Nachrichten

Denksport: Eine Regatta in der Wilhelminenaue

Trotz starker Böen, segeln am Sonntag Boote auf dem Hammerstädter See in der Wilhelminenaue. Die Segel weit gehisst, bewegen sie sich nach einem vorgegebenen Kurs. Mit Regeln, wie bei einer echten Regatta auch. Es sind Modellsegelboote mit Fernsteuerung, die Masten etwa 1,60 Meter hoch. Diesmal wird hier die Regatta zum Oberfrankenpokal ausgetragen. Ein Video finden Sie über dem Text.

Segeln ganz ohne Motor

Josef Bayer hat sein Hobby vor 42 Jahren begonnen. Er ist schon in am Badesee in Goldkronach, am Weißenstädter See oder am Trebgast See mit seinem Modellboot an den Start gegangen. Heute ist er Mitglied und Vorstand beim RC Yachtclub in Bayreuth. Die Boote haben keinen Motor. „Mit der Fernbedienung richtet man nur Segel und Rumpf aus“, erklärt Bayer.

Regatta in der Wilhelminenaue
Josef Bayer steuert sein Segelboot durch den Hammerstädter See. Foto: red

Algenfreie Zeit

Bis zu 20 Regatten segeln die Teilnehmer an einem Tag, bis schließlich ein Sieger gekürt wird. Am besten sei es, im Frühsommer oder im Herbst zu segeln. Denn dann seien die Gewässer meist frei von Algen. „Der Rumpf des Bootes könnte sich sonst in den Algen verfangen“, sagt er. Das wäre fatal und das Segeln dann nicht mehr möglich.

Der Kurs, der beim Oberfrankenpokal gesegelt wird, ist erst kurz zuvor festgelegt worden.
Der Kurs, der beim Oberfrankenpokal gesegelt wird, ist erst kurz zuvor festgelegt worden. Die Windrichtung ist entscheidend. Foto: red

Der Kurs, der zu segeln ist, wird immer erst am Tag des Wettkampfes festgelegt – so auch am Sonntag. Denn die Windrichtung spielt beim Streckenverlauf die entscheidende Rolle. „Ohne Wind könnten die Boote nicht dahingleiten“, sagt er. Von 10 bis 16 Uhr läuft der Wettkampf um den Oberfrankenpokal. Zwischen den Regatten gibt es kurze Pausen. „Wenn die Böen zu stark sind, warten wir kurz, bis wir weiter segeln“, ergänzt er.

Josef Bayer vom RC Yachtclub Bayreuth,
Josef Bayer, Vorstand des RC Yachtclub Bayreuth, Foto: red

Mich fasziniert die Ruhe beim Segeln. Es gibt keine lauten Motoren, denn die Boote gleiten allein durch die Hilfe des Windes dahin. Es ist ein Modellsport, bei dem man denken muss, um voran zu kommen. Man muss immer überlegen, wie man sein Segel bestmöglich setzt.

(Josef Bayer, Modellboot-Segler aus Bayreuth)

„Wir kommen etwa sieben Mal im Jahr zusammen um am Ende einen der Saison einen Abschlusssieger zu küren. Der Ort wechselt immer.“ Das Einzugsgebiet des Vereins sei groß: Von Nürnberg, über Amberg oder Bischofsgrün kommen die anderen Hobbysegler. Manchmal fahren Mitglieder für die Wettkämpfe auch mal weiter weg, bis nach Leipzig oder München.

Der RC Yachtclub in der Wilhelminenaue.
Der RC Yachtclub in der Wilhelminenaue. Foto: red

Es sei ein Hobby, dass seinem Empfinden nach, nicht zu teuer sei, so Bayer. Ein gebrauchtes Boot könne man schon ab 400 Euro kaufen, ein neues Modell gäbe es ab etwa 2.500 Euro. Der Rumpf sei aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die Segel aus sogenanntem Mylar-Laminat.

Noch nie gekentert

Das Gute: „Kaputt gegangen ist mir das Boot beim Segeln noch nie, es ist kenter-sicher“, sagt Bayer. Natürlich müsse ab und zu am Getriebe etwas neu eingestellt werden, allerdings seien das eher Kleinigkeiten.


Die nächste Veranstaltung, die Ferienregatta, findet am 18. August in der Wilhelminenaue statt. Mehr Informationen dazu erhalten Sie auf der facebook-Seite oder der Website des RC Yachtclubs Bayreuth. Interessierte können sich unter info@rc-yachtclub-bayreuth.de beim Verein melden.