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Die Ampel, die seit Jahren aus ist

Die Knie zittern. Der Fuß stellt sich langsam auf das Gaspedal. Schulterblick. Ein Auto erscheint in Sichtweite. Zweifel machen sich breit, der Fuß ringt mit Gaspedal und Kupplung, doch mit einem protestierenden Gluckern säuft der Motor ab. An viel befahrenen Kreuzungen stehen Fahranfänger immer dann vor Problemen, wenn keine Ampel da ist, die den Verkehr regelt.

Seit drei Jahren ist Uwe Glock Fahrlehrer in Bayreuth. Bis heute hat er über 120 Fahrschüler zum Führerschein begleitet. Dabei hat er jede Straße in Bayreuth und Umgebung unzählige Male passiert. Auch die Weiherstraße im Industriegebiet. 

Abgeschaltet und abgedeckt

Dort steht, in Höhe der Firma Bilsheim, eine Ampel, die seit Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Obendrein sind die Lichter sogar verhüllt, so dass es den Anschein macht, als solle diese Ampel auch in Zukunft nie wieder ihren Dienst tun. Diesen Umstand hat sich Fahrlehrer Glock zum Anlass genommen, bei der bt-Redaktion nachzufragen. „Was hat es mit der Ampel in der Weiherstraße auf sich?“ Im Straßenverkehrsamt haben wir eine Antwort auf diese Frage gefunden.

Ampel auf Abruf

Nämlich: Früher war die Ampel in Betrieb. Sie schaltete von Rot über Gelb nach Grün und regelte so den Verkehr an der Kreuzung. 2010 wurde dann im Rathaus aus finanziellen Gründen beschlossen, die Ampel abzuschalten. Haushaltskonsolidierung nennt sich das und sowas kommt häufiger vor. Für gewöhnlich werden abgeschaltete Ampeln dann zeitnah abmontiert. Die Ampel in der Weiherstraße jedoch nicht. 

Schon kurz nach ihrer Abschaltung meldete sich nämlich die Autobahndirektion Nordbayern. Sie teilte den Verantwortlichen mit, dass diese Ampelanlage noch gebraucht würde. Sobald Bauarbeiter mit der Sanierung der Hochbrücke beginnen, soll die besagte Ampel wieder den Verkehr regeln. Der Abriss des Mammut-Bauwerks wird wohl nächstes Jahr beginnen.

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