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Der Natur ganz nahe: Kanu-Slalom auf dem Roten Main

Entlang des Roten Mains hängen verschiedenfarbige Tore über dem Wasser. Im Slalom passieren die Sportler des SV Bayreuth die Tore nach einem bestimmten Kurs. Dabei geht es auch um Schnelligkeit. Kanu-Abteilungsleiterin Susi Pleyer und zwei junge Sportlerinnen erzählen, welche Tricks man beim Slalom beherrschen sollte. Ein Video-Interview mit Susi Pleyer finden Sie über dem Text. 

Wilde Natur

Susi Pleyer, Abteilungsleitung Kanuslalom beim SV Bayreuth,
Susi Pleyer, Abteilungsleitung Kanuslalom beim SV Bayreuth, Foto: red

Susi Pleyer fährt seit ihrem neunten Lebensjahr Kanu-Slalom beim SV Bayreuth. Auch ihre Eltern waren in diesem Bereich sportlich aktiv. Der Reiz daran: der Natur ganz nahe zu sein. „Ich bin auch gerne im Gebirge, um im Wildwasser zu fahren“, sagt die 51-Jährige. Kanusaison sei das ganze Jahr. „Von November bis März trainieren wir im SVB-Bad, aber sonst sind wir bei jedem Wetter draußen auf dem Roten Main unterwegs“, sagt sie. Dreimal pro Woche gebe sie Training, einmal pro Woche sei sie außerdem privat mit dem Kanu unterwegs.

Es ist wahnsinnig schön auf dem Wasser unterwegs zu sein. Man erlebt die Natur ganz nahe. Wenn wir beim Training auf dem Roten Main paddeln, sehen wir auch manchmal Spuren, die der Biber weit oben in den Bäumen hinterlassen hat.

(Susi Pleyer, Abteilungsleitung Kanu-Sport beim SV Bayreuth)

Slalom: So kommt man durch die Tore

Beim Kanu-Slalom geht es darum, die Tore nach einem vorgegebenen Kurs zu durchfahren. 18 bis 23 Tore sind es pro Kurs, der etwa 750 Meter lang ist.
Antonia Heigl ist seit sieben Jahren in der Kajak-Abteilung. Im Video erklärt sie, wie man lernt, die Tore zu durchfahren – ohne sie zu berühren.

„Die Abwärtstore sind grün gekennzeichnet, die Aufwärtstore rot“, erklärt Susi Pleyer. Im Wettkampf seien die Tore meist nummeriert. So erkenne man, in welcher Reihenfolge man sie passiert.

Mindestens 300 Mal sollte man ein Aufwärtstor durchfahren haben – dann kann man es gut.

(Susi Pleyer, Abteilungsleitung Kanu-Sport beim SV Bayreuth)

„Manchmal muss man sich den Kurs allerdings auch selbst einprägen und sieht vor dem Start jemandem zu, der den Kurs abfährt. So machen wir das zum Beispiel auch im Training“, erklärt Pleyer.

Wenn man doch mal Baden geht

Es dauere seine Zeit, bis man sicher ins und aus dem Kajak heraus steigen kann und die Tore fehlerfrei meistert. „Bei jedem Tor, an dem man hängen bleibt oder, das man vergisst zu durchfahren, gibt es im Wettkampf je 50 Strafsekunden“, sagt Susi Pleyer. Doch natürlich passiert es in der Schnelle auch einmal, dass man mit dem Boot umkippt und ins Wasser fällt.

Elena Röber hat einen Trick, was man in diesem Fall am besten tut – die sogenannte Eskimorolle: Mehr dazu im Video.

Kajak, Canadier und verschiedene Paddel

Kajak-Lager
Foto: red
Susi Pleyer hält ein gedrehtes Doppelpaddel zum Kajak-Fahren.
Susi Pleyer hält ein gedrehtes Doppelpaddel zum Kajak-Fahren. Foto: red

Ein Paddel sollte etwa so lange sein, als wenn man im stehenden Zustand den Arm senkrecht nach oben streckt. Beim Kajak-Fahren – der sportlicheren Variante – sitzt man tiefer und benutzt ein gedrehtes Doppelpaddel: Das heißt, die beiden Paddel sind um 62 Grad zueinander gedreht. Beim Fahren gibt man, meist mit der rechten Hand die Paddelbewegung vor, und lässt das Paddel nur durch die linke hindurch gleiten.

Beim Canadier-Fahren hingegen – der Freizeit-Variante – nutzt man meist einzelne Stechpaddel, mit dem man von oben ins Wasser sticht. Darin sitzt man meist kniend und kann auch zu mehreren in einem Kanu fahren.

Seit 1968

Die Kanu-Abteilung des SV Bayreuth gibt es seit 1968. Susi Pleyer ist seit gut dreißig Jahren als Trainerin aktiv. Jeden Dienstag ab 17 Uhr trainiert sie Jugendliche an der Holzleinsmühle in Bayreuth. Dort sind die privaten Kanus und ebenso Kanus des Vereins sowie verschiedene Paddel untergebracht. „Allein ein neues Paddel kostet 300 Euro und mehr, ein neues Kanu um die 2.500 Euro“, sagt sie. Wer länger dabei sei, habe sich ein eigenes zugelegt. Pflicht sei das allerdings nicht, um mitzutrainieren. Zum Equipment gehöre außerdem eine Schwimmweste und eine Spritzdecke, die man um seinen Sitz im Kanu befestigt, um nicht nass zu werden.

Paddel-SVBayreuth
Foto: red

Spontaner Einstieg

Die Erwachsenen trainieren je montags und donnerstags. Außerdem habe sich inzwischen die sogenannte Breitensportgruppe gebildet. „Viele Eltern der Schüler haben in der Breitensportgruppe mit dem Kanufahren angefangen. Jeder kann dort mit einsteigen.“ Training sei immer ab 19 Uhr. „Wir sind aber flexibel. Wer donnerstags keine Zeit hat, kann auch einfach bei einer anderen Gruppe mittrainieren“ sagt Pleyer.

Schüler-Kajak-SVBayreuth
Die Schülergruppe des SV Bayreuth / Abteilung Kanuslalom, Foto: red

Paddeln im Kreuzsteinbad

Außerdem ist am 13. Juli „Fun Day“ im Kreuzsteinbad. Dort kann jeder Interessierte im Schwimmbecken mit dem SV Bayreuth ausprobieren, ob Kanufahren oder Stand-Up-Paddling etwas für ihn wäre.

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