.

Auf 1.150 Metern Höhe wächst der Kaffee in Brasilien. Foto: Timo Plötz

Von Franken nach Brasilien

Seit 2016 lebt Timo Plötz mit seiner Frau und den beiden Kindern in Brasilien. Er betreibt die Farm Fazenda Pinheirense auf 1.150 Metern Höhe, ein weitläufiges Gelände, zu dem nur Feldwege führen. Plötz kommt ursprünglich aus Sickersdorf bei Schnaittach. Seine brasilianische Frau hat er auf einer Reise in Neuseeland kennen gelernt. „Auch der Vater meiner Frau hat eine Fazenda, wo er Kaffee anbaut. Allerdings nebenberuflich“, erklärt Timo Plötz. „Ich wollte meine eigene Farm aufziehen. Mit Kaffee, der biologisch angebaut wird. Seit einem Jahr exportieren wir Rohkaffee auch in verschiedene deutsche Städte – an kleine Röstereien in Stuttgart, Bochum, Bayreuth oder Leipzig“, erklärt er.

140 Säcke Rohkaffee von meiner Farm gingen in diesem Jahr erstmals an deutsche Röstereien.

(Timo Plötz, Kaffeebauer in Brasilien)

Zusammentreffen in Nürnberg

Eigentlich ist Plötz gelernter Tischler. „Ich habe in den letzten Jahren viel über den Kaffeeanbau gelesen, eine richtige Siebträgermaschine angeschafft sowie Röst- und Latte Art Kurse absolviert. Simon habe ich beim Arbeiten in der Rösttrommel in Nürnberg kennen gelernt“, erklärt er.

Mir ist der direkte Draht zur Farm wichtig, damit ich weiß, woher genau meine Kaffeebohnen kommen.

(Simon Bayer, Barista bei Crazy Sheep in Bayreuth)

Ernte von Mai bis August

Plötz tausche sich viel mit seinem Schwiegervater und den Kaffeefarmen in der Nachbarschaft aus. „Ich achte sehr auf die Qualität des Kaffees und überwache die Ernteprozesse auf der Farm“, sagt er. Gesät wird der Kaffee im Oktober. Die Temperaturen auf der Plantage liegen bei etwa 30 Grad im Sommer und bei 22 Grad im Winter. „Es braucht drei bis vier Jahre bis die Kaffeepflanzen Früchte tragen“, erklärt er. Geerntet werden die reifen Kaffeekirschen einmal im Jahr von Mai bis August. Der Vorteil: In diesen Monaten ist es eher trocken in Brasilien. Auf der Farm wird der Kaffee, der in Brasilien bleibt, direkt geröstet. Der Rest wird getrocknet und exportiert.

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Neue Sorten aus Brasilien im Crazy Sheep

Zwei verschiedene Sorten liefert Timo Plötz an Crazy Sheep. Zum einen ein Weihnachts-Special, dass es ab Dezember geben wird – mit einer Note von gelben Früchten und einer milden Säure, wie der Kaffeebauer sagt. Dazu kommt im Januar eine Sorte, mit schokoladig-nussigem Geschmack – diese Bohnen stammen von der Farm des Schwiegervaters.

Rohkaffeebohnen. Foto: Carolin Richter

In Planung: Kaffee aus Kolumbien

„Die Bohnen aus Brasilien kommen diese Woche an. Dann probiere ich mich an neuen Single Origins und Blends aus“, so Barista Simon Bayer. „In Planung ist bald auch ein Klimaprojekt mit der Uni Bayreuth, bei dem es um Kaffee aus Kolumbien geht“, verrät er.

Geröstete Kaffeebohnen. Foto: Carolin Richter

Enger Kontakt zum Rohkaffeehändler Gollücke & Rothfos

In neunzig Prozent der Kaffeesorten, die es im Crazy Sheep gibt, steckt Rohkaffee vom Hanseaten Gollücke & Rothfos – dem Bindeglied zwischen Kaffeefarm und Rösterei. „Ob Reinigen, Sortieren, Trocknen oder die Qualitätskontrolle: Wir betreuen die gesamte Lieferkette des Kaffees bis in die Tasse“, sagt Geschäftsführer Bastian Fülles. Gollücke & Rothfos ist am Puls des Kaffees: In den Anbauländern ist man in regelmäßigem Austausch mit den Kaffeebauern. Manche Farmen gehören direkt zum Rohkaffeehändler, andere liefern nur.

Und auch hier war der persönliche Kontakt ausschlaggebend für die heutige Zusammenarbeit mit dem Crazy Sheep. „Simon hat einmal ein Praktikum bei uns gemacht, so haben wir uns kennen gelernt“, erklärt Fülles.

In den meisten Crazy Sheep Kaffees stecken Bohnen des Rohkaffeehändlers Gollücke & Rothfos. Foto: Redaktion